Kommen wir nun noch zu Fazit Teil 2 – der Situation im Verlängeruns-Teil der Reise, weil wenige reiche Männer Krieg auf Kosten vieler vieler Unschuldiger austragen müssen:
Zur späteren Situation insgesamt sei gesagt, dass ich auch damit eigentlich sehr gut zurechtkam. Auf dem Schiff ließ es sich durch den fortschreitenden, so gut wie normalen Hotelbetrieb (auch wenn natürlich das Außendeck gefehlt hat), sehr gut aushalten. Geprägt waren diese vier Tage eigentlich durchweg dadurch, dass man sich eben unsicher gefühlt hat, weil man nicht wusste, wie es weitergeht. Es hätte eben jederzeit etwas sein können, was ja zum Glück im Nachhinein betrachtet nicht der Fall war. Es gab zwar zweimal einen Alarm, allerdings kam ich in diesem Moment auch gut damit zurecht. Die größte Sorge war natürlich die Ungewissheit, weil man nicht wusste, wann man denn jetzt nach Hause fliegen kann und wie sich die Situation weiterentwickelt. Gerade morgens war diese Stimmung bei mir der Fall, den Tag über wurde es dann immer deutlich besser mental. Ich muss dazu sagen, im Vergleich zu vielen Anderen vergingen die Tage für mich gefühlt nicht zu langsam und Schlafen konnte ich auch trotz der Umstände wirklich gut.
Als die Flüge dann nach Hause wieder anliefen, war dies ja zunächst erst mal relativ langsam der Fall, was natürlich auch nicht sehr positiv stimmte. Aber zum Mitte/Ende der Woche ging ja dann alles zum Glück sehr schnell.
Wie ich ja auch schon geäußert habe, hat die Crew und die Rederei jederzeit ihr Bestes gegeben. Man hatte das Gefühl, auf dem Schiff gut aufgehoben zu sein. Ich bin keinem Beteiligten dieser Reise, außer den ranghohen Poltikern, welche für diesen Krieg verantwortlich sind, böse für irgendetwas.
Die Situation war meiner Meinung nach in keiner Weise vorauszusehen und vor allem nicht in diesem Ausmaß. Viele mögen mich da jetzt für blauäugig halten, aber dass die Lage so eskaliert und diese Vielzahl an Nachbarstaaten, wie auch die Emirate mit reingezogen werden, war nicht vorauszusehen (sonst wären wohl auch kaum so viele Touristen in der Region gewesen). Und selbst wenn, es hat auch viele getroffen, welche einfach nur zwei Stunden dort am Flughafen umsteigen wollten und dann tagelang festsaßen, hätten diese das auch voraussehen sollen? Hier wurde viel Stimmung gemacht im Internet und ja vielleicht hätte man das Risiko nicht eingehen dürfen, aber dann dürften wir so gut wie nirgends mehr hinreisen oder auch zuhause viele Dinge nicht mehr tun.
Wir Touristen sind in der bequemen Lage, dass wir bereits alle ausreisen konnten und sicher wieder zuhause sind, denkt man aber einmal an alle Menschen, die in dieser Region leben, sind unsere Probleme doch ganz kleine und lösbare. Das sollten sich einige Menschen hier mal vor Augen führen.
Auf dem Schiff war man in der Region mit in einer der besten Situationen von Allen, da man gut versorgt war und alle in der gleichen Lage waren und es sich gut um uns gekümmert wurde. Dafür nochmal einen Riesendank an die Crew und die Verantwortlichen.
Ich möchte es jetzt nicht noch weiter ausufern lassen, deswegen:
Ich bin sehr froh, dass ich diese Reise erleben durfte, hätte auf den letzten Teil sehr gerne verzichten können, aber nehme aus diesem sehr viele Erfahrungen für mein Leben mit und habe diesen Teil gut verarbeitet. Auf lange Sicht werden, denke ich, die positiven Gefühle und Eindrücke des Reiseteils überwiegen und ich bin froh, diese schöne und atemberaubende und faszinierende Gegend dieser Welt noch einmal sehen zu können. Wer weiß, wann dies wieder der Fall ist.
Es war eine atemberaubende, ereignisreiche Reise, im ersten Teil auch erholsame Reise mit vielen schönen, ruhigen, faszinierenden aber gegen Ende auch ängstlichen und ungewissen Momenten, welche mehr als gedacht Teil meines Lebens geworden ist und einen viel zum Reflektieren gebracht hat und an was man sich immer erinnern wird.
Urlaubstechnisch steht fest: So schnell wird MeinSchiff mich nicht los, das nächste Mal aber voraussichtlich wieder wie beim ersten Mal nicht alleine, aber auch nicht ausgeschlossen, dass eine Balkonkabine auch nochmal für mich alleine mein einwöchiges Zuhause auf irgendeinem vermeintlich ruhigem Gewässer dieser Welt wird.
Für alle die bis hierhin durchgehalten und gelesen haben, Respekt und vielen Dank. Vielen Dank an alle, die mich ermutigt haben diese Reise zu machen und mir gut zugeredet haben.
Vielen Dank und Grüße an alle (auch wenn davon keiner hier sein wird), die ich auf der Reise kennengelernt habe und eine schöne Zeit verbracht habe.
Vielen Dank an alle, die mir in der ungewissen Zeit des zweiten Teils beigestanden haben, mich aufgebaut haben und mir Kraft gegeben haben (auch hier im Forum in diesem Thread und einige auch per PN, hiermit danke ich euch Allen).
Viele Grüße, man "sieht" sich hier im Forum
, Jonas