Beiträge von CosmoST

    07.09.22: Fahrt durch den Icy Arm (Baffin Island)

    Am Eingang des Icy Arms befindet sich gleich eine etwas größere Gletscherzunge. Passend zum Namen des Fjords.

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    Ein kurzer Blick zurück zum Executioner’s Cliff.

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    In diesem Seitenarm war die Bewölkung etwas stärker bzw. die Wolken hingen noch tiefer. Auch wurde es etwas windiger. Doch wir harten am Oberdeck aus, um die Landschaft zu bewundern.

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    Auf dem Weg durch den Icy Arm kamen wir an weiteren Gletscherzungen vorbei.

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    Sowohl trockene Gletscherzungen als auch nasse Gletscherzungen säumten unseren Weg. Trockene sind immer gut zu erkennen, da diese mehr oder weniger mitten im Berg aufhören. Aus ihnen tritt kein Wasser aus. Das ist bei nassen Zungen – wie der Name schon sagt – anders.

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    U.a. konnten wir auch diese Gletscherzunge sehen.

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    Laut Tagesprogramm sollten wir mit dem Zodiac ja an einer Gletscherzunge im Icy Arm an Land gehen. Wir vermuteten, dass es an dieser sein würde. Immerhin gab es hier ja so etwas wie eine Landestelle. Aber was sollten hier 100 Leute gleichzeitig an Land? Da ist ja kaum Platz für so viele Menschen? Na, mal sehen …

    Die HANSEATIC nature fuhr weiter bis zum Ende des Icy Arms. Dort drehte das Schiff dann um.

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    Am Ende des Fjordes wurden erneut Narwale gesichtet. Diese konnten wir aber leider nur per Fernrohr orten, für ein Foto hat es nicht gereicht. Wir gingen dann mal schnell zum Mittagessen, das Restaurant hatte nur noch ein paar Minuten auf – wir hatten uns einfach zu lange an der Landschaft satt gesehen ;) …


    VG Sven

    07.09.22: Fahrt durch den Buchan Gulf (Baffin Island) – Teil 2

    Ab und an bahnen sich Gletscherzungen ihren Weg durch die Berglandschaft.

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    Auch die Wolken bilden interessante Formationen, mal dezent über den Bergen. Mal etwas dunkler. Und dann wieder in massiver Formation in schönen Mustern. Oder relativ dicht als graue Masse. Das wechselte von Felsen zu Felsen.

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    Sehr schöne Motive, soweit das Auge reicht. Auch ein Blick zurück kann sich manchmal lohnen.

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    Etwas tiefer im Fjord befindet sich eine kleine Insel, Livingston Island.

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    Diese ist wohl durch Abbruch des Gebirges entstanden. Wir passierten diese markante Stelle, „Executioner’s Cliff“ genannt.

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    Und fuhren in den Icy Arm, einen Seitenarm des Buchan Gulfs, ein …

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    VG Sven

    07.09.22: Fahrt durch den Buchan Gulf (Baffin Island) – Teil 1

    Die nächsten drei Tage waren für Baffin Island reserviert. Geplant waren Fjord-Durchfahrten und diverse Anlandungen.

    Baffin Island, von den Inuit Qikiqtaaluk genannt, ist die größte Insel des Kanadisch-Arktischen Archipels und gleichzeitig die fünftgrößte Insel der Erde. Die Fläche beträgt etwas mehr als 500.000 km2, sie ist ca. 1600km lang und zwischen 200 und 700km breit. Sie wurde nach dem englischen Seefahrer und Forscher William Baffin benannt.

    Der Nordosten der Insel – wo wir uns die nächsten Tage befinden sollten – ist überwiegend gebirgig und stark vergletschert. Im Südosten befindet sich die gewaltige Penny-Eiskappe aus der letzten Eiszeit, sie erhebt sich bis auf 2100m Höhe. Im Westen und Nordwesten ist vor allem Tiefland zu finden, das von Gletscherschuttflächen und der typischen Tundra bedeckt ist. Die Küste der Insel ist stark zerklüftet, zahlreiche Buchten, Meeresarme, Fjorde und Halbinseln säumen die Küste.

    Auf Baffin Island leben ca. 14.000 Menschen, größtenteils Inuit. Es gibt an den Küsten 6 größere Siedlungen. Eine davon – Pond Inlet – hatten wir während unserer Fahrt besucht. Im Südosten befindet sich Iqaluit, mit ungefähr 7.500 Einwohnern die größte Siedlung und gleichzeitig Hauptstadt des 1999 gegründeten Nunavut-Territoriums.

    Zahlreiche Tierarten sind auf der Insel heimisch. Sie weist u.a. eine recht hohe Eisbären-Population auf. Aber auch das Barrenland-Karibu, Polarfuchs, Polarhase, Schneehase und kleinere Tiere (Hermeline, Wiesel, Ziesel, Lemming) sind hier zu finden. An den Küsten leben viele Meeressäuger. Im Sommer brüten zahlreiche See- und Landvogelarten.

    Gegen 10:00 Uhr sollte planmäßig der Eingang zum Buchan Gulf erreicht werden und eine Landschaftsfahrt durch den Fjord beginnen. D.h. nach der kurzen Nacht (die Uhr wurde wieder eine Stunde vorgestellt) zeitnah frühstücken, um rechtzeitig am oberen Deck zu sein und die spektakuläre Landschaft zu genießen und auch Ausschau nach Eisbären und Walen halten …

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    Der Buchan Gulf ist ein isolierter, langgestreckter Fjord an der Nordostküste von Baffin Island. Pond Inlet liegt ca. 200 km nördlich.

    Die Berge am Fjord hier sehen anders aus als die tafelartigen Gebilde, wie wir sie z.B. auf Devon Island finden. Der Grund dafür ist, dass der Laurentische Eisschild, der in der letzten Eiszeit über Nordamerika lag und für die Formung der Landschaft verantwortlich war, hier nicht mehr so mächtig war. Die vorhandenen Gebirgsketten wurden nicht komplett vom Eis überflossen, Bergspitzen (von den Inuit als „Nunataks“ bezeichnet) ragten heraus. Es wurden somit keine Tafelberge abgehobelt. Durch diesen gebirgigen Beckenrand brachen zahlreiche Gletscher hindurch und frästen die Fjorde aus und bildeten die vorhandene Landschaft.

    Bei wieder sehr schönem Wetter fuhren wir mit der Morgensonne in den Fjord hinein.

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    Zahlreiche Gäste genossen auf dem Nature Walk sowie an Sonnendeck die Fahrt.

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    Vorbei an einer traumhaften Gebirgskulisse aus roten Granit- und Gneisfelsen. Auf den Bergspitzen befindet sich gelegentlich etwas Neuschnee. Eingerahmt von Nebelbänken und tiefer hängenden Wolken.

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    Die Felsen sind teilweise 1.000 bis 1.400m hoch. An den Spitzen zu majestätischen Türmen, Nadeln oder Zacken ausgebildet, die aus dem Nebel und den Wolken herausragen.

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    VG Sven

    06.09.22: Auf der Fahrt von Devon Island nach Baffin Island – Nachmittags- und Abendprogramm

    Zum Mittagessen war heute wieder Buffet auf dem Pooldeck angesagt. Es gab ein italienisches Pasta Buffet mit passenden Vor- und Nachspeisen. Bei bestem Sonnenschein wurde es richtig schön, diverse Variationen von Pasta, die satt machen, dazu freie Getränke (v.a. Wein), die regelmäßig nachgeschenkt wurden. Nette Gespräche mit anderen Gästen. Und der eine oder andere Verdauungsschnaps, der uns von der Crew aufgeschwatzt wurde :D

    So lässt es sich leben …

    Inzwischen befanden wir uns auf der Fahrt nach Baffin Island. Auf Steuerbord waren in der Ferne die eis – und schneebedeckten Gipfel von Bylot Island zu sehen. Die Insel ist Baffin Island nördlich vorgelagert, von hier aus gesehen befindet sich Pond Inlet dahinter. Die komplette Insel Bylot Island steht unter Naturschutz und ist ein Vogelparadies für viele Arten (u.a. Dickschnabellummen, Eismöwen, Schneegänse).

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    Teilweise waren auch über den Gipfeln von Bylot Island dicke Wolkenbänder zu sehen. Diese wirkten aber in der Ferne recht schmal und gab interessante Fotomotive ab.

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    Aufgrund des wunderbaren Wetters machten es wir uns nach dem Essen auf den Sonnenliegen auf dem obersten Deck bequem. Genossen die Sonne und die Landschaft im Hintergrund. Trotz der Sonne wurde es später aber etwas windiger und damit kälter, so dass wir unseren schönen Platz verlassen mussten.

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    An weiterem Programm wurde an diesem Tag fast ganztägig in der Ocean Academy ein Forschungslabor eingerichtet. Per Zodiac wurden vor Dundas Harbour Wasserproben nebst Plankton entnommen. Und man konnte diese frischen Proben nun im Labor untersuchen und mikroskopieren. Deshalb gingen auch wir am Nachmittag mal dorthin.

