Beiträge von Sowieso

    Reykjavik Tag 1 - Fortsetzung -

    Dieser interessante Bus parkte am großen Gullfoss-Parkplatz. Er erinnerte mich an damals, vor 30 Jahren - unsere isländischer Reiseführer für die Zeltsafari fuhr auch so ein geländegängiges Teil. Damals war die Ringstraße noch nicht so toll ausgebaut und Flussquerungen gehörten zur Normalität. Auch sind wir damals von Nord nach Süd durchs Hochland gefahren über "Sprengisandur" und das war schon abenteuerlich. Aber ich schweife ab....

    Mittlerweile war es nachmittags und wir befanden uns auf dem Rückweg vom Geysir nach Reykjavik. Herrliche Landschaften waren unterwegs zu sehen. Nächste Station war Thingvellir, die Spalte zwischen den beiden Kontinentalplatten sowie der umliegende Nationalpark. Aus meiner Erinnerung hatte ich nur noch den historischen Platz in Erinnerung mit den kleinen weißen Häuschen, wo früher Gerichtsverfahren abgehalten wurden und meiner Erinnerung nach die Wiege der Demokratie liegt. Ich dachte eigentlich, da müsste man nicht unbedingt nochmal hin, aber wenn es halt auf dem Weg liegt...

    Ich wurde eines Besseren belehrt. Bei der Anfahrt war über viele Kilometer nur Tempo 50 erlaubt, da man mitten durch ein Naturschutzgebiet fuhr. Es gab eine riesige Seenlandschaft und viele kleine Wanderparkplätze. Also sollte ich in diesem Leben doch noch mal Landurlaub in Island machen, dann würde ich hier mehrere Wandertage einplanen. So schön! Leider habe ich das nicht auf Bildern festgehalten, da wir nicht angehalten haben.

    Direkt bei der Spalte Thingvellir gibt es diverse Touristenparkplätze. Eigentlich wollten wir zu dem Hauptparkplatz. Aus Unwissenheit sind wir einmal zu früh links abgebogen und siehe da, es war eine längere Stichstraße und überall kleine Parkplätze mit Zugang zum Gebiet. Wir sind dann mehr oder weniger aus Zufall auf P5 gelandet, und den kann ich sehr empfehlen. Dort standen ca. 15 Autos.

    Es gab eine kostenfreie Unisextoilette - halbwegs annehmbar für mitten in der Pampa. Die Unisex-Idee fand ich super. Und es gab die tollsten Wanderwege im Gebiet und durch die Spalte. Wir sind eine mittelgroße Runde gegangen, wollten ja den Fuß noch schonen, aber hier hätte man auch mehr Zeit verbringen können. Wir sind dann auch irgendwann an dem großen Busparkplatz vorbei gekommen, also da hatten wir es ja viel besser getroffen. Aber seht selbst...

    Mit blauem Himmel ist Island so schön! :love:

    Hier ist man zwischen den beiden Kontinentalplatten, welche auseinanderdriften:

    Total zufrieden mit diesem gelungenen Tag erreichten wir Reykjavik. Wir hätten das Auto bis 23 Uhr behalten können, aber wir haben es direkt an der Autovermietung getankt und abgegeben. Den Schlüsselkasten zu finden war allerdings eine echte Herausforderung.

    Obwohl wir den Tag schon recht viel gelaufen sind, hatte mein Mann mittlerweile weniger Bedenken den Fuß zu belasten und wir sind die 2,5km zum Schiff zurückspaziert. Gegen 18:30 waren wir wieder an Bord. Zuvor informierten wir uns noch über die Fahrzeiten vom HohoBus, das ging nur per QR-Code, es war kein Fahrplan angeschlagen.

    Das Schiff war angenehm leer, sicher haben viele den Abend in der Stadt verbracht, Reykjavik hat ja viele schöne Restaurants und Bars. Wir haben sehr entspannt im Atlantik gegessen und waren wie immer sehr zufrieden.

    Zum Abschluss bekommt ihr noch die Ausblicke vom Schiff im Hafen liegend:

    Steuerbordseite: (zu der kleinen Insel konnte man mit einer kleinen Fähre übersetzen)

    Backbordseite von unserem Balkon. Im Hintergrund rechts sieht man die "City", man kann am Wasser entlang gehen wenn man möchte. Unten der HohoBus - unser Programm für morgen. Das besondere an dem Bild ist, es wurde ca. gegen 23:30 aufgenommen. Toll, wenn es nicht dunkel wird!

    Und so ging ein toller Tag zu ende.

    Das sehe ich witzigerweise ganz anders. Ich ernähre mich gern gesund und gerade auf dem Schiff habe ich doch viel mehr Möglichkeiten! Soviele tolle Obst- und Gemüseangebote habe ich doch zu Hause gar nicht.

