Beiträge von Joean


    xxxAdmin(Zitat)xxx

    Na gut, wir wollen mal nicht übertreiben: Den Verstand kostet es nicht unbedingt, aber ein wenig verrückt muss man schon sein.
    Die Preise, die auch wieder für diese Schallwellentour aufgerufen wurden, waren schon nicht von schlechten Eltern. Aber man hat die Wahl und muss es ja nicht buchen. Zumindest gab’s diesmal einen Wohlfühlpreis (im Gegensatz zur Schallwellentour 2015). Da denkt der geübte TUI-Bucher doch: Vielleicht gibt’s ja später noch einen Flexpreis, dann kann man ja getrost noch umbuchen.

    Nun ja, zumindest die Hälfte des Gedankens stimmte.
    Das Buchungsverhalten würde ich mal als schleppend bezeichnen (soweit ich das aus meiner Sicht beurteilen kann). Was es trotzdem nicht gab, waren Flexpreise.
    Am 16. August – und damit nach Ablauf der Umbuchungsfrist von Wohlfühl- auf Flexpreis – gab TUI dann doch noch Flexpreise raus und ich traute meinen Augen kaum. Satte 150 Euro pro Reisender hätte man sparen können!

    Das nenne ich dann doch mal eine gut platzierte schallende Ohrfeige mitten ins Gesicht aller Wohlfühlpreisbucher. Da bekommt der Name der Reise doch gleich eine ganz andere Bedeutung.

    Fatal erinnert es mich an die Werbung einer Flugbuchungsseite vor noch ca. 2 Jahren:
    „Herzlich willkommen an Bord. Bevor wir abheben, möchten wir Ihnen noch mitteilen, dass Herr Müller und Frau Schulze auf den Plätzen 43C und 16F zuviel für ihren Flug bezahlt haben. Familie Meier dagegen hat die Preise verglichen und fliegt für sagenhafte 49 Euro dahin, wo der Pfeffer wächst.“ Oder so ähnlich.

    Ist das der Weg, den TUI gehen will? Oder wollen sie es machen, wie ein anderes in Deutschland tätiges Kreuzfahrtunternehmen, dass seine Premium-Bucher regelmäßig durch „Just-Angebote“ vergrätzt?

    Zumindest steht für uns eines fest: Sollte es eine dritte Schallwellentour geben und sollten die Künstler uns ansprechen, werden wir AUF GAR KEINEN FALL gleich zum Wohlfühlpreis buchen!

    Was wäre das doch für eine lustige Vorstellung: TUI legt eine Reise auf und erst mal fährt keiner mit.
    Gut, es ist genauso unrealistisch wie: Die Benzinpreise steigen und ganz Deutschland fährt drei Tage lang nicht tanken.
    Aber in meiner Phantasie ist alles möglich und die Gesichter bei TUI würd ich dann zu gern mal sehen.

    xxxAdmin(Zitat)xxx

    Dienstag, 05. September 2017

    So gegen halb neun machen wir uns auf den Weg. Da wir vorhaben, unseren Urlaub im Anschluss der Reise noch um 4 Tage in Hamburg zu verlängern, haben wir uns für einen großen und einen mittleren Koffer entschieden. Mein Mann trägt den großen der beiden Koffer und macht sich schon mal auf den Weg: vier Etagen abwärts.
    Ich lasse als Letztes noch mal meinen Blick schweifen: alle Fenster zu? alle Elektrogeräte aus? Halt – das Bügeleisen! Natürlich steht es dort, wo es hingehört und kalt ist es auch schon wieder.
    Altes Frauenleiden!

    Bewaffnet mit dem kleineren Koffer mache ich auch ich mich auf den Weg nach unten. Normalerweise hält das Wohnen in der vierten Etage einigermaßen fit und die Treppen machen mir nichts aus. Und trotzdem es nur der kleinere der Koffer ist, muss ich beim Tragen den Arm immer etwas anwinkeln, um nicht mit den Rollen an den Stufen hängen zu bleiben. Zwei Etagen lang geht alles gut. Dann zerrt der Koffer immer mehr an meinen Armen.

    Man muss mich nicht sehen, man hört nämlich sehr gut, auf welcher Höhe ich mich gerade befinde. Nachdem ich mich dann bis zur letzten halben Treppe herunter klabäustert habe, wird mir wieder klar, welch ungeheures Glück das Verheiratetsein mit sich bringt: Man bekommt kostenlos gute Ratschläge und liebevoll geäußert werden sie auch noch:
    „Warum nimmst Du denn den Koffer nicht quer, Schatz? Dann stößt Du auch nicht so oft überall an und es trägt sich besser!“
    Jau. Wo er Recht...

    Ich äußere mich nicht weiter dazu. Aber ich weiß, dass ich gerade einen Supereinsteiger für meinen Reisebericht gefunden habe. Dies allerdings freut mich dann doch und lässt mich breit grinsen, was wiederum ihn etwas misstrauisch macht: „Iss irgendwas?“
    „Nö.“

    Pünktlich um 09:42 Uhr geht unser Zug. Der einzige ICE, der vormittags von Leipzig kommend über Berlin nach Kiel durchfährt. Ich geh mal davon aus, dass ein Gutteil der Leute, die mit uns am Berliner Hauptbahnhof einsteigen, auch auf die MS 3 wollen.
    Ich brauche keine 5 Minuten um herauszufinden, dass dies auf die beiden Pärchen am gegenüberliegenden Vierer-Tisch auf jeden Fall zutrifft.
    Wie gesagt: 09:42 Uhr geht der Zug. Um 09:55 Uhr quillt besagter Tisch über vor Stullenpakten, Zwölfer-Knoppers-Sparpacks und Piccolöchen“s“ (und die meine ich jetzt nicht nur in der Mehrzahl, sondern in der Vielzahl, so es diesen Unterschied denn in der deutschen Grammatik gäbe).

    Als dann das Servicepersonal aus dem Bordrestaurant erscheint, wird mit schwungvoller Armbewegung auch noch Platz geschaffen für vier Kaffee.
    „Und wie isser?“
    „Hm. Der Kaffee schmeckt ……. energisch.“

    Das find ich klasse! Kurz, treffend und auf den Punkt.
    Ich selbst charakterisiere den Geschmack von Speisen ja durchaus schon mal als „unauffällig“ oder auch als „interessant“ (was gemeinhin der kleine Bruder von Schei... ist). Aber „energisch“ für einen Kaffee ist neu und wird ab sofort meinem Wortschatz hinzugefügt.

    Die Familie hinter uns ist ganz offensichtlich schon seit Leipzig im Zug. Man hört es deutlich.
    Mama hat Whatsapp.
    „De Kuuudruuun wünscht uns een scheeenen Urlaub.“
    Papa hat von Whatsapp keine Ahnung.
    „Wie jeeeehts iahr denn?“
    „Kuuudruuun schreibt geraaaade.“
    „Was schreeebt se denn?“
    „Des weeeeß isch doch noch nisch.“
    Oh herrlich.

    Die Familie reist mit zwei erwachsenen Söhnen und irgendwie scheint die umsatzstarke Unterstützung diverser Sektkellereien in diesem Wagen zum guten Ton zu gehören.
    „Änriggo, ham mir nich do noch eene Flasche Sekt in de Dosche?“
    „Aba der Sibbasdschahn muss doch noch de Antibiotikaaa nämen!“
    „Dees spielt heide keene Rolle.“

    Na Prost Mahlzeit.
    Leider steigt besagte Familie dann doch schon in Hamburg aus. Fast bedauere ich es ein wenig. Was gäbe das doch noch für super Unterhaltungen!

