Beiträge von poolgirl

    Nächster Stop war der Skogafoss, den ich wunderschön fand. Man kann (mit entsprechender Kleidung) bis ganz vorne ran. An der Seite führt auch ein Weg zur Fallkante, den wir leider nicht hoch gelaufen sind (Kinder waren schon etwas motzig, da sie eigentlich lieber das WM-Finale gesehen hätten, was zu dieser Zeit lief) und die Zeit wurde auch langsam knapp...

    Also weiter durch den grünen Süden, vorbei an den tollen Islandpferden (ich hätte am liebsten eins mitgenommen). Im Auto gelang es uns, einen WDR-Radio-Stream zu finden, so dass wir wenigstens etwas vom Spiel mitbekamen.

    (während der Fahrt fotografiert)

    Auf dem vorletzten Bild ist das Kap Dyrholaey zu sehen, welches wir anschließend ansteuerten. Mann, pfiff hier der Wind! Ich hatte ja die Hoffnung, Papageientaucher zu sehen, aber man kann nicht alles haben. Es war trotzdem sehr beeindruckend. Auf beiden Seiten blickt auf endlos lange und endlos breite schwarze Strände... Hier gab es übrigens auch ein WC. Man musste aber erst mit der Kreditkarte ein Ticket kaufen! Für 200ISK, ca. 1,50 €...

    Später geht's noch weiter mit diesem Tag voller Highlights!

    Der Reynisfjara Beach wurde schon unter die Top10 Strände weltweit gewählt. Leider hat er aber auch schon einige Touristen das Leben gekostet, da sich hier die tödlichen Sneaker Waves bilden können. Das sind Wellen die aus dem Nichts den Strand sehr viel weit höher überspülen und jeden mitreißen, der sich nicht rechtzeitig retten kann. Erst letztes Jahr ist die Mutter einer deutschen Familie hier ums Leben gekommen. Es gibt einige Warnschilder mit drastischen Bilder, aber ihr wisst ja, was die Leute alles für ein gutes Selfie riskieren.

    Wir hatten jedenfalls unserem Sohn eingeschärft, dass hier keine Wellen gejagt werden und man sich nie mit dem Rücken zum Wasser stellen sollte!

    Hier traf sich übrigens mal wieder die ganze Welt. Aber wie immer: geht man ein paar Meter weiter, wird der Trubel schnell weniger. Wir fanden es ganz wunderbar und genossen die Atmosphäre:

    Was mich immer wieder verblüffte, war der Fakt, dass diese landschaftlichen Juwelen quasi aus dem Nichts auftauchen...

    Weiter ging es entlang schier endloser Lavafelder, welche dick mit dem plüschigen Moos bewachsen waren. Das sieht so bizarr aus! Justin Bieber springt und rollt im Video übrigens über das Moos, was die Isländer aber gar nicht gut fanden. Ich habe häufiger gelesen, dass es jahrzehnte dauert, bis es nachwächst und man daher nicht über's Moos latschen soll!

    Hier im Süden gab es auch wieder Lupinen!

    Und so kamen wir schließlich nach Vík í Myrdal, der südlichsten Stadt Islands. Hinter einem Ice Wear Outlet hat man über einen Parkplatz Zugang zum schwarzen Strand:

    Das war aber noch nicht der berühmte und gefährliche Reynisfjara Strand. Dazu mussten wir erst noch um das Kap rechts im Bild.

    15. Juli 2018 - Weiterfahrt an der Südküste

    Der vorletzte Tag war angebrochen und für heute stand noch einiges auf dem Programm. Zunächst ging es weiter die Ringstraße, Richtung Kirkjubaejarklaustur zum Canyon mit dem schönen Namen: Fjadrárglúfur. Bei uns hieß der aber nur Justin-Bieber-Canyon! Justin Bieber hat vor ein paar Jahren auf Island ein Video gedreht und so ist dieser Canyon berühmt geworden. Bis letztes Jahr konnte man noch bis an die Kanten, aber das die Leute alles platt getrampelt haben, wurde dieses Jahr ein Weg entlang einer Absperrung angelegt. Ich hätte mich sowieso nie bis nach vorne getraut, da ich nicht schwindelfrei bin. Hat sich auch trotzdem gelohnt:

    Der Wahnsinn, oder?