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    Schön, dass man die Mikroskope auch mit dem großen Monitor verbinden kann. Somit können auch andere am Ergebnis teilhaben – und Steffie konnte ein Foto machen. Neben dem sehr kleinen Zoo- sowie Phytoplankton konnten auch seltsame Kleinlebewesen wie Rippenquallen und Meer-Engel näher betrachtet werden.

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    Danach ging es wieder an Deck, um Bylot Island in der Ferne weiter zu beobachten. Inzwischen waren über Teilen der Insel dunklere Wolken aufgezogen.

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    Es gab aber auch wolkenfreie Abschnitte. Man konnte mittels Vergrößerung durch die Teleobjektive der Kamera schön die mit frischem Schnee bedeckten Gipfel erkennen.

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    Eissturmvögel umkreisten das Schiff bei sich im Wasser reflektierendem Sonnenschein.

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    Im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel ebenfalls bei bestem Sonnenschein.

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    Toll! 8) :thumbup:

    Ein weiterer Vortrag stand passend zu Bylot-Island an, das Thema war „Der Laurentische Eisschild“. Es ging um jenen Eisschild, der in der letzten Eiszeit über Nordamerika lag. Und die vielen unterschiedlichen Landschaftsbilder geformt hat, die wir auf unserer Fahrt in den letzten zwei Wochen erlebt hatten.

    Danach zum Abendessen ins Lido-Restaurant. Heute waren die Gäste auch wieder entspannt – es gab ja kein Sushi, sondern wieder „normales“ Essen. Endlich, normales Essen für normale Leute ;)

    Außerdem war noch ein schöner Sonnenuntergang zu sehen, wir saßen aber im Restaurant und ohne Kamera. Naja, man muss ja auch nicht alles ablichten …

    Zum Abschluss des Abends wohnten wir im Hanseatrium bei einem schönen, leckeren Cocktail dem „Captain’s Talk“ bei. Kapitän und Hotel-Manager waren zu Gast, wurden vom General Expedition Manager interviewt und gaben manch interessante Einblicke hinter den Kulissen des Bordlebens preis. Die Versorgung und die Navigation/Fahrt ist für Expeditionsschiffe ja etwas anders als für normale Kreuzfahrtschiffe, deshalb lohnte sich der Besuch auch für uns, die häufig bei den Kapitänsfragestunden auf der Mein Schiff zu Gast waren. Auch auf Fragen des Publikums wurde selbstverständlich eingegangen.

    Damit ging auch dieser Tag zu Ende, leider waren nun auch schon zwei Wochen rum. Und wir hatten bereits viel erlebt. In den nächsten drei Tagen würden wir Baffin Island näher erkunden …


    Tiersichtungen an diesem Tag:

    • Bartrobben
    • Eissturmvögel und diverse Möwen
    • Zooplankton, Flügel-Schnecken, Meer-Engel
    • .. und wer weiß, welche Tiere sich außerdem im Nebel auf Dundas Harbour versteckt hatten …


    VG Sven

    06.09.22: Dundas Harbour (Devon Island) – Landgang: Ja! Nein! Doch! Oh! … (Teil 2)

    Und wie stand es nun um den Landgang?

    Die Zodiacs wurden ausgesendet. Sie fuhren entlang der Küste in eine versteckte Bucht hinein.

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    Von dort bestiegen die Eisbärenwächter den eingangs im vorherigen Teil beschriebenen Hügel. Und waren nicht mehr gesehen. Konnten wir anfangs noch die Menschen in der Ferne verfolgen, war das ein paar Minuten später komplett nicht mehr möglich. Es zogen immer wieder neue Nebelschwaden auf.

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    Zwischen dem kleinen Eisberg und dem Berg auf der linken Seite war eigentlich der Hügel, hinter dem dann die verlassene Station von Dundas Habour liegt. Wie man sieht, erkennt man davon nichts.

    Auch vom Land aus war die Sicht nicht besser, wie die Eisbärenwächter später erzählt hatten.

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    Somit gab es nur eine Konsequenz: Hier können wir nicht an Land gehen! Die Sicherheit der Gäste und Crew an Land kann nicht gewährleistet werden, man kann nicht erkennen, ob es Eisbären an Land gibt oder ob später welche an Land kommen werden. Auf der vorherigen Tour mit Halt in Dundas Harbour musste übrigens eine komplette Gruppe evakuiert werden, da sich ein Eisbär vom Wasser genähert hatte und man diesen plötzlich nicht mehr eindeutig verfolgen konnte. Da hier also immer mit Eisbären zu rechnen ist, ist es unter diesen Bedingungen besser, auf den Landgang zu verzichten. Aus den Erfahrungen lernt man und ist deshalb doppelt vorsichtig. Jeder an Bord verstand das.

    Also wurden die Zodiacs und Eisbärenwächter zurück an Bord geholt und wir verließen Dundas Harbour bzw. die Bucht davor. Inzwischen wurde der Nebel und die Wolken noch dichter.

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    Während unserer Fahrt an der Küste von Devon Island wurde das Wetter dann aber merklich besser. An Land waren aber immer noch Wolken und Nebel zu sehen, die sich an die teilweise recht hohen Berge schmiegten.

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    Mit den Teleobjektiven konnte man auch etwas näher heran zoomen.

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    Kurzerhand wurde am Vormittag ein Vortrag eingeschoben, der eigentlich für den Nachmittag geplant war: „Ohne Frauen geht es nicht!“. Es handelte sich natürlich um den dritten Teil der Inuit-Vortragsreihe. Es ging um Geschlechterrollen, Familie, Sozialleben und politische Organisation bei den Inuit. Es wurde erzählt, wie die Frauen warme und wasserdichte Kleidung nähen, wie sie maßgeblich an der Verteilung der Beute in der Inuit-Gemeinschaft beteiligt sind. Wie man friedliche Konfliktlösungsstrategien anwendet – einige Möglichkeiten hatte ich beim Pond Inlet-Ausflug bereits erläutert. Und wie man im gemeinschaftlichen Konsens Entscheidungen fällt, die die Gruppe betreffen – ohne Menschen eine Form der Herrschaft über andere Menschen zu ermöglichen. Z.B. kennt die Sprache der Inuit, das Inuktitut, kein Wort für Krieg. Das hilft einerseits im Zusammenhalt in der Gruppe, kann aber auch im Zusammentreffen mit anderen (aggressiveren) Völkern durchaus nachteilig für die Inuit sein.

    Interessant ist auch, wie der Besitz bei den Inuit geregelt ist. Man besitzt nur das, was man wirklich braucht. So hat jeder Mann z.B. nur einen Hundeschlitten. Hätte man einen zweiten, müsste man diesen der Gemeinschaft vollumfänglich zur Verfügung stellen. Anschaulich in unserer Welt: Jemand besitzt zwei Autos. Dann kann er eines fahren, das andere muss aber vollgetankt, offen und mit paratem Zündschlüssel an der Straße stehen, damit es von anderen Menschen, die kein Auto besitzen, benutzt werden kann …

    Wie alle Inuit-Vorträge sehr interessant und brachte uns weitere Informationen über dieses in unseren Breiten nicht so bekannte Volk. Ein weiterer Vortrag der Reihe sollte noch im Verlauf der Tour folgen.

    Damit endete auch dieser Vormittag. Ohne Landgang, aber ein paar Impressionen konnten wir von der Landschaft ja auch so gewinnen, ohne die Überreste von Dundas Harbour gesehen zu haben. Zeit für das Mittagessen …


    VG Sven

    06.09.22: Dundas Harbour (Devon Island) – Landgang: Ja! Nein! Doch! Oh! … (Teil 1)

    Heute waren wir zurück auf Devon Island, der größten unbewohnten Insel der Erde. Vor einigen Tagen waren wir bereits hier gewesen, hatten in Croker Bay eine schöne Zodiac-Fahrt entlang der Gletscherkante genossen, hatten unsere ersten Eisbären der Tour gesichtet. Aber wir waren nicht auf der Insel gewesen, hatten also keinen Fuß an Land gesetzt. Das sollte sich heute ändern …

    Da wir wieder der frühen Zodiac-Gruppe angehörten, hieß es, zeitig aufzustehen, für den Landgang fertigmachen (d.h. warme Kleidung anziehen) und schnell frühstücken.

    Unser Ziel war Dundas Harbour, östlich der Croker Bay gelegen. Auf Inuktitut heißt der Ort „Talluruti“ – „das Kinn einer Frau mit Tätowierungen darauf“. Im August 1924 wurde Dundas Harbour als Außenposten einer Regierungspräsenz in dieser Gegend gegründet. 1933 übernahm die Hudson’s Bay Company den Außenposten. Einige Inuit wurden hierher umgesiedelt, kehrten später in ihre Heimat zurück. Ende der 40er Jahre wurde Dundas Harbour erneut besiedelt, dieses Mal durch die Royal Canadian Mounted Police. Aufgrund von Eisproblemen wurde der Posten dann aber 1951 endgültig geschlossen, die Mounties wurden nach Norden (Ellesmere Island) verlegt.