    In Kiel kommen wir pünktlich um viertel vor eins an und können am Bahnhof gleich unsere Koffer in die Hände der guten TUI-Geister geben. Das finden wir sehr angenehm. Und da das Wetter auch sehr schön ist, entschließen wir uns, den Weg bis zum Schiff zu Fuß zurück zu legen. Ins Seefahrtsmuseum werden wir es heute nicht schaffen. Aber das sollten wir auf keinen Fall aus dem Auge verlieren.

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    Der Check-in ist super organisiert und so stehen wir schon weit vor 14:00 Uhr an Deck der MS 3 und können der Color Magic beim Auslaufen zusehen.

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    Diese Reise werden wir zusammen mit lieben Bekannten unserer Karibiktour von vor vier Jahren unternehmen, aber @Königin und @GöttlicheDS sind noch nicht an Bord.

    Daher suchen wir uns erst mal einen Platz an der Überschaubar. Zu uns setzt sich dann bald ein Paar, wo sie intensivst das Tagesprogramm studiert.
    Na, das kann ja nicht lange dauern.
    Und richtig.
    „Sagen Sie, waren Sie schon mal hier auf dem Schiff?“
    „Ja, kann man so sagen.“
    „Können Sie mir denn sagen, in welchen von den Restaurants man bezahlen muss?“
    Klar kann ich.
    „Und in dem Atlantik-Restaurant wird wirklich bedient?“
    „Ja.“
    „Und da muss man auch nichts bezahlen?“
    ‚Nein, ihr AIDA-Fahrer. Hab ich doch schon gesagt.’
    „Wissen Sie, wir waren nämlich bisher immer auf AIDA.“
    ‚Gut, dass sie das erwähnt. Da wär ich allein nicht drauf gekommen.’
    „Und wie ist das hier so an Bord mit dem Essen?“
    „Entspannt.“
    „Wirklich? Wissen Sie bei AIDA ist das ja immer so voll in den Restaurants.“
    ‚Ja, das weiß ich und ich weiß auch, warum.’
    „Das liegt da aber auch nur daran, dass die Leute nach dem Essen immer noch sitzen bleiben, und in den Restaurants weitertrinken, um die Getränke nicht bezahlen zu müssen.“
    „Ja, da haben Sie Recht. Wir haben das ja auch immer so gemacht.“

    Boah, ich hab grad nicht übel Lust der Dame zu erzählen, dass ich nur „Ich-krieg-den-Tischwein-hier-umsonst-Vernichter“ noch weniger leiden kann als Liegenreservierer.

    Mein Mann sieht schon wieder, wie es in mir brodelt, aber er hat Glück. Die @Königin und ihre Familie sind angekommen.
    Ach, was ist das schön!

    Pünktlich 15:00 Uhr können die Kabinen bezogen werden, was die Lage an der Überschaubar wesentlich entspannt. Irgendwann kommt dann der Mann der Königin wieder und hält uns ganz stolz sein Handy unter die Nasen.
    „Doa schau, i hoab oan Foto vom Hartmut Engler gmocht.“
    Auf dem Foto ist ein Mann zu sehen, der Hartmut Engler irgendwie ähnlich sieht.
    Er hat zwei über beide Ohren strahlende Damen um die Vierzig im Arm.
    „Wie bist Du denn dazu gekommen?“
    „Na, ich war grad da hinten in der Bar und da waren dann die beiden Frauen. Die haben ihn gefragt, ob sie mal ein Foto mit ihm machen dürfen und da hab ich gleich mit draufgedrückt.“

    Hm. Nun weiß man ja, dass zwischen Wirklichkeit und geschöntem Pressefoto durchaus schon mal ein ziemlicher Unterschied klaffen kann. Und schließlich gehen die Jahre an einem Engler auch nicht spurlos vorbei.
    „Und warum sollte er sich mit den Frauen fotografieren lassen, wenn er nicht Hartmut Engler ist?“
    Unschlagbares Argument!

    Gegen 16:00 Uhr machen wir uns dann auch mal auf den Weg und erleben in der Kabine eine Überraschung.

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    Das ist ja ein Ding!
    Hat TUI mich „enttarnt“? Muss ich jetzt meine Kabine selber saubermachen? Oder muss ich am Ende als Strafe für meine Aufregung über den Zeitpunkt der Bekanntgabe der Flexpreise jetzt die Kabinen der Flexpreisbucher zusätzlich saubermachen???

    Von diesen Überlegungen lenkt mich das folgende Blatt ab, auf dem der Konzertablauf für die nächsten Tage aufgelistet ist.

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    Das ist ein ganz schön straffes Programm. Wenn man da zwischendurch noch essen und schlafen will, wird man wohl zwangsläufig irgendwas verpassen.

    Seenotrettungsübung ist um 18:15 Uhr und unser Treffpunkt ist die Abtanzbar auf Deck 5. Als wir nach Ertönen des Notsignals dort ankommen, werden wir vom freundlichen Personal registriert und uns wird angeboten, dass wir uns – wenn wir wollten – wahlweise auch in das Casino setzen könnten. Dort ist noch reichlich Platz und die Tür, die nach draußen zu den Rettungsbooten führt, steht auch weit offen und sorgt für ordentlich Frischluft.

    Über dem Black Jack Tisch hängt der Bildschirm auf dem dann gleich der Sicherheitsfilm gezeigt werden wird. Im Moment läuft der aber noch im „Rauchersalonbetrieb“ und zeigt das folgende Bild:

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    Einer Dame, die bereits im Casino saß, als wir eintrafen, ist das wohl bereits zu viel.
    Anklagend hebt sich ihr Finger in Richtung des Fernsehers, gefolgt von einem beindruckenden Hustenanfall. Ich bin froh, dass sie sich anschließend bis zum Ende der Veranstaltung ihr Tuch über Mund und Nase zieht. Man kann ja nie wissen! Die Frau hustet ja schlimmer als ich nach 30 Jahren Kippe.

    Liebe Nichtraucher, wenn ihr wollt, dass die Raucher Euch mit Eurer (verständlichen) Abneigung gegen den Gestank einigermaßen ernst nehmen, dann dürft ihr nicht so übertreiben. Und spektakuläre Hustenanfälle beim Anblick eines DIGITALBILDSCHIRMS mit einer rauchenden Zigarre finde ich definitiv too much. Warum setzt sie sich nicht einfach in die Abtanzbar? Niemand von TUI hat sie gezwungen, ins Casino zu gehen!

    Zum Auslaufen finden wir uns alle wieder an Deck ein. Im Gegensatz zum phantastischen Auslaufen vor zwei Jahren aus Hamburg findet dieses Jahr kein Konzert der „Hauptband“ statt. Es findet beim Auslaufen überhaupt kein Konzert statt. Die Künstler werden lediglich vom Kreuzfahrtdirektor kurz vorgestellt und dürfen mal winken. Hm.

    Durch das anschließende ausgiebige Abendessen im Atlantik verpassen wir schon mal die ersten Konzerte am Pool und auch das Konzert von Glasperlenspiel im Theater.
    So kurz vor 22:00 Uhr sind wir dann wieder auf Deck 12 und ich mache eine erstaunliche Erfahrung.

