Beiträge von keseburg

    Der nächste Programmpunkt ist ein Besuch des Tuol-Sleng-Genozid-Museum, dem ehemaligen Gefängnis S21 der Roten Khmer. Ca. 18000 Menschen wurden hier gefangen gehalten, gefoltert und anfangs auch hier erschlagen. Später wurden die Delinquenten zu diesem Zweck zu den Killing Fileds transportiert.


    Ursprünglich gehörten die Gebäude zu einer Schule. Die Räume wurden mit Backsteinen oder Holz in kleine Zellen unterteilt.

    Kurz vor der Befreiung am 07.01.1979 wurden die letzten 14 Gefangenen umgebracht und hier begraben. Lediglich 4 Kinder überlebten, weil sie sich z.T. unter Wäschebergen versteckt hatten. Zwei dieser Kinder leben noch und sind in meinem Alter. Sie sind fast täglich im Museum und stellen sich den Fragen der Besucher. Für weitere Informationen werden zahlreiche Bücher, auch in Deutsch angeboten. Von den roten Khmer hatte ich schon gewusst, aber die das ganze Ausmaß wurde mir erst hier bewußt.

    Während des Regimes durch die Roten Khmer ist fast ein Drittel der Bevölkerung getötet worden oder ist an den Folgen von Folter, harter Arbeit in den Lagern oder Unterernährung gestorben. Das Bildungsbürgertum wurde systematisch getötet und Bildung konsequent vernachlässigt. Kinder wurden von Ihren Eltern getrennt und umerzogen. Von den Folgen erholt sich Kambodscha immer noch.

    Danach besuchen wir noch den Russenmarkt. Schon in den achtziger Jahren kamen Russen nach Kambodscha und haben diesen Markt gegründet. Eine Stunde geht hier schnell rum. Hier werden neben Lebensmitteln auch verschiedene Dienstleistungen angeboten. Ich hatte aber schon die Haare schön.

    Nach dem Abendessen bekommen wir Besuch vom NACOPCA Waisenhaus. Die Jugendlichen unterhalten uns mit Musik, Gesang und Tanz. Für jeden Zweck gibt es einen eigenen Tanz mit immer anderen Kostümen, die auch im Waisenhaus angefertigt werden. Die Gründerin Peng Panh begleitet die Gruppe. Wir sind schwer beeindruckt von der Einführung. Am Ende geht der Hut rum und es wird auch reichlich gespendet. Mach einer würde gerne über den heutigen Tag hinaus etwas geben, aber es gibt leider noch keine Möglichkeit dem Waisenhaus z.B. monatlich etwas zukommen zu lassen.

    Das Mittagessen nehmen wir im Restaurant Titanic ein. Es liegt direkt am Mekong und besticht durch seinen Kolonialstil. An der hohen Decke sorgen dutzende Ventilatoren für ein angenehmes Klima. Am Eingang wieder ein Tisch mit Opfergaben für die Ahnen.

    Wir sitzen in gemütlichen Loungesesseln und genießen das Essen und die Aussicht.

    Das Restaurant wird wohl demnächst einem Neubau weichen müssen. Chinesen sichern sich hier die Sahnestücke und bauen in die Höhe. Früher durfte nichts den Königspalast überragen, aber seit ein paar Jahren ist damit Schluss. Ein Bauminister soll dem Charme der Chinesen erlegen sein und nachdem er in einen Prachtbau umziehen konnte, war die Obergrenze dahin. Wo das hinführt kann man schon jetzt auf Koh Pich bzw. Diamond Island sehen. Bis zum Jahr 2000 noch Sumpf, ist dort ein riesiger Vergnügungspark mit entsprechenden Hotelanlagen entstanden.

    Wir fahren zum Nationalmuseum und sehen Ausstellungsstücke aus den verschiedenen Angkorepochen. An einem Tore gibt es einen Geocache, an dem wir aber trotz Gruppenarbeit scheitern.


    Wir halten noch am Wat Phnom, dem Tempel auf dem Hügel. Die Witwe Daun Chi Penh ließ den Tempel bauen, nachdem sie fünf Buddha-Statuen, davon vier aus Bronze und einen aus Stein, in einem Koki-Baumstamm am Ufer des Mekong gefunden hatte, die durch eine große Flutwelle flussabwärts gespült wurden. Sie ließ den Hügel aufhäufen und den Tempel, der die Statuen beherbergen sollte, aus den angespülten Baumstämmen errichten.