    Heute findet man einige verfallene Überreste dieser Station sowie einen Friedhof. Beides befindet sich auf einem Hügel, den man nach der Landungsstelle erklimmen muss. Man hat außerdem einen schönen Ausblick auf die Johnson Bay. Auch Tiere können hier ggf. gesichtet werden, Moschusochsen und Polarhasen, aber auch Eisbären sind keine Seltenheit.

    Von all dem war aber noch nicht viel zu sehen, wie ein Blick aus dem Kabinenfenster zeigte.

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    Wie man sieht, sieht man nichts! Wer ganz genau hinschaut, kann ein bisschen Landmasse in der Mitte des Fotos erkennen, wo es etwas dunkler ist. Aber unter solchen Umständen ist kaum ein Landgang möglich, man sieht fast nichts, weder vom Land noch von der Robbe, die kurzzeitig neben unserem Schiff auftauchte.

    Trotzdem wurden schon mal einige Zodiacs ausgeschickt, um die Lage zu sondieren. Aber der Nebel verdichtete sich mehr und mehr. Wir bekamen auch von der Kommunikation mit der Brücke einiges mit, schließlich befindet sich diese ja unweit unserer Kabine ein Deck höher. Die Zodiacs wurden hochgeholt, man machte sich wohl fertig für die Abfahrt aus der Bucht.

    Doch was war das?

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    Sieht man da ein Stückchen blauen Himmel? Gar Sonne? Jedenfalls wurde von den Plänen abgelassen und erneut die Zodiacs losgeschickt. Vielleicht wird es ja doch noch was mit dem Landgang …

    Wir gingen jedenfalls mal hoch aufs Sonnendeck und beobachteten mit einigen weiteren Gästen an Deck die weiteren Vorbereitungen für einen Landgang sowie die Landschaft um uns herum.

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    Wie man erkennen kann, lichtete sich der Nebel ein wenig. Das war jedoch noch weit weg von klarer Sicht. Mitunter minütlich wechselten die Bedingungen.

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    Dicker Nebel und Wolken lagen auf dem Wasser. Von den Bergen und Hügeln rund herum waren so teilweise nur die oberen Bereiche zu sehen. Trotzdem ergab sich das eine oder andere interessante Fotomotiv.

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    Am Ende der Bucht befanden sich einige Eisberge und Eisschollen, die man in weiter Ferne ausmachen konnte.

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    Auf einer der Schollen lag eine große Bartrobbe. Aber die war so weit entfernt, dass man sie nur mit dem an Deck montierten großen Fernrohr erkennen konnte. Einige Gäste versuchten, mit Handy und Fernrohr in Reihe geschaltet die Robbe vergrößert zu fotografieren. Wenn man mich fragt, eine etwas abenteuerliche Art der Fotografie – entsprechend waren auch die Ergebnisse …


    VG Sven

    05.09.22: Devon Island – Nachmittags- und Abendprogramm

    Im Anschluss wurde wieder ein Vortrag angeboten, den wir uns im Hanseatrium anschauten. Das Thema war „Permafrost im Klimawandel – die Arktis wird auch unser europäisches Klima verändern“. Es drehte sich um die Permafrostböden, auf denen wir die letzten Tage herumgelaufen sind. Entstanden durch die Kälte in der letzten Eiszeit werden unterschiedliche Formen ausgebildet: Frostmusterböden, Eiskeil-Polygone, Pingos (durch Permafrost entstandene Erdhügel). Beim Auftauen durch die Klimaerwärmung setzen sie weitere Mengen zusätzliches CO2 und Methan frei, der Klimawandel wird weiter befeuert. Die Arktis ist das Gebiet der Erde, was vom Klimawandel am meisten betroffen ist.

    Danach das schon eingespielte Duo von Recap und Precap. Hier wurde nochmal auf die Belugas am gestrigen Tag eingegangen sowie auf Polarlichter. Und die Wahrscheinlichkeit, erneut welche zu sehen. Kleiner Spoiler: Es sollte keine weiteren Polarlichter während unserer Reise geben …

    Zum Abendessen gab es heute im Lido ein besonderes Schmankerl: „Asiatisches Abendbuffet mit Sushi und Sashimi“ 8)

    Der einzige Abend, wo das Essen im Bedienrestaurant und Buffetrestaurant weit auseinander gingen (im Bedienrestaurant gab es kein asiatisches Essen und auch kein Sushi). Für uns ein Traum, wir lieben Sushi und die asiatische Küche. Für andere Gäste scheinbar ein Albtraum. „Ich weiß gar nicht, was ich heute essen soll. Gibt ja nur rohen Fisch! … Und Schweinebauch süß-sauer ist auch nichts für mich! … Skandal! Katastrophe!“.

    An keinem anderen Abend gingen die Meinungen so weit auseinander. Auf der einen Seite, Leute wie wir, die das Essen lieben. Auf der anderen, die Leute die damit überhaupt nichts anfangen können.

    Ich frage mich allerdings, warum die Gäste dann nicht ins Bedienrestaurant gegangen sind. Dort hätte es „normales“ Essen gegeben. Nur, weil man immer im Lido ist, kann man doch das Restaurant wechseln, wenn es überhaupt nichts gibt, was einem zusagt! Man informiert sich doch vorher bzw. sieht das dann vor Ort und kann noch wechseln :rolleyes:

    Es ging sogar so weit, dass Gäste mit Tellern zum Restaurant-Chef bzw. Hotel-Direktor gegangen sind und sich beschwert haben, weil die Nudeln zu doll gegart waren! Meine Güte, dann esse sich das eine Gericht eben nicht, wenn es nicht schmeckt – wir sind schließlich am Buffet. Aber ich beschwere mich doch nicht gleich bei der Chefetage :/

    Uns hat jedenfalls alles geschmeckt, so einen Abend könnte es ruhig öfter geben. Aber dann geht wahrscheinlich ein Großteil der Gäste auf die Barrikaden. Am Ende ging dann der Hotel-Chef nochmal durchs Restaurant and fragte die Leute, wie sie denn den Abend und das Essen fanden! Von uns und anderen gab es dann auch ein großes Lob!!! :) :thumbup:

    Kopfschüttelnd wegen des Erlebten und zufrieden ob des sehr guten Essens verließen wir das Restaurant. Oben an Deck wartete noch eine abendliche Stimmung mit einem kleinen, aber feinen Sonnenuntergang.

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    Somit ging auch dieser Tag zu Ende …


    Tiersichtungen an diesem Tag:

    • Sattelrobben
    • Eissturmvögel und diverse Möwen


    VG Sven

    05.09.22: Abfahrt von Beechey Island und Fahrt durch die Radstock Bay

    Kurz darauf verließen wir unseren Ankerplatz und fuhren aus der Bucht vor Beechey Island hinaus. Inzwischen hatte sich es sich merklich aufgeklart. War der Vormittag noch neblig und teilweise mit dichten Wolken, gab es nun plötzlich blauen Himmel und Sonne! Das geht hier in der Arktis ziemlich schnell, wie wir es in den letzten Tagen schon des Öfteren erlebt hatten. Bei solch einem Wetter sieht die Landschaft hier nochmal komplett anders aus!

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    Vorbei am markanten Felsen von Beechey Island. Bei solchem Licht kann man viel besser die Strukturen erkennen. Sieht fast schon wie ein Vogelfelsen aus.

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    Wir verließen die Bucht.

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    Schnell zum Mittagessen ins Lido-Restaurant, bevor dieses schließt. Nicht, dass wir verhungern müssen. Danach wieder aufs Sonnendeck, bei schönstem Sonnenschein genossen wir die Fahrt auf den Sonnenliegen – hinter dem Windschutz ließ es sich sehr gut aushalten.

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    Wir befanden uns hier in der benachbarten Radstock Bay. Bei bestem Wetter können wir die waagerechten Sedimentschichten der Tafelberge begutachten. Diese ruhen hier seit ca. 400 Millionen Jahren fast unverändert.

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    In der Ferne ist bereits ein besonders geformter Felsen sichtbar, der Caswell Tower.

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    Dieser ist das Ziel unserer Fahrt. Auf seinem Gipfel befindet sich eine Hütte. Von dieser aus hatte in den 1970er Jahren der kanadische Zoologe Ian Stirling Verhaltensforschungen an Eisbären vorgenommen.

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    In der Ferne kann man die Nachbarbucht sehen, inklusive Beechey Island, welches sich dort befindet.

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    Auch einige Eissturmvögel und kleinere Gruppen von Sattelrobben wurden in der Bucht gesichtet.

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    So schnell das schöne Wetter gekommen war, so schnell verzog es sich auch wieder. Die Bewölkung nahm zu und es wurde windiger und auch merklich kälter. Aber natürlich immer noch weit weg von schlechtem Wetter! Wir verließen den Caswell Tower und die Radstock Bay.

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    Und setzen unseren Weg entlang der Küste von Devon Island fort …

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    VG Sven

    05.09.22: Beechey Island – Landgang auf historischem Terrain (Teil 2)

    Unweit des „Northumberland Houses“ startete unsere Wanderung. In Gruppen mit jeweils einem Experten als Führung begaben wir uns zu den Gräbern. Die begehbaren Wege wurden mittels Fähnchen vorher abgesteckt. Das diente neben der Sicherheit der Gäste auch dem Naturschutz. Somit wurden keine unnötigen Zerstörungen an der Natur vorgenommen, man blieb auf den markierten Wegen.