    Es ist für mich auf dem Schiff kein Verzicht, sondern sogar ein echter Gewinn, da ich so viel mehr Auswahl habe. Zuhause schnippele ich mir doch nicht jeden Tag veschiedene Salate oder Gemüsepfannen.

    Es hat also was mit der Lebens- und Essenseinstellung zu tun. Wenn ich sowieso bspw. Veganer wäre (was ich nicht bin), warum sollte ich das auf dem Schiff ändern?

    Reykjavik Tag 1 - 16.07.2023 - irgendwas ist anders.....

    Auf diesen Tag habe ich mich besonders gefreut. Heute soll es auf den "Golden Circle" gehen, und hier stand auch schon früh fest, wir nehmen einen Mietwagen und machen das ganz in Ruhe. Wir hatten das große Glück overnight zu liegen und so konnte man ja egal wie spät abends wieder zurück sein. Und hell bleibt es ja eh...

    ... ja was ist heute anders? Ihr ahnt es schon? Richtig! SONNE!!!!!!!!! Und das sogar an beiden Reykjavik-Tagen. Dazu 16 Grad, das ist doch eigentlich T-Shirttauglich. OK, der Wind war immer noch stramm, aber das wäre ja meckern auf hohem Niveau.

    Nach entspanntem Frühstück machten wir und auf den Weg, wieder zu Avis Budget, wieder VW Polo zu 158 € gebucht. Die Station liegt leider im Industriegebiet, ca. 2-2,5 km Fußmarsch. Es gibt einen kostenlosen TC Shuttlebus zur City (ca. 4,5km entfernt), aber das war für uns die falsche Richtung.

    Um den Fuß zu schonen, nahmen wir ein vor dem Schiff stehendes Taxi. Der Lektor sagte ja, in Reykjavik seien Taxen günstig, (ich meine, er sagt was von 2,50€ pro Kilometer), umso mehr staunten wir, dass wir 25€ berappen mussten. Diskussion zwecklos. Angeblich gelten für Taxifahrt in die Stadt Festpreise von 25€. Dass wir da gar nicht hinwollten und unsere Strecke viel kürzer war, hat nicht gezogen. Egal. Also kurz geärgert und dann bezahlt. Ging übrigens in bar mit Euro.

    Wir hatten für 10:30 den Mietwagen bestellt, mit Absicht nach dem großen Ansturm und leider hat die Übergabe hier gar nicht gut geklappt. Die Autovermietung war ja um einiges größer als in Akureyri, es waren 4 Schalter besetzt, aber die Abläufe pro Kunde haben ewig gedauert. Als wir dann endlich auch mal dran waren, wurde auch versucht, uns eine weitere Zusatzversicherung anzudrehen, aber da wir vorgewarnt waren, haben wir das verhindern können. Uraltführerschein und falsche Kreditkarte war aber wieder kein Problem.

    So nach einer Stunde hatten wir dann unser Fahrzeug, diesmal den etwas kleineren Hyundai I20, war völlig in Ordnung. Nur die Lenkung war wieder so schwammig - dank Gockel haben wir dann rausgefunden, dass man den Spurhalteassistenten ausschalten mussten, danach war alles supi. Das hätten wir mal am ersten Mietwagentag schon wissen müssen.

    Intensiv hatte ich mich mit der Route beschäftigt. Klar war, irgendeine Lagune muss sein auf Island. Mein Mann war da nicht wirklich begeistert, aber ich und der Junior legten da sehr viel Wert drauf. Die Eintrittspreise sind allerdings z. B. für die Blaue Lagune wirklich eine Unverschämtheit. Wir haben uns dann dank Tipps aus dem Forum für die Secret Lagoon entschieden, und die war dann auch gleich unser erstes Ziel. Ich hatte gelesen, es ist vorteilhaft, hier vormittags zu sein.

    Also hatten wir zunächst eine längere Fahrt nach Fludir zur Secret Lagoon. Auf dem Weg gab es schon ganz viel "Landschaft" zu sehen. Diese Lagune ist auf Privatland gelegen, umgeben von kochenden Quellen und hat ein naturwarmes Badebecken mit ca. 38 bis 40 Grad. Für jeden gab es eine Poolnudel zum Drauflümmeln. Dazu saubere, zweckmäßige Duschen und Umkleiden, wirklich ein toller Tipp.

    Um die Lagune herum ist ein kleiner Rundweg, auf dem man sich abkühlen kann oder auch so noch mal herumlaufen kann. Dort sind gut gesichert die heißen Quellen.

    Es hat uns allen gut gefallen, aber ewig kann man sich nicht aufhalten, sonst wäre man gar gekocht. Highlight war dann noch der 10-Sekunden-Wäschetrockner für die Badekleidung und der kostenlose Wassersprudelbrunnen zum Trinken. Sowas würde mir in Deutschland auch gefallen.

