Hier mal ein kurzes Fazit unsererseits.
Da es unsere erste KF mit „Mein Schiff“ war, wird automatisch mit den vorangegangenen Reisen verglichen, also viele rein subjektive Eindrücke.
Schiff
Gefühlt sehr viel Platz im Außendecksbereich, um sich auch mal „verkriechen“ zu können. Wir lagen meistens auf Deck 12 über der Außenalster - ruhig, windgeschützt und kurze Wege zu den Rastaurants und Bars. Die Kabine war auch für drei Personen ausreichend groß und mit genügend Stauraum. Ein Bad, das im Gegensatz zu den (älteren) Aida-Schiffen den Namen durchaus verdient, mit einer Dusche, in der man sich drehen kann und einer Toilette, auf der man keine Platzangst bekommt. Weniger gut hat uns die Innenaufteilung der „Mien Schiff 1“ gefallen. So war z.B. das Landungsdeck 5 nicht durchgängig begehbar, viele Winkel, Schleifen und Ecken, manch Gang endete vor einer Schutztür und im Atrium gab es, obwohl über drei Decks reichend, nur eine Treppe von 5 auf 6. Selbst nach den zwölf Tagen haben wir immer noch die eine oder andere Ehrenrunde gedreht. In unserer Kabine haben wir von der Fahrt bzw. den An-/Ablegemanövern so gut wie nichts mitbekommen. Auf den Sonnendecks hat es ab und zu etwas unangenehm geschaukelt. Angeblich soll der Kapitän auf der Tour sehr zurückhaltend mit den Stabilisatoren umgegangen sein (Sprit sparen).
Gastronomie
Hier hat uns besonders das Konzept aus Buffet- und Bedienrestaurants gefallen. Im Ankelmannsplatz waren wir nur am ersten und letzten Tag, zu viel Hektik, zu laut und die ewige Suche nach einem passenden Tisch. Leider auch bei TUI die unsägliche Praxis, dass 4er-Tische von zwei, meist älteren Personen diagonal eingedeckt und somit blockiert werden. Wir waren dann zu den Hauptmahlzeiten ausschließlich im Atlantik. Service und Qualität waren exzellent, die Möglichkeit, sich quasi aus allen Menues sein ganz spezielles zusammenzustellen, einmalig. Nur mit dem Schweinefleich hatte die Küche so ihre Probleme. Ich hatte noch nie ein so trockenes Iberico. Ab und zu waren wir mittags noch im Cliff 24, leckere Burger und Chicken Wings. Andere Restaurants oder Bistros haben wir nicht genutzt. Das AI-Angebot der Bars war riesig und die Aufpreise für die Edelspirituosen moderat. Allerdings war die Qualität der Cocktails sehr vom jeweiligen Barteam abhängig. Bei den meisten hatte man den Eindruck, Alkoholgehalt geht vor Geschmack.
Service
Bis auf wenige Ausnahmen war der Service auf dem Schiff sehr gut. Defekte Schubladen in unserer Kabine wurden umgehend ausgetauscht, die Betten auseinander und Nackenstützkissen zur Verfügung gestellt. Das meiste Personal war stets freundlich und hilfsbereit. Auffällig war der hohe Anteil von Osteuropäern beim Bordpersonal und hier hat sich leider auch das eine oder andere Vorurteil bestätigt. Beim Frühstück mussten einige Stewards des öfteren von ihren Vorgesetzten „motiviert“ werden. Im Ankelmannsplatz z.B. baten wir höflich einen Steward, Typ bulgarischer Bodybuilder, den mit benutztem Geschirr zugestellten Tisch abzuräumen. Darauf raunzte der nur zurück, für den Bereich sei er nicht zuständig. So etwas geht gar nicht!
Shows
Ich muss zugeben, ich bin nicht so der Unterhaltungs-Typ. Das Einzige, was ich mir angeschaut hatte, waren die Auftritte von Streckenbach & Köhler. Auch wenn der eine oder andere im Theater mit den Zweien nichts anzufangen wusste, ich fands zum Niederknien. 
