Teil 1 wegen Zeichenbeschränkung:
Hallo alle ehemaligen Mitfahrer,
durch die erste Kreuzfahrt nach dem Nachwuchs, blieb auf der Reise keine Zeit mal reinzuschauen. Aber jetzt wollte ich auch ein paar Eindrücke loswerden und schauen, ob sie von euch geteilt werden.
Wir waren durch Schwangerschaft und Geburt das letzte Mal im Juni 2022 los, vorher meist 2x im Jahr. Mit der MS 3 waren wir bisher nicht unterwegs, 2019 mit der baugleichen 4 in Spitzbergen. Unsere letzten Touren waren jeweils mit der 6, sowie der neuen 1 und 2 - rein Routen bedingt.
Wir hatten letztes Jahr die Verwandtschaft dazu gebracht eine Kreuzfahrt zu testen, die war mit der 3 Richtung Norwegen (September 2023). Da gab es schon sehr viele negative Kommentare, die wir aber erstmal auf skeptische Einstellung bezogen haben und uns jetzt selber ein Bild verschaffen konnten.
Folgende Punkte sind uns ein wenig aufgestoßen:
- Check in: wir hatten den early Check In gebucht, da wir bereits am Samstag angereist sind. Seitens TUI war es nicht gerade gut vorbereitet und es waren lediglich 2 Mitarbeiter zum Ausweis und Foto aufnehmen da - okay, konnte man noch verkraften. Hinter der Security standen wir allerdings 45 Minuten vor der Gangway und konnten nicht auf das Schiff. Anscheinend war die zweite Gangway oder die Luke am Schiff defekt (bei Rückkehr am 08.01 gab es wieder getrennte Ein- und Ausgänge), sodass zunächst für eine lange Zeit nur Passagiere aussteigen durften. Okay technische Probleme kann es geben, 1 von 3 Stunden Verzögerung ist bei 35€/Person aber schon ärgerlich
- Ausgänge an den Häfen: Die Ausgänge befanden sich an jedem Hafen an Deck 4 oder 5. In Amsterdam und Rotterdam kein Problem, weil die Hafeninfrastruktur gut war, in Zeebrügge und Le Havre allerdings eine Katastrophe. In Zeebrügge sind wir wettertechnisch (starker Wind und viel Regen) auf dem Schiff geblieben. Der Ausgang befand sind in der TUI bar zwischen den eher ungemütlichen Plätzen und der Landausflugsabteilung. An die riesige Luke war eine kleine Treppe angeschlossen, sodass viele viele Quadratmeter frei waren, durch die die schöne kalte Luft und Schiff ziehen konnte. Die TUI bar war ohne Jacke kaum nutzbar und selbst in der Gröönebar war es sehr sehr kalt (ansonsten war das Schiff für unsere Wünsche eher 2-3 Grad zu warm). In Le Havre war der Ausgang auf Deck 4 oder 5 (bin ich mit nicht mehr sicher). Entsprechend steil war der Ab- und besonders der Aufstieg. Mit Kinderwagen schon eine kleine Herausforderung - natürlich haben die Mitarbeiter direkt Hilfe angeboten - bei einigen Rollstuhlfahrern und einem nicht geringen Anteil an nicht mehr so mobilen Passagieren (wie auf Abfahrten aus Deutschland üblich), fand ich das schon sehr sportlich. Wir hatten es auf unseren bisherigen Fahrten selten, dass der Ausgang nicht auf Deck 2 oder 3 war und wenn mit entsprechender Infrastruktur des Hafens (wie in Amsterdam und Rotterdam)
- Personal: Das soll kein Angriff auf das Personal sein - die Mitarbeiter geben auch heute noch ihr Bestes und wir alle kennen die Arbeitszeiten. Aus meiner Sicht ist es eher ein strategisches Problem der Unternehmensführung oder der Schiffsführung (?). Wir haben ein wenig mit dem Fotografen bei der langen Wartezeit am Anreisetag gesprochen über die letzte Tour (35 Tage Überfahrt) und allgemein die schönsten Ziele usw. Er hat uns gesagt, dass zu unserer Tour sehr viel Personal wechselt (was ja normal ist und nach so einer langen Reise vor der Weihnachtssaison auch verständlich), davon aber ein Drittel komplett neues Personal. Das hat man besonders am Anreisetag und ersten Seetag extrem gemerkt und hat sich gegen Ende der Reise ein wenig verbessert. Bei so einem so starken Eingriff bekommt man schon ein wenig den Eindruck, dass auf der 3 gelernt werden soll, damit die neueren Schiffe weiterhin den bekannten MS Service aufweisen. Auffällig für uns war, dass gerade bei den Barkeepern, aber auch teilweise im Service an den Bars viel deutschsprachiges (Deutschland, Schweiz, Österreich) Personal vorhanden war. Besonders bei den Barkeepern hat man allerdings gemerkt, dass sie frisch auf dem Schiff sind und bei der mittlerweile sehr großen Getränkekarte erstmal die Rezepte und Abläufe lernen müssen - da nun wieder übergeordnete Kritik: wenn ich lediglich eine Innenbar öffne, dann muss ich hier ausreichend erfahrenes Personal (wer kennt es nicht: 5 Flaschen zeitgleich in der Hand und es entsteht ein Cocktail) einsetzen, damit das neue Personal auch lernen kann. Am ersten Seetag war teilweise kein Service am Platz und wenn inkl. Getränkelieferung mit einer Wartezeit von einer Stunde, was dazu geführt hat, dass die meisten Passagiere an die Bars gegangen sind mit entsprechenden Schlangen. Die Freundlichkeit im Service war leider auch ganz anders als man es kennt - wie oft hat man früher kurz mit dem Service gesprochen - egal ob auf Deutsch oder Englisch - und es sind eigentlich alle mit einem Lächeln zu einem gekommen. Aber auch das ist verständlich in einer neuen Umgebung und entsprechend Stress durch die Belastung. Für mich auch hier ein übergeordnetes Thema und das Personal an sich sollte nicht angegriffen werden