    Als im Vorfeld der Reise die Künstler bekannt gegeben wurden, hab ich bei dem Namen Kerstin Ott nur die Schultern gehoben.
    ‚Was will die denn da?’, war mein Gedanke.
    Das einzige Lied, welches ich kannte, war dieses „Imala“.
    Wieso – so dachte ich damals – singt sie die Strophen in deutsch und wechselt dann beim Refrain in dieses unverständliche „Imala“?
    Wochen hatte ich gebraucht, bevor ich begriffen hatte, dass es ja „immer lacht“ heißt. Erst dann erschloss sich mir der Sinn des Songs.

    Entsprechend gedämpft war meine Erwartung, aber es kam, wie es noch öfter kommen sollte auf dieser Reise.
    Hiermit oute ich mich nun öffentlich als neuer Fan von Kerstin Ott. Und alles begann an diesem etwas zugigen Abend am Pool der MS 3. Sie macht ehrliche, handfeste Musik mit Texten, die wirklich was zu sagen haben (wenn man mal von meiner „Imala-Irrung“ absieht).
    Für mich persönlich schon mal ein Superauftakt in diese Reise.

    Anschließend ziehen wir um in die schon ziemlich gut (über-)füllte Schaubar zu Jonathan Zelter. Auch diesen jungen Mann kannte ich bisher nur dem Namen nach. Aber ihm verdanke ich die zweite Überraschung dieser Schallwellentour. Leise, melodische Musik mit Texten, die unter die Haut gehen. Allen, die neugierig geworden sind, empfehle ich mal in „Sei immer Du selbst“ oder „Du bist die Farbe“ reinzuhören.

    Irgendwann so gegen zwei in der früh kommen wir an der völlig überfüllten Abtanzbar vorbei. Ich werfe nur einen kurzen Blick hinein.
    Oh, hier feiern die Künstler wohl höchstselbst. Ob sie alle da sind, kann man in diesem Gewühl unmöglich erkennen.
    Vom Band kommt außerdem gerade mein neues Lieblingslied und vor mich hinsummend, finde ich dann auch den Weg ins Bett.

    xxxAdmin(Zitat)xxx

    @Posaunenchorfc
    @deern vonne elw
    @xMaryLou

    Vielen Dank für Euren "Reisebericht hoch 3" , den ich soeben am Stück genießen durfte. Gerade für die Tippsuche bei den einzelnen Destinationen ist so eine Berichterstattung einfach ideal.

    Vielen Dank für Eure Mühe und die wunderbare Zusammenarbeit.

    LG Joean

    P.S. Das erste Mal, dass jemand einen Tipp von mir in die eigene Reise mit integriert. Schön, dass es Euch im Palau ebenso sehr gefallen wie uns damals.

    niemand hier im Forum kann mieses Wetter so toll beschreiben

    @uschisiggi

    wahrscheinlich liegt das daran, dass noch niemand hier im Forum so lange so mieses Wetter auf einer Kreuzfahrt hatte...

    von dem aus ich Deine/Eure/ die Cara aufgenommen habe

    @deern vonne elw

    und wenn Du das Fotos jetzt so richtig auf "riesig" zoomst, siehst Du wahrscheinlich mich da vorn irgendwo an Deck stehen...

    bis in 163 Tagen - wo auch immer es hingeht

    @deern vonne elw

    und schwups, sind es heute schon nur noch 91 Tage. Uns ist vor zwei Wochen durch Zufall eine Junior-Suite auf der Artania (Phönix) in die Hände gefallen. Dies ist das einzige Schiff der Flotte, dass wir immer noch nicht kennen. Da mussten wir zwischendurch ganz einfach noch mal zuschlagen.

    aber es tut gut zu lesen, dass es doch noch
    anders geht auf den Kussmündern

    @AnMaRa1

    Ja, geht es. Allerdings hängt es ganz sicher auch immer von beiden Seiten ab. (Besatzung bzw. Gastgeber und Gäste(niveau)).


    Buch auch sofort kaufen ... und wenn es dann noch bebildert wäre .....


    @Elke55

    ... könnte es niemand mehr bezahlen... :joke:

    sonst wären doch nicht zwei so tolle Reiseberichte zum Winter im hohen Norden entstanden

    @Seefahrer6168

    ...eben. Zwei Berichte, wo nicht nur die Motive, sondern auch noch das Wetter gleich ist: Da denken doch die Leute glatt, wir hätten die Fotos untereinander ausgetauscht. Außerdem zeigt es den Lesern, dass es eben wirklich keine Schönwettergarantie gibt - besonders nicht, wenn ich an Bord bin... :freude:

    LG Joean

    "vor allen Dingen, wenn man nicht und unter gar keinen Umständen einknickt und die Reisen im Vario verschleudert"
    Kann ich dir sagen... das wird nix.

    @Regina
    Und das, liebe Leser, ist genau das Problem. AIDA hat vor etwas mehr als zehn Jahren einen Preiskampf eröffnet, aus dem sie jetzt nicht mehr raus kommen. Oder besser gesagt: aus dem sie nicht rauskommen werden, wenn sie nicht irgendwann ihre Sicht auf die Dinge ändern. Was hat ihnen der Preiskampf denn nun gebracht? Um es kurz zu machen - nichts, außer Schmuddel-Image. Mit Gästen, die der Meinung sind, 499€-1-Woche-Kanaren-Kreuzfahrt wären gei..., kann ich auf Dauer ein Unternehmen nicht gewinnbringend betreiben. (Mal ganz abgesehen davon, dass sich solche Leute dann an Bord auch genauso benehmen und damit dann andere Gäste verprellen.)

    Kleine Schiffe sind leichter vollzukriegen als große. (das ist übrigens etwas, was TUI in den nächsten Jahren auch noch schmerzlich wird erfahren müssen). Und Mangel hält den Preis hoch. Was muss ich also tun? Kleine Schiffe auf tolle Routen schicken - und das mit möglichst wenig Wiederholungen. Übertrieben gesagt: Die Leute müssen sich darum reißen, mitfahren zu dürfen. Dann, genau dann hab ich ein Marketingkonzept, das wirklich funktioniert. Und der vermeintliche Konkurrent TUI wäre an dieser Stelle schon raus (zu große Schiffe, die nur noch die uninteressanten/ausgelutschten Häfen anlaufen können). Was bliebe noch? Phönix. Da ist aber - verständlicherweise - den 45 bis 55jährigen das Durchschnittsalter an Bord zu hoch.

    Ich könnte hier noch stundenlang weiter schreiben, aber was nützt es... ich reg mich nur auf.

    LG
    Joean

    Freitag, 24. März 2017
    Seetag auf dem Weg von Bergen nach Hamburg = 445 Seemeilen

    Alles, was das Wetter in den letzten 11 Tagen an Miesem über uns ausgeschüttet hatte, versucht es nun heute wieder gut zu machen.

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    Wir schlendern übers Schiff und ziehen Bilanz:

    Das Schiff:
    Die Cara ist ein tolles Schiff. Was hatte ich im Vorfeld nicht alles gelesen über dieses Schiff. „Alt, verstaubt, pieffig, eng, zu wenig Platz pro Passagier…“.
    All das kann ich nicht nachvollziehen. Das Schiff war zwar ausgebucht, aber es war nicht maximalbelegt, da nur zehn oder zwölf Kleinkinder mit an Bord waren und ich nicht davon ausgehe, dass alle Vierbettkabinen auch mit vier Passagieren belegt waren (ist in den Ferien möglicherweise anders).