    Als wir die Lagune verließen, so gegen 14 Uhr, kam ein voller Reisebus. Also, alles richtig gemacht! Welch schöner Start unserer Tour!

    Dann jagte ein Highlight das andere - Gullfoss natürlich....

    ... und der Strokkur als Geysir. Schon spannend, wenn hunderte Handys auf den einen Moment des "Blubb" warten....

    Aufgrund der Menschenmassen habe ich hier kaum forumskonforme Bilder anzubieten. Beide Ziele waren mir noch von vor 30 Jahren in guter Erinnerung, muss man definitiv gesehen haben. Der Wind war immer noch stark und kalt, wir haben uns alles in Ruhe angesehen, aber auch nicht ewig verweilt.

    Fortsetzung des Tages folgt...

    Ich nehme an Bord nicht zu. Man kann ja bei allem Genuss entscheiden, was man essen möchte. So esse ich abends dann halt mehr Gemüse und Fleisch, statt vieler Nudeln oder Kartoffeln und es gibt nicht immer einen sahnigen Cocktail, sondern auch mal ein leichteres Getränk. Und wenn es mittags eine süße Nachspeise gab, dann halt abends nicht, sondern lieber Obst oder so.

    Und Treppe statt Fahrstuhl ist für mich sowieso ein Muss, steigert die Fitness nebenbei.

    Hallo Takis, natürlich kenne ich deinen Reisebericht, den ich zur Vorbereitung gelesen hatte.

    Deine Begeisterung war ja nicht zu überlesen! Freut mich, dass du nochmal mit mir mitkommst.

    Isafjördur - 15.07.2023 - 7 Grad, stark bewölkt

    Entgegen der Ansage blieb die Nacht ruhig und wir konnten entspannt in den Tag starten. Da wir wieder Tenderzeit 11:00 hatten (Tenderland "Barbados" - ein Hohn, diese Namen....) blieb genug Zeit für mein Frühschwimmen und ein entspanntes Frühstück.

    Isafjördur ist eine kleine, hübsche Hafenstadt in den Westfjorden. Es gibt einen festen Liegeplatz im Hafen, dieser wurde von der AidaBella belegt, wir hatten etwas zuviel Tiefgang und mussten weiter draußen ankern. Das Tendern hat aber wieder sehr gut geklappt und es macht ja bei ruhigem Wasser auch Spaß.

    In direkter Umgebung gibt es keine größeren Attraktionen, man hätte jedoch per Busausflug mit weiteren Fahrten Wasserfälle und Fjordlandschaften entdecken können. Ursprünglich hatten wir zu zweit den Bikeausflug am Vormittag gebucht und wären nachmittags dann nochmal zu dritt in den Ort gegangen. Durch die Fußverletzung meines Mannes haben wir uns dann für individuelles Erkunden, ähnlich wie in Seydisfjördur, entschieden.

    Wettermäßig war immer noch Luft nach oben, aber man freut sich ja schon über von oben halbwegs trocken und keinen starken Wind, wer will denn da noch Sonne erwarten?

    Ich hatte für mich und den Junior eine 11km Wanderung zu einem kleinen Wasserfall recherchiert. Zunächst sind wir jedoch gemeinsam durch den hübschen Ort spaziert.

    Es gibt sogar einen winzigen botanischen Garten...

    Dann trennten sich die Wege, mein Mann schlenderte gemütlich zum Schiff zurück und wir erklommen den Berghang zu unserer geplanten Wanderung. Der Weg war superschön und abwechslungsreich angelegt, jedoch hatten wir auf dem ersten Kilometer die reinste Völkerwanderung. Schade nur für die Bilder, dass wieder die Wolken so hartnäckig tief hingen.

    Gefühlt jeweils ein halbes Mein Schiff und eine halbe Aida kraxelten durch die Landschaft. Mittendrin die jeweiligen Fotografen der Fotoshops. Ich hatte mich mit einer Familie von der Aida unterhalten, welche am selben Tag wie wir in Hamburg losgefahren sind, Island allerdings von Westen kommend anfuhren und dann weiterfuhren nach Spitzbergen, insgesamt 17 Tage. Zu dem Zeitpunkt war ich glatt ein bisschen neidisch....

    Irgendwann haben wir uns entschlossen, doch nicht mehr bis zu dem Wasserfall zu gehen, es wäre dann doch noch recht weit geworden und der einsehbare Weg schien eher eintönig zu werden. Also gingen wir auf einem Parallelweg wieder zurück, der wieder hübsch angelegt war. Diese Entscheidung war goldrichtig!

    Als wir wieder im Ort ankamen, wollten wir eigentlich noch gemütlich am kleinen Strand entlangschlendern - plötzlich fing es an zu schütten und hörte auch nicht mehr auf. Da können ein paar hundert Meter zum Tenderboot lang werden! Welch Glück, dass wir nicht die lange Runde gewandert sind, wir wären wieder pitschnass geworden und das braucht man ja nicht täglich.

