Beiträge von Emmalotta

    Hallo liebe Siegrid uschisiggi ,

    rund 20 Euro p.P. und Tag sind im Urlaub bei Wasser, Bier, und vor allem bei Sekt und Wein schnell verbraucht, denke ich - und der eine oder andere Kaffee kommt ja auch noch dazu. Ich glaube, ohne das Paket kommt Ihr nicht viel günstiger weg - und mit Paket braucht Ihr Euch keinen Kopf machen, wenn ein paar Abende mal länger ( und feuchter) werden 🥂

    Liebe Grüße,

    Jutta

    Liebe uschisiggi ,

    ich fiebere mit Euch, denn in fast genau einem Jahr mache ich diese Reise mit der Artania auch! Ich hab sie mir selbst zum 70. geschenkt, der wenige Tage vorher stattfindet. Zwar weicht die Route ein bisschen von Eurer ab ( endet in Málaga), aber die Azoren sind auch da der Höhepunkt. Bin seeeeehr gespannt auf Deinen Bericht und wünsche Euch eine wunderschöne, Erlebnisberichte Reise!!

    Liebe Grüße,

    Emma

    Emmalotta

    Vielen Dank fürs mitnehmen auf diese ganz besondere Reise.

    Eine Frage habe ich noch: Du hast gesagt, dass du dich an Deck zum Lesen hingesetzt hast. Gab es da extra für euch irgendwelche Sitzgelegenheiten?

    LG Susanne

    Auf dem Außendeck vor meiner Kammer standen, recht windgeschützt, zwei Gartenstühle. Da hab ich viel Zeit verbracht ...

    Liebe Siegrid - schön, dass es Dir gefallen hat! Und danke für den Hinweis, hab schon alle Korrekturen gemacht.

    Der Kapitän hat nicht so viel Druck wie erin Brummifahrer, weil er sich ja mit einen Offizieren abwechseln kann. Aber insgesamt arbeiten auf diesen Schiffen allesamt ziemlich hart, die Crew natürlich am härtesten.

    LG,

    Jutta

    Samstag, 7.Juli – tun die uns hier was in’s Essen ??????

    Letzte Nacht wieder tief und fest geschlafen, nur vom Wecker heute morgen aufgewacht. Nach dem Frühstück an Deck gelesen - und so gegen zehn überfiel mich wieder bleiernde Müdigkeit. Ich schleppe mich in die Kammer, sinke in’s Bett … und wache erst um viertel nach 12 wieder auf. Einfach unglaublich, mein Schlafbedürfnis hier an Bord, und so langsam frag ich mich, ob die ihren Passagieren vielleicht was ins Essen tun, damit die möglichst wenig stören =O

    Ich kriege um halb eins gerade noch was vom Lunch ab, und dann sind wir schon an der Schleuse in Kiel-Holtenau. 13 statt 15 Uhr, wie der Kapitän geschätzt hatte. Der ist heute richtig aufgekratzt, der er verlässt in Hamburg das Schiff, geht in Urlaub und übergibt an einen Kollegen, den wir schon in der Messe in Augenschein nehmen können. Deutlich älter als unser Master, ein Bulle von Mann, fast schon furchteinflößend … aber doch ganz nett.

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    Es geht ohne Wartezeit durch die Schleuse, und dann haben wir wieder eine schön gemächliche 8-Knoten-Revierfahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal. Zeit, sich die Landschaft rechts und links zum letzten Mal vom Peildeck über der Brücke aus anzugucken.

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    Die rote Flagge bedeutet übrigens "Gefahrgut an Bord", die schwarz-weiße, dass der Zoll schon da war. Die runden Körbe .... hab ich leider vergessen. Hat, glaub ich, was mit der Fahrt auf dem NOK zu tun. Waren nämlich nur dort gehisst.

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    Auf dem unteren Bild liegen wir an einer sogenannten Weiche, markiert durch die Reihe von Dalben rechts. Hier muss gewartet werden, wenn Gegenverkehr naht. Wer zu warten hat, bestimmt die Kanal-Autorität ...

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    Sonntag, 8.Juli - tote Hose in Bremerhaven

    Am frühen Morgen erreichten wir Bremerhaven, Ladezeit bis ca. 13 Uhr.

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    Die Havenwelten hatte ich mir vorgenommen, weil ich bisher immer nur auf den letzten Drücker hier angereist war und vor dem Check-in auf dem Kreuzfahrtschiff keine Zeit für Sightseeing hatte. Auch ein bisschen Bummeln und Shoppen wollte ich, unter anderem Süßes für die Crew als Dankeschön (Trinkgelder sind auf dem Frachter nicht üblich, außer für den Cookie – wenn er denn richtig gut ist8o)

    Was ich nicht bedacht hatte: heute ist Sonntag, und in Bremerhaven daher „tote Hose“. In der Innenstadt hat kein Geschäft offen, nada, nix mit Shopping. Im Bahnhofs-Kiosk erstehe ich immerhin zwei Riesentüten Weingummi für meine Jungs. Dann guck ich mir noch das Auswandererhaus an, sehr interessant. Für das Klimahaus reicht die Zeit nicht mehr. Für das Gesamtprogramm dieses Landgangs haben sich die 35 Euro Taxikosten aus dem weit entfernten Containerhafen Stromkaje und zurück nicht wirklich gelohnt…

    Nach dem Kofferpacken dann ein letztes Mal Zugucken beim faszinierenden Jonglieren mit den Containern ...

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    Morgen müssen wir von Bord, und werden ganz direkt gefragt, wann genau wir denn gehen wollen. Es kommen 4 Passagiere für den nächsten Törn – da haben die Jungs ordentlich was zu tun, um alle Kammern herzurichten. Wir sichern ihnen zu, nach dem Frühstück auszusteigen.

    Inzwischen haben wir abgelegt, kommen aber nicht allzu weit: zusammen mit 14 anderen Schiffen liegen wir vor der Elbmündung in Warteposition. Unser Liegeplatz in Hamburg ist erst ab 6 Uhr morgens frei.

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    Die "feineren" Schwestern dürfen natürlich weiterfahren Richtung Hamburger Hafen - aber die haben ja auch ihre eignenen Terminals.

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    Als wir endlich in die Elbe einfahren, ist die Sonne schon längst untergegangen und ich bin ich schon wieder
    in der Koje :sleeping:

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    Montag, 9.Juli -
    Lantau Arrow ahoi!

    Nach einem letzten, kräftigen Frühstück geht es endgültig von Bord. Der Koffer ist gepackt, der Pass abgeholt. Der Shuttle bringt uns zum Pförtner, ein Taxi von Altenwerder in die Stadt. Ich hätte also durchaus einen Mittagszug nachhause kriegen können, wenn auch nicht zum Sparpreis. Aber ich hätte mir die 63 Euro für das Hotel ersparen können.

    Andererseits bin ich ja auch gerne noch mal einen halben Tag im meiner Heimatstadt. Am Dienstagmorgen geht es dann endgültig zurück in den Alltag.

    Und nun das Fazit:

    Es war eine tolle Erfahrung, die ich genossen habe und nicht missen möchte. Klar muss man Abstriche machen, beim Essen, beim Komfort in der Kammer. Natürlich gibt es kein Entertainment – allerdings ist es Entertainment genug, der Arbeit und dem ganzen Procedere auf dem Schiff zuzusehen und den Verkehr auf See zu beobachten – jedenfalls für mich. Zum Lesen bin ich jedenfalls kaum gekommen.

    Mit der hart arbeitenden Crew gab es immer wieder nette Gespräche, mit den russischen Offizieren eher nicht. Das liest man aber in vielen Frachtschiff-Reiseberichten, scheint eine Frage der Mentalität zu sein.

    Wir hatten großes Glück mit dem Wetter. Bei Kälte und Regen praktisch nur auf der Kammer zu hocken, möchte ich eher nicht erleben.

    Also, ich werde auf jeden Fall wieder so eine Tour machen, dann aber in südlichen Gefilden und mit einer deutschen Schiffsführung. Und länger als nur eine Woche.

    So, das war sie, meine Frachtschiffreise – ich habe fertig!

    LG,Emma

    Erst noch einmal vielen, vielen Dank für Euer Interesse und die netten Kommentare:*!!

    Zwergnase

    Ja, ich war die einzige Frau an Bord, aber das macht gar nichts. Alle "meine" Jungs haben sich sehr gut und respektvoll benommen;) Und ich kam mit ihnen auch immer wieder mal ins Gespräch.

    Witzig war, dass anfangs alle dachten, mein Mitpassagier sei mein Mann ( "Where is your husband ?", wenn ich allein zum Essen erschien). Sie konnten sich offenbar nicht vorstellen, dass eine Frau in meinem Alter allein auf so eine Reise geht :S

    Ganz rührend war die Reaktion unseres 1.Offiziers, der erst 26 Jahre alt war. Als wir einmal nach dem Landgang unsere Pässe bei ihm abgaben und ins Gespräch kamen, fragte er ganz ungeniert, wie alt wir denn wären. Und auf unsere Antwort (68 bzw. 70) meinte er, er fände es ganz toll, wie fit wir wären, um so eine Fahrt zu unternehmen - er hätte es sich ganz anders vorgestellt, selbst so alt zu sein ...

    Morgen geht's weiter im Text.

    LG,

    Emma

    In Malmö ...

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    ... sind wir nicht von Bord gegangen, denn der Containerhafen lag viel zu weit weg von der Stadt, und am frühen Nachmittag legte die Lantau Arrow auch schon wieder ab mit Ziel Kopenhagen. Ein Katzensprung über den Öresund und eigentlich keine neue Destination. Denn die Industriehäfen beider Städte sind den Verbund Copenhagen Malmö Port (CMP) eingegangen. Macht Sinn, denn sie liegen sich genau gegenüber am Eingang und Ausgang des Öresunds. Angesichts des harten Wettkampfs auf dem Frachtschiffsektor ist das Bündeln von Kompetenzen und Ressoucen sicher gut.

    So ist es auch nur ein kurzer Trip rüber, unter der Öresundbrücke durch.

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    Gegen 17 Uhr legen wir in Kopenhagen an. Weil wir hier nicht vor Mitternacht ablegen, gehen wir von Bord, auf einen Abendspaziergang und ein paar Biere in Nyhaven:

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    Freitag, 6.Juli – runter vom Schiff und gleich wieder drauf

    Vom Laden bis Mitternacht und vom Ablegen hab ich in Morpheus Armen wieder mal nichts mitbekommen. Gut so, denn heute ist volles Programm: Schon um 10 Uhr legen wir in Helsingborg an, Schwedens zweitgrößtem Hafen.

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    Nicht wundern - ein holländischer Schlepper in Helsingborg. Amthilfe? Schwedische Schlepper kaputt?? Oder hat er sich verfahren???? Wir haben es nicht rausgekriegt.

    Der Shuttle lässt diesmal ein bisschen auf sich warten, aber wir haben ja viiiiel Zeit. Er schmeißt uns am Hafenpförtner raus, und wir laufen zu Fuß weiter zum Fährhafen. Wir wollen nach Helsingör in Dänemark, nur 4 km über den Sund entfernt. 70 Kronen kostet der Spaß hin und zurück, und er lohnt sich. Denn Helsingör ist ein richtig hübsches Städtchen.

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    Viele, viele Schweden sind an Bord, etliche mit Sackkarren: sie decken sich drüben kistenweise mit Bier und auch mit Schnaps ein, offenbar ein Schnäppchen im Vergleich mit den schwedischen Preisen für Alkohol ;)

    Zurück in Helsingborg gehen wir nur kurz in die Stadt...

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    ....und dann geht's auf geradem, aber sehr langem Weg zurück zum Schiff (gefühlte fünf Kilometer) bei ordentlicher Hitze. Wir schaffen es gerade noch so zum Dinner, das wie immer aus Paprikasalat, gewürfelten Karotten und einem totgebratenen Fleisch besteht :rolleyes:.

    Anschließend beobachte ich wieder mal das Be- und Entladen. Da kann man stundenlang zugucken und entdeckt erstaunliche Dinge (wenigstens für Laien): Hier gibt es keine führerlosen, selbstfahrenden Transporter, sondern normale Zugmaschinen. Im Minutentakt fahren sie unter die Containerbrücken, von denen sie direkt beladen werden. Und die dicken Brummer werden auch von zarter Hand gesteuert:

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    Ganz erstaunlich ist auch, welche Lasten die relativ klein anmutenden Spreader-Fahrzeuge einfach so in die Luft heben, um sie zu LKW zu bringen und aufzuladen (Spreader = der Ausleger, mit dem der Container aufgenommen wird. Gibts auch bei den Containerbrücken)

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    Man denkt, sie müssten vorn überkippen, wenn sie einen 50-Fuß-Conteiner anlupfen. Offenbar sind sie aber wohl selber extrem schwer.

    Irgendwann fallen mir fast die Augen zu - schon wieder zieht der Bettzipfel .... :sleeping:

    Fortsetzung folgt