Beiträge von Kato

    Vom 6. bis 16. September waren wir als Paar zehn Tage mit der Mein Schiff Relax auf der Ostsee unterwegs. Mein Schiff kennen wir inzwischen recht gut: Angefangen haben wir mit der alten Mein Schiff 1, danach folgten die 3, 4, 6, die neue Mein Schiff 2 und nun die Relax.

    Entsprechend gespannt waren wir, wie sich die neue Schiffsgeneration anfühlt und ob es noch „unser“ Mein Schiff ist.

    Erster Eindruck

    Die Relax ist groß – sehr groß. Trotzdem wirkt das Schiff stimmig und modern. Die Übergänge zwischen den verschiedenen Bereichen sind schön gestaltet und auch die Orientierung fiel uns schnell leicht.

    Was uns im Vergleich zu älteren Schiffen fehlt, ist die Kunst. Vor allem eine richtige Galerie haben wir vermisst, die wir auf früheren Reisen gerne besucht haben.

    Weniger gelungen war unser Eindruck von der Rezeption. Die Mitarbeiter wirkten auf uns eher gelangweilt, teilweise sogar etwas genervt. Ein Lächeln war bei unseren Besuchen schwer zu entdecken. Zudem bekamen wir dort für unsere Meilenbücher falsche Reiserouten. Kein Drama, aber auch kein besonders guter Eindruck.

    Landgänge – die Größe hat ihren Preis

    Die Mischung aus Seetagen und Städten wie Tallinn, Helsinki und Danzig hat uns sehr gefallen. Gerade individuelle Entdeckungstouren gehören für uns zu einer Kreuzfahrt dazu.

    Hier zeigt sich allerdings ein Nachteil der Relax: Aufgrund ihrer Größe lagen wir in einigen Häfen relativ weit außerhalb. Die notwendigen Transfers kosten entsprechend Zeit. Wer individuell unterwegs ist, sollte sich deshalb vorher genau über den Liegeplatz informieren.

    Aufgrund der Schiffsgröße und der zum Teil ungünstigen Liegeplätze gibt es durchaus Einbußen bei der tatsächlich verfügbaren Zeit für Landausflüge.

    Lektoren und Unterhaltung

    Mit den Lektorenvorträgen wurden wir diesmal nicht richtig warm. Besonders bei Peter Jonker hatten wir den Eindruck, dass viel um das eigentliche Reiseziel herum erzählt wurde.

    Beim Vortrag über Danzig dauerte es beispielsweise ungefähr 35 Minuten, bis Danzig selbst wirklich Thema wurde. Unter anderem hörten wir rund zehn Minuten über den Untergang der Wilhelm Gustloff. Sicherlich interessant, aber am Abend vor dem Landgang hätten uns aktuelle Informationen über Danzig, Sehenswürdigkeiten und praktische Tipps mehr geholfen.

    Auch die Zeiten fanden wir teilweise unglücklich. Der Danzig-Vortrag fand am Vorabend um 19 Uhr statt, obwohl wir einen Seetag hatten. Gerade Gäste, die noch überlegen, was sie am nächsten Tag unternehmen möchten, hätten von einem Termin tagsüber profitiert.

    Vom Lektor Polmann haben wir nur den Schluss eines Vortrags mitbekommen. Dieser kurze Eindruck gefiel uns allerdings deutlich besser.

    Auch bei den Shows waren wir überrascht. Aufgrund der Größe des Theaters waren wir davon ausgegangen, dass Produktionen mehrfach gezeigt werden. Manche Shows gab es aber tatsächlich nur einmal. Passte der Termin nicht, hatte man Pech.

    Sehr positiv dagegen: Kreuzfahrtdirektor Sebastian S. xxadminxx Er hat seine Sache wirklich gut gemacht. Kapitän Vito kannten wir bereits von früheren Reisen und haben uns gefreut, ihn wiederzutreffen.

    Kabine

    Unsere Kabine war modern und funktional, wirkte aber etwas schlicht. Ein paar Bilder oder andere gestalterische Details hätten ihr gutgetan.

    Vermisst haben wir außerdem das Nachtlicht im Bad, das wir von anderen Schiffen als sehr praktisch kennen.

    Richtig gut fanden wir dagegen die Dusche. Sie bietet deutlich mehr Platz und ist so gestaltet, dass man nicht mehr so schnell das halbe Badezimmer unter Wasser setzt. Für uns eine echte Verbesserung.

    Essen und Restaurants

    Mit der Qualität des Essens waren wir insgesamt zufrieden.

    Zum Frühstück gingen wir meistens ins Mein Schiff Bistro. Das Buffet im Atlantik auf Deck 5 war uns häufig schlicht zu voll und hektisch.

    Ein Highlight war für uns das Fugu. Konzept und Essen haben uns wirklich begeistert.

    Weniger schön war unser letzter Abend im Atlantik: Wir mussten mehr als 30 Minuten warten, bis wir einen Tisch bekamen. Das hatten wir auf unseren bisherigen Mein-Schiff-Reisen so noch nicht erlebt.

    Street Art Bar – unser Favorit

    Unsere Lieblingsbar war die Street Art Bar. Zu Beginn dauerte es dort manchmal etwas länger, danach funktionierte der Service aber gut.

    Generell hatten wir kaum Schwierigkeiten, einen Drink zu bekommen. Erst am vorletzten und letzten Abend waren die Bars teilweise sehr voll. Die Street Art Bar würden wir trotzdem jederzeit wieder besuchen.

    Eine andere Atmosphäre

    Deutlich anders als auf unseren bisherigen Reisen empfanden wir teilweise die Atmosphäre an Bord.