    Auf dem Hügel gibt es werde Altare für verschiedene Zwecke, an einem Löwen werden rohe Eier aufgeschlagen und Speck ins Maul gelegt. Auch eine Art sich von einem schlechten Gewissen freizukaufen.

    An einem Baum hängen Flughunde. Die sind ganz schön groß

    04.02.2019 Phnom Penh

    Von halb sieben bis acht gibt es Frühstück. Zwischendrin findet die Grenzkontrolle an Bord en passant statt.

    Mit dem Bus startet unser heutiger Ausflug. Der Guide für unseren Bus ist eine junge Kambodschanerin namens Soreya. Sie ist echt klasse und geht auf jede Frage ein. Wir besuchen den wunderschönen Königspalast und die Silberpagode, deren Boden mit Silberkacheln ausgelegt ist. Zum Schutz sind sie mit Teppichen belegt.

    Falls man mit dem Elefanten los muss, oberhalb der roten Gatters kann man gut vom Balkon aufsteigen

    Im Garten sehen wir auch Kanonenkugelbäume. Die Blüten sehen noch so harmlos aus.

    Auf einigen Blättern von Dieffenbacchia (?) haben sich Menschen mit guten Wünschen verewigt.

    Zurück auf Schiff gibt es auch gleich Mittagessen und wir fahren auf dem Vinh Te Kanal zur Grenze nach Kambodscha. Die Abfertigung geht sehr schnell und ohne Probleme über die Bühne.


    Im Salon können wir die Dokumentation von Peter Kunz Vietnam – im Land der Drachensöhne anschauen. Es werden verschiedene Vietnamesen und deren Lebensweg vorgestellt. Z.B. den des reichsten Mannes in Vietnam, einen Motorradschrauber, der sein Handwerk in Bayern erlernt und ehemalige Funktionärskinder, die in den 50er Jahren in die DDR geschickt wurden und noch heute für Goethe schwärmen.

    Im Anschluss werden auf dem Sonnendeck frische Kokosnüsse gereicht, wer mag kann auch einen Schuss Rum hinein bekommen. Tim hat die Malsachen auch wieder aufgebaut.

    Vor dem Abendessen gibt es noch eine Dokumentation über das NACOPCA (National Action Culture for the Orphan Poor Children Association) Waisenhaus. Die kambodschanische Schauspielerin Peng Panh und ihrem Mann haben es aufgebaut und bieten bis zu 30 elternlosen Kindern oder solchen, deren Eltern sich nicht um sie kümmern können, ein Dach über dem Kopf und eine Ausbildung im traditionellen Tanz, Schauspiel, Musik und Englisch. Der Film ist sehr berührend und besonders traurig ist, dass das Projekt enden wird, sollte die Schauspielerin versterben, sie ist leider sehr krank. Wer mag, kann mehr im Internet erfahren.

    Da wir an der Grenze nicht großartig aufgehalten wurden. Sind wir früher als geplant in Phnom Penh. Vor dem Abendessen wird gefragt, wer am Abend noch Interesse an einer Tuktukfahrt durch die nächtliche Stadt hat. Für die Interessierten werden vertrauenswürdige Tuktuks organisiert. Der Preis liegt bei 10 USD für eine Stunde. Wir fahren jeweils zu viert die schönsten Stellen ab, machen Fotostopps und genießen den schönen Abend. Hier wurden wir das erste Mal gebeten, darauf zu achten den Fotoapparat zu sichern, nichts aus dem Tuktuk hängen zu lassen.

    03.02.2019 Chau Doc

    Heute Morgen werden wir wieder von Ausflugsbooten abgeholt und fahren zu einem nahegelegenen Dorf der Cham, einer muslimischen Minderheit in Vietnam. Die Anlegestelle ist abenteuerlich, es führt nur ein schmaler Steg zum Ufer und ein Fehltritt würde im Schilf enden. Um für die Frauen der Cham Arbeit zu generieren wurde eine Werkstatt aufgebaut, in der sie das Weben lernen sollten. Eine Textilwerkstatt mit mechanischen Webstühlen war aber schneller aufgebaut und die Frauen arbeiten jetzt ohne weitere Ausbildung dort.