    Zum Glück konnten wir ohne Wartezeit direkt aufs Tenderboot und saßen erstmal trocken. Mein Mitleid galt wieder den Nachmittagsradlern, deren Tour startete jetzt und wieder sind alle in voller Regenmontur los.

    Zur Belohnung gab es nochmal den leckeren Burger im Tag und Nacht. Dann hatte ich noch eine "HeißeRolle"-Massage gebucht, die kam gerade richtig und war wirklich gut. Abends hatte ich dann noch einen Platz im Pilateskurs ergattert. Abschließend wurde im Anckelmanns gegessen und mein Mann besuchte im Klanghaus "Filmmusik" mit dem Oceania Streichquartett (kannten wir schon von unserer letzten Reise) und es hat ihm gut gefallen.

    Insgesamt ein entspannter Tag mit schönen Eindrücken, aber nach Isafjördur muss ich jetzt nicht zwingend nochmal. Nach drei Tagen "Nordküste" freute ich mich auf die folgenden beiden Tage "Reykjavik". Dieses liegt ja südlicher und meine Wetterapp zeigte zweistellige Werte und sogar mal Sonne. Juhu!

    Morgen geht es dann weiter mit Reykjavik, da gibt es ja viel zu berichten!

    hm, da letzte Bild lässt sich nicht mehr im Original einfügen. X(

    Weiter ging es, nun wieder auf der sehr gut ausgebauten Hauptstraße, wieder kein nennenswerter Verkehr. Die Landschaft wurde immer hügeliger, es dampfte und brodelte überall und statt graugrün war auf einmal alles schlammgelb. So cool!

    Gleich hier links ab gab es den großen Touristenparkplatz. Dieser war der einzige kostenpflichtige auf unserer gesamten Tour. Und ich bin ja immer noch begeistert, wie einfach so etwas in einem digitalisierten Land funktioniert! (Nachdem ich kürzlich in Deutschland nach runterladen von 3 Apps im Endeffekt den Parkautomaten doch wieder bar gefüttert hatte, rechnete ich hier mit ähnlichen Problemen.)

    Man fährt durch eine Schranke und das Nummernschild wird automatisch fotografiert. Am Automaten muss man dann nur sein Kennzeichen auswählen, anklicken, Kreditkarte rein, fertig is. Kein Schnipselchen ins Auto legen, Sprachkenntnisse nicht nötig. Wobei der Automat auch deutsch konnte. Wenn man bezahlt hat, geht beim rausfahren die Schranke auch wieder auf....

    Die gute Nachricht, es war nur noch kalt und windig. Der Regen hat kurz nachgelassen. Danke Petrus. So kam es, dass wir doch längere Zeit durch dieses Wunderwerk der Natur spaziert sind. Ich konnte mich ja kaum sattsehen an den Schlammtöpfen....

    Und Händewärmen konnte man auch, allerdings war der Rauch sehr heiß, da musste man schon aufpassen.

    Den Gestank fand ich aushaltbar, ich war ja darauf vorbereitet, und der Wind sorgte für Frischluft. Ich bin immer noch begeistert. Der Tag war gerettet!

    Teilweise war der Schlamm recht zäh, da war man froh, wenn man die Schuhe anbehielt und diese nicht am Boden festklebten. Uns tat allerdings die Mietwagenfirma leid, die das Auto reinigen musste... Bei manchen Bustouren haben wir gesehen, dass die Gäste so Plastiküberzieher über die Füße anziehen sollten. Ökologisch zwar eine Vollkatastrophe, aber trotzdem nicht ganz verkehrt die Idee.

    So, dann ging es zurück, nun am anderen Ufer des Myvatn entlang und hin zum zweiten großen Tagesziel, dem ersten richtigen berühmten Wasserfall, dem Godafoss. Dort sind wir auf dem Hinweg schon vorbeigekommen, hatten aber die Hoffnung auf "später ohne Regen" und den Wasserfall zum Schluss angesteuert. Tja, leider war es immer noch arktisch kalt und wieder nass von allen Seiten. Der Wasserfall ist ein Traum und wir haben uns auch tapfer bis zu den Aussichtspunkten durchgekämpft, aber längeres Verweilen war nicht drin. Unser Junior war ein Eisklotz und ruckzuck wieder im Auto. Allerspätestens jetzt war klar - die WINTERWANDERHOSE kommt nächstes Mal mit!!!!! Hier ein paar schnelle Schnappschüsse....

    Wie man sieht, wir waren nicht allein. Wir waren nur dankbar, dass wir keine Bustour hatten, an denen wir die Aufenthaltsdauer vorgeschrieben bekommen hätten. Das bin ich:

    Es gab ein nettes Ausflugslokal, einen Souvenirladen und wieder kostenfreie, saubere Toiletten.