    Ihr seid so lieb - vielen Dank für euren Zuspruch!

    TatjanaS: ich schicke dir morgen eine PN

    Susi66 : ja, ich kann mich Tatjana nur anschließen, 4WD oder 4x4 ist für alle möglichen Straßen (aber OHNE Furten!), egal ob SUV oder was anderes. So habe ich das auch verstanden. Wir hatten auch von Deutschland aus über den ADAC gebucht und das auch sehr früh. Denn auch die Mietwagen sind teuer...

    Auch wenn die Kinder ebenfalls beeindruckt waren, so wollten sie jetzt gerne zum Hotel zurück. Wir versprachen, dies auf geraden Weg zu tun. Aber ein klitzekleiner Abstecher musste natürlich noch sein.

    Beim winzigen Örtchen Hof hab es eine der letzten Torfkirchen zu bewundern. Es gibt auf ganz Island nur noch 5 weitere.

    Und das war es für heute. Am späten Nachmittag kehrten wir ins Hotel zurück und nutzen hier die Sauna. Abends nochmal ein vorzügliches Abendessen. Schade, dass wir morgen weiterziehen müssen…

    Jetzt ist es nicht mehr weit, bis wir unser Ziel erreicht haben:

    Wunderschön, was die Natur hier geschaffen hat! Diese Basaltsäulen trifft man an verschiedenen Stellen in Island an und sie sollen auch den Architekten der Hallgrimskirkja inspiriert haben. Wir verbringen hier einige Zeit und gehen dann den Rundweg weiter, welcher uns wieder zum Parkplatz bringt.

    Auf dem Rückweg halten wir (mal wieder) an einer Parkbucht an und blicken mit unseren Ferngläsern auf einen der Gletscher. Auf einmal entdecke ich sich bewegende Punkte: eine Gruppe Menschen. Klar, man kann ja Führungen buchen. Schade, dass wir das nicht gemacht haben. Wie gerne würde ich das mal aus der Nähe erleben. Aber wir schlussfolgern, dass es dann ja auch Straßen an den Gletscherrand geben muss. Und so ist es auch.

    Kurze Zeit später biegt mein Mann mal wieder auf eine Schotterpiste ab und wir holpern Richtung Landesinnere. Und tatsächlich wartet am Ende ein Parkplatz und wir kommen direkt neben dem Svínafellsjökull raus. Ich bin überwältigt und auch wenn es etwas peinlich ist: ich bin so ergriffen, dass mir die Tränen kommen.

    Das passiert mir eigentlich nur in Kirchen (zuletzt im Markusdom in Venedig), vor allem in Verbindung mit Musik. Aber das hier, das ist einfach zu viel für mich. Wie diese Eismassen sich um die Bergecke drücken, das strahlt pure Naturgewalt aus. Passend dazu treffen wir auf folgende Tafel:

    Es gibt keinerlei Absperrung und entsprechend vorsichtig und respektvoll klettern wir am Rand etwas entlang, kehren aber bald um, da wir kein Risiko eingehen wollen.

    XXX Google Maps gelöscht - sorry.


    Dass mich die Gletscher am meisten beeindrucken, damit hätte ich nicht gerechnet! Ich war meinem Mann (mal wieder) so dankbar für seine spontan Abbiege-Aktion.

    Übrigens hatte ich vorher nirgendwo davon gelesen und ich habe wirklich viel gelesen!

    Auf der kurzen Fahrt kommen wir wieder an einigen Gletscherzungen vorbei und teilweise erinnern sie mich an stachelige Dinosaurier-Rücken. Wie kann etwas so abweisend und gleichzeitig so schön sein?