    Weiter geht es mit dem Boot zu einer Fischfarm auf dem Mekong. An den Ufern haben wir ja schon öfter schwimmende Häuser gesehen. Nun wird es erklärt, dass unter den Häusern mit riesigen Netzen Fischhaltebecken angelegt sind. Der Mekong liefert das frische Wasser und das Haus spendet Schatten für die Aufzucht von ca. 75.000 Fischen pro Einheit. Die Anzahl der Fische und die Zugabe von vielleicht auch Antibiotika richtet sich nach den Wünschen des Marktes, erklärt der Guide. Möchte der Markt günstigen Fisch, wird es unter den Häusern auch mal doppelt so voll und die Fische müssen ob der Enge gesundheitlich bei Laune gehalten werden. Was aber bei einem fließenden Gewässer nicht wirklich einfach ist. Im Moment verlangt der Markt guten Fisch, die Becken sind großzügiger belegt. Über eine Luke wird Fischfutter ins Wasser gestreut und schon geht das Gewurle wie bei den Piranhas los.

    Eine dreiviertel Stunde fahren wir weiter durch die Kanäle um Chau Doc. Die Häuser stehen dicht auf langen Stelzen am Ufer. Hier kann man gut erkennen, das Trockenzeit ist.

    Am Anleger ist eine große Freizeitanlage mit Restaurant. Hier können wir kurz auf die Toilette gehen, bevor wir zu Fuß durch die Mittagshitze zu Tay AN Pagode und weiter zum Miu Ba Chua Xu Tempel gehen.

    Auch hier wird anläßlich des Tetfestes reichlich geopfert. Reihen von Spanferkeln stehen auf langen Tischen. Früher wurde die Opfergaben im Tempel gelassen und die Gaben wurden an Bedürftige und/oder Mönche verteilt, heute gibt es den Bedarf nicht mehr bzw. sind die Opfergaben so umfangreich geworden, dass die Hüter der Tempel von den Mengen quasi erschlagen werden. Bis auf einen kleinen Teil werden die Opfergabe später wieder mit nach Hause genommen.

    Wir nutzen ein wenig der Freizeit für einen leckeren Kaffee. Bis wir eine Bar gefunden haben, bei der wir mit USD bezahlen können, dauert es etwas. Aber dann genießen wir unseren ersten Kaffee auf Eis, lecker mit einem Schuss gesüßter Kondensmilch.

    Nach dem Mittagessen relaxen wir auf dem Sonnendeck. Das Malen lasse ich ausfallen und genieße lieber die vorbeiziehende Landschaft bei einem leckeren Kaffee und Zimtkeksen. Neben dem Kaffee stehen immer zwei große Keksdosen. Die mit Zimt sind noch leckerer als die mit Schokolade.

    Am Nachmittag erzählt uns der vietnamesische Guide Mr. Long etwas über Land und Leute und beantwortet unsere Fragen. Mr. Long begleitet uns seit Saigon und wird bis Phnom Penh dabei sein.

    Deutsch hat er während seines Studiums in der ehemaligen DDR gelernt. Die DDR ist übrigens auch dafür verantwortlich, dass in Vietnam überhaupt Kaffee angebaut wird. Während der Kaffeekrise sollen Verantwortliche in der DDR geschaut haben, in welchem der Bruderländer Kaffee angebaut werden kann und da kam Vietnam ins Spiel. Schon im 19. Jahrhundert hatten die Franzosen dort mit dem Anbau begonnen, durch den Vietnamkrieg kam der Anbau zum Erliegen und wurde in 1980 er wiederbelebt. Inzwischen ist Vietnam der zweitgrößte Kaffeeanbauer. Für die hochwertige Arabicabohne sind die notwendigen Hochlagen nicht vorhanden, es wird fast nur die Robustabohne angebaut. Ich weiß nicht, wie sie es hinkriegen, aber der Kaffee hat ein tolles Aroma mit Noten von Schokolade und Vanille.


    In Chau Doc legen an der Uferpromenade am Hotel Viktoria an. Nach dem Abendessen wird im Bordkino der Film Best Exotic Marygold Hotel gezeigt. Den habe ich schon zweimal gesehen. Wir machen stattdessen einen Bummel durch nächtliche Chau Doc. An der Promende ist viel los. Es ist eine große Bühne aufgebaut, auf der junge Menschen tanzen und singen. Wir schauen eine ganze Weile zu, sind von den Sangeskünsten beeindruckt und spenden entsprechend Applaus. Applaus gehört aber anscheinend nicht zur vietnamesischen Kultur. Wieder was gelernt.

