Der nächste Programmpunkt ist ein Besuch des Tuol-Sleng-Genozid-Museum, dem ehemaligen Gefängnis S21 der Roten Khmer. Ca. 18000 Menschen wurden hier gefangen gehalten, gefoltert und anfangs auch hier erschlagen. Später wurden die Delinquenten zu diesem Zweck zu den Killing Fileds transportiert.
Ursprünglich gehörten die Gebäude zu einer Schule. Die Räume wurden mit Backsteinen oder Holz in kleine Zellen unterteilt.
Kurz vor der Befreiung am 07.01.1979 wurden die letzten 14 Gefangenen umgebracht und hier begraben. Lediglich 4 Kinder überlebten, weil sie sich z.T. unter Wäschebergen versteckt hatten. Zwei dieser Kinder leben noch und sind in meinem Alter. Sie sind fast täglich im Museum und stellen sich den Fragen der Besucher. Für weitere Informationen werden zahlreiche Bücher, auch in Deutsch angeboten. Von den roten Khmer hatte ich schon gewusst, aber die das ganze Ausmaß wurde mir erst hier bewußt.
Während des Regimes durch die Roten Khmer ist fast ein Drittel der Bevölkerung getötet worden oder ist an den Folgen von Folter, harter Arbeit in den Lagern oder Unterernährung gestorben. Das Bildungsbürgertum wurde systematisch getötet und Bildung konsequent vernachlässigt. Kinder wurden von Ihren Eltern getrennt und umerzogen. Von den Folgen erholt sich Kambodscha immer noch.
Danach besuchen wir noch den Russenmarkt. Schon in den achtziger Jahren kamen Russen nach Kambodscha und haben diesen Markt gegründet. Eine Stunde geht hier schnell rum. Hier werden neben Lebensmitteln auch verschiedene Dienstleistungen angeboten. Ich hatte aber schon die Haare schön.
Nach dem Abendessen bekommen wir Besuch vom NACOPCA Waisenhaus. Die Jugendlichen unterhalten uns mit Musik, Gesang und Tanz. Für jeden Zweck gibt es einen eigenen Tanz mit immer anderen Kostümen, die auch im Waisenhaus angefertigt werden. Die Gründerin Peng Panh begleitet die Gruppe. Wir sind schwer beeindruckt von der Einführung. Am Ende geht der Hut rum und es wird auch reichlich gespendet. Mach einer würde gerne über den heutigen Tag hinaus etwas geben, aber es gibt leider noch keine Möglichkeit dem Waisenhaus z.B. monatlich etwas zukommen zu lassen.