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    Dieses Bild z.B. ist kurz vor Mittag entstanden, an dem ersten richtigen Sonnentag seit fast zwei Wochen. Was, glaubt ihr, macht ein Kreuzfahrer in diesem Fall?
    Richtig. Er genießt endlich mal Sonne und Seeluft – und zwar an Deck. Das sollte sich jeder, der behauptet, die Cara hätte pro Passagier zu wenig Platz mal deutlich vor Augen halten. Ich z.B. habe da noch sehr lebhafte Erinnerungen an Pooldecks auf anderen Schiffen, die zudem auch noch wesentlich großzügiger mit Balkonen ausgestattet waren…

    Das Essen und der Service:
    Der Hit schlechthin. Anders kann ich es nicht beschreiben. Noch nie haben wir auf einer AIDA so gut (und leider auch so viel) gegessen. Auch die Präsentation der Speisen war immer (viel zu
    :rolleyes: ) appetitlich und sehr ansprechend. Unser absoluter Oberknaller war ja dieses Rinderfilet frisch vom Grill. Egal, was man vorher schon alles hatte – davon ging immer noch eins. Wir gehen ja (im Unterschied zu vielen anderen) sehr gern in Buffetform essen. Und wie oft sind wir auf einer AIDA schon ewig durch die Gegend gekreiselt auf der Suche nach zwei freien Plätzen.
    Bei dieser Reise war das anders. Gleich am ersten Abend, an dem es naturgemäß sehr wuselig in den Restaurants zugeht, standen wir offenbar kurzzeitig etwas verloren im Marktrestaurant rum. Sofort wurden wir vom Service angesprochen, ob wir denn einen Platz benötigen. Der junge Mann hatte sein „Revier“ im Griff und bot uns gleich mehrere Tische zur Auswahl an. Auch im weiteren Verlauf der Reise mussten wir nie lange nach einem Tisch suchen. Das bekannte AIDA-Abend-Gekreisel fand in dieser Form einfach nicht statt. Von daher muss ich meine oben getroffene Einschätzung korrigieren.
    Noch nie haben wir auf einer AIDA so gut, so viel und so entspannt gegessen.
    (Anmerkung: Im Selection-Restaurant waren wir nicht, obwohl wir’s eigentlich vorhatten.)

    Das Konzept:
    Als wir vor zwei Jahren diese Reise buchten, war von „Selection“ bei AIDA noch nicht die Rede. Selection hin, Selection her – wir hätten diese Reise sowieso gebucht. Für uns war ausschließlich die Route in Kombination mit der Reisezeit und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten (z.B. Polarlicht) ausschlaggebend.
    Die Tatsache, dass dem Ganzen im Vorfeld dann irgendwann dieser „ausgewählte“ Namen verpasst wurde, entlockte mir erst mal nur ein Schulterzucken und ein uninteressiertes ‚Wenn sie der Meinung sind…‘

    Nun, nachdem ich wieder zurück bin, nachdem ich alles hab etwas sacken lassen und beim Schreiben des Reiseberichtes alles nochmal irgendwie „erlebt“ habe, bin ich der festen Überzeugung, dass dieses Konzept, wenn man es weiter ausbaut (neue Reiseziele z.B. Westküste der USA, Nord-West-Passage (die Cara hat eine Eisklasse) oder Spitzbergenumrundung, mehr Übernachtliegezeiten), wenn man es in manchen Teilen noch etwas mehr an die Bedürfnisse anpasst (z.B. Weltreise in kürzere Teilabschnitte teilen + ggf. Vor- und Nachprogramme anbieten) und vor allen Dingen, wenn man nicht und unter gar keinen Umständen einknickt und die Reisen im Vario verschleudert, DAS Konzept sein kann, um AIDA Selection Kreuzfahrten am Markt völlig neu - und auch gewinnbringend - zu positionieren.

    Fazit:
    Wir haben uns an Bord dieses Schiffes sehr wohl gefühlt und wir haben uns ausgesprochen „willkommen“ gefühlt. Und das liegt vor allem an der Herzlichkeit der Gastgeber, Reiseleiter und der ganzen Besatzung, die uns dieses Gefühl vermittelt haben. Wenn uns die Route zusagt, würden wir jederzeit wieder eine der Selection-Reisen buchen.

    Wir nehmen heut Abschied vom Schiff und begrüßen einen neuen Passagier, der die Cara irgendwie mit einer Fähre verwechselt hat und uns den ganzen Tag begleitete.

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    Und abends gibt es dann einen wunderschönen Sonnenuntergang.

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    Samstag, 25. März 2017
    zurück in Hamburg

    Schon weit vor 6 Uhr bin ich oben an Deck, um dieses einmalige Einlaufen in Hamburg nicht zu verpassen.

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    Ab 10:00 Uhr kann man dann im Terminal die Koffer entgegennehmen, sofern man sie nicht selbst mit vom Schiff nimmt. Mit dem 111er geht’s wieder nach Altona. Kurz nachdem wir dann auf dem Bahnsteig stehen, kommt auch schon unser Zug aus Berlin an. Praktischerweise bleibt der ja dann am Gleis stehen, um dann eine halbe Stunde später wieder zurück zu fahren.

    „163.“
    „Was?“
    „Einhundertdreiundsechzig.“
    „Häh?“
    „Tage.“
    „Och nö. Geht das schon wieder los?“

    Na klar. Vorfreude ist doch die schönste Freude...

    LG
    Joean

    P.S.
    Ich möchte allen danken, die uns auf diesem stürmisch-nassen, aber trotzdem unvergesslichen Weg in den hohen Norden begleitet haben.

    Auch wenn ich mich nicht zu jedem Kommentar einzeln äußere, freue ich mich sehr über jeden Leser, den ich vielleicht vom Rasenmähen, Wochenendputz oder vom Schlafen abhalten konnte.

    Donnerstag, 23. März 2017
    Hafen Bergen von 13:00 – 19:00 Uhr

    Eine weitere Nacht knarrt und stampft die Cara durch den Sturm. Inzwischen haben wir uns schon längst an die Geräusche des Schiffes gewöhnt und schlafen bei dem Geschaukel wie immer ganz wunderbar. Als wir in die Bergen vorgelagerten Fjorde einbiegen, beruhigt sich der Wind erst mal und das Wetter wird besser.

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    Um kurz vor 10:00 Uhr übernehmen wir den Lotsen, der uns nach Bergen begleiten wird.

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    Die Motive der nun folgenden Bilder kennt ihr sicherlich schon aus dem Bericht von @‘Seefahrer6168‘, aber kennt ihr sie auch bei – Tataaaa – Schneegriesel und Mistwetter?

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    Das spannendste ist dann noch die Begegnung mit einem U-Boot der norwegischen Marine.

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    Pünktlich legen wir in Bergen an und weigern uns erst mal noch eine Weile, diesen schützenden Kokon namens Schiff zu verlassen. Draußen schüttet es wie aus Eimern. Und zwar wie aus allen Eimern, die zwischen Alta und Alicante in Europa irgendwie verfügbar waren.

    So gegen halb drei machen wir uns dann aber auf. Nützt ja wieder mal nix – da müssen wir jetzt durch. Auf dem Bild sieht man vor dem dunklen Haus sehr schön, wie es hier Strippen regnet.

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    Die Regenbilder aus Bergen erspar ich Euch, viele hab ich sowieso nicht. GsD wurde das Wetter im Laufe des Nachmittags etwas besser. Zwischendurch war es sogar mal kurz trocken. Vorbei am Seefahrerdenkmal wandern wir am Nationaltheater vorbei und schaffen es sogar bis zu den Grieghallen.

