Beiträge von Muesi


    Eigentlich hatte ich geplant, auf der Liege zu entspannen und vielleicht mal in meinem Buch zu lesen. Aber so ein Flusstag ist einfach nicht vergleichbar mit einem Seetag auf einer Hochseekreuzfahrt. Durch die sich ständig ändernden Landschaften konnte ich nicht ruhig liegen bleiben sondern hatte immer den Drang, zu fotografieren. Ein Flusstag kann für jemanden, der gerne fotografiert, also ganz schön stressig werden ^^. Wem das Anschauen der Landschaften nicht reichte, konnte am Vormittag mit der Hotelmanagerin Anabela im Salon Portugiesisch lernen. Aber ich hatte keine Zeit für einen Sprachkurs ;). Mir reichten die portugiesischen Fluss-Landschaften :love:.







    Gegen 12.00 Uhr passierten wir Pinhão, das Zentrum des Weinanbaus und –handels. Der kleine Ort liegt in einer Flussschleife direkt an der Mündung des Rio Pinhão in den Douro. Jetzt durften wir vom Fluss aus schon mal einen Blick auf die Stadt werfen, der wir dann zwei Tage später einen intensiveren Besuch abstatteten.





    Régua – Barca d’Alva am 03.09.2024

    An diesem Morgen begrüßte uns der Douro zwar nicht mit Nebel, aber mit einem sehr bewölkten Himmel. So sollte es leider auch den ganzen Tag bleiben, ausgerechnet an unserem einzigen Flusstag auf der Reise. Dabei wollten wir doch eigentlich unbedingt mal den sensationellen Pool ausprobieren ;). Erst standen Ausschlafen und ein entspanntes Frühstück auf dem Programm. Um 9.00 Uhr hätten wir mit Carla (von der Crew) an der Pier walken können. Das haben wir dann leider nicht geschafft ^^. Aber zum Ablegen um 10.00 Uhr standen wir pünktlich auf dem Sonnendeck.







    Wir sollten also die Gelegenheit bekommen, einen Teil der wichtigsten Wasseradern der Iberischen Halbinsel auf unserer Fahrt bis zur portugiesisch-spanischen Grenze in Vega de Terrón zu genießen. Im spanischen Städtchen Vega de Terrón mündet der Fluss Águeda in den Douro und ab hier bildet der Douro die natürliche Grenze zwischen Portugal und Spanien. Wir suchten uns zwei Liegen auf dem Sonnendeck aus, um an diesem Tag zu entspannen und die Fahrt durch wunderschöne Landschaften zu genießen. An den Ufern klettern viele steile Weinterrassen die Hänge hinauf und enden vor weißen quintas. Die Terrassen an den Schieferhängen sind oft nicht mehr als 2 Meter breit und lassen sich nur begrenzt mit Maschinen bearbeiten. Der Douro ist erst seit den späten 1980er-Jahren auf den letzten 210 Kilometern bis zur Mündung (Barca d’Alva – Porto) für tieferliegende Schiffe befahrbar. Die Staudämme wurden zwischen 1969 und 1985 erbaut. An diesem Flusstag passierten wir drei Schleusen. Gegen 10.40 Uhr erreichten wir den Bagauste Regua Staudamm, der zwischen 1967 und 1973 erbaut wurde. Die Schleuse ist 85 m lang, 12 m breit und hat einen Höhenunterschied von 27m.







    Für einen Rundgang in Régua war es dann leider schon zu spät. Ich habe es lediglich noch geschafft, an einem Stand in der Nähe unseres Liegeplatzes, einen Magneten zu kaufen. Bereits um 19.00 Uhr wurde uns im Restaurant ein Portugiesisches Abendessen serviert. Im Anschluss daran fand an diesem Abend um 21.00 Uhr im Salon eine traditionelle Douro-Folklore-Show der einheimischen Folkloregruppe Godim - Peso da Régua statt. Die Tänze stellten das Leben am Douro dar und wurden in den typischen Trachten präsentiert. Getanzt werden die Volkstänze ansonsten bei Volksfesten, wie z.B. beim Erntedankfest. Die Veranstaltung hat uns sehr gut gefallen und war ein toller Abschluss eines wunderschönen Tages.