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    Die Wege führten v.a. über Kalkschotter. Ab und an waren Versteinerungen sichtbar, die sich im Schotter befinden. Im Gegensatz zu den bisherigen Tundra-Landschaften gibt es hier auf Beechey Island kaum Vegetation. Auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht befindet sich Devon Island.

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    Auf den Berggipfeln lagen Wolken.

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    Nach unserer kleinen Wanderung über den Schotter, mit ständigen auf und ab, erreichten wir die Stelle mit den Gräbern. Rechts im Bild ist übrigens die Verbindung zu Devon Island zu sehen.

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    Daneben gibt es noch einen Gedenkstein für den Forscher Bellot – Namenspate der Bellot-Strait, die wir vor ein paar Tagen durchfahren hatten.

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    Und hier sind die Gräber der drei Seeleute der Franklin Expedition.

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    Und ja, ich kann zählen ^^ , es sind vier und nicht drei Gräber. Das eine Grab kam später hinzu für einen Seemann, der auf einer der folgenden Suchexpeditionen verstarb.

    Per Walking-Sticks hatte das Team die Gräber „abgesperrt“. Keiner sollte hinter die Linie gehen oder gar auf die Idee kommen, am Grab Selfies zu machen. Touristen kommen ja schon mal auf absurde Gedanken. Selfies hat wohl keiner gemacht, aber da ja keiner vor dem Grab steht, kann man dann schon mal auf 10cm an den Grabstein ran gehen und in Ruhe Fotos machen. Und ja der Stick war weiter weg, und ja die Leute wurden zurückgerufen. Und ja, die Leute wurden vorher extra noch instruiert. Manche Menschen haben aber scheinbar ein extrem dickes Fell …

    Neben den Grabsteinen waren zahlreiche versteinerte Fossilien aufgetürmt – irgendjemand muss irgendwann in der Vergangenheit damit angefangen haben. Jährlich kommen weitere hinzu. Teilweise sind diese viele Millionen Jahre alt!

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    Wir liefen noch etwas am Wasser entlang.

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    Und dann ging es per Zodiac zurück zum Schiff. Pünktlich zum Mittagessen …

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    VG Sven

    05.09.22: Beechey Island – Landgang auf historischem Terrain (Teil 1)

    Die Nacht war mal wieder sehr kurz gewesen. Erstens wurde die Uhr um eine Stunde vorgestellt – das, was wir auf dem Hinweg gewonnen hatten, verloren wir jetzt wieder. Und zweitens war der Landgang auf Beechey Island für den Vormittag angesetzt – immerhin waren wir heute in der zweiten Hauptgruppe, es ging also nicht ganz so früh hinaus.

    Am frühen Morgen hatte die HANSEATIC nature bereits Beechey Island erreicht.

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    Geankert wurde in der Bucht, in der auch die HMS Terror und die HMS Erebus während der Franklin Expedition 1845/46 den Winter verbracht hatten. Beechey Island, an der Südwest-Spitze von Devon Island gelegen, ist eigentlich nur bei Hochwasser eine richtige Insel – bei Niedrigwasser bildet eine Sandbank eine natürliche Verbindung mit Devon Island. Die Bucht trägt den passenden Namen „Terror & Erebus Bay“.

    Beechey Island steht komplett unter Natur- und Denkmalschutz und weist einige historische Stätten auf. Zum einen befinden sich hier die Gräber von drei Seeleuten der Franklin Expedition. Diese waren während der Überwinterung 1845/46 gestorben. Spätere Untersuchungen ergaben, dass die Todesursache wohl eine Bleivergiftung gewesen sei. Diese ist wohl auf die Konservendosen zurückzuführen, die in der damaligen Zeit einen Bleiverschluss aufwiesen. Einer der möglichen Gründe für das Scheitern der Expedition, aber sicher nicht der einzige. Ich hatte im Bericht zum gestrigen Tag bereits ausführlich darüber erzählt.

    Weiterhin befindet sich auf der Insel das „Northumberland House“ bzw. die Ruine davon. Diese Holzhütte wurde im Rahmen der großen Suchexpedition von 1852-54 unter Sir Edward Belcher aus Teilen von Schiffswracks errichtet. Sie diente als Basis und war später als Vorratsdepot gedacht, falls es die Mitglieder der Franklin Expedition bis hierhin zurückschaffen würden. Wie wir wissen, blieb das reines Wunschdenken …

    Unweit von dieser Ruine befindet sich der Mast des Schiffes „Mary“, welches im Rahmen einer weiteren Suchexpedition zurückgelassen wurde. Neben den teilweise verfallenen Relikten aus der Vergangenheit stehen verschiedene Gedenksäulen oder -Steine herum, die an verschiedene Expeditionen in dieser Gegend erinnern.

    Der Landgang auf Beechey Island sah vor, dass man beim „Northumberland House“ per Zodiac an Land gehen würde. Nach Besichtigung der Ruine und der Denkmäler dort schloss sich eine Wanderung an, die zu den Gräbern führt (Länge ca. 1,8km). Von dort würden wir per Zodiac dann wieder abgeholt und zum Schiff gebracht werden. Wer mangels Mobilität sich die Wanderung nicht zutraute, konnte auch direkt von der Ruine zu den Gräbern per Zodiac-Taxi fahren.

    Nach dem Frühstück hatten wir noch etwas Zeit, der ersten Gruppe bei ihrem Landgang zuzuschauen. Hier sieht man mal wieder die Weite der Landschaft, wie klein die Menschen doch wirken. Fast wie Ameisen, die in der Landschaft umher wuseln. Man muss auf dem zweiten Foto schon sehr genau schauen, um die Menschen zu erkennen.

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    Dann war es auch für uns so weit. Per Zodiac ging es an Land. Wir betraten historischen Boden …

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    Gleich am Strand befindet sich das „Northumberland House“. Heute wie gesagt nur noch eine Ruine. Das Holz ist größtenteils verrottet. Von den vielen Vorratsfässern sind nur noch die Metallringe vorhanden. Aufgrund dessen, dass die Insel unter Denkmalschutz steht, darf hier auch nicht aufgeräumt werden.

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    Aus Dosen und anderen metallenen Vorratsbehältern wurde hinter dem Haus ein Kreuz errichtet.

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    Neben der Ruine des Hauses ist der Mast der „Mary“ zu sehen.

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    Einige Gedenksteine und Denkmäler befinden sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe.

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    Die Logbücher der Franklin Expedition – soweit bereits geschrieben – wurden ebenfalls auf Beechey Island hinterlegt. Das war dann mehr oder weniger auch das letzte gesicherte Dokument dieser Reise. Später verschwanden die Schiffe und die Seeleute auf mysteriöse Art und Weise – und somit auch das Wissen über die Umstände des Scheiterns der Expedition.

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    Außerdem befindet sich das folgende, an eine Pyramide erinnernde, Objekt hier am Strand von Beechey Island.

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    Ursprünglich als Gedenken an die Franklin Expedition errichtet, werden hier alle Schiffe nebst vollständiger Besatzungsliste, die die Nordwestpassage meistern, in den Zylindern verewigt. U.a. gab es auch einen Zylinder der MS Bremen, die vor einigen Jahren die komplette Passage gefahren hat. Für uns wurde kein Zylinder hinterlegt. Wir kamen zwar an Beechey Island vorbei, aber haben die Nordwestpassage ja nicht vollständig durchfahren. Die Reise heißt ja nur „Im Herzen der Nordwestpassage“.

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    Unser Kapitän ließ es sich nicht nehmen und erklärte an dieser Station ausführlich, was für eine Bewandtnis hinter diesem Denkmal steckt. Übrigens: Im nächsten Jahr fährt die HANSEATIC nature die komplette Nordwestpassage von Alaska nach Grönland, dann kommt wohl auch ein weiterer Zylinder hinzu …

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    VG Sven

    04.09.22: Prince of Wales Island – Abendprogramm

    Das Abendprogramm begann mit dem Vortrag „Die Nordwestpassage und Franklin“. Ein historisches Kapitel der Seefahrt, das vom grandiosen Scheitern handelt. 1845 startete Sir John Franklin mit 129 Mann Besatzung auf zwei Schiffen, der HMS Terror und der HMS Erebus. Ziel war es, die Nordwestpassage erstmals zu meistern und den Schifffahrtsweg für England zu erobern. Große Teile der Passage waren bereits erforscht und durchfahren worden, es fehlte quasi nur das letzte Stück. Entsprechend siegesgewiss gab man sich, Paradeuniformen und andere Sachen wurden eingepackt. Und vielleicht auch etwas lax ging man an die Sache heran.

    Wie wir wissen – die erste erfolgreiche Fahrt durch Amundsen war ja erst in den Jahren 1903-1906 – scheiterte man grandios. Nachdem man in der Nähe von King William Island vom Eis eingeschlossen war, verließ die überlebende Besatzung 1848 die Schiffe. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits einige Besatzungsmitglieder nicht mehr am Leben, u.a. wohl auch Sir John Franklin. Man vermutete, dass sich einige an den Ummantelungen der Dosen, die mitgenommen worden waren, vergiftet hatten.