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    Zurück dann auf fast dem gleichen Weg.

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    Unsere letzten norwegischen Kronen versuchen wir in Tyske Bryggen an den Verkäufer zu bringen. Und das letzte Wechselgeld bekommt ein Straßenmusiker. Mehr können wir für Norwegen im Moment nicht tun!

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    Und nicht lange, nachdem wir wieder zurück sind an Bord, versinkt Bergen wieder im Regen.

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    Hier in Bergen kommen auch eine Dame und ein Herr von der Steuerbehörde an Bord. Gegen Vorlage der Quittung und Ausfüllen des entsprechenden Formulars (muss man sich schon beim Kauf im Laden geben lassen) erfolgt die Rückerstattung der MwSt. Dabei erfahre ich, dass die Beiden – im begrenzten Rahmen - sogar norwegische Münzen in Euro zurücktauschen würden.

    Abends gehen wir nochmals zur Show des Gastkünstlers Yoolio. Was mir davon in Erinnerung blieb, ist, dass es ein Techniker namens Markus schaffte, das Programm von Yoolio ziemlich gegen die Wand zu fahren. Musik zu früh eingeblendet oder zu spät ausgeblendet, die Scheinwerfer so stark aufgerissen, dass er den Künstler blendete oder aber ihn – zwar nicht im Regen – aber zumindest im Dunklen stehen ließ. Diese Vorstellung war seitens der Technik definitiv verbesserungswürdig.

    Zum eigentlichen Highlight sollte sich aber eine andere Veranstaltung an diesem Abend mausern.

    Ab 22:00 Uhr öffnete auf Deck 9 die „Haifischbar“ ihre verruchten imaginären Türen. Darunter kann man sich erst mal nichts vorstellen. Wir auch nicht. Was wir dann erlebten war eine Mischung aus Crew-Show, Talentschuppen, Offiziers-Shanty-Chor und ganz kurzen Auftritten der Profikünstler.

    Jeder von uns kennt die tollen Shows auf den Schiffen der Melitta-oder-gehts-noch-größer-Klassen. Jeder Schritt ist dort zigmal geprobt im AIDA-eigenen Entertainment-Haus. Jede Bewegung, jedes Lächeln wird dort einstudiert, mit nur einem Ziel – die perfekte Show. Und ich z.B. war auch immer ein sehr dankbarer Zuschauer.

    Das war wir hier geboten kriegen, ist meilenweit entfernt von jedem Anspruch perfekt zu sein.
    Und trotzdem ist es mit das Beste an Show, dass ich in den letzten Jahren erleben durfte. Jörg von den Gastgebern und Alex als Reiseleiter wachsen so sehr in ihre Rollen hinein, dass man glauben könnte, sie seien geradewegs aus einer Ludenkaschemme der Reeperbahn hier aufs Schiff gebeamt worden.
    Hier ist nichts durchgestylt, nichts zigmal geprobt und nichts „totdesignt“.

    Von der Entertainment-Industrie des AIDA-Hauses ist die Cara ganz offensichtlich vergessen worden.
    Und was ist das?
    Das ist gut so!

    Denn in diesem Abend in der (imaginären) Haifischbar steckt ganz offensichtlich wahnsinnig viel Herzblut und persönlicher Witz und Charme der Gastgeber und Offiziere. Hier ist so viel Spaß am Spiel dabei, dass man als Gast schon sehr abgebrüht sein muss, um sich dem entziehen zu können.
    Dieser Abend in der Haifischbar ist nach meiner Meinung definitiv „Selection“-würdig. (Ich hoffe inständig, dass niemand von AIDA diesen Text liest und dann den Ehrgeiz entwickelt, an dem beschriebenen Zustand etwas „rumzuoptimieren“.)


    Erst nach Mitternacht machen wir leise die Türen der Haifischbar von draußen zu und schlendern übers menschenleere Schiff. Selbst in der AIDA-Bar sitzen keine Gäste mehr. Und bevor wir uns dann auf einen Absacker am dortigen Tresen niederlassen, fragen wir erst mal ganz vorsichtig nach, ob denn hier noch offen wäre.

    LG Joean

    Mittwoch,22. März 2017
    Hafen Trondheim von 08:00 – 14:00 Uhr

    Ein Blick aus dem Fenster verheißt auch heute für den Besuch in Trondheim nichts Gutes. Es ist neblig, es regnet und windet ganz schön. Das macht erst mal wenig Lust auf Stadtbummel.

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    Von daher lassen wir uns Zeit und brechen erst so gegen halb elf auf. Heute wollen wir endlich mal in den Nidarosdom, etwas was wir bei unseren bisherigen Besuchen noch nie geschafft haben. Je nachdem wie das Wetter ist, dann anschließend noch die Reichsregalien – oder eben auch nicht. Am Anleger in Trondheim gibt es keinen Stand o.ä. einer Touristenformation. Hier läuft jeder erst mal dem anderen hinterher.

    Durch diese kleine Straße muss eigentlich jeder.

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    Vorbei an dieser Kirche. Nein, das ist noch nicht der Dom – liebe Mitreisende.

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    Den Fußweg kann man getrost mit einer knappen halben Stunde veranschlagen. Allerdings fahren auch Busse. Dazu muss man erst mal durch die oben gezeigte kleine Gasse durch und wenn man dann oben an der Ampel steht, ist auf der gegenüberliegenden Straßenseite rechterhand eine Bushaltestelle. Auch zu den Schanzen kommt man auf diese Weise relativ bequem. Das hatte ich im Vorfeld schon mal im Internet rausgefunden, aber das nur nebenbei.

    Auf dem Weg zum Dom nimmt der Regen schon mal wieder zu. Also erst mal schnell rein.

    Eigentlich steht am Eingang ein Schild, dass man nicht fotografieren soll. Und im Normalfall bin ich ein Mensch, der sich auch daran hält. Hier frage ich mich allerdings: Was soll das? Es ist kein Gottesdienst, die Kirche wimmelt von Touristen, die sich auch nicht dran halten und ich mache alle Bilder mit lautloser Auslösung und Gemäuer sowie Einrichtung nehmen ohne Blitz auch keinen Schaden.

    Insgesamt wirkt der Dom innen düsterer als es auf den Bildern rüberkommt. Das liegt vor allem an diesen unwahrscheinlich tollen, fein gearbeiteten Fenstern.


    Als wir dann auch aus Nidarosdom wieder rauskommen, scheint doch tatsächlich mal die Sonne. O Wunder! Dementsprechend werden die Reichsregalien auf den nächsten Besuch verschoben.

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    Und auf dem letzten Bild sieht man dann auch schon wieder die nächste Regenfront.

    Zehn Minuten später sieht der Himmel dann schon wieder so aus.

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    Vor dem Regen flüchtend landen wir dann irgendwann wieder in einem Einkaufszentrum. Hier hat man die Rückfronten der alten Häuser in die neue Konstruktion mit integriert. Das finde ich sehr gelungen.

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    Und als wir dann hier sozusagen „abwettern“, da seh ich sie. Seit Jahr und Tag hab ich mir den kombinierten Mehrzweck-Kleingedöns-Obstkorb in meiner Küche übergeguckt und suche etwas Neues. In allen möglichen Städten, Märkten, Läden hab ich gesucht und hatte immer etwas auszusetzen – zu klein, zu bunt, zu unauffällig, nicht originell genug. Aber eines wusste ich immer – letzten Endes werde nicht ich DIE Schale finden, sondern sie findet mich.