    Anschließend fand eine ca. halbstündige Führung durch das Herrenhaus statt. Fotos von innen darf ich euch leider nicht zeigen.

    Wir fuhren mit dem Bus weiter in die kleine Distrikthauptstadt Vila Real. Die Bischofsstadt liegt am Zusammenfluss von Rio Corgo und Rio Cabril inmitten von Obstkulturen und Reben. In Vila Real finden im Juni und Juli auf der Rennstrecke Motorsportrennen statt. Paolo führte uns durch die schöne Stadt. Sehenswert sind vor allem das Rathaus, die gotische Kathedrale (Sé) und die Igreja dos Clérigos (Capela Nova), die wir uns aufgrund ihrer schönen weiß-blauen Azulejos auch von innen anschauten.






    Zum Abschluss unseres ca. einstündigen Rundganges ging Paolo mit uns noch in ein schönes Café. Dort wurden uns ein Espresso und ein leckeres traditionelles Gebäck serviert. Die kurze anschließende Freizeit konnten wir nur noch für eine kleine Runde durch die Stadt auf dem Rückweg zum Bus nutzen, der uns dann durch die schönen Landschaften wieder zurück zum Schiff fuhr, das wir ca. eine halbe Stunde später gegen 18.15 Uhr wieder erreichten.



    Régua ist eine Stadt im Distrikt Vila Real und ist das Zentrum der Portweinproduktion. Von hier transportierten früher rabelos (die traditionellen Segelboote) Portweinfässer über lange Strecken und durch gefährliche Schluchten nach Vila Nova de Gaia. Im Museo do Douro in Régua gibt es Informationen zum Weinbaugebiet, der Produktion und Vermarktung des Portweins. Unser Liegeplatz lag im Zentrum der Stadt. In unmittelbarer Nähe befanden sich einige Geschäfte, Cafés und Lokale.

    Für uns stand an diesem Nachmittag der Phoenix-Ausflug „Vila Real & Casa de Mateus“ auf dem Programm und unser Tourguide Paolo empfing uns um 14.15 Uhr am Bus. Zunächst fuhren wir durch landschaftlich wunderschön gelegene Weinbaugebiete.

    Nach ca. 30 Minuten erreichten wir das Herrenhaus Casa de Mateus, das dem weltbekannten Wein "Mateus Rosé" seinen Namen gab. Das Anwesen gehört einer Stiftung. Hier werden den Besuchern Einblicke ins adelige Ambiente des Herrenhauses, der Hauskapelle und der Gartenanlage gegeben. Paolo führte uns zum prächtigen barocken Palast und wir hatten zunächst 45 Minuten Freizeit in der wunderschönen Parkanlage, in der es auch einen Zederntunnel gibt, der 35 m lang und 7,50 m hoch ist.





    Auf dem Programm standen an diesem Vormittag nur das Bezahlen der gebuchten Landausflüge (in Régua funktionierte nämlich das Internet für die Kartenzahlung) und das Mittagessen. Vom Mittagessen kann ich euch keine Fotos zeigen, da das Handy zum Aufladen in der Kabine bleiben musste. Jetzt hatten wir übrigens eine Innenkabine mit Fenster und Blick ins Restaurant 8| (des neben uns liegenden Schiffes).

    Bitetos - Régua am 02.09.2024

    Der letzte Einschiffungstermin war an diesem Morgen um 7.45 Uhr. Für Schiffe besteht übrigens auf dem Douro ein Nachtfahrverbot. Wir hätten somit jeden Abend noch von Bord gehen können. Die Haupt-Außentüren wurden abends verschlossen. Wer noch spät unterwegs war, konnte die Tür durch Eingabe eines Codes öffnen. Vor dem Ablegen wurde nicht kontrolliert, ob alle Gäste an Bord waren. Es wurde lediglich nach Personen gesucht, wenn diese ihren Schlüssel an der Rezeption abgegeben und noch nicht wieder abgeholt hatten.