    Aber auch die bisher Überlebenden hatten kein Glück. Unter der Mannschaft brachen Krankheiten aus, die Menschen hungerten. Es gab wohl Kannibalismus. Keiner der Besatzung kehrte jemals wieder zurück. Alle Teilnehmer der Expedition sowie die Schiffe waren verschollen.

    In der Folgezeit wurden etliche Suchexpeditionen (u.a. die am Morgen angesprochene Schlittenhund-Expedition von McClintock) ausgesandt, um mehr über das Schicksal der verschollenen Franklin-Expedition oder gar Überlebende zu finden. Diese Suchexpeditionen führten insgesamt zu noch mehr Todesopfern als die Franklin-Expedition selbst. Aber immerhin wurden durch sie weitere Teile der kanadischen Arktis erforscht und kartiert. Die Schiffe der Franklin-Expedition blieben bis 2016 verschollen …

    Neben dem geschichtlichen Aspekt war der Vortrag auch für uns dahingehend interessant, da wir uns in den letzten Tagen ja auch in den Fahrgebieten der damaligen Franklin-Expedition bewegt hatten.

    Im Anschluss an den Vortrag stand ein weiteres Recap/Precap auf dem Programm. Dieses Mal mit der Nachbesprechung der vielen Tiersichtungen des heutigen Tages sowie der Vorschau auf den kommenden Tag.

    Während des Precaps wurden weitere Tiere gesichtet. Am Hammock Point auf Somerset Island wurde eigentlich auf weitere Belugas spekuliert. Dieselbe Idee hatten scheinbar auch ein paar Eisbären. Auch wenn es letztendlich keine Belugas zu sehen gab. Vier weitere Tiere (inkl. Mutter mit kleinem Jungtier) wurden gesehen – aber nicht fotografiert. Es war schon etwas dunkel und auch gerade keine Kamera zur Hand.

    Danach zum Abendessen, heute wieder ins Hamptons, schließlich war Sonntag ;)

    Die Karte hatte gewechselt, so dass es dieses Mal andere Vorspeisen, vorwiegend aus dem Ostküsten-Raum Nordamerikas gab. Als Hauptspeise wieder Steak, dieses Mal eine andere Sorte. Aber wieder perfekt gegart :thumbup:

    Ein kurzer Gang auf das obere Deck, es gab so etwas wie einen Sonnenuntergang zu bestaunen. Nicht ganz so farbenfroh, wie wir es auf der Tour schon hatten.

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    Aber dafür hatten wir heute mehr Tiere als an jedem anderen Tag gesehen. Auch die Experten waren sich einig, dass diese Schwemme von Eisbären, Belugas und Robben nicht gewöhnlich für die Gegend ist und schon was Besonderes!!!

    Abgeschlossen wurde der Tag von einem weiteren Vortrag: „They found us – The hunt for Franklin’s lost ships“. Wie man am Titel erkennen kann, ausnahmsweise ein Vortrag in englischer Sprache. Und thematisch der Anschluss zum Vortrag am späten Nachmittag, wo es um die Franklin Expedition selbst ging. Die Begleitung der Inuit bei uns an Bord erzählte hier aus erster Hand von der Suche nach den beiden Schiffen der Franklin-Expedition, der HMS Terror und der HMS Erebus. Sie war nämlich an der Suche und der Bergung aktiv dabei gewesen. Eines der Schiffe, die an der Suche beteiligt waren, hatten wir in Cambridge Bay gesehen, die Martin Bergmann.

    Alles in allem ein paar Jahre nachdem die Suche startete (1848/49 wurden die ersten Expeditionen losgeschickt), wurden letztendlich die Schiffe gefunden. 2014 fand man die HMS Erebus auf dem Meeresgrund in der Wilmot and Crampton Bay. Das lag ca. 100km südlich der vermutenden Untergangsstelle. Demnach waren also doch nicht alle Matrosen von Bord gegangen, sondern einige hatten das Schiff zu dieser Position entlang King William Island weiterbewegt und dann auf die Kameraden gewartet – die aber nie kamen. Letztendlich gaben sie das Schiff auf und starben ebenfalls. Es gab entsprechende Inuit-Überlieferungen, die vom Schiff an dieser Position berichteten. Die Inuit gingen an Bord, als das Schiff verlassen war, und deckten mit benötigten Gegenständen ein. Das Schiff sank später. Die Inuit hatten für die Bucht auch einen Namen in ihrer Sprache: „Platz, an dem das große Schiff gesunken ist“. Diese Informationen der Inuit standen eigentlich auch den Forschern in der Vergangenheit zur Verfügung – aber man wollte den „primitiven“ Menschen keinen rechten Glauben schenken. Hätte man das mal gemacht …

    2014 jedenfalls sammelte man alle benötigten Informationen von Inuit und Forschern. Außerdem hatte man modernste Technik zur Verfügung. Und so fand man schließlich die HMS Erebus.

    Zwei Jahre später – also 2016 – wurde dann auch das Wrack des zweiten Schiffes gefunden. Passenderweise wurde die HMS Terror in der Terror Bay gefunden. Eine Bucht im Queen Maud Golf vor King William Island, die zu Ehren des Schiffes so benannt wurde. Übrigens bereits kurz nach der Franklin-Expedition und nicht erst nach Auffinden des Wracks. Hätte man mal etwas eher in dieser Bucht danach gesucht!

    Damit ging dieser ereignisreiche Tag zu Ende …


    Tiersichtungen an diesem Tag:

    • Eisbären: 13 Stück!!!
    • Belugas (hunderte!!!)
    • Sattelrobben (hunderte!!!)
    • Narwale

    VG Sven

    04.09.22: Prince of Wales Island – Weiße Tiere, nun auch im Wasser …

    Weiter ging die Fahrt entlang der kahlen und steilen Felsküsten. Diese sind kaum bewachsen, nur Flechten und Moose wachsen hier.

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    Dann die nächste Tiersichtung. Ein weiterer Eisbär ist zu sehen. Doch dieses Mal ist er mit etwas Ungewöhnlichem beschäftigt. Er steigt auf einen größeren Stein am Strand und beobachtet das Wasser. Dann stürzt er sich kopfüber ins Wasser. Klettert kurz danach wieder hinaus, schüttelt das Wasser aus dem Pelz, steigt wieder auf den Stein, wartet und springt …

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    Die Lösung: Meister Petz versucht, Belugas zu jagen. Diese schwimmen in der Nähe der Küste vorbei und sollen als Jagdbeute herhalten.

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    Die Chancen auf Beute sind hier nahezu bei 0%. Lediglich in kleinen Eislöchern hat ein Eisbär eine Chance, einen Beluga oder anderen Kleinwal zu erlegen, wenn dieser zum Luftschnappen nach oben kommt. So haben wir es zumindest mal in Tierdokumentationen gesehen und auch dort, braucht es durchaus viele Anläufe. Hier im freien Wasser, vorbei schwimmende Wale zu erlegen, in dem man drauf springt? Keine Chance! Trotzdem hat es der Bär so ca. 5-6 Mal versucht. Und wahrscheinlich noch öfter, als wir ihn nicht mehr sahen. Ein seltenes Schauspiel …

    Und wo wir schon bei Belugas sind. Die gab es hier in großer Zahl zu bestaunen. Ganze Herden dieser weißen Wale schwammen im Meer, v.a. in Ufernähe.

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    Neben den hellen Alttieren wurden auch vereinzelt kleine, dunkelgraue Kälber gesehen. Erst mit zunehmendem Alter wird die Haut heller und heller und erst mit mehr als 10 Jahren erhalten die Wale ihre rein weiße Farbe. Manchmal reiten die Jungtiere auch auf dem Rücken der Mutter. Das haben wir aber nicht gesehen, das wäre dann des Guten vielleicht auch zu viel. Aber die eine oder andere Herde schon.

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    Die Belugas haben sich offenbar in großer Zahl hier an der Küste versammelt, um im flachen Wasser ihre alte Haut abzurubbeln. Dieses Ritual wird im Spätsommer/Herbst durchgeführt. Und das Vorhandensein der Belugas ist vielleicht auch der Grund für die große Zahl an Eisbären. Auch wenn die Jagd der Bären auf die Wale sehr, sehr schwierig ist.

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    So fuhren wir an sehr schöner Landschaft vorbei.

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    Und an Unmengen an Belugas.

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    Manche Tiere konnte man nur mit dem Fernglas beobachten. Vereinzelt wurden auch wieder die scheuen Narwale gesichtet, aber nicht in so großer Zahl wie die Belugas und auch nicht so nah.

    Immer wieder tobten ganze Trupps von Sattelrobben um das Schiff herum. Fast Hundertschaften von Tieren, die ähnlich den Delfinen ihre Körper aus dem Wasser hechten oder gar auf dem Rücken schwimmen.

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    Die Robben schienen ihren Spaß zu haben. Ihr Feind, der Eisbär war ja weit weg und hier auf dem offenen Meer, droht weniger Gefahr. Da kann man schon mal spielen.

