Die Koffer hatten wir am Vorabend schon gepackt, das gelbe Band dran gebunden und vor dir Tür gestellt. Um sieben klingelte der Wecker und so waren wir schnell fertig fürs letzte Frühstück. Rührei, Käse, Müsli, Obst, Brötchen und ein paar Tassen vom guten Kaffee. Schnell noch einmal auf die Toilette und die Zähne geputzt, da werden wir auch schon zu unserem Bus gerufen. Viele sind es nicht, die zum Flughafen wollen. Die meisten Mitreisenden fahren noch über Fatima und Goimbra nach Lissabon und am Sonntag zurück in die Heimat oder doch noch an die Algarve.
Dreißig Minuten später sind wir dann schon am Flughafen und weitere fünfzehn Minuten später sind wir auch schon durch die Sicherheitskontrolle. Ein Sitzplatz für die anderthalb Stunden bis zum Boarding findet sich auch. Der Flug geht pünktlich los und bei regnerischem Wetter langen wir auch pünktlich in Frankfurt.
Wegen eines Oberleitungsschadens zwischen Bremen und Hamburg, gibt es Schwierigkeiten bei der von uns gewählten Verbindung über Münster. Die Bahnmitarbeiterin am Bahnhof Flughafen Frankfurt sucht uns eine neue Verbindung über Hannover raus und bucht auch gleich die neuen Sitzplätze für uns. Ein feiner Zug von der Bahn bzw. der sehr freundlichen Mitarbeiterin. Beim Rewe haben wir uns dann noch mit Leberkäsesemmeln versorgt und schon geht's weiter.
Mein Fazit zu dieser Reise fällt durchweg positiv aus. Der Service hat Bord war zu jeder Zeit sehr gut, das Essen auch. Es war schon beeindruckend, was der Küchenchef und seine drei Mitarbeiter in der kleinen Küche für uns gezaubert haben. Bis zum Vorabend 21:00 sollte auf einem Abreißblock notiert werden, welches der drei Hauptgerichte (Fleisch, Fisch oder vegetarisch) es sein soll. Der Zettel kam in Box an der Rezeption. Was es gab, wurde auf Kanal 92 im TV ab Nachmittag veröffentlicht. Das Verfahren liest sich umständlich, klappte aber gut. Sonderwünsche waren auch möglich. Da maximal nur die Hälfte der Lebensmittel an Bord gelagert werden konnte, wurden anhand der Bestellungen fast täglich die noch fehlenden Lebensmittel dazu eingekauft.
Die Auswahl beim Frühstück war nicht so groß, wir auf einem Hochseeschiff, aber es gab jeden Tag andere Sorten Aufschnitt und Käse, bevorzugt von der iberischen Halbinsel. Täglich gab es Rührei, an manchen Tagen zusätzlich eine Omelettestation, Spiegeleier wurden auf Wunsch auch zubereitet. Aus einem Automat kamen diverse Säfte, Pampelmuse habe ich ausgiebig getestet und für gut befunden. Dazu wechselnde Brötchen, Baguette, auch mit Körnern, Toast, mit und ohne Vollkorn. Schwarzbrot war nicht dabei, das hatte sich der ein oder andere vorsorglich von Zuhause mitgebracht.
Die Getränkekarte war umfangreich vor allen Dingen bei den Weinen. Viele eine aus Portugal waren auf der Karte, die Preise moderat. Eine Flasche Vinho Verde ging bei zehn Euro los, Rosé oder Rotwein bei fünfzehn. Wasser kostete in der 1,5l Flasche zwei Euro. Cocktails gingen bei fünf Euro los und fast täglich gab es einen Cocktail des Tages ( mit und ohne Alkohol) für 3,50 Euro. Zu den Mahlzeiten standen Krüger mit stillem Wasser auf den Tisch, die auch nachgefüllt wurden. Wer Weiß- oder Roséwein in der Flasche bestellte, bekam diese im eisgefüllten Weinkühler an den Tisch. Was am Ende der Mahlzeit noch in der Flasche war, stand bei der nächsten Mahlzeit wieder bereit. Das Bezahlen in der Bar war etwas speziell. An der Rezeption musste man Guthabenkarten erwerben, auf denen dann entsprechend der Bestellung Beträge abgestrichen wurden. Eventuelles Guthaben wurde am letzten Tag dann wieder ausgezahlt. Wenn eine Karte aufgebraucht war, holte man sich eine neue.