    Der Kapitän startete bereits gegen 8.00 Uhr das Ablegen und nahm Kurs auf Régua. Da zunächst ein halber Flusstag vor uns lag, dachten wir eigentlich, dass wir an diesem Tag mal ausschlafen könnten. Bei einem Blick auf das Tagesprogramm stellten wir fest, dass wir schon gegen 9.00 Uhr in die Carrapatelo-Schleuse einfahren sollten. Also frühstückten wir doch schon wieder um kurz nach 8.00 Uhr :rolleyes: und standen pünktlich auf dem Sonnendeck. Das Wetter war wie jeden Morgen ;) – nebelig.

    Um 9.00 Uhr erreichten wir den Carrapatelo Staudamm, mit 85 m Länge, 12 m Breite und einer Höhe von 35 m die höchste Schleuse Portugals am Douro und die zweithöchste des europäischen Kontinents.

    Trotz des bewölkten und kühlen Wetter blieben wir draußen auf dem Sonnendeck und schauten uns die vorbeiziehenden schönen Landschaften an. Bei unserer Ankunft in Régua um 12.00 Uhr hatten wir wieder das schönste Sonnenwetter 8). Der Douro schlängelt sich hier an steilen Schieferhängen und -terrassen entlang, auf denen der Wein wächst. Ich lass dann jetzt einfach mal die Fotos sprechen:





    Während des Mittagessens erreichten wir die erste Schleuse unserer Reise. Der Crestuma Staudamm wurde von 1978 bis 1985 gebaut und ist der erste Staudamm nach der Mündung des Flusses. Die Schleuse ist 90 m lang, 12 m breit und hat einen Höhenunterschied von 14 m. Ich habe das Mittagessen nach dem Hauptgang für ein paar Fotos kurz unterbrochen. Das Dessert hat mir aber keiner weggegessen und stand noch brav an meinem Platz ;).

    Am Nachmittag konnten wir dann bei strahlendem Sonnenschein eine herrliche Flusskreuzfahrt auf dem Sonnendeck genießen 8). Zwischendurch wurde an diesem Flussnachmittag noch Kaffee und Kuchen im Salon serviert.

    Hinter der Entre-os-Rios-Brücke mit dem beeindruckenden Denkmal (Engel), das den Opfern des Einsturzes der Brücke im Jahr 2001 gewidmet ist, erreichten wir gegen 17.00 Uhr unseren Liegeplatz in Bitetos.


    Auf den Fotos seht ihr ja, dass es während des Ausfluges zwar nicht mehr nebelig, aber fast durchgehend dicht bewölkt war. Wer Fotos des gleichen Ausfluges (allerdings durchgeführt von TUI-Cruises) mit strahlend blauem Himmel sehen möchte, sollte sich mal den tollen Reisebericht „Transatlantik – Barbados bis Bremerhaven“ (Seite 4: Leixoes/Porto) von sabische73 durchlesen. Insgesamt hat uns der Ausflug gut gefallen, insbesondere waren wir total beeindruckt vom Wallfahrtsort Bom Jesus do Monte. In Braga wären wir gerne eine Stunde länger geblieben. Auf den Fotos von sabische73 habe ich erst gesehen, was wir alles verpasst haben. Ich habe die Ausflugsbeschreibungen von Phoenix und TUI mal verglichen. Die einzigen Unterschiede sind, dass die Tour bei TUI 5 Stunden und bei Phoenix 4 ½ Stunden dauert und der Preis bei Phoenix wesentlich günstiger ist. Die Tour kann ich allen empfehlen, die Porto schon gut kennen und etwas in der Umgebung unternehmen möchten. Wer das erste Mal in Porto ist, sollte die Zeit für die wunderschöne Stadt investieren.