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    So langsam wurde es etwas dunkler, der Nachmittag neigte sich seinem Ende. Wir hatten am heutigen Tag sehr, sehr viele Tiere gesehen: inflationär viele Eisbären, Massen an Belugas & Sattelrobben, Narwale. Das ist es, was eine Expedition ausmacht – verbunden mit schöner Natur. Da war es auch nicht so schlimm, dass die Anlandung am Vormittag nicht geklappt hat.

    Aber auch der späte Nachmittag und der Abend sollten noch interessant werden …


    VG Sven

    04.09.22: Prince of Wales Island – Viele weiße Tiere auf dunklem Grund

    Um nichts zu verpassen, blieben wir auch gleich mal oben an Deck. Kurz nach dem Ablegen fuhr unser Schiff direkt auf einen Berg zu – eigentlich nicht unbedingt der Weg, den man nimmt, um an der Insel vorbeizufahren. Aber der Kapitän wird schon seine Gründe haben …

    Und die hatte er in der Tat. Am Ufer dieses Küstenabschnittes waren gleich 5 – in Worten: fünf – Eisbären zu sehen!

    Ein großes, männliches Tier klettert behände die hohe Felswand nach oben und verschwindet kurz darauf auf dem Felsplateau.

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    Ein weiteres Männchen befindet sich ein Stückchen weiter rechts auf dem Berg und kommt langsam nach unten.

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    Und in der Mitte befindet sich direkt am Ufer ein Muttertier mit ihren beiden Jungen! Die Eisbärin sieht im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen schon recht schlank und ausgemergelt aus. Ist aber auch kein Wunder, schließlich muss sie ja auch – trotz der im Sommer herrschenden Nahrungsknappheit – ihre beiden Jungtiere säugen.

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    Laut Experten an Bord handelt es sich bei den Jungtieren um diesjährig geborene Bären (also ca. 9 Monate alt). Eisbären gebären im Winter in einer Wurfhöhle und verlassen diese dann im Frühjahr. Entsprechend verspielt sind die Kleinen. Sie lassen sich zurückfallen, um im Dreck zu spielen und sich zu suhlen. Ganz schön viel Arbeit für die Mutter, die die Kleinen ab und an rufen muss, damit diese den Anschluss nicht verlieren.

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    Die ganze Gruppe wird auch merklich schneller, als das zweite Männchen so langsam den Hang hinunterkommt und damit in die Nähe der Mutter mir ihren Kindern. Da wird seitens der Eisbärin schon deutlich das Tempo angezogen und die Kinder zur Eile gemahnt. Schließlich wäre ein Zusammentreffen mit dem Männchen nicht optimal, da dieses sehr gefährlich für den Nachwuchs werden kann.

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    Aber das Männchen war keine Gefahr, nachdem es unten angekommen war, stieg es ins Wasser, schwamm ein Stück und ging dann wieder an Land, um den Weg in entgegengesetzter Richtung fortzusetzen.

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    Was für eine tolle Eisbären-Sichtung! :) :thumbup:

    Und es sollte noch weiter gehen. Kaum hatten wir unseren Beobachtungsplatz verlassen und wieder Fahrt aufgenommen, wurden schon die nächsten Bären im Hang gesichtet. Unter anderem ein weiteres recht, großes Männchen, welches in der Felswand kletterte.

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    Und weitere Bären. Wurde zuvor noch jedes Tier durchgesagt, kam dann plötzlich die Durchsage: „Wir werden jetzt nicht mehr jeden Eisbären ansagen. Schauen Sie einfach auf die dunklen Flächen links und rechts. Die gut sichtbaren, weißen Punkte sind dann die Bären!“.

    Was für eine Fahrt! Was für ein Tag! Wir hatten die Tour unter anderem wegen der Eisbären gebucht und hatten gehofft, auch welche zu sehen. Das hatte sich nun in Croker Bay und heute mehr als erfüllt. Mit so vielen Bären hatten wir ehrlich gesagt nicht gerechnet!!! :)

    Die Fotos hier wurden dann wieder mit dem 500er Tele aufgenommen. Man hat es wieder mit größeren Entfernungen zu tun, das große Schiff kann ja nicht so nah wie ein Zodiac an die Küste fahren. Zur besseren Sichtbarkeit der Tiere sind die Bilder dann auch noch freigestellt (ausgeschnitten) worden – aber ansonsten out-of-camera.


    VG Sven

    04.09.22: Strzelecki Harbour (Prince of Wales Island) – Bärenbeobachtung per Zodiac

    Unsere Zodiac-Gruppe wurde aufgerufen und wir bestiegen das Zodiac, um unsere Fahrt zu beginnen. Alsbald wurde per Funk gemeldet, dass der Eisbär gesichtet wurde. Also alle Zodiacs dorthin.

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    Der Bär hatte es sich in einer – wahrscheinlich kühlenden – Mulde am Hang bequem gemacht. Wir beobachteten ihn vom Wasser aus. Die Entfernung betrug ca. 500m. Der Bär ließ sich durch uns nicht weiter stören.

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    Ab und an schaute er in unsere Richtung.

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    Dann wieder reckt er sich oder nimmt Witterung auf.

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    Manchmal räkelt er sich. Oder ist mit seiner Schlafmulde nicht ganz zufrieden und muss nachbessern.

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    Meistens liegt er aber sehr entspannt da und schläft.

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    Da aktuell kein Eis hier vorhanden ist, wird er es die nächsten Monate schwer haben, Beute zu machen. Erst wenn das Eis in ca. 2 Monaten zurück kehrt, wird er wieder auf Jagd gehen können. Daher ist er jetzt auch darauf bedacht, Energie zu sparen und nicht zu überhitzen.

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    Alle Fotos wurden während des Ausflugs mit dem 300er Tele (Festbrennweite) gemacht. Dieses ist viel leichter als das Große 200-500mm (welches ca. 2,5kg auf die Waage bringt) und lässt sich im Zodiac besser handhaben. Denn, auch wenn kein Seegang herrscht, das Zodiac schaukelt schon ein wenig, insbesondere, wenn man steht. Da ist es fast wie beim Biathlon. Warten, bis der Bär im vor sich hin kreisenden Sucher vorbeikommt. Und dann blitzschnell abdrücken. Und hoffen, dass man keine Fahrkarte geschossen hat :D

    Aber ich denke, ein paar der Fotos sind schon was geworden …

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    Wenn man sich die Leute in den Booten so anschaut, sieht man überall lachende, zufriedene Gesichter. Die Kameras mit Hochdruck im Einsatz. Ein toller Ersatz für die ausgefallene Anlandung. Ich glaube, die wenigsten waren unglücklich darüber.

    Aber auch die schönste Zeit geht zu Ende. Und die 2. Zodiac-Gruppe soll ja auch noch die Chance bekommen, den Bären hier zu beobachten. Daher fuhren wir nach einem kleinen Schlenker durch die Bucht zurück zum Schiff.

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    Ein weiteres Highlight auf unserer an Highlights bisher nicht gerade armen Expeditionskreuzfahrt! :thumbup:

    Wir nutzten die Zeit während des Ausflugs der zweiten Gruppe zum Beobachten der Landschaft vom Oberdeck aus und außerdem zum Mittagessen.

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    Nachdem alle Gäste der späten Gruppe zurück an Bord waren, verließ die HANSEATIC nature ihren Ankerplatz und fuhr entlang von Prince of Wales Island nach Norden. Der Eisbär lag übrigens immer noch an seiner angestammten Position, so dass alle Gäste die Chance hatten, ihn aus relativer Nähe zu besichtigen. Mal sehen, was der Nachmittag noch zu bieten hatte …

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    VG Sven

    04.09.22: Strzelecki Harbour (Prince of Wales Island) – Eine verhinderte Anlandung

    Das Ziel des heutigen Tages war auch das Ziel mit dem schwierigsten Namen bisher. Auch wenn das Harbour im Namen etwas Großes verheißt, sollte es sich doch um eine weitere Anlandung in der Tundra handeln – also ähnlich den Tagen zuvor. Und eine nasse Anlandung dazu. Denn obwohl im Ort das Hafen steht, mit Pier oder gar einem Hafen ist hier nichts!

    Strzelecki Harbour liegt an der Ostküste von Prince of Wales Island in einer Bucht. Die Insel ist die zehngrößte Insel Kanadas, die Fläche beträgt etwas über 33.000 km2. Sie liegt zwischen Somerset Island im Osten und Victoria Island im Westen. Strzelecki Harbour liegt von der geographischen Breite her gesehen etwas weiter nördlich als Fort Ross. Die Insel weist keine permanenten Siedlungen auf und ist mit der klassischen, bereits bekannten Tundra-Landschaft bedeckt.

    Entdeckt wurde Prince of Wales Island 1851 von Francis Leopold McClintock. Dieser war mit Schlittenhunden auf der Suche nach der verschollenen Franklin Expedition. Zu diesem Thema sollte es am Nachmittag des Tages noch weitere Informationen geben – auch hier im Reisebericht. Die Expedition wurde nicht gefunden, dafür u.a. diese Insel. Benannt wurde sie nach dem damaligen Prince of Wales, Albert Edward, dem ältesten Sohn von Königen Victoria. Dem späteren König Edward VII.