- Atlantik: Wir hatten durch die Berichte der Verwandtschaft vom September 2023 schon gehört, dass es keine Unterschiede mehr im Menü zwischen Mediterran und Klassik gibt. Trotz Hoffnung, dass es eine Ausnahme war, ist es leider immer noch so. Selbst die Favoriten für jeden Tag sind in beiden Restaurants gleich, haben sich aber mehrfach innerhalb der Reise gewechselt (zumindest der Hauptgang). Für uns ein klarer Abstieg zu früher. Wir haben uns oft nach dem Menü entschieden. Eine Zeit lang gab es das Klassikmenü, das mediterrane, das vegane und auch das ganz schön gesund Menü zusätzlich natürlich die Klassiker. "Nur" 2 Menüs mit Variationen je Gang ist ein wenig Meckern auf hohem Niveau, 2 unterschiedliche Restaurantkonzepte, die sich nur noch durch die Tischdecken unterscheiden, macht für uns keinen Sinn und als Wiederholungstäter (Vielfahrer möchte ich bei 10 reisen hier im Vergleich noch nicht sagen) enttäuschend, wenn man es anders kennt. Von den Rezepten her ist vieles dabei was man kennt, die Karte wurde während Corona schon umgestellt und rein von den Warenkosten etwas gesenkt (keine Hummer Linguin, kein Thunfisch-Steak mehr, dafür diese Reise wieder ein Rinderfilet), geschmacklich war es aber weiterhin auf altem Niveau. Die Portionen sind im Hauptgang wirklich klein geworden (am ersten Sonntag gab es als Adventspecial Entenbrust, es gab genau eine kleine Tranche von der Brust), der erfahrene Passagier weiß natürlich, dass es durch double Portion etc ausgeglichen werden kann - viele vielleicht aber auch nicht. Vom Service und Zeiten war es für uns normal. Am ersten Tag noch Chaos, ab Tag 2-3 normalisiert es sich. Auffällig die frühen und langen Schlangen vor 6, kann mit den langen Wartezeiten an den ersten Tagen zu tun haben oder mit dem komplett ausgebuchtem Schiff. Die eine Station ist langsamer, die andere schneller (Unterschied zwischen: der nächste Gang wird bereits beim Servieren des aktuellen durch den Service angefordert oder erst, wenn man aufgegessen hat).
- Anckelmann: für uns alles wie gehabt. Speisen ähnlich geblieben, auf den neueren Schiffen gibt es ein wenig mehr Auswahl, besonders durch den größeren ganz schön gesund Bereich, war aber vor 5 Jahren auf der 4 ähnlich. Wok Station war besser bestückt als auf unseren letzten Reisen. Es gab eigentlich immer Garnelen, vielleicht hat es aber auch mit dem Gosch zu tun und Synergien, da man die Garnelen hier eh benötigt. Das angesprochene Zettelsystem sollte natürlich nicht sein und ist ein klarer Rückschritt (brauchten sie das System für die 7 oder war es einfach defekt auf dieser Reise?)
- Bars: etwas, was wir immer noch nicht verstehen aber schon seit vielen Jahren so ist. Auf einer Reise aus Deutschland sollte bekannt sein, dass viele Leute den early check in nutzen und auch, dass viele Gäste bis 11 auf dem Schiff bleiben. Dennoch sah die Barsituation aus: Innen lediglich die TUI bar offen, außen alle 3 bars - zu dieser Zeit war das Wetter aber eher noch auf innen ausgelegt, auch wenn es später besser wurde. So waren viele Passagiere in der TUI Bar bei aufgrund der Anzahl überforderten Personal und im Gästechaos, weil sowohl Ein- als aus Ausgang hier war. Viele haben sich in die Gröönebar oder Himmel und Meer Lounge gesetzt, jeweils aber bis nachmittags ohne Besetzung der Bar. Auch an Seetagen war es nicht groß anders. Die Himmel und Meer Lounge hat um 10 (?) aufgemacht, die Gröönebar erst nachmittags die schaubar wie immer später. Die Außenbars waren fleißig durchgehend besetzt, das Wetter hat aber zu geringer Auslastung geführt. Für Raucher wurde der Bereich an der Unverzichtbar freigegeben, die auch genutzt war durch den Innenpool. Die Überschaubar hatte man Richtung Gröönebar verschieben können für die Entzerrung im Innenbereich. Das sind aber alles alte Probleme und keine Schiff-spezifischen.