    Danach sind wir wieder über das Fjell gefahren und hatten schöne Fjordblicke. Eigentlich hatten wir vor, da es noch früh am Tag war (wir waren ja nirgends essen und haben meist nur kurz verweilt) Akureiry noch per Auto zu erkunden, aber irgendwie waren alle durchgefroren und wollten ins warme Schiff.....

    Am Ende der Hafenbrücke haben wir dann getankt - per Automaten. Und was passierte? Der Automat verweigerte meine (und damit unsere einzige) Kreditkarte und wollte ausdrücklich EC-Karte. Also das muss man jetzt nicht verstehen und es passierte auch nur dort. Trotzdem hat alles geklappt, das Auto war schnell abgegeben und schon waren wir gegen 14 Uhr zurück auf dem Schiff.

    Das Hüngerchen wurde im Tag und Nacht gestillt und es war so schön, wieder zu Hause zu sein... Während der Rest sich unter der Bettdecke aufwärmte habe ich erstmals den Saunabereich aufgesucht. Es war ja durch den Landtag recht leer. Allerdings habe ich mich dort nicht so gut zurechtgefunden und nicht richtig wohlgefühlt. Aber ein knackiger Saunagang hat ja auch gereicht, die Wohlfühltemperatur war erreicht und der Abend klang gemütlich im Anckelmanns und in der Grööne Bar aus.

    Fazit des Tages: Es reicht jetzt mal mit Norden. Und das Wetter kann ja nur besser werden. Wir haben halt das Beste draus gemacht und doch viel gesehen. Für die Nacht wurde wieder Seegang angekündigt, na toll.....

    Übrigens, es gab abends durchaus täglich Shows und im Klanghaus Konzerte, aber bisher ist wenn überhaupt nur der Junior mal dort gewesen. Wir hatten ja noch so viel Zeit, es war ja erst Tag 5....

    Akureiry - 14.07.2023 - "Islandsommer" Regen/Kälte/Wind 5 Grad

    Nach schaukeliger Nacht haben wir nun neben Reykjavik den wichtigsten Hafen dieser Reise erreicht. Mir wurde zwar nicht übel, aber schlafen konnte ich bei dem Gewackel nicht. Da wir heute volles Programm hatten, war schwimmen sowieso kein Thema.

    Akureiry als wichtigste Stadt im Norden Islands soll ja ein besonders hübsches Städtchen sein, viele hier im Forum haben begeistert erzählt. Auch war ich damals vor 30 Jahren dort, allerdings habe ich nur noch vage Erinnerung. Klar war, von hier aus dreht man die große Runde zum Godafoss und Solfatarenfeld von Namaskard, sowie zum Myvatnsee. Was habe ich mir im Vorfeld Gedanken gemacht! Vorsichthalber hatte ich sowohl frühzeitig einen Mietwagen, als auch den alles abdeckenden TC-Ausflug gebucht und immer wieder geschwankt.

    Pro Mietwagen: individuelle Verweildauern an den Sehenswürdigkeiten, günstig - 158 € für einen VW Polo, gute Erfahrungsberichte im Forum machen Mut

    Contra Mietwagen: trauen wir uns das zu? Fremdes Land, Zahlung mit Kreditkarte, welche bisher nie zum Einsatz kam, wird der alte graue "Lappen" des Hauptfahrers noch akzeptiert? Will der Hauptfahrer (neuerdings auch Humpelfuß) überhaupt fahren? Mittagessen irgendwo in der Pampa? Was ist, wenn wegen Sturm umgeroutet wird?

    Einen Wechsel des Hauptfahrers schlossen wir aus, da dann der tagesaktuelle Buchungspreis von weit über 300 € fällig wäre.

    Pro Ausflug: Man sieht alles, stressfrei, Erklärungen über Land und Leute, es gibt inkludiertes Essen.

    Contra Ausflug: Wir hassen Bus. Und dafür 3*160€? Nein danke.

    Also, es blieb beim Mietwagen. Für uns auf Kreuzfahrt Neuland. Am Voraband gab es noch Kabinenzoff, weil der Hauptfahrer seine Kreditkarte zuhause gelassen hat und in den Mietbedingungen stand, dass diese benötigt wurde... Ommmmm...

    Nach kurzem Fußmarsch waren wir pünktlich um 9 Uhr bei Avis Budget, der Autovermietung. Eine unscheinbare Werkstatt, von VW Polos keine Spur. Wir haben einen Hyundai I30bekommen, der größenmäßig ein upgrade darstellte, sehr schön. Es ging alles auf broken englisch, der alte graue Lappen und die Kreditkarte von mir wurden anstandslos akzeptiert. Puuuuuh. Uns fiel ein Stein vom Herzen. Und los ging es.