    Wenn man nur etwas näher rankäme… Aber erst mal machen wir uns zu unserer Wanderung auf. Der Svartifoss liegt nämlich nicht bequem an der Ringstraße. Der erste Teil der Strecke ist etwas steil und bei dem kräftigen Sonnenschein kommen wir ins Schwitzen. Entlang des Weges liegen aber noch ein weiterer Wasserfall und ein hübsches Flüsschen, so dass die gesamte Strecke sehr sehenswert ist. Auch der höchste Berg Islands, mit dem schönen Namen Hvannadalshnúkur, zeigt sich heute.

    Auf dem Plateau angekommen bietet sich bald der Ausblick auf den Svartifoss (schwarzer Wasserfall):

    14. Juli 2018 - Fjallsárlon, Svartifoss und Svínafellsjökull

    Der Ausblick am Morgen ergibt folgendes:

    Kurz geht mir der Gedanke durch den Kopf „Hättest Du mal für heute die Bootsfahrt gebucht“… Aber es war ja auch im Regen ein Highlight.

    Dennoch möchte ich noch mal zu den Eisbergen. Die Familie lasse ich ausschlafen und fahre mit dem Auto alleine die Ringstraße zurück. Und jetzt sieht man sie hinter jedem Bergrücken: die gewaltigen Gletscherzungen des Vatnajökull. Mein Herz schlägt schneller. Soo unfassbar schön und mächtig. Sofort rechts ran und Fotos machen.

    Gestern war das alles in Regenwolken verschluckt!

    Nach einer halben Stunde bin ich dann an der kleineren Gletscherlagune, wo übrigens auch Bootsfahrten angeboten werden. Da es noch früh ist, bin ich fast alleine hier. Es sieht im Sonnenlicht einfach wunderschön aus.


    Hier „hat“ mich Island dann zum ersten mal so wirklich gepackt und ich bin glücklich, diesen Ort erleben zu dürfen.

    Beseelt fahre ich zum Hotel zurück, frühstücke mit meiner Familie und dann machen wir uns auf zum Svartifoss-Wasserfall im Skaftafell Nationalpark.

    Wenn wir nächstes Jahr in Island sind (2 Tage), muss ich schwer überlegen, was wir uns dann am besten anschauen. Sicher viel zu wenig Zeit.

    Absolut Klasse dein RB und erst die Fotos....

    Also ich persönlich würde mir den Golden Circle sparen und so viel wie möglich an der Südküste machen (Seljalandsfoss, Skogafoss, Reynisfjara Beach, Dyrholaey - kommt alles noch in meinem Bericht). Oder eine Tour auf den Gletscher.

    Liebe Grüße Nicole

    Ohhhhh, ich danke Dir für diese Bilder und den Bericht! Meine aberwitzige Idee für unseren Tag in Reykjavik war die Südtour mit dem Gletscher und dem Diamond Beach- natürlich total Banane, viel zu lang und zu weit, also schweren Herzens verworfen. Aber DAS steht nächstes Jahr auf jeden Fall ganz oben auf "Must see"!!! falls es mit unserem Islandtrip klappt. Herrlich, ich freue mich auf mehr von Eurer Rundreise!

    Da ich die Entfernungen ja nun kenne, stimme ich Dir zu TatjanaS Die Gletscherlagune ist von Reykjavik aus definitiv zu weit (es sei dann, man macht nur die Lagune - was schade wäre). Die Südküste hat so viel zu bieten - da hätten wir auch noch länger verweilen können. Wir hatten 11 Tage und selbst das ist schon hart an der Grenze. 14 Tage wäre optimal.

    Nach ungefähr einer Stunde waren wir wieder zurück an der Anlegestelle. Jetzt merkte ich auch, dass meine Funktionskleidung diesen Wassermassen nicht stand gehalten hatte und meine Beine und Füße nass und feucht waren. Also nix, wie ab zum Hotel. Noch ein Blick zurück:

    Eigentlich war noch geplant, zum Diamond Beach zu fahren. Die Gletscherlagune hat einen Abfluss ins nahe gelegene Meer und am schwarzen Strand liegen dann kleine kristallklare Eisbrocken. Aber ich musste so schnell wie möglich unter eine heiße Dusche! Zum Glück waren es nur 20 Minuten ins nächste Hotel. Dieses begeisterte uns erneut und auch essenstechnisch war es ein Glücksgriff. Ich habe lange nicht mehr so kreativ vegetarisch gegessen (esse sonst auch Fleisch). Aber auch alle anderen Gerichte waren großzügig bemessen und sehr lecker. Alleine unsere Vorspeisenplatte. Und dann hatten wir noch einen ganz wunderbaren Kellner.