Ausflüge
Wir hatten mehrere Ausflüge über TUI gebucht, alle mit kompetenten und deutschsprachigen Guides. Einzig die Tour „Wales’ ruhmreiche Burgen“ verdient etwas Kritik. Nach der Besichtigung von Caernarfon Castle machten wir in Betws-y-Coed, einem völlig überlaufenen Tourismuszentrum im Snowdonia-Nationalpark, eine anderthalbstündige Mittagspause. Zeit, die die Meisten im Bus viel lieber in die Besichtigungen investiert hätten. Meinen Hut ziehe ich vor den Busfahrern, die uns nicht selten durch’s berühmte Nadelöhr zirkelten.
Für Newcastle hatten wir uns für den Ausflug „Bamburgh Castle und Gärten von Alnwick“ entschieden, da die Harry Potter Tour schon früh ausgebucht war. Die Burg ist riesig und traumhaft gelegen an einem wunderschönen Sandstrand. In Alnwick haben wir uns dann abgemeldet und Alnwick Castle angeschaut. Nur fünf Minuten von den Gärten entfernt und ein Muss für alle Harry Potter Fans.
Invergordon ist ein totes Kaff, da lohnt sich jede Tour, egal ob privat oder geführt. Wir sind mit einem Taxi in den Norden gefahren - Glenmorangie Destillery, Dunrobin Castle mit Falkner-Show und Dornoch.
Von Greenock aus sind wir mit dem Zug nach Glasgow und haben dort den Hop On Hop Off Bus genutzt. Sehenswert das Riverside-Museum, die Universität und die Kelvingrove Art Gallery.
In Belfast hatten wir vormittags einen TUI-Ausflug zum Giant’s Causeway gebucht - herrliche Landschaft, beeindruckende Felsformationen. Nachmittags ging es dann in’s Titanic Museum und in die Innenstadt. Der TUI-Shuttlebus ist hier überflüssig. Taxis sind flexibler und günstiger.
In Holyhead hatten wir die besagte Tour „Wales’ ruhmreiche Burgen“ gebucht (s.o.).
Dublin macht man am besten auf eigene Faust. Vorsicht bei den Hop On Hop Off Bussen (Citysightseeing), die fahren äußerst unzuverlässig. Vieles kann man aber auch mit etwas mehr Fußmarsch erreichen - Trinity College & Library mit Book of Kells (früh morgens mit überschaubarer Wartezeit), Guinness Storehouse (Im Taste Room unbedingt warten, bis die Kellner anfangen zu tanzen - Hammer!), St. Patrick’s Cathedral (Während des Gottesdienstes für Besichtigungen geschlossen!) und die Temple Bar. Hier haben wir abends über drei Stunden bei leckerem Guinness, Irish Coffee, Livemusik und Hammer-Stimmung verbracht. Auch hier - Taxis sind günstiger, als der TUI-Shuttle.
Für Southampton hatten wir den Ausflug „London zu Land, zu Wasser und aus der Luft“ gebucht. Mit zweieinhalb Stunden sehr lange aber nicht uninteressante Anfahrt. Gesehen haben wir u.a. Westminster Abbey, Piccadilly Circus, Big Ben, Buckingham Palace, Hyde Park, Palace of Westminster, Trafalgar Square, Royal Albert Hall … Das meiste davon im Vorbeifahren oder mit kurzem Stopp. Highlight der Tour war ein „Flug“ mit dem London Eye und anschließender Bootsfahrt auf der Themse bis vor die Tower Bridge. Und das alles bei bestem Wetter!
Alles in Allem eine sehr schöne Reise mit tollen und interessanten Destinationen. Nochmals vielen Dank für die netten Gespräche beim Forumstreffen und die Organisation durch DocHoliday. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder auf „Mein Schiff“ oder anderswo.
Gruß