    In einem dieser kleinen Läden gibt es auch einen Töpfer mit seiner Werkstatt. Mein Mann rollt mit den Augen, denn er weiß jetzt schon, dass er es sein wird, der dieses knapp 35cm-Durchmesser-Keramik-Ungetüm erst bis zum Schiff und dann später irgendwie heil bis nach Hause transportieren darf.

    „Kannst Du nicht Kühlschrankmagnete kaufen, wie andere Leute auch?“
    ‚Wie lange kennst Du mich jetzt? – Also.’

    Unter (leicht) „erschwerten“ Bedingungen treten wir den Rückweg an und werden auch prompt kurz mal wieder nass. Als wir am Schiff ankommen, scheint die Sonne, als wäre nichts gewesen.

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    Wir sehen zu, wie die Hurtigrute Trondheim verlässt

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    Da die Liegezeit für heute bis 14:00 Uhr geplant ist, müssen um 13:30 Uhr alle Mann an Bord sein.
    Als um 13:45 Uhr die Durchsage kommt: „Kabine 7209, Familie J... Bitte melden Sie sich umgehend an der Rezeption.“, ahnen wir schon was kommt. Um 13:55 Uhr der gleiche Aufruf nochmal. Da wird wohl jemand fehlen!
    Vor dem Schiff die wartenden Hafenarbeiter und auf der Brücke ein wartender Kapitän.


    Um 14:30 Uhr heißt es dann aber endgültig: Leinen los. Von Kabine 7209 fehlt jede Spur.

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    Nur Sekunden nachdem ich dieses Foto gemacht habe, biegt doch tatsächlich ein Taxi um die Ecke. Das wird doch nicht? Oh, doch. Eine Szene wie aus dem Drehbuch.

    Aber abgelegt ist abgelegt. Das hier ist nicht das Sonntagabend-Traumschiff, in dem Sascha Hehn persönlich die beiden Säumigen mit einem Rettungsboot an Bord holen würde – das hier ist das wahre Leben. Ein Kreuzfahrtschiff ist kein Kleinwagen, mit dem man mal eben kurz wieder umdreht. Bis morgen Abend hat Familie J... nun Zeit per Mietwagen nach Bergen zu kommen – das sollte zu schaffen sein. Mit dem Auto sind das übrigens ca. 660 km, die landschaftlich ganz sicher viele Highlights bereithalten, z.B. fährt man am Aurlandsfjord entlang und durch Flåm.

    Zum Abendessen gehen wir heute ins Calypso-Restaurant und dort kommen wir dann – aus unerfindlichen Gründen – relativ nah am Eingang und in der Nähe der Pizza-Station zum Sitzen.

    Das hat Folgen.
    1. Dieser Pizzaofen strahlt eine Wärme ab, dass ich wieder mal die Wellen kriege.
    und
    2. Fast alle Leute, die ins Calypso wollen, müssen mehr oder weniger an uns vorbeilaufen. Dabei fällt mir auf, dass ich ganz offensichtlich den „Bekleidungsvorschlag für den Abend“ nicht mitbekommen habe.

    Beim ersten Mal habe ich ja noch gedacht: ‚Okay, der Herr ist heute tagsüber bestimmt sehr nass geworden und hat nichts anderes mehr zum Anziehen.‘
    Als dann aber im Laufe der Zeit die Kandidaten Nr. 2, 3 und irgendwann 4 auch noch in diesen alten, ausgeleierten und ausgebeulten Jogginghosen an mir vorbei promenieren, fange ich an, zu zweifeln.

    LG Joean


    Dienstag, 21. März 2017
    Seetag auf dem Weg nach Trondheim = 372 Seemeilen

    Was sich gestern Abend schon ankündigte, hat sich über Nacht verstärkt. Um viertel vor sechs werde ich wach. Ich richte mich auf, um nach meiner Uhr zu suchen und werde praktisch aufgestanden, ob ich will oder nicht. Der Seegang spült mich sozusagen förmlich in die Senkrechte. Ein Blick aus dem Fenster:

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    Ganz schöner Wellengang. Ich mache vorsichtig den Fernseher an.
    Wenn Göga jetzt davon wach wird, ist er mit Recht ungehalten. Auf der Routenkarte laufen unten ja die nautischen Daten durch. Und dort blitzt mich dann die Windstärke an: 10 Beaufort mit ab und an ganz kurz auch mal 11.
    Hab ich schon erwähnt, dass ich dieses Geschaukel liebe?

    Ich fall also wieder in die Koje und höre dem Sturm und dem Schiff zu. Die Cara stampft durch die See und wird arg durchgeschüttelt. Es gibt jedes Mal einen kurzen Moment, nachdem der Bug wieder aus dem Wasser auftaucht, in dem sie für eine Sekunde innehält, bevor dann der nächste Sturz ins Bodenlose folgt. Fast fühlt es sich an wie in der Achterbahn, wenn der Wagen auf dem höchsten Punkt anhält, um dann in die Tiefe zu rasen. In dieser einen Sekunde fühlt man so etwas wie „Schwerelosigkeit“, obwohl das natürlich überhaupt nicht sein kann.

    Die seitlichen Winde tun ein Übriges. Das ganze Schiff ächzt unter der Belastung. Und immer wenn das Schiff dann wieder in die Wellen eintaucht, fühlt es sich an, als ob die Faust Poseidons aus den Meerestiefen emporschießen und den Kiel der Cara zu einem „S“ falten wolle.

    Ich rolle so in meinem Bettchen hin und her und denke, dass ich heute richtig gut drauf bin. Sollte das Wetter so bleiben, ist dieser Tag wie gemacht dafür, ihn vor dem Laptop zu verbringen. Mit dem Suchen und vor allem dem Finden von anschaulichen Formulierungen für meinen Reisebericht.

    Und die „Faust Poseidons“ finde ICH ja schon mal ausgesprochen lyrisch.

    Vielleicht sollte ich ja meinen Bericht nennen:
    „Winter im hohen Norden – getroffen von der „Faust Poseidons“ …
    Nee, iss blöd! Dann denken am Anfang vom Bericht alle, wir wären mit dem Kahn hier abgesoffen.

    oder vielleicht:
    „Winter im hohen Norden – von der Faust Poseidons zum Finger Go…“

    ‚Sach ma! Jeht’s noch?‘ X(

    ‚Okay okay, iss ja jut.‘ :saint:

    Etwas geknickt klettere ich von meinem imaginären Dichterthron wieder runter, wickle mich in mein Deckchen und lasse mich wieder in den Schlaf schaukeln.
    ‚Faust Poseidons‘…. hach ja…….pff

    Irgendwann nach neun werden wir dann wach. Jetzt aber schnell, wenn wir noch ordentlich und in Ruhe frühstücken wollen. Die Schaukelei geht auch beim Duschen weiter.

    Und als ich mich in der Dusche zum wiederholten Male irgendwo festhalten muss, um nicht durch die Gegend zu trudeln, finde ich auch den Untertitel zu diesem Reisebericht.

    ‚Dat sind die Wellen, Matta.’

    Für das Entertainment-Team ist heute auch kein einfacher Tag. Alles, was sie für den Vormittag/Mittag für das Pooldeck geplant hatten, können sie getrost knicken. Wetter und Seegang machen jeglicher Veranstaltung unter freiem Himmel den Garaus. Gegen 12:30 Uhr überqueren wir wieder in Polarkreis – nur diesmal in südlicher Richtung.

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    Nachmittags bin ich wieder einmal beim Vortrag von Dr. Renken „Orientierung am Himmel – Sterne zeigen den Weg“. Schon bald schwirrt mir der Kopf vor lauter Großkreisnavigation und Bogenminuten.
    Ein paar Sachen habe ich aber behalten, z.B. dass die Nord-Süd-Differenz dieser Reise 983 Seemeilen oder 1820,516 km beträgt. Außerdem kann ich jetzt mit Sicherheit sagen, dass auf fast allen meinen Polarlichtfotos die Plejaden im Sternbild des Stieres wunderschön zu sehen sind.

    Dr. Renken gibt noch einige Tipps für weiterführende Internetseiten, z.B. Nautictools. Dort gäbe es auch den einen oder anderen romantischen Beipack.
    „Sterne gehen immer. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.“, meint er etwas verschmitzt.
    Ah – ja.

    LG Joean

    Montag, 20. März 2017
    Hafen Sortland (Vesterålen) von 08:00 Uhr – 20:00 Uhr, 372 Seemeilen bis Trondheim

    Warum hab ich nur ständig in diesem Urlaub die Bettflucht? Am dem ach so tollen Wetter kann’s nicht liegen.

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    Schon wieder ist eine dieser Monsterbrücken in Sicht. Wir sind fast in Sortland.

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    Sortland wird ja auch die blaue Stadt genannt. Dies war eigentlich mal so eine Art Werbegag Anfang der 2000er Jahre. Damals überlegte die Hurtigrute, den Hafen Sortland nicht mehr anzufahren. Logistisch würde es sich nicht rechnen und was könnten Touristen hier schon sehen? Da hatte irgendwer die Idee, die Häuser alle (zumindest einige) blau anzumalen. Und schwups, hatte der Touri was zum Gucken und die Hurtigrute legt noch heute an.

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    Ich habe lange überlegt, was wir heute hier machen. Es hätte z.B. auch die Möglichkeit gegeben, eine Walsafari zu buchen. Ich habe im Vorfeld ewig lange im Internet gesucht, ob es denn im März hier überhaupt noch Wale gäbe und bin nicht wirklich schlau geworden. Letzten Endes war es wohl so, dass mehrere Touren rausgefahren sind. Manche haben ein paar Wale (ich glaube Orca’s ) gesehen, die anderen gar nichts. Später erfahre ich dann noch, dass die Wahrscheinlichkeit hier Wale zu sehen, im Winter (so bis ca. Ende März) wesentlich größer ist als im Sommer. Bekanntester/bester Abfahrthafen für Walbeobachtungen ist Andenes.

    Aber irgendetwas mit Tieren sollte es sein. Daher gab’s für uns: „Das Leben der Samen“. Da wir diesen Ausflug relativ früh gebucht hatten, hatten wir unseren Treffpunkt schon um 08:15 Uhr im Theater. Als wir diese Zeit auf den Tickets sahen, hatten wir noch überlegt, umzubuchen. An diesem Tag gab es nämlich diesen Ausflug sage und schreibe 5x! Umgebucht haben wir letzten Endes aber nicht.

    Unsere norwegische Begleitung an diesem Tag war Susanne.
    „Juten Tach, ick bin die Susanne. Und bevor Se fragen, ick bin seit 3 Jahren hier und ja, et jefällt mir und ja, et war Zufall.“
    Das nenn ich doch mal eine umfassende Vorstellung. Die Rentierfarm von Laila liegt nur 15 Minuten mit dem Bus entfernt.

    Dort geht’s dann rein in eines dieser Sami-Zelte. Davor allerdings steht ein Schneemobil und auf der Ladefläche dieses Schneemobils sitzt Lasse, ein Border-Colli, wie angetackert. Na gut, wenn der Hund nicht zu mir kommt, dann kommt eben die Joean zum Hund. Es gibt erste Infos zum Ablauf, aber ich bin beschäftigt. Ich muss Lasse glücklich machen.

    Bevor es dann an die Rentiere geht, erfahren wir noch etwas aus dem Leben der Samen. Der Ausflug hat ja schließlich nicht umsonst diesen Namen.
    Die Sami sind als Minderheit ja offiziell anerkannt und Norwegen sichert ihnen per Gesetz einiges zu. z.B. dürfen nur Sami Rentiere halten, aber kein Norweger. Da der größte Teil der Rentiere das ganze über frei in der Wildnis lebt, werden die Tiere über Ohrmarkierungen unterschieden. Jeder Sami hat seine eigene Markierung. Dafür gibt es ein Register, welches in Alta geführt wird. Sobald ein Sami-Kind geboren wird, beantragen die Eltern für dieses Baby eine eigene Ohrmarkierung – also nicht für das Baby, sondern für die fiktiven Rentiere, die dieses Baby toi, toi, toi mal besitzen wird.

    Einen Sami zu fragen, wie viele Rentiere er hat, wäre in etwa so, als wenn man in Deutschland seinen Nachbarn nach dem genauen Kontostand fragen würde. Wenn man dennoch seine gute Erziehung vergisst und trotzdem fragt, sollte man nicht mit einer ehrlichen Antwort rechnen. Immerhin können wir ihr entlocken, dass ein Kilo Rentierfilet 55,- € kostet.

    Noch eine Besonderheit sei hier erwähnt: Fährt ein Norweger mit seinem Auto ein auf der Straße frei rumlaufendes Rentier an, dann zahlt keine Versicherung den Schaden am Auto. Im Gegenteil. Der Norweger muss dem Sami, dem dieses Rentier gehört, Schadenersatz zahlen. Dieser Schadenersatz richtet sich nach Alter, Gewicht und Fellqualität des Tieres.

    Bei Unfällen mit Elchen hingegen ist das anders, Elche gehören niemandem und da zahlt auch die Versicherung.
    Dann geht es Richtung Rentiergehege. Normalerweise ist es so, dass die Rentiere in freier Wildbahn leben und nur einmal im Jahr zusammengetrieben werden. Für einige dann allerdings mit keinem glücklichen Ende – irgendwo muss das Filet ja herkommen.

    Auf diesem Hof hier werden immer einige der Tiere in einem Gehege gehalten, damit sie nicht vor den Touristen türmen. Allerdings wechselt die „Besatzung“ des Geheges in regelmäßigen Abständen, damit die Tiere sich nicht an die Gefangenschaft gewöhnen sollen. Das scheint nur mittelprächtig zu klappen, denn Susanne erzählt uns, dass „in die Freiheit“ entlassene Tiere regelmäßig auf der anderen Seite des Zaunes auftauchen, weil sie die hier nie versiegenden Nahrungsquellen schätzen.

    Vor dem Eingang des Geheges kann sich jeder eine Handvoll Flechte mitnehmen. Der normale Ablauf ist dann folgender: Tür auf, Touri rein, Rentier kommt und frisst dem Touri die Flechte aus der Hand.

    So in etwa ist das auch bei allen anderen – nur nicht bei mir. Ich stehe dumm rum und versuche, meine Flechte ans Ren zu bringen. Ohne Erfolg. Um mich machen die Biester einen Riesenbogen.
    Warum?
    Die Antwort ist einfach: ich rieche wie Lasse.

    Dann muss ich mich halt auf Fotos beschränken. :)

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    Der hier ist mein „Supermodel“:

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    Viel zu schnell geht’s dann wieder zum Schiff zurück.