    Achja, das Wetter war ja gruselig, aber noch war es trocken.

    Zunächst ging es über die Brücke auf die andere Hafenseite und dann am Fjord entlang und über das Fjell (anstatt des Tunnels, welcher gebührenpflichtig ist) . Der Umweg war leicht zu finden, es gab keinen nennenswerten Verkehr und der Nebel wurde immer dichter. Aussicht Fehlanzeige.

    Also, schön ist anders, oder? So langsam kam der Gedanke auf, dass wir das Auto auch mal wieder verlassen müssen und ich erinnerte mich schon mal an die WINTERWANDERHOSEN, welche aus unerfindlichen Gründen nicht mit durften. ÜBER das Fjell heißt, es geht rauf, richtig rauf, und wieder runter. Zusammen mit einer sehr schwammigen und eigenwilligen Lenkung und Temperaturen nur leicht über Null, kamen schon Bedenken auf, dass Winterreifen auch schön gewesen wären.

    Unsere erste Station waren die Pseudokrater, welche wir nach ca. 1 Std. Fahrt erreichten. Muss das hier schön sein bei Sonne. Übrigens waren alle Parkplätze leicht anhand der Autoansammlung zu finden und bis auf eine Ausnahme kostenfrei. Und kostenfreie, saubere Toiletten gab es auch...

    Wir sind ganz kurz auf eine Minirunde durch den Regensturm gelaufen, aber der Wind kam irgendwie immer von vorn und es war im Auto einfach schöner. Und das sagen wir als Outdoormenschen!

    Hier würde ich gern noch einmal bei gutem Wetter spazieren.

    Dimmuborgir haben wir dann gleich links - ach ne, rechts liegen lassen. Ein Autoschnappschuss muss reichen - der Humpelfuß kann eh nicht auf der Lava rumklettern und ich war ja schon mal da.

    Ab und an hatten wir mal schöne Blicke auf den Myvatn, der wäre ja heute dank Dauerregen sogar mückenfrei gewesen, aber der Zauber sprang nicht über. Vor 30 Jahren war bei meiner Zelttour auch für mehrere Nächte der Myvatn das Ziel, ich erinnere mich, auch hier war es kalt und nass. Man ist halt sehr nördlich.

    Nun steigerte sich aber meine Laune, den ein Hauptgrund für mich, überhaupt die Familie nach Island zu lotsen, war unser nächstes Ziel. Das Solfatarenfeld von Namaskard. Zunächst nahmen wir aber eine Abkürzung über eine offizell zugelassene Schotterstraße zur Grotte "Grotjada", das war schon spaßig, mal abseits der Hauptstraße unterwegs zu sein.

    Es handelt sich um eine typische Erdspalte, innen mit heißem Wasser, war wohl früher eine Badestelle. Leider waren außer uns noch zu viele andere Personen (vielleicht so 10) da, die den Eingang verstopften, so dass wir nicht reinklettern konnten.

    Aber mal reinschauen konnten wir - schon spannend.....

    Nanü, da isses ja wieder das Internet... also ran an die Tasten, ich hatte ja LANDGANG versprochen!

    Seydisfördur - 13.07.2024 - 9 Grad mit Nieselregen

    Juhu! Unser erster Landtag auf Island ist da! Im Vorfeld ärgerte ich mich schon, dass man bei den Routenbeschreibungen seitens TC nicht unbedingt auf Tenderhäfen hingewiesen wird. Das ist doch für die individuelle Planung des Tages essentiell!

    Nunja, ich hatte im Vorfeld herausgefunden, mal wird getendert, mal nicht, und öfter mal fällt der Hafen gleich ganz aus, weil er halt von der windigen Westküste angesteuert wird. Das ist wohl bei zuviel Seitenwind bei Schiffen unserer Größe heikel. Grundsätzlich war uns auch klar, es ist ein kleines Städtchen, mit Landschaft drumrum.

    Zunächst bin ich im Vorfeld der Sache mit dem Tendern auf die Spur gegangen. Und siehe da, die MS darf sehr wohl auch des Öfteren im Hafen festmachen. Aber nicht donnerstags. Nun ratet, welchen Wochentag wir haben.... Ok, um das Rätsel aufzulösen - in den Sommermonaten ist die einzige Autofähre, die Island von Dänemark aus bedient, donnerstags im Hafen und hat Vorrang. Mit Autos und Wohnmobilen tendern stelle ich mir auch unpraktisch vor.

    Vor der Geschichte mit "Fuß" hatte mein Mann sich für den Bikeausflug entschieden, ich erahnte schon das herbstliche Wetter und wollte mit dem Junior eine Wanderung ab Hafen in die Natur machen. Aber der Reihe nach....