    Wir suchen noch eine Bar, um ein kühles Getränk zu geniessen. Das gestaltet sich schwierig. An einem Straßenstand finden wir eine Kühlbox mit Getränken und wir sammeln unsere Dong zusammen. Für zwei Runden reicht es. Ein paar Plastikstühle finden sich auch noch und wir können das Leben auf der Straße geniessen. Alle zehn Minuten kommt ein Moped voller mit Schweinehälften auf einem kleinen Anhänger vorbei.

    Bevor der Zugang zum Schiff abgeschlossen wird, machen wir uns auf den Heimweg und fallen zufrieden ins Bett

    02.02.2019 Cai Be

    Ab halb sieben gibt es Frühstück und um acht geht es mit dem Ausflugsboot nach Cai Be. Dort machen wir einen Spaziergang durchs Dorf. Oma erwartet uns schon und wir sehen wie Reisoblaten, Puffreis, Kokoskaramellen und andere Leckereien hergestellt werden. Wir können alles probieren und wieder einiges unserer Souvenirsammlung hinzufügen. Rechts und links der „Bundesstraße“ sind kleine Marktstände aufgebaut und es herrscht reger Verkehr. Die Mopedfahrer machen ja Geräusche, aber es gibt auch Elektroroller. Die werden nicht ohne Grund auch der leise Tod genannt.

    Zurück zur Lan Diep geht es weiter Richtung Chau Doc und wir können wieder mit Tim malen. Heute machen wir zuerst eine Skizze, die später coloriert werden soll. Heute fahren wir unter der My Thuan Brücke hindurch. Sie wurde mit der Unterstützung Australiens gebaut.

    Heute gibt es zum Mittagessen vietnamesiche Nudelsuppe. Ich liebe sie.

    Nach dem Mittagessen machen wir einen Ausflug nach My Tho. Wir legen auf Reede und werden von Ausflugsbooten an Land gebracht. Dort wartet eine Busantiquität auf uns, um uns zur Vinh Trang Pagode zu bringen.

    Danach geht es zum Cao Dai Tempel.


    Mit dem Ausflugsboot fahren wir zu einer Obstinsel, genannt Unicornisland. Hier bekommen wir Kostproben des angebauten Obstes (lecker mit Chilisalz), Honig und Tee. Eine kleine Auswahl an Souvenirs gibt es natürlich auch.


    Danach geht’s zurück zum Schiff. Dort werden jedem die Hände mit einem Desinfektionsspray eingesprüht, bevor es an Bord geht. Dort liegen auch die Kabinenschlüssel bereit, die wir beim Landgang beim Personal abgeben haben. Jeder bekommt noch ein, täglich wechselndes, Getränk und man trifft sich zum Plausch auf dem Vordeck.

    01.02.2019 Abschied von Saigon

    Um sechs Uhr morgens startet der Kapitän den Motor und unsere Fahrt Richtung Mekong beginnt. Frühstück gibt es ab sieben, aber viele genießen bis dahin die Aussicht und einen Kaffee auf dem Sonnendeck.

    Wir passieren die Phú Mỹ Bridge, die 2010 eröffnet wurde. Eine der ersten Brücke über den Mekong. Unterwegs kommen wir öfter an in Bau befindlichen Brücken vorbei. Die dort noch verkehrenden Fähren werden dann wohl verschwinden und das Leben mit dem Fluss wird sich verändern.

    Am Fluss finden sich des Öfteren Betontürme. Zusätzlich hört man ein lautes Zwitschern. Damit werden die Salanganen (ähnlich dem Mauersegler) angelockt, um in dem Turm ihre Nester zu bauen. Die "Schwalbennester" lassen sich so einfacher ernten und für viel Geld nach China verkaufen.

    Vor dem Mittagessen müssen alle noch antreten um Pass und Lichtbild für die Einreise nach Kambodscha vorzulegen. Mit den gesammelten Unterlagen fährt dann einer der Mitarbeiter später voraus, um die Formalitäten zügig zu erledigen.

    Einen Teil der Strecke legen wir auf dem aufregenden und belebten Cho Gao Kanal, bevor wird den Mekong erreichen.