    Für die verregneten Fotos hatte ich übrigens auch schon einen Plan. Neben der großen und bekannten Jökulsárlón lag noch die kleinere Fjallsárlón. Für morgen war Sonnenschein gemeldet und das wollte ich für einen kleinen Fototrip am Morgen ausnutzen. Aber jetzt gab’s erst noch einen Absacker an der Bar und dann ab ins Bett.

    Blick aus dem Hotelzimmer.

    Am frühen Nachmittag waren wir in Höfn, wo es leider regnete. So richtig. Na, toll. Ich sah meine Gletschertour schon davon schwimmen… Erst mal machten wir aber eine Pause in einer Imbissbude am Hafen. Hier sollte es ganz tolle Fish & Chips und Lobster-Sandwiches geben (die esse ich in New York immer so gerne). Die Bude war komplett von einer Gruppe Motorrad-Fahrer belegt, die aber gleich zusammenrückten, damit ein Tisch für uns frei wurde. Das fand ich total nett. Das Essen war gut, aber nicht sensationell. Für vier Softdrinks, 1 x Fish & Chips und 1x Lobster-Sandwich haben wir knapp 50 € gezahlt. Das gilt hier als preiswert!

    Nun ging es weiter die Südküste entlang. Es war total wolkenverhangen, sodass wir leider kaum Ausblicke auf die Gletscherzungen des Vatnajökull erhielten. Nur einmal, aber das war schon beeindruckend!

    Gegen 16 Uhr kamen wir am Parkplatz von an und meine Stimmung war auf dem Nullpunkt angekommen. Ich verzichte darauf, mein Gejammer ob der Wettersituation und meines Pechs mit Vorausbuchungen (wir hatten mal eine ähnliche Situation in Florida) hier wiederzugeben. Meine Familie konnte es jedenfalls schnell nicht mehr hören und schimpfte mit mir. Ich riss mich zusammen und stieg aus, um zu fragen, ob die Tour stattfindet. Die Dame an der Ticketbude versicherte mir dieses (war wahrscheinlich für einen Isländer eine unverständliche Frage ;-)) und da wir zu früh waren, bot sie mir an, mit einer früheren Tour zu gehen. Das kam uns sehr entgegen.

    Dieses Bild spiegelt sehr gut meine Stimmung wieder...

    Treffpunkt war vor einer Art Container. Dort wurden uns die Sicherheitsanzüge zugewiesen und wir wurden mit Rettungswesten ausgestattet. Die Anzüge sollten einen bei einem Sturz ins Wasser ca. 1 Minute warm halten… Allerdings waren sie schon klatschnass vom Tag und da die Mannschaft versuchte, diese mit Heizlüftern zu trocken, war dort ein Klima wie in der Dampfsauna. Also nix wie raus aus der Hütte. So eingepackt, wie wir jetzt waren, war es auch egal, ob es regnete.

    Draußen lernten wir unsere Mitfahrer kennen: zwei Ehepaare aus Australien! Sehr lustig und sympathisch. Als alle fertig waren, liefen wir ein kurzes Stück zur Anlegestelle. Durch den Regen hatte man kaum Fernsicht und so kamen wir uns vor wie in einem Endzeit-Film.

    Und da waren sie: die Eisberge. So unglaublich schön und bizarr.

    Ruckzuck waren wir im Boot und langsam ging es mit dem Zodiac los. Mitten durch die Eisberge. Zwischendrin etwas flotter, Richtung Abbruchkante. Dort waren die meisten Eisberge und man bekam einen Eindruck, wie gewaltig so ein Gletscher ist. Es war einfach großartig. Wunderschön. Erhebend. Ich kann es nicht ausdrücken. Meine Bilder (nur mit dem Handy) können das leider nicht wiedergeben:

    Kommen gleich noch mehr Bilder.