    Das Frühschwimmen habe ich verschlafen, aber das muss ja auch nicht jeden Tag sein. Da wir kein großes Programm hatten, haben wir die Tenderzeit 11 Uhr (Tenderland "Marokko") im Vorfeld in der App gebucht und zunächst entspannt im endlich mal leeren Anckelmanns gefrühstückt. Draußen war es regnerisch und man konnte sehen, die armen Bikeausflügler sind in regendichten Sachen los - es gab nur eine Straße links von der Hafeneinfahrt, eine rechts und eine über den Bergkamm geradeaus. Mich würde interessieren, ob jemand der Mitleser hier gebikt ist ob sich die Tour gelohnt hat.

    Das Hin und Her der Tenderboote zu beobachten war schon interessant - im Hintergrund ist nur eine Fischfabrik, der nette Ort ist auf der anderen Seite.

    Dann ging es bald los zum Tenderboot - vorbei an der Wetterprognose...

    Und um 11:39 waren wir dann an Land. Der Regen hat bis auf gelegentliches Nieseln zum Glück aufgehört, aber es fehlte irgendwie doch die Sonne für das wirklich schöne Erlebnis. Zum Glück war kein störender Wind. Die Wolkendecke ist auch auf den Bildern gut zu sehen.

    Mein fußkranker Mann hat in Ruhe das kleine Örtchen erlaufen und nach seiner Aussage auch schöne Eindrücke gewonnen. Ich hatte mich mit dem Junior für eine "leichte" Wanderung (sagt komoot) entschieden, wir wollten unbedingt zu Tvisöngur und dann durch die Natur zurück. Der Weg war sogar überwiegend ausgeschildert, also ging es kurz an der nicht so sehenswerten Straße entlang und dann gleich an einem Miniwasserfall vorbei leicht bergan zu diesen merkwürdigen Betonkuppeln. Nach den Ausführungen des Lektors zu diesem besonderen "Musikinstrument" waren wir ganz gespannt....

    Hier waren schon mehrere Mitreisende und irgendwie haben wir den Sinn nicht verstanden. Ja, es ist ein Kunstwerk. Von einem Deutschen. Ja, man soll damit Musik verstärken können. Also mit unserem Gesang hat es nicht geklappt und ein begabter Musiker war nicht vor Ort. Es waren einfach nur hässliche Betonklötze in der Gegend. Aber man muss ja ein Ziel haben.

    Unser erster kleiner Wasserfall - Island pur - wir haben hier eine Weile verbracht. Ein schöner Ort zum Ankommen in dieser kargen Welt.

    Die anderen Wanderer sind dann umgekehrt, aber wir hatten erst 1km und wollten ja die "leichte" Wanderung vollenden. Seht Ihr den Hang hinter den Kuppeln? Prima. Seht Ihr da einen Wanderweg, Trail, Treppe, irgendwas hochgehen? Nein? Ja warum wohl???

    Hier war alpine Grundausrüstung oder zumindest Trittsicherheit und feste Schuhe gefragt. Der "Weg" ging tatsächlich da senkrecht 200 hm nach oben. Es fing harmlos an, und irgendwann war zurück auch keine Option mehr.

    Immerhin, die Aussicht entschädigt - nunja , also das war jetzt nicht ohne. Ich sah mich schon abstürzen und auch mit Fuß auf dem Schiff rumhumpeln, oder - noch schlimmer - wenn das jetzt 5km so weitergeht womöglich das Schiff verpassen (zur Info, es war maximal 13 Uhr!). Uns entgegen - also runter (hätte ich im Leben nicht bewältigt, hoch war schon übel) - kam ein junges Pärchen, mit Baby in der Rückentrage. Ich hoffe, die sind heil unten angekommen. Jedenfalls konnte ich die befragen und sie versicherten mir, dass der Rest des Weges gut gangbar wäre. Also weiterklettern!

    Der Rest des Weges war dann super. Trotz trübem Wetter hat man unwahrscheinlich viele verschiedene Grüntöne gesehen und verschiedene blühende Bodendecker. Wir waren ganz allein unterwegs, aber der Weg war ausreichend mit Pflöcken gekennzeichnet. Ab und an musste man einen kleinen Bachlauf queren und runter zum Bachbett kraxeln und wieder hoch, aber das ging zu machen. Man sollte aber wirklich gut zu Fuß sein.

    Am Ende hatte man einen schönen Blick über den Ort, der Abstieg war nicht schwierig.

    Wir sind dann noch einmal um den See und zur blauen Kirche, dann hat man wohl auch alles in dem hübschen Örtchen gesehen, also zurück zum Tender. Die Wanderung war insgesamt doch nur 5,5km mit 250hm. Es hat Spaß gemacht und wir erinnern uns gern.

    Wieder auf dem kuscheligen Schiff angekommen, gab es einen kurzen Gang ins Anckelmanns, dann ab in den Whirlpool, Kerntemperatur erhöhen.

