10. Juli 2018 - auf dem Weg nach Akureyri
Nach dem Aufstehen erst mal die Wetterberichte für den Norden gecheckt: es sollte trocken bleiben! Als Unterbrechung der Strecke nach Akureyri plante ich daher für mittags eine Reittour auf den Islandpferden. Am Skagafjordur sollte es einen Stall geben, den eine Deutsche zusammen mit ihrem isländischen Ehemann führt (icelandhorsetours). Also schnell eine Mail geschrieben, ob das auch kurzfristig möglich ist. Wir saßen eine halbe Stunde im Auto, da klingelte mein Telefon und Luka, die Chefin, war dran. Es war natürlich sehr bequem, alles in deutsch zu klären. Sie fragte, wann wir da sein könnten und gab ihr OK. Große Freude - vor allem bei meiner reitenden Tochter!
Die Strecke bis zum ersten Fjord war relativ eintönig. Am Anfang der Strecke machten wir noch einen kurzen Stopp am erloschenen Vulkan Grábrók. Dann kamen karge Lavafelder so weit das Auge reicht… Und die Wolken hingen wieder so tief und windig war es auch immer noch. Puh. So langsam schlug mir das auf’s Gemüt. Aber die Aussicht auf den Ausritt hielt mich bei der Stange.
In der Fjord-Gegend wurde die Landschaft auch wieder abwechslungsreicher und wir wurden auf Hellesund ganz herzlich empfangen. Unterwegs waren wir schon vielen Pferden begegnet. Zu unserer großen Freude hatten wir einen Privat-Ausritt. Lukas Mann Andrés führte uns und ein deutsches Mädchen, welche dort Ferien machte, sicherte uns von hinten ab.
Der Austritt war wirklich großartig. Wir sind mit diesen tapfern und unfassbar trittsicheren Pferden über Stock und Stein, durch Sümpfe und Lavafelder. Es war sooo toll. 1,5h ging unsere Tour und das hat auch wirklich gereicht. Die operierte Bandscheibe meines Mannes würde jetzt zwar was anderes erzählen, aber die hat sich auch wieder eingekriegt.
Nachdem wir wieder auf eigenen Beinen standen, bezahlten wir die Tour und plauderten noch kurz mit Luka, die sich auch über den Sommer beklagte. Am Tag zuvor hätten alle Touren abgesagt werden müssen, weil es zu stürmisch und regnerisch war. Auch heute war es immer noch sehr windig, aber immerhin trocken.
Um eine Erfahrung reicher fuhren wir noch das letzte Stück nach Akureyri, wo wir die nächsten zwei Nächte wohnen würden. Nachdem wir erst mal die Happy Hour (die macht in Island wirklich Sinn) für ein Bierchen genutzt hatten, gingen wir in die Stadt runter, Richtung Hafen. Wirklich ein nettes Städtchen. Ganz entzückend finde ich die Ampeln hier:
Auf dem Weg kamen wir auch am öffentlichen Schwimmbad vorbei. Es war ca. 18 Uhr und hatte 12 Grad Außentemperatur. Aber wie ihr seht, war das Bad gut besucht und selbst kleine Kinder tobten über die Wiese und sprangen in Badekleidung auf dem Trampolin. Was sind wir doch für Weicheier!
Übrigens gibt es in fast jedem noch so kleinen Kaff ein Schwimmbad. Die Isländer haben eine ausgeprägte Badekultur und Wasser und Energie zum Heizen haben sie ja mehr als genug.