    Nach einer Fahrtzeit von ca. 45 Minuten erreichten wir gegen 12.15 Uhr überpünktlich unser Schiff. Letzter Einschiffungstermin war um 12.40 Uhr und wir legten pünktlich ab. Unsere Flusskreuzfahrt startete :love:, aber zunächst in die falsche Richtung ^^. Der Kapitän holte nämlich die bisher ausgefallene Panoramafahrt auf dem Douro nach :thumbup:. Der Nebel hatte sich zwischenzeitlich verzogen und so konnten wir eine Fahrt bei Sonnenschein 8) mit Blick auf die Altstadt von Porto und die Portweinkellereien von Vila Nova de Gaia genießen. Wir fuhren fast bis zur Mündung in den Atlantik und dann drehte der Kapitän und erreichte nach insgesamt 45 Minuten wieder unseren Liegeplatz. Wir legten natürlich nicht wieder an sondern nahmen nun Kurs auf Bitetos.

    Der Bus fuhr uns anschließend ins Zentrum von Braga. Die erzkatholische Distrikthauptstadt des Nordens ist geprägt vom Einfluss der Kirche und wird daher als „portugiesisches Rom“ bezeichnet. Paolo führte uns zunächst 30 Minuten durch die Stadt und anschließend hatten wir noch weitere 30 Minuten Zeit zur freien Verfügung. Die Zeit war leider viel zu kurz und der Besuch der Kathedrale fiel aus, da an einem Sonntag natürlich der Gottesdienst dort stattfand. Besonders gefallen hat uns der wunderschön gestaltete Jardim de Santa Bárbara mit Blick auf den Antigo Paco Episcopal, dem alten bischöflichen Palais in der Nähe der Kathedrale.

    Und dann stand natürlich der Abstieg über die 577 Stufen auf dem Programm. Es bestand auch die Möglichkeit, mit dem Bus wieder nach unten zu fahren, aber dann hätte man wirklich etwas verpasst. Jeder konnte in seinem eigenen Tempo gehen und wir hatten ausreichend Zeit und mussten nicht die Treppen runterhetzen. Übrigens nutzen viele Portugiesen die Treppen zur sportlichen Betätigung. Auf den Stufen begegneten uns immer wieder Jogger, aber auch ein Radfahrer, der sein Rad auf den Schultern die Treppen bis nach oben schleppte 8|. Für uns war der Gang nach unten auf jeden Fall ohne Probleme machbar und ich hatte auch ausreichend Zeit zu fotografieren ;). Die beiden Tourguides empfingen unten alle wandernden Gäste und brachten uns zu den zwei Phoenix-Bussen.

    Porto - Bitetos am 01.09.2024

    Am heutigen Tag hätten wir noch bis Mittag Zeit gehabt, etwas in Porto zu unternehmen. Stattdessen startete für uns der erste Phoenix-Ausflug nach Braga. Deshalb hieß es früh aufstehen und schnell frühstücken, denn bereits um 8.00 Uhr warteten die Busse auf die Ausflügler. Das Wetter – ihr ahnt es bestimmt schon – war natürlich mal wieder nebelig ;(. Da die Busfahrt nach Braga ca. eine Stunde dauern sollte, hatten wir Hoffnung, dass sich bis zu unserer Ankunft die Sonne durchsetzte. Unser netter und lustiger Tourguide Paolo erzählte uns während der Fahrt viel über das Land, die Leute und Portugals Geschichte. Unser erstes Ziel war der Wallfahrtsort Bom Jesus do Monte am östlichen Stadtrand von Braga, der eingebettet in einen Waldpark auf einer Anhöhe von 400 m liegt. Der Weg bis zur Kirche wird über barocke Steintreppen zurückgelegt. Die im Zickzack verlaufenden Treppen führen an 14 kleinen Kapellen vorbei hinauf zur Kirche, die den Kreuzweg Jesu darstellen. Insgesamt umfasst die gesamte Anlage 577 Stufen. Es besteht die Möglichkeit, den Weg hinauf zur Kirche mit der hydraulisch betriebenen Standseilbahn aus dem Jahr 1882 zu fahren. Uns brachte der Bus ganz bequem nach oben und der Plan war, den Kreuzweg nach unten zu laufen. Zunächst erzählte uns Paolo etwas über den Wallfahrtsort und dann hatten wir ein bisschen Freizeit, um uns die Kirche anzusehen. Von der Gipfelterrasse vor der Kirche bietet sich ein schöner Panoramablick über die Stadt.