    Nach dem Aufstehen waren wir noch ein paar Meilen vom Landungspunkt entfernt, daher ging es erstmal zum Frühstück – danach sollten wir in eine der vorderen Zodiac-Gruppen sein.

    Und wie wir – und andere Gäste – so gemütlich beim Frühstück im Lido sitzen kommt eine Durchsage des Kapitäns: „Wir haben unser Tagesziel, Strzelecki Harbour, erreicht. Und das Empfangskomitee steht auch schon bereit. Ein Eisbär!“.

    Immer diese Scherze am Morgen dachten sich die meisten. Steffie war eh schon fertig mit dem Frühstück, also ging sie schon mal auf die Kabine. Warme Sachen anziehen und eine Kamera holen. Vielleicht ist an der Durchsage ja etwas dran. Ich hatte noch ein bisschen was auf dem Teller und eine Tasse Kaffee. Das war dann aber auch bald vertilgt – also hoch auf die Kabine, umziehen und die andere Kamera mit dem großen Tele holen. Die meisten Gäste frühstückten übrigens tatsächlich weiter, als wäre nichts gewesen, sie hielten das tatsächlich komplett für einen Scherz …

    Oben an Deck bot sich dann folgendes Bild:

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    Tatsächlich stapfte da ein größerer Eisbär am Strand von Strzelecki Harbour nahe der geplanten Anlegestelle entlang. Dazu schneite es leicht. Was kann es Schöneres geben? Der Kapitän hatte natürlich nicht gescherzt, solche Witze macht man nicht, auch bei der Weckaktion mit den Polarlichtern lag ja ein guter Grund vor. Klar war aber auch, dass es mit der Anlandung in Strzelecki Harbour heute nichts mehr wird. Denn Eisbär an Land bedeutet: Gäste an Bord!!!

    Wir verfolgten den Eisbären auf seinem Weg am Strand, machten Dutzende Fotos mit dem 500er Teleobjektiv. Man konnte ihn mit bloßem Auge sehr gut erkennen, die Entfernung betrug aber schon noch über 1km.

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    Anfangs waren noch sehr wenige Gäste an Deck – die, die beim Frühstück saßen und an Scherze glaubten oder diejenigen, die noch schliefen, fehlten. So langsam füllte sich aber das Deck. Die Experten, die ebenfalls der Szenerie beiwohnten, vermittelten zusätzlich Wissenswertes. So handelte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ein junges Männchen und ein wohlgenährtes dazu. Letzteres konnten auch wir sehen ;)

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    Und auch ein sehr aktives Tier. Zielstrebig, meist ohne größere Pausen, bewegte er sich eine ganze Strecke an der Küstenlinie entlang.

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    Zwischendurch legte sich der Bär kurz auf den Boden und wälzte sich im Dreck.

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    Nicht mehr komplett schneeweiß ging es dann weiter.

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    Bis der Eisbär aus unserem Blickfeld verschwand. Er war natürlich noch irgendwo da draußen, daher blieb es dabei, keine Anlandung für uns. Dabei bietet auch die Landschaft in der Bucht so einiges, mal wieder bei bestem Wetter.

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    Keine Anlandung also. Wie geht es weiter? Hinauf aufs Meer? Seetag? Natürlich nicht – wir sind ja auf Expedition. Also wurden die Zodiacs klar gemacht für eine Landschafts-Cruise (also analog zu Crocker Bay oder der Diskobucht). Wir fahren also mit den Zodiacs nah ans Land, schauen, was es zu sehen gibt, gehen halt nur nicht an Land. Mal sehen, vielleicht ist der Eisbär ja noch irgendwo? Zumal wir - wie oben schon gesagt - auch ziemlich weit vorne bei den Zodiac-Gruppen waren …


    VG Sven

    03.09.22: Pasley Bay (Boothia Peninsula) – Ein Rundgang (Teil 2)

    Hier hatte – zum Zeitpunkt der ersten Gruppe - noch eine Bartrobbe gelegen. Diese hatte sich aber inzwischen entfernt, so dass sich der Weg hinunter (und danach auch wieder hinauf) für uns nicht mehr lohnte. Daher gingen wir weiter in die andere Richtung, auf dem Kamm zurück. Wie die meisten Gäste immer mit dem Blick auf dem Boden, um Interessantes zu erkunden.

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    Vorbei an teilweise doch recht vielen Pflanzen. Auch die allseits beliebte Blume, die aussieht wie das Hinterteil des Schneehasen war in großer Zahl vertreten.

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    Selbst Pilze haben wir gefunden und gar die eine oder andere, zarte Blüte.

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    Kleinere Seen gab es ebenfalls in der Landschaft.

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    Durch Sonne und Nebel ergaben sich interessante Perspektiven.

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    Leider war die Zeit dann auch wieder viel zu schnell vorbei und wir begaben uns zurück zum Strand. Dort waren neben den Eisschollen vermehrt diese Gebilde zu sehen.

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    Was man oberflächlich zunächst für Plastik und damit Müll halten würde, entpuppte sich bei näherem Hinsehen zum Glück als Kelp (Braunalgen). So viel Müll wäre schlecht für die Natur gewesen.

    Voll mit Eindrücken ging es zu den Zodiacs und zurück zum Schiff.

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    Unterwegs tauchte noch eine Robbe kurz auf. Wir fuhren mit dem Zodiac noch einen kleinen Umweg, um die Robbe besser sehen zu können, leider blieb es bei diesen kleinen Schnappschüssen.

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    Pünktlich zum Abendessen erreichten wir die HANSEATIC nature und verließen kurz darauf die Pasley Bay.

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    Nach dem Abendessen stand heute ein längerer Vortrag an, mit dem Titel „MOSAIC“. Einer der Eisbärenwächter berichtete in Bild und Ton von der MOSAIC-Expedition, an der er als Eisbärenwächter teilgenommen hatte. Bei dieser Expedition ließ sich die „Polarstern“ auf einer Eisscholle festfrieren und driftete einmal über das Nordpolarmeer (2019-2020). Ein sehr, sehr interessanter und anschaulicher Vortrag mit einigen, persönlich erlebten Anekdoten.

    U.a. erzählte er, wie sie von Eisbären ausgetrickst worden waren. Rund um das Areal wurden kleine Zäune gebaut mit Leuchtfackeln und Knallkörpern an den Zäunen. Die sollten auslösen, wenn sich ein Tier am Zaun zu schaffen macht. Eigentlich haben diese Fackeln/Knallkörper aber nie ausgelöst, zumindest nicht durch Tiere (nur bei Wartungsarbeiten durch die Wissenschaftler). Es sind aber trotzdem Eisbären ins Camp gelangt – wie man an den Spuren erkennen konnte. Rechts vom Zaun gab es eine Spur, links davon auch. Wie ist der Eisbär rübergekommen, ohne Alarm auszulösen? Ganz einfach, er ging am Zaun entlang, bis es eine Lücke gab und ist auf der anderen Seite dann wieder bis zur Stelle, wo er ursprünglich auf der anderen Seite stand, gegangen, um seinen eigentlichen, geplanten Weg fortzusetzen. Schlaue Tiere!!!

    Erzählt wurde von den Schwierigkeiten während der Expedition, von lustigen Geschichten – schön illustriert durch Videos und Fotos. Und von den Schwierigkeiten für die Teilnehmer am Ende – da kam nämlich Corona und nichts war mehr, wie es war …

    Ein sehr interessanter und kurzweiliger Vortrag und ein toller Abschluss eines erneut tollen Tages :)


    Tiersichtungen an diesem Tag:

    • Bartrobbe
    • Eissturmvögel und diverse Möwen

    VG Sven

    03.09.22: Pasley Bay (Boothia Peninsula) – Ein Rundgang (Teil 1)

    Und tatsächlich wurde eine geeignete Anlandungsstelle gefunden, dem Landgang stand nichts mehr im Wege – höchstens die anderen Zodiac-Gruppen. Denn auch heute waren wir fast am Ende der Gäste ein sortiert. Aber gut, konnten wir noch ein bisschen die Sonne an Deck genießen. Gegen 16:30 ging es dann endlich auch für uns los …

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    Am Strand erwarteten uns jede Menge von Eisschollen und bizarr geformten Eisklötzen. Teilweise komplett im Wasser, teilweise auf dem Strand.

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    Wir gingen zunächst am Strand entlang und konnten uns an der Szenerie nicht satt sehen. Durch die Mischung aus Sonne und Nebel zeigten sich stets wechselnde Szenarien mit mystischen Motiven.

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    Aber man muss aufpassen – der Landgang ist endlich (ca. 1,5 Stunden waren anvisiert). Wenn man noch etwas mehr sehen möchte, muss man sich schon einmal vom Strand und den Eisschollen trennen und einen Kamm besteigen.

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    Wie angekündigt, handelt es sich auch hier um eine Tundra-Landschaft. D.h. man sieht die bekannten, spärlich vorhandenen Pflanzen, die sich ihren Weg durch die Steine bahnen.