    Es war stellenweise wesentlich lauter. Manchmal hatten wir tatsächlich kurz das Gefühl, auf einem Partyschiff gelandet zu sein – Ballermann lässt grüßen. Das kannten wir von unseren früheren Mein-Schiff-Reisen so nicht.

    Auch bei den Umgangsformen hatten wir gelegentlich Fragezeichen. Ein „Guten Morgen“ oder „Hallo“ beim Betreten eines Aufzugs hat schließlich noch niemandem geschadet.

    Bei der Kleidung in den Restaurants wurde die Kleiderempfehlung von manchen Gästen ebenfalls ausgesprochen großzügig interpretiert. Gleichzeitig hatten wir den Eindruck, dass das Personal nicht immer nach demselben Maßstab darauf reagierte.

    Das sind jeweils Kleinigkeiten, zusammengenommen beeinflussen sie aber die Atmosphäre.

    Essen auf Wanderschaft

    Etwas gewöhnungsbedürftig fanden wir auch, wie selbstverständlich Essen und Getränke inzwischen durch das gesamte Schiff getragen werden.

    Vom Poolbistro zum Pool – völlig verständlich. Aber teilweise wurden Speisen quer durchs Schiff oder auf die Kabinen getragen. Besonders kurios waren Eisbecher aus dem Harbour Market, die später an ganz anderen Orten wieder auftauchten – beispielsweise auf einer Toilette auf Deck 4.

    Auch dass Getränke inzwischen mit ins Theater genommen werden dürfen, gefällt uns persönlich weniger. Die frühere Trennung fanden wir angenehmer.

    Mobilität an Bord

    Das Durchschnittsalter wurde zu Beginn unseres Wissens mit etwa 59 Jahren angegeben. Auffällig waren für uns deutlich mehr Rollatoren und Rollstühle als auf früheren Reisen.

    Grundsätzlich finden wir es positiv, dass eine Kreuzfahrt auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität möglich ist. Auf der Relax sollte man allerdings die langen Wege nicht unterschätzen. Wer nicht gut zu Fuß ist, sollte deshalb bei der Kabinenwahl besonders auf die Lage achten.

    Unsere Tipps

    Wer die Relax erstmals fährt, sollte die Größe des Schiffes bei der Kabinenwahl berücksichtigen. Bei individuellen Landgängen unbedingt vorher den tatsächlichen Liegeplatz prüfen und genügend Transferzeit einplanen.

    Beim Frühstück war das Mein Schiff Bistro für uns die entspanntere Alternative zum Atlantik. Für Restaurants sollte man besonders an den letzten Abenden etwas Zeitreserve einplanen.

    Und bei Shows und Lektorenvorträgen früh ins Tagesprogramm schauen: Nicht jede Veranstaltung wird wiederholt.

    Fazit

    Würden wir wieder mit der Relax fahren? Ja.

    Sie ist ein modernes, schönes und insgesamt gelungenes Schiff. Besonders die Gestaltung der öffentlichen Bereiche, die verbesserte Dusche, das Fugu und die Street Art Bar sind uns positiv in Erinnerung geblieben.

    Trotzdem hat sich diese Reise anders angefühlt als unsere bisherigen Mein-Schiff-Reisen. Die höhere Lautstärke, das Verhalten mancher Mitreisender, volle Restaurants und einige organisatorische Punkte haben dazu beigetragen.

    Vielleicht verändert sich mit der Größe eines Schiffes zwangsläufig auch ein Stück weit die Atmosphäre. Vielleicht war es einfach diese spezielle Reise. Daraus möchten wir nach zehn Tagen keine allgemeingültige Aussage über die Relax machen.

    Wer die älteren Mein-Schiff-Schiffe kennt, wird aber Unterschiede bemerken.

    Wir würden trotzdem wieder mit der Relax fahren. Und wahrscheinlich ist das am Ende das beste Fazit: Wir gingen nicht mit dem Gedanken „Das war’s“ von Bord, sondern mit der Frage:

    Welche Route fahren wir mit der Relax als Nächstes?

    Sonnenanbeter12 ja, es schadet auch nicht, es auszufüllen. Ihr habt einen aktuellen PCR-Test pro Person beigefügt?

    Unser Reisebüro beharrt darauf, dass wir kein Formular benötigen, bin mal gespannt.

    Update: Wir füllen das jetzt auch aus. Gemäß des Formulars reicht es lediglich einen vollständigen Impfschutz vorweisen zu können. Wenn PCR-Test angeklickt wird, gehe ich davon aus, dass die im Zweifel einen aktuellen Test sehen wollen. Aber ich denke, dass wir wenig Probleme haben, immerhin reisen wir von einem EU-Land ein. Es bleibt spannend :-)

    Euch allen jetzt noch der Wunsch: Bleibt Gesund und frohe Ostern

    Ich habe mal bei unserem Reisebüro wegen Belgien nachgefragt und folgende Info bekommen:

    „Die jeweiligen Einreisebestimmungen der angefahrenen Länder und deren Notwendigkeiten bzgl. COVID-19 werden von TUI Cruises während der Reise immer direkt an Bord kommuniziert.

    Vorab zu beachten sind immer nur die Bestimmungen für das Abfahrtsland des Schiffes. Da dies in Ihrem Fall Deutschland ist, müssen Sie diesbezüglich nichts weiter beachten.


    Tagesaktuell benötigt Belgien folgendes zur Einreise:
    https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolit…cherheit/200382


    Hier kann es jedoch sein, dass TUI Cruises alle Landgänger als "Gruppe" anmeldet. So kann es sein, dass kein zusätzliches Formular benötigt wird.
    Dies erfahren Sie aber wie gesagt dann an Bord. ☺️„

    Also das wird spannend. Hat ja sicher einen Grund, warum das auf der TUI-Seite trotzdem erwähnt wird.