Die Verständigung war problemlos, die Mitarbeitenden versuchen ihr Deutsch zu verbessern, einige Passagiere arbeiteten an ihrem Portugiesisch, denn alle Mitarbeitern kamen aus Portugal. Anabella, die portugiesische Reiseleiterin, und Claudia, die Hotelleiterin sprachen fast perfekt deutsch und Alex, der Reiseleiter, deutsch und sehr gut Portugiesisch.
Das Schiff ist schon älter, die Kabinen sind eher einfach, aber das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt. Die anderen Schiffe von Viking, Scenic oder Ama sahen schon schick aus, kosten dann aber auch mindestens das doppelte und mehr.
Die Klimaanlage an Bord fand ich gut eingestellt, meine Strickjacke gegen den befürchteten Zug in den Innenräumen brauchte ich nicht. Dieses Mal komme ich wohl ohne Erkältung nach Hause.
Reiseleiter Alex hat mehrfach gebeten, sich bei Problemen gleich zu melden und sich nicht erst am Ende im Fragebogen zu beschweren. Das hat gut geklappt. In unserer Kabine war eine Ecke der Tapete in Hinternhöhe locker und schon am nächsten Tag wieder angeklebt, bevor noch mehr abging.
Das abendliche Unterhaltungsprogramm beschränkte sich auf die drei tollen Themenabende, was mir völlig ausgereicht hat. Die anderen Abend sind mit schnacken gut gefüllt gewesen.
An den einzelnen Anlegestellen ist mal mehr oder weniger los. Manchmal gab es einen Strand, manchmal eine Bar manchmal etwas mehr (Regua, Porto und Pinhaõ) oder auch einfach nur Ruhe. Während der Fahrt dann nur schöne Landschaften und beeindruckende Schleusen. Anfangs noch Mischwälder, dann mehr und mehr Oliven und Wein, irgendwann auch Orangen und am Ende sogar Mandelbäume. Dazwischen malerische Quintas, verfallene Anwesen, historische Gebäude und sehr moderne Neubauten.
Die Ausflüge waren alle gut organisiert, die örtliche Reiseleitung immer gut informiert, die Busfahrer fuhren durch die Bank umsichtig. Im August sind allerdings die Temperaturen recht hoch, da kann z.B. Salamanca sehr anstrengend sein.
Auf dem Sonnendeck gab es immer einen Schattenplatz, es waren allerdings auch nur zwei Drittel der Kabinen belegt. Es gibt nicht für jeden eine Liege, aber die Stühle sind auch sehr bequem. Reservieren war nicht erwünscht, aber das klappte nicht immer. Der Pool ist klein und zum drin liegen oder zum kneippen geeignet, mehr als vier Personen sollen sich nicht darin aufhalten. Das war auch kein Problem.
Im Schiffsinneren müsste immer eine Maske getragen werden. Am Platz im Salon oder im Speisesaal konnte sie dann abgenommen werden. Das klappte fast immer. Auf dem Sonnendeck ging es dann oben ohne für die Gäste. Die Mitarbeitenden habe ich fast nie ohne gesehen. Überall standen Spender mit Desinfektionsmittel, die gut genutzt wurden. Im Bus und auf den Rabeloboot musste sie Maske die ganze Zeit getragen werden, ebenso bei Besichtigungen drinnen bzw. in Geschäften. In den Orten sollte man die Maske tragen, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden konnte.
Ich hoffe ich habe alles erwähnt, was euch interessiert, ansonsten beantworte ich gerne eure Fragen zu dieser tollen Reise.