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    Auch das eine oder andere Trollbrot lief uns über den Weg bzw. lag auf dem Boden ^^

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    Oben auf dem Kamm befindet sich ein Aussichtspunkt und ein Steinhaufen. Dieser stellt möglicherweise das Grab eines Seemanns der Larsen-Expedition dar, die hier auf der zweiten erfolgreichen Nordwestpassage 1940-42 überwinterte.

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    Neben dem Grab konnten wir sogar mal eine blühende Pflanze sehen. Es handelt sich dabei um den Arktischen Mohn.

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    Und von hier hat man schöne Ausblicke auf die Bucht, teilweise im Nebel gelegen.

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    VG Sven

    03.09.22: Auf dem Weg nach Boothia Peninsula – Teil 2

    Die zusammengeschobenen Eisschollen bilden neue Formationen aus. In manch einer davon in der Ferne mag der eine oder andere ein Tier – gar einen Eisbären – erkennen. Es gab bis auf ein paar Seevögel aber leider keine weiteren Tiersichtungen während der Fahrt.

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    Unterbrochen durch ein schnelles Mittagessen ging kurz danach für uns die Eisfahrt weiter.

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    Als besonderes Highlight zeigte sich ein sogenannter Eisbogen. Auch dieser entsteht wie die Nebelbänke durch die Kälteabstrahlung des Meereises bei intensiver Sonneneinstrahlung.

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    Regenbogen kannte man schon, nun haben wir auch mal einen Eisbogen gesehen. Toll!!! 8)

    Dann war das dichte Eisfeld auch komplett durchfahren.

    Trotz der Verzögerung durch die langsame, aber sehr, sehr schöne Eisfahrt, erreichten wir gegen 14:00 Uhr Pasley Bay. Vor der Küste lag allerdings ein breiter Gürtel von Eisschollen, so dass zunächst eine geeignete Landungsstelle gefunden werden musste.

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    Wir vertrieben uns die Zeit mit Beobachtungen von Deck aus. U.a. konnten wir den Eisbogen nochmal in seiner vollen Schönheit ablichten. Was für ein Anblick!!!

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    Außerdem genossen wir die Sonne und ruhten uns auf den bereitstehenden Sonnenliegen aus – natürlich warm angezogen. Aber immerhin, auch in der Arktis kann man das Sonnendeck in seinem eigentlichen Sinne nutzen!


    VG Sven

    03.09.22: Auf dem Weg nach Boothia Peninsula – Teil 1

    Der heutige Tag stand im Zeichen der Expedition. Es wurde eine weitere Eisfahrt erwartet und am Nachmittag sollten wir – wenn alles klappt – Pasley Bay auf Boothia Peninsula anlaufen. Abhängig war das Ganze von den herrschenden Eisbedingungen auf der Fahrt und in der Bucht. Daher wurde die Anlandung im Tagesprogramm auch nur vage angekündigt und es gab keine prognostizierten Zeiten für die Zodiac-Gruppen. Also mal schauen …

    In der wegen der Polarlichter-Sichtung für uns kurzen Nacht hatten wir King William Island bereits passiert und waren auf nord-östlichem Kurs durch die Victoria Strait Richtung Boothia Peninsula. Die Victoria Strait hatten wir mit einer schönen Eisfahrt bereits vor 3 Tagen passiert, dieses Mal in etwas anderer Richtung. Auch heute zeigten sich bei sehr schönem Wetter immer wieder Eis-Felder.

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    Boothia Peninsula – ursprünglich Boothia Felix genannt – ist die nördlichste Halbinsel des kanadischen Festlandes. Den nördlichsten Punkt hatten wir auf der Fahrt durch die Bellot-Strait bereits vor einigen Tagen passiert. Heute würden wir – wenn alles klappt – den Fuß aufs Festland setzen. Übrigens das einzige Mal auf dieser Kreuzfahrt! Alle anderen Anlandungen fanden auf Inseln statt.

    Die Halbinsel wurde von John Ross zwischen 1829 und 1833 entdeckt und nach seinem Freund Felix Booth benannt, der die Mittel für die Expedition beigesteuert hatte. Auf Boothia wurde 1833 durch James Clark Ross das erste Mal der Magnetpol der Nordhalbkugel festgestellt, der in stetiger Bewegung ist. Im Osten und Westen der Insel sind ebene Tundra, Frostschutt- und Felsflächen vorherrschend. Also auch dort, wo wir planen, anzulanden. Es gibt aber auch größere Erhebungen auf der Halbinsel, die höchste mit ca. 573m. Diese sind allerdings viel weiter im Hinterland.

    Am Vormittag wurde der Vortrag „Wie entsteht unser Wetter?“, der in der Croker Bay noch den Eisbären zum Opfer fiel, nachgeholt. Dieses Mal wurde der interessante Vortrag auch durch nichts unterbrochen. Wir waren nach unserem Frühstück im Hanseatrium ebenfalls dabei. Es ging um die Frage, wie auf der Erde im Allgemeinen und in der Arktis im Speziellen Wetter und Klima entstehen und wie sie aufgezeichnet werden.

    Nach dem Vortrag ging es schnell auf das obere Deck. Ein recht kompaktes Eisfeld wurde erreicht und die HANSEATIC nature begab sich hinein. Dieses Mal ohne Eisbrecher und somit auch entsprechend langsamer. Schön für uns Gäste, stand doch eine weitere, intensive Eisfahrt an :thumbup:

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    Immer wieder werden große, teilweise auch dicke Eisschollen durch den Bug des Schiffes in Bewegung gesetzt, werden auf andere Schollen geschoben und teilweise umgewälzt oder gebrochen. Es handelt sich hier größtenteils um altes Meereis, entsprechend dick – bis ca. 4m – sind auch die Schollen. Das gibt schon mal laute Geräusche am Rumpf des Schiffes!

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    Durch die intensive Sonneneinstrahlung und die wabernden und wandernden Nebelbänke, die durch die vom Eis abgestrahlte Kälte entstehen, ergeben sich immer neue, mystische Szenarien.

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    Selbstverständlich sind Nature Walk und das Sonnendeck gut besucht, viele Gäste lassen sich diese Fahrt durch das Eis nicht entgehen.

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    VG Sven

    03.09.22: Alarm in der Nacht

    Tief schlafend, in den schönsten Träumen liegend, wurden wir unsanft geweckt. 8|

    In den Kabinen wurde eine Durchsage über die Lautsprecher geschaltet. Was war passiert? Eisberg gerammt? Schiff kaputt? :/

    „Es ist 01:30 Uhr. Hier spricht ihr Kapitän. Es wurden Polarlichter gesehen. Die Oberdecks sind für sie geöffnet. Bitte seien Sie vorsichtig, es ist sehr glatt. Die Mitarbeiter weisen Ihnen den Weg …“

    OK, es war erst 00:30 Uhr – scheinbar hatte der Kapitän eine andere Uhrzeit. Aber das Ereignis war dasselbe. Polarlichter – und das im Sommer!!!

    Dummerweise kam das sehr überraschend und man ist nicht so recht vorbereitet. Also Hose und Jacke über den Schlafanzug, Schuhe anziehen und dann total verschlafen mit halb geschlossenen Augen nach draußen. Direkt in der Nähe unserer Kabine wäre der Nature Walk. Der war aber geschlossen. Also rauf aufs Sonnendeck. Und dann oben immer schön vorsichtig, es war verdammt glatt. Durch den Nebel war es abends sehr feucht gewesen und durch die Minusgrade in der Nacht ist das Ganze gefroren. Da rutscht man schön lang hin, also immer vorsichtig voran tasten. Gestürzt ist aber keiner, fleißige Crew-Mitarbeiter passten außerdem auf. Es waren einige Gäste an Deck, manche im Bademantel, manche halbwegs angezogen – so wie wir.

    Und tatsächlich, es waren Polarlichter zu sehen, richtig schön grün. Für uns das erste Mal in echt, waren wir doch im Winter noch nie in Skandinavien gewesen (geschweige denn in der Arktis). Ist schon ein sehr toller Anblick und richtig erhaben. Wir genossen die Lichter in der Nacht.

    Und Fotos davon? Tja, so richtig hat das nicht geklappt. Mit der Spiegelreflex aus der hohlen Hand mit Langzeitbelichtung eher schwierig, die Kamera kann ich nicht komplett ruhig halten. Stativ? Ne, wir waren nicht darauf vorbereitet. Mit dem Handy, ok da bekommt man immerhin ein bisschen was hin …

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    Aber egal, Hauptsache wir haben sie gesehen. Und genossen einfach den Rest, ohne viele Fotos zu machen.

    Auf dem Fotostick zur Reise, den wir später käuflich erworben hatten, waren auch bessere Aufnahmen der Polarlichter zu sehen. Diese zeige ich hier aber nicht, da die Fotos ja nicht von uns sind.

    Müde, aber zufrieden ging es dann später zurück auf die Kabine. Ob der positiven Aufregung dauerte es dann aber wieder ein wenig, bevor man eingeschlafen war …


    VG Sven