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    Dort übt derweil die Mannschaft.

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    Gegen 12:00 Uhr kommt dann täglich die Hurtigrute und legt nicht weit von der AIDA entfernt an. In unserem Fall ist es heute das älteste Schiff der Flotte – die Lofoten.

    Wir machen uns irgendwann kurz danach auf zu einem Spaziergang durch Sortland. Dabei kommen wir in dem kleinen Hafenterminal am einem Tischchen der Hurtigrute vorbei. Wären wir mal stehen geblieben!
    So aber laufen wir etwas durch diesen Ort und machen Fotos von blauen Häusern. Tagesfüllend ist das nicht.

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    Das Wetter war an den Tag noch eher eins von den besseren. Und immerhin war es trocken.

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    Trotzdem zieht es uns beizeiten zurück aufs Schiff.

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    Auf dem Rückweg kommen wir dann an dem hier vorbei. Ein Pinocchio-Schneemann.

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    Aber noch besser gefällt uns das hier. Zwei junge Frauen aus dem Beauty- und Spa-Team haben in ihrer knapp bemessenen Freizeit nichts Besseres zu tun, als ihr Zuhause auf Zeit aus Schnee nachzubauen. Die beiden sind noch mit letzten „Verschönerungsarbeiten“ beschäftigt und wir erfahren, dass sie für dieses Modell nur etwa 2 Stunden gebraucht haben. Da man das hier schwer nachvollziehen kann, will ich nur mal erwähnen, dass die „Schnee-AIDA“ eine Länge von ca. 1,5 Metern hatte. Eine Superleistung.

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    Irgendwann im Laufe des Nachmittags besorgen sie sich noch blaue und rote Farbe und verpassen der „SchneeAIDA“ den blauen Ring und ein Mündchen. Das entsprechende Bild wird dann am Ende der Reise auch als DAS Bild dieser Kreuzfahrt den ersten Platz belegen.

    Was hätten wir hier unternehmen können, wenn wir am Beginn unseres Spaziergangs nicht an dem Tischchen im Hafenterminal vorbeigegangen wären?
    Wir hätten z.B. erfahren, dass die Möglichkeit besteht, mit der Hurtigrute eine Station weiter zu fahren (keine Ahnung, wie die heißt, liegt aber schon wieder auf den Lofoten) und von dort aus mit dem Bus zurück nach Sortland.
    Der eine oder andere hat dies wohl gemacht und erzählte hinterher von der wohl ziemlich ungewöhnlichen Innenausstattung dieses doch schon älteren Hurtigrutenschiffes. Plüschige Vorhänge und große Couchgarnituren ließen das Ganze wohl mehr wie ein altes Wohnzimmer, denn wie ein Schiff aussehen.

    Als die Sonne sich dann langsam anschickt, unterzugehen, blitzt nochmal blauer Himmel durch.

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    Abends ist dann Après Ski-Party und wir schaffen es doch tatsächlich mal in diesem Urlaub, an Deck zu tanzen. Allerdings weigern wir uns, dies zu Titeln wie „Ich hab ne Zwiebel aufm Kopf, ich bin ein Döner“ oder „geh Bier holen, Du wirst schon wieder häßlich“ zu tun. Irgendwann wird das Niveau dann um eine halbe Umdrehung auf Helene-Fischer-Level gehoben. Na gut, das hat zumindest einen (für uns) tanzbaren Rhythmus.

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    LG Joean

    Sonntag, 19. März 2017
    Alta + auf dem Weg nach Sortland = 290 Seemeilen


    Früh begrüßt uns endlich mal strahlend blauer Himmel bei –5°C.

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    Wir werden noch bis 10:00 Uhr hier in Alta liegen, um die Gäste, die im Sorrisniva Schneehotel übernachtet haben, wieder an Bord zu nehmen.
    Kurz vor dem Ablegen wird ein Rettungsboot zu Wasser gelassen. Gegen ein geringes Entgelt haben einige Gäste die Möglichkeit, das Ablegen des Schiffes vom Rettungsboot aus zu beobachten.

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    Ich beobachte auch, aber von Deck aus. Dabei stehe ich neben einer Familie (2 Kinder, Papa, Oma + Opa) die wie verrückt dem Bötchen zuwinken.„Kommt die Mama jetzt gar nicht mehr wieder?"
    Oh, das verlangt aber jetzt nach einer dringenden Antwort, sonst gibt’s hier gleich noch Tränen.

    Während das Schiff dann aus dem Altafjord wieder rausfährt, wird auch das Wetter wieder schlechter.

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    Ab 13:00 Uhr wechseln sich dann mal wieder ein Schneesturm mit 100 Metern Sicht, mit Regen und Sturm mit 50 Metern Sicht und Nebel mit gefühlten 3 Metern Sicht ab. Ein Sonntagnachmittag, der geradezu nach einem ausgedehnten Mittagsschläfchen verlangt.

    Am Abend dann die nautische Fragestunde mit Kapitän Lars Krüger. Schon die Ankündigung durch die Entertainment Managerin gibt Anlass zum Schmunzeln:
    „Und hier kommt er, Ihr Kapitän, der heute früh noch auf Deck 10 ausgelaufen ist.“

    „Guten Abend, meine lieben Gäste. Bitte lassen Sie gleich mich eines klarstellen. Sowohl Schiff als auch Kapitän sind absolut wasserdicht.“

    Anders als sonst, können hier sofort Fragen gestellt werden. Dann kommt auch schon eine Frage, die ich mir selbst auch schon oft gestellt habe.
    Wie misst man eigentlich Wellenhöhen?
    Antwort: Mit Satellit.
    Und zwar ist die Wellenhöhe die Differenz zwischen dem tiefsten und dem höchsten Punkt. Es gibt also keine (gedachte) Nulllinie.

    Das Gerät, welches wir übrigens am ersten Abend in Steinwerder eingeladen haben, war ein Wellengenerator. Dieser sitzt auf der Schiffswelle und erzeugt Strom, einfach dadurch, dass sich der Propeller dreht. (Alle technisch Bewanderten mögen mir aufgrund meiner laienhaften Beschreibung verzeihen.)

    Wir erfahren weiter, dass die beiden Hauptmaschinen der Cara 30.000 PS haben und eine Tonne Diesel in der Stunde verbrennen. Bisher haben sie damit dieses Schiff ca. 7,5 Millionen Seemeilen über die Meere diese Welt getragen.

    Und dann räumt Kapitän Krüger noch mit einer dieser irrigen Vorstellungen auf. Auch wenn der Lotse an Bord ist, hat der Kapitän immer noch die volle Verantwortung. Einzig im Panamakanal sei dies anders – theoretisch!
    Praktisch sei es so, dass – sollte dort etwas passieren – sich die Kanalgesellschaft und die Reederei des Schiffes immer 50/50 einigen.
    Woher er dies wisse? „Aus eigener Erfahrung.“

    LG Joean

    bei Nacht und Sternenhimmel bitte mich beim nächsten mal persönlich aufklären

    @Königin
    Oh ja, das wird schön. Wir setzen uns in den Weinberg (muss ja dunkel sein 8o ) , beauftragen König und Göga umschichtig mit Lieferung des Weinnachschubs und wenn sie später auf den Bildern nichts erkennen, dann haben sie einfach zu wenig getrunken. hihi :S
    Ich freu mich schon drauf. Schön, dass Du auch mitliest.

    LG Joean