    Der Abend ging dann gemütlich zu ende, Junior und ich genossen die einmal pro Reise übliche Kosmetikbehandlung und zur Belohnung gab es noch ein schönes Essen im Atlantik.

    Insgesamt ein sehr schöner Tag, ein erster Eindruck von Land und Wetter. Für Fotos wäre natürlich ein Hauch von Sonne nett gewesen, ich wüsste auch gern, wie hoch die umliegenden Berge eigentlich sind, sie waren ja nicht sichtbar.

    Für die Nacht war nun starker Seegang vorhergesagt, ich nahm propyhlaktisch eine halbe Reisetablette.... Bis morgen in Akureiry!

    Danke Katy, dann werde ich dich nun auch mal näher beobachten! ;)

    2. Seetag - 12.07.2023 - Temperaturen sinken, Vorfreude auf Island steigt

    Auch die zweite Nacht war ruhig, da hatten wir doch bisher echt Glück, ab morgens merkte man, dass wir nun im offenen Meer sind und es gab leichten Seegang. Die Sonne hatten wir wohl auch unterwegs verloren, und so wurde der trübe Tag sehr zu meinem Leidwesen vorwiegend indoor verbracht.

    Nach dem traditionellen Frühschwimmen für mich im angenehm temperierten Wasser (die Luft war schon kalt, neblig, windig) stellte ich fest, dass ich nicht gestern eine kaputte Dusche auf dem Pooldeck erwischt hatte, sondern diese alle maximal lauwarm angingen. Das war ich aber von den anderen Schiffen anders gewohnt und das war bei dem Wetter schon eine Überwindung.

    Frühstück Anckelmanns, vormittag "Mini-Power-Band-Workout", 12 Uhr Vortrag "Isafjördur". Für uns wieder von der Kabine, die Vorträge rissen uns nicht vom Hocker, es ging nur darum, Informationen abzugreifen.

    Danach war die Polarkreistaufe an Deck für die Hartgesottenen, da wurde schon die große Show abgezogen, da es aber wirklich unangenehm draußen war, haben wir nur mal kurz vorbeigeschaut. Den Polarkreis haben wir aber erst deutlich später tatsächlich überquert.

    16 Uhr dann der Vortrag zu unserem letzten Hafen "Reykjavik", der wieder etwas informativer war, aber für Reykjavik gibt es ja auch mehr Hinweise als zu dem kleinen Nest Isafjördur.

    Zwischendurch wurde gelesen und Tour de France geschaut, ein richtiger Gammeltag. Aber dazu hat man ja auch Urlaub. Es zeichnete sich ab, dass unter den wenigen Jugendlichen an Bord wohl diesmal keine engere Gruppe mit unserem Sohn entstand, aber er schafft es trotzdem sich auf dem Schiff nicht zu langweilen und ist viel unterwegs.

    Mittlerweile war der Seegang spürbar mit Wellen ca. 4m und ich habe es vorgezogen, "unten" den Abend zu verbringen. Also klang der Tag aus mit sehr leckeren Burgern aus dem "Tag-und-Nacht" Bistro und ein paar Runden Qwixx in der neuen Grööne Bar. (Diese fanden wir übrigens recht chic.)

    So, noch einmal schlafen und dann sollten wir endlich das Sehnsuchtsziel erreichen! Mit dem ersten Landgang geht es dann morgen weiter....

    1. Seetag - 11.07.2023 - erstmal ankommen!

    Normalerweise haben wir einen eingespielten Ablauf an Seetagen :

    1. ich gehe früh schwimmen (ein Grund, weshalb Aida mittlerweile keine Alternative darstellt)

    2. spätes Frühstück zu dritt, danach Individualprogramm

    3. Spinning für den Gatten,

    4. ein Salat und ein Eis zum Mittag,

    5. Sportkurs für mich,

    6. zwischendurch in der Sonne (vorzugsweise auf Balkonien) lesen

    7. gemeinsames Abendessen

    8. je nach Neigung Bar/Theater/Kabine.

    Ok. Nr. 3 und 5 waren raus. Aber wir hatten tätsächlich richtig Stress, denn uns sollten ja nun 4 Häfen in Folge durch den Lektor Harald Spilker vorgestellt werden, das heißt, wir hatten bereits heute zwei Pflichttermine für die ersten beiden Häfen.

    Ansonsten waren wir mit Ablauf und Wetter zufrieden. Da ich früh wach war, habe ich mich um 7:30 noch der Wassergymnastikgruppe angeschlossen. Da leichter Nieselregen ging, war es nicht ganz voll.

    Hier muss ich ja mal einen Kritikpunkt loswerden. Seit einiger Zeit ist es ja so, dass die Sportkurse für eine Woche am Einschiffungstag abends freigeschaltