Beiträge von poolgirl

    13. Juli 2018 - Gletscherlagune Jökulsárlón

    Heute war der Tag, auf den ich mich am meisten gefreut hatte und für den ich zuhause schon eine Schlauchboot-Fahrt auf der Gletscherlagune Jökulsárlón vorgebracht hatte. Im Gegensatz zu den Amphibien-Booten fahren die kleineren Zodiacs viel weiter an die Abbruchkante heran und wenn schon, denn schon.

    In unserem Fjord war noch das schönste Wetter, aber je weiter wir südlich kamen, desto bewölkter wurde es wieder. Aber es war trotzdem wunderschön um die Fjorde herum zu fahren und die sich verändernde Landschaft zu betrachten:

    Immer wieder stoppten wir oder fuhren irgendeine Schottepiste entlang, ohne zu wissen, wohin sie führt.

    Auf dem Weg Richtung Reykjavik lag noch der Klassiker Selfoss, und nur paar Minuten von Reykjavik entfernt die Blaue Lagune, aber wir haben sie beide ausgelassen, wir waren nun alle übersättigt und müde, so viel gesehen! Die Fahrt Richtung Reykjavik auf der 1 war übrigens ganz „witzig“, da waren sogar beide Kinder leicht genervt. „Wir sind in 30 Minuten wieder auf dem Schiff, versprochen“…“Oh Gott ist das schön, wir müssen kurz halten, sorry Kinder, geht ganz schnell“ 5 Minuten gefahren…„Ohhhh mein Gott, ein kleines rotes Häuschen mitten im Nichts, drumrum nur grüne Berge, da müssen wir halten, sorry Kinder“…. usw.

    Externer Inhalt static.xx.fbcdn.net
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    :) Nun, aber wir sind ja irgendwann doch angekommen, und die Kinder reden noch mit uns

    Externer Inhalt static.xx.fbcdn.net
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    😂

    Haha, das kenne ich nur zu gut! War bei uns genauso :)

    Wirklich sensationelle Fotos! Und toll, dass ihr es sogar bis zum Seljalandsfoss geschafft habt. Der kommt in meinem Bericht auch noch.

    LG

    Nicole

    Das tat soo gut, dort am Fjord zu verweilen. Zum ersten mal war ich wirklich zufrieden und entspannt.

    Später schaute ich mir noch eine Aurora Ausstellung im Nachbarhaus an und das kleine Hotel-Museum im Keller zur Geschichte des Gebäudes und der Stadt. Noch heute hat jede Straße hier einen isländischen und einen französischen Namen, da die Franzosen fast 400 Jahre hierher zum Fischen kamen! Hier konnten die dicksten Fische gefangen werden, die in Frankreich viel Geld brachten. Während dieser Zeit kamen 4.000 - 6.000 Seemänner um’s Leben… Daran und an die Zustände auf den Schiffen erinnert das kleine Museum auf sehr detaillierte und liebevolle Weise. Um zumindest einigen Verletzten helfen zu können, wurde in Fáskrúdsfjördur ein französisches Krankenhaus errichtet. Im Nachgang entstand ein richtig kleiner Außenposten mit Friedhof und Kirche. Diese Geschichte hat mich wirklich berührt…

    Später aßen wir im hübschen kleinen Hotel-Restaurant noch zu Abend.

    Und weil jetzt endlich mal das Licht so schön war, machte ich mich noch zu einem kleinen Spaziergang auf:

    Ob das was wird?

    Was für ein Tag! Ich war so dankbar dafür. Zufrieden gingen wir schlafen.

    Morgen sollte es dann in den Süden gehen - zu den Gletschern!

    Nach Egilsstadir wurde es aber wieder etwas kühler und sonniger. Der letzte Abschnitt der Fahrt war besonders schön. Alle paar hundert Meter ein Wasserfall und im Hintergrund die schneebedeckten Ostfjorde. Wunderschön.

    Immer wieder hielten wir mal an und liefen zum Wasser. Es war wirklich unglaublich, wie viele Wasserfälle es dort gab. Und kaum ein Auto unterwegs.

    Da wir so nur langsam vorankamen, schafften wir es auch nicht mehr, einen Nachbarfjord zu besuchen, denn es war nun schon Nachmittag. Nur noch durch einen Tunnel und dann waren wir am Fáskrúdsfjördur und in dem gleichnamigen Städtchen. Ich war sehr gespannt auf das Hotel, welches aus einem restaurierten französischen Krankenhaus bestehen sollte - direkt am Fjord. Ich war entzückt über das, was ich sah, als wir ankamen:

    Und die Zimmer erst:

    Jetzt aber raus, das schöne Wetter genießen und ein Bierchen in der Sonne trinken:

    12. Juli 2018 - Akureyri - Ostfjorde / Fáskrúdsfjördur

    315 km lagen vor uns, knapp 4h Fahrt Richtung Osten. Und hier sollte sich ja bereits seit Wochen die Sonne verstecken! Wir verließen also Akureyri und fuhren erst einmal den gleichen Weg wie gestern bis Myvatn. Dort war ein Bad im Myvatn Nature Bath geplant, welches nicht so überlaufen sein sollte, wie die bekannte Blaue Lagune. Und schon auf dem Weg dort hin kletterte das Thermometer auf unglaubliche 18°C.

    Die Landschaft um den See wirkte im Sonnenlicht ganz anders als gestern:

    Beim Bad angekommen, gilt es zunächst die isländischen Baderegeln zu beherzigen: Noch vor dem Umkleidebereich werden die Schuhe ausgezogen und in ein Regal gestellt. In der Umkleide macht man sich nackig und geht so ausgiebig duschen. Grafiken verdeutlichen die besonders intensiv zu waschenden Bereiche. Erst dann zieht man seine Badekleidung an und darf zu den Pools.

    Es sieht wirklich wunderschön aus, das milchig blaue Wasser. Und warm ist das! Zwischen 36 und 40 Grad! Allerdings hat es auch einen leichten Schwefelgeruch. Ich schwimme ein bisschen herum und genieße die Aussicht. Und dann bekomme ich leider wahnsinnige Kopfschmerzen, mir ist schlecht und ich fühle mich gar nicht gut. Also raus und alles wieder rückwärts. Während die anderen noch das Wasser genießen, esse und trinke ich eine Kleinigkeit, denn mein Kreislauf ist absolut im Keller. Wird dann auch schnell wieder besser!

    Auch wenn ich schlapp gemacht habe, so würde ich den Besuch auch uneingeschränkt empfehlen!

    Nachdem wir je noch zweimal wieder umkehren mussten, weil sowohl mein Mann und ich etwas in der Umkleide vergessen hatten (ich merke es allerdings noch beim Einsteigen ins Auto - er erst nach 5 Minuten Fahrt), ging es weiter. Die Landschaft wurde zunächst sehr öde und war vulkanisch geprägt. Erst kurz vor Egilsstadir, dem Zentrum des Ostens wurde es wieder lieblicher und grüner.

    Hier kamen wir zu einem unglaublich glattem See. Ich hatte noch nie solche Spiegelungen gesehen:

    Wahnsinn, oder? Und hier waren es sogar 22°C. Richtig schwül - fast schon wieder unangenehm ;-)

    Natürlich ist die richtige Kleidung schon wichtig. ich hatte immer meinen Regenhut = Fischerhut dabei, der konnte nicht wegfliegen, war leicht und schützte super vor Regen. Auf jeden Fall sollte das vermeintlich "schlechte Wetter" niemanden abhalten, dieses tolle Land zu besuchen. Man würde was verpassen.

    Kati22 Was waren wir froh, über unsere Ausrüstung! Wir hatten wirklich einiges investiert und das hat sich sowas von ausgezahlt!
    Und ja, ich stimme dir absolut zu und kann nur jedem zuraten, Island zu besuchen!

    Hallo nordwind

    Danke für dein Verständnis. Ich war phasenweise hin- und hergerissen. Es war für mich (und auch für meinen Sohn) soo ungewohnt, sich im Sommer freiwillig so einem Klima auszusetzen. Alle unsere Freunde und Bekannten zuhause waren im Süden oder zumindest am Meer und ich lief mit drei bis vier Schichten Funktionskleidung und einer Wollmütze rum! Vor allem fehlte mir die Sonne...

    Vielleicht lag es daran, dass bis zu diesem Zeitpunkt der Funke noch nicht entfacht war. Vielleicht war durch meine Recherchen die Erwartungshaltung zu hoch. Wahrscheinlich alles zusammen... Es war schön. Wahnsinnig interessant! Keine Frage. Aber so richtig begeistert war ich, ehrlich gesagt, nicht.

    Aber ich nehme es mal vorweg: es sollte aufwärts gehen :-)

    Liebe Grüße Nicole

    Letztes Ziel für heute ist Hverir. Hier könnte man gut ein Endzeit-Movie drehen. Wieder denke ich: Island ist nicht von dieser Welt… Es blubbert, zischt und dampft. Dazu fegt der Wind den Schwefelgeruch bis in die letzte Nasenecke. Unfassbar vor allem auch, weil wir gerade mal über eine kleine Anhöhe gefahren sind und die Landschaft komplett anders aussah. Von allem heute gesehenen hinterlässt diese Szene den tiefsten Eindruck bei mir.

    Nun geht es aber zurück nach Akureyri. Auf dem Rückweg kommen wir noch hier vorbei:

    Auch eine Art blaue Lagune. Die blaue Farbe kommt vom Kieselgur und im Reiseführer lese ich, dass es sich quasi um „Abwasser“ der geothermalen Kraftwerke handelt. Morgen wollen wir dann mal in diesem Abwasser baden, denn bei Myvatn gibt es auch eine Blaue Lagune wie bei Reykjavik, nur nicht so groß und nicht so teuer.

    In Akureyri gehen wir noch mal ins Bryggian, weil es so gut geschmeckt hat und gemütlich war. Vor dem Schlafengehen noch kurz ein Wettercheck: 18 Grad und Sonnenschein! Danke, Island, dass Du ein Einsehen mit mir hast.

    Jetzt möchte mein Mann ein bisschen Off-Road fahren und so schaukeln wir mit unserem Vehikel die Schotterpiste zum Fuße des Vulkankraters Hverfjall entlang. Hmh, unten angekommen sieht er viel höher aus… Man kann zum Kraterrand hochlaufen. Ist bestimmt anstrengend… Die Kinder haben natürlich keine Lust. Ich beschließe, mal loszumarschieren und ggf. umzukehren. Aber natürlich packt mich der Ehrgeiz und ich muss bis oben hin! Erinnerung an Kotor werden wach. Damals wollte ich eigentlich auch nur bis zu Hälfte gehen und bin dann doch bis zur Ruine. So anstrengend war es hier aber definitiv nicht!

    Oben bläst der Wind vom Allerfeinsten und als ich mich umdrehe, sehe ich, dass mir mein Mann gefolgt ist. Wie schön, so können wir den Ausblick gemeinsam genießen:

    Weiter geht es Richtung See. Vor uns sehen wir immer wieder Fetzen von blauem Himmel, aber wir jagen erfolglos hinterher und die Bewölkung nimmt wieder zu. Nun ja, das kennen wir ja schon. Hadern nutzt nix und die Fotos muss ich halt in der Nachbearbeitung etwas aufhübschen, da die Lichtverhältnisse oft ziemlich fies waren.

    Am See angekommen die erste Überraschung: keine Mücken! Am Wasserfall gab es einige und ich fürchtete schon Übles, aber hier: NIX! So können wir unbehelligt einen kleinen Spaziergang zwischen den Pseudokratern machen. Die sehen aus wie kleine Vulkankrater, sind aber durch Explosionen entstanden, als die Lava über den nassen Untergrund floss.

    Wirklich ganz reizvoll - die Kinder finden es hier langweilig. Also weiter. Der nächste Stopp ist an einem nicht so bekannten Spot und hier sind wir die einzigen. Klettern ein bisschen rum, mein Mann lässt die Drohne fliegen und genießen die Aussicht:

    Nun geht es nach Dimmuborgir. Hier haben sich ebenfalls aufgrund des feuchten Untergrunds beim Abkühlen der Lava Schlote gebildet, die nun wie versteinerte Trolle wirken. Es gibt verschieden lange Spazierwege durch diese bizarre Welt. Das gefällt auch den Kindern.

    11. Juli 2018 - Region Myvatn

    Von Akureyri aus ist man in ca. 1h am Myvatn, dem Mückensee. Auf halbem Weg kommt man am Godafoss vorbei, dem Wasserfall der Götter. Eine Saga erzählt, dass der Anführer der Isländer dort alle Götterstatuen versenkt hätte, nachdem man sich dem Christentum angeschlossen hatte.

    Ich versuche neben dem Fotografieren meine Kinder im Zaum zu halten. Vor allem Töchterlein ist mir etwas zu mutig!

    Die Islandpferde, einfach toll. Sie haben doch einen (zusätzlichen) besonderen Schritt oder Trab. Habt Ihr den bemerkt?

    fragt eine Pferde liebende, aber nicht reitende

    Siegrid

    Ja, das ist richtig. Du meinst Pass und Tölt. Getöltet sind wir! Unsere Tochter fand es super - ich dachte, ich hätte den Schleudersitz ausgelöst 8| Mein Mann hatte noch am nächsten Tag was davon. Aber man muss ja alles mal mitgemacht haben. Anfangs hatte ich auch ein bisschen Bammel, dass die Pferde umknicken. Der Untergrund war dermaßen uneben... Ich habe mich in diese Pferde wirklich verliebt (bin auch Pferde liebend, aber nicht reitend) <3

    10. Juli 2018 - auf dem Weg nach Akureyri

    Nach dem Aufstehen erst mal die Wetterberichte für den Norden gecheckt: es sollte trocken bleiben! Als Unterbrechung der Strecke nach Akureyri plante ich daher für mittags eine Reittour auf den Islandpferden. Am Skagafjordur sollte es einen Stall geben, den eine Deutsche zusammen mit ihrem isländischen Ehemann führt (icelandhorsetours). Also schnell eine Mail geschrieben, ob das auch kurzfristig möglich ist. Wir saßen eine halbe Stunde im Auto, da klingelte mein Telefon und Luka, die Chefin, war dran. Es war natürlich sehr bequem, alles in deutsch zu klären. Sie fragte, wann wir da sein könnten und gab ihr OK. Große Freude - vor allem bei meiner reitenden Tochter!

    Die Strecke bis zum ersten Fjord war relativ eintönig. Am Anfang der Strecke machten wir noch einen kurzen Stopp am erloschenen Vulkan Grábrók. Dann kamen karge Lavafelder so weit das Auge reicht… Und die Wolken hingen wieder so tief und windig war es auch immer noch. Puh. So langsam schlug mir das auf’s Gemüt. Aber die Aussicht auf den Ausritt hielt mich bei der Stange.

    In der Fjord-Gegend wurde die Landschaft auch wieder abwechslungsreicher und wir wurden auf Hellesund ganz herzlich empfangen. Unterwegs waren wir schon vielen Pferden begegnet. Zu unserer großen Freude hatten wir einen Privat-Ausritt. Lukas Mann Andrés führte uns und ein deutsches Mädchen, welche dort Ferien machte, sicherte uns von hinten ab.

    Der Austritt war wirklich großartig. Wir sind mit diesen tapfern und unfassbar trittsicheren Pferden über Stock und Stein, durch Sümpfe und Lavafelder. Es war sooo toll. 1,5h ging unsere Tour und das hat auch wirklich gereicht. Die operierte Bandscheibe meines Mannes würde jetzt zwar was anderes erzählen, aber die hat sich auch wieder eingekriegt.

    Nachdem wir wieder auf eigenen Beinen standen, bezahlten wir die Tour und plauderten noch kurz mit Luka, die sich auch über den Sommer beklagte. Am Tag zuvor hätten alle Touren abgesagt werden müssen, weil es zu stürmisch und regnerisch war. Auch heute war es immer noch sehr windig, aber immerhin trocken.

    Um eine Erfahrung reicher fuhren wir noch das letzte Stück nach Akureyri, wo wir die nächsten zwei Nächte wohnen würden. Nachdem wir erst mal die Happy Hour (die macht in Island wirklich Sinn) für ein Bierchen genutzt hatten, gingen wir in die Stadt runter, Richtung Hafen. Wirklich ein nettes Städtchen. Ganz entzückend finde ich die Ampeln hier:

    Auf dem Weg kamen wir auch am öffentlichen Schwimmbad vorbei. Es war ca. 18 Uhr und hatte 12 Grad Außentemperatur. Aber wie ihr seht, war das Bad gut besucht und selbst kleine Kinder tobten über die Wiese und sprangen in Badekleidung auf dem Trampolin. Was sind wir doch für Weicheier!

    Übrigens gibt es in fast jedem noch so kleinen Kaff ein Schwimmbad. Die Isländer haben eine ausgeprägte Badekultur und Wasser und Energie zum Heizen haben sie ja mehr als genug.