    Vor dem Mittagessen haben wir auch das erste Mal die Gelegenheit unter der Anleitung von Tim Soren zu malen. Tim hat das Malen in einem Waisenhaus in Phnom Penh erlernt und begleitet diese Reise. Wir zeichnen mit einem weichen Bleistift ein traditionelles Haus auf Stelzen. Das macht in der Gruppe viel Spaß und Tim gibt gute Tipps. Leider bin ich so konzentriert, dass ich die vorbeiziehende Landschaft verpasse. Gut, dass mein Mann auch Fotos macht.

    Zum Abschluss fahren wir noch zu einem weiteren Markt, dem Ben Thanh Markt. Ich kriege ich es natürlich nicht hin, zu handeln. Aber 3 T-Shirts für 25 Dollar sind für mich okay. Meine Tochter kauft noch vier Meter asiatisch anmutenden Stoff, die hat wohl noch mehr Platz im Koffer.

    Seegurken in aller Variationen

    Heute werden wir offiziell von der Crew mit einem Willkommenscocktail an Bord begrüßt, bevor es zum Galadinner geht. Im Anschluss macht sich die Hälfte der Gäste mit Peter auf ins Nachtleben von Saigon. Uns fällt auf, dass sie die Beifahrerinnen im Dunkeln enger an den Mopedfahrer schmiegen. Tagsüber ist Körperkontakt verpönt, es hält sich auch kam einer an der Hand. Aber nachts sieht es ja keiner, da wird ordentlich gekuschelt.


    Wir machen einen kurzen Abstecher über den Nachtmarkt, bummeln entlang der Festmeile für das anstehende Tetfest und nehmen einen Cocktail in der Rooftopbar des Hotel Rex bei netter Livemusik. Hier fanden im Vietnamkrieg die von den zynisch gewordenen Reportern als „five o’clock follies“ bezeichnet Pressekonferenzen statt. Der Blick von oben ist ganz schön.

    31.01.2019 noch ein Tag in Saigon

    Beim Kreuzfahrtdirektor Peter frage ich nach einem Topper. Aber außer einer zusätzlichen Bettdecke zur Steigerung der Weichizität, gibt es leider keine Mittel an Bord.

    Heute hatten wir noch einen Tag in Saigon. Um neun fährt uns der Bus Richtung Chinatown und der Thien Hau Pagode. Wegen des anstehenden Tetfestes sind einige Orte gesperrt und Bühnen werden aufgebaut. Es sieht nach einer sehr bunten Veranstaltung aus.

    In der Pagode haben ist es wegen des Festes recht voll, die letzten Wünsche für das neue Jahr werden auf Zettel geschrieben und an große Räucherspiralen gehängt. Junge Frauen nutzen die Pagode, um Fotos für ihre Setkarten zu machen. An den schönsten Stellen bauen sich regelrechte Schlangen auf.

    Anschließend besuchen wir den Binh Tay Markt und haben eine Stunde Zeit, ihn zu erkunden. Hier gibt auch wieder alles, was das Herz begehrt. Der Markt ist riesengroß und hat in der Mitte einen sehr schönen offenen Hof, welcher auch für die angenehmen Temperaturen verantwortlich ist. Eine Frau verkauft unserem Guide Lose, bevor sie ihren behinderten Sohn schultert und weiterzieht. Er erklärt uns, dass sie wegen des Sohnes wahrscheinlich nicht arbeiten kann und auf diese Weise zum Familieneinkommen beiträgt, während sie sich gleichzeitig um ihren erwachsenen Sohn kümmert. Die Behinderung kann eine Folge des Einsatzes von Agent Orange im Vietnamkrieg sein. Noch heute sind die Böden belastet.

    Eine Lackfabrik steht auch noch auf unserem Plan. Alle Arbeitsschritte werden uns erklärt und am Ende können wir uns natürlich noch im Verkaufsraum umsehen und auch etwas kaufen. Ich entscheide mich für eine kleine rechteckige Schale mit Einlegearbeit aus Eierschalen. Die ist schön klein und leicht.

    Das Mittagessen nehmen wir heute im Restaurant des Hotels Liberty Central ein. Das Buffett ist sehr umfangreich und hat vor allen Dingen eine sehr große Dessertauswahl. Ich wage es, Froschschenkel zu essen. Die sind sogar ganz lecker.

    Der Besuch eines Wasserpuppentheaters steht auch auf der Agenda, aber wegen des Tetfestes (Neujahrsfest nach dem Mondkalender) sind die Puppenspieler in den Ferien. Als Alternative wählen wir den botanischen Garten. Der Garten an sich ist sehr schön, die Tierhaltung eher weniger. Nur die Schmetterlinge haben es ganz gut.

    30.01.2019 wir fliegen nach Ho-Chi-Minh-Stadt, früher Saigon

    Heute ist der Flieger pünktlich. In Saigon ist es auch endlich richtig warm. Vor dem Mittagessen machen wir eine kleine Rundfahrt durch Saigon und wir erfahrene einiges über die Aufteilung in die verschiedenen Distrikte.

    Beim Mittagessen im Zweiten Stock eines Restaurants können wir einen ersten Blick auf die neuen Mitreisenden im ersten Stock werfen. Sie sind heute aus Deutschland angekommen sind, unter anderem meine Tochter und ihr Mann, der Sohn unser Freunde. Den Rest des Nachmittags verbringen wir noch in getrennten Gruppen, aber die beiden Kinder werden von unserer Gruppe assimiliert. Jetzt geht es zu Fuß weiter. Für Erläuterungen unsere Guides suchen wir ab sofort immer einen Schattenplatz auf. Wir kommen an der Kirche Notre Dame vorbei. Wegen Bauarbeiten können wir leider nicht hinein. Dafür geht es in eines der schönsten Gebäude Saigons, die alte Post. Der überall erwähnte recht alte Schreiber ist auch aktiv.


    Und dann geht es endlich zur Lan Diep, unserem Zuhause für die nächsten elf Tage. Unsere kleine Familie hat drei nebeneinander liegende Kabine auf dem Hauptdeck. Auf dem Schiff ist alles in Teakholz gehalten und sehr gemütlich. Das Schiff verfügt über 22 Passagierkabinen für maximal 44 Passagiere, verteilt auf zwei Decks. Auf dieser Reise sind es 38.

    Zum Schiff gehört ein Restaurant mit einer Tischzeit, ein Salon mit Bibliothek und Bar, in dem später auch Filme gezeigt werden. Abgerundet wird das Ganze mit einem Sonnendeck, das größtenteils mit einem Sonnen-/Regenschutz versehen ist. An Bug und Heck stehen Liegen Verfügung und in der Mitte reichlich Stühle und Tische. Dort findet sich auch ein großer Kühlschrank, aus dem wir uns jederzeit mit Wasserflaschen bedienen können. Daneben besteht die Möglichkeit, leere Flaschen aus einem großen Spender aufzufüllen. Kaffee und Tee stehen an der Außenbar den ganzen Tag zur Verfügung und der Kaffee ist ziemlich lecker, obwohl er sehr schwarz, fast wie Teer ist.

    Um 18:00 werden wir kurz vom Kreuzfahrtdirektor Peter begrüßt und auf den nächsten Tag eingestimmt, danach geht es zum Abendessen. Das besteht immer aus drei Gängen. Vorweg gibt es eine Suppe, dann für den Tisch je ein vegetarisches Gericht, eines mit Fleisch und eins mit Fisch und jeder nimmt, was er mag. Mir hat es sehr gut geschmeckt. Wasser ist zu den Mahlzeiten inkludiert, alle andern Getränke waren zu moderaten Preisen erhältlich. Das Angkor-Bier gab es in der handlichen 0,65 l Flasche. Nach einem ganzen Tag mit stillem Wasser, was das ein echter Genuss.

    Danach hätte man noch einen Bummel durch Saigon machen können, aber wir waren doch rechtschaffen müde. Einen Drink auf dem Sonnendeck und ich bin ins, schon wieder harte Bett, gefallen.

    @Isuledda99

    uschisiggi Ihr dürft scharren. Beim Text bin ich auch schon weitergekommen, der muss nur noch übertragen werden. Und alle Bilder sind jetzt nachbearbeitet. Vor 10 Tagen sind meine drei Fotobücher fertig geworden, danach war für einen Moment die Luft raus. Aber bald geht's weiter.

    @Isuledda99 bei Lidl ist gerade wieder Campingzeit und es gibt eine Thermomatte. Ist das so eine, wie Du sie mit nach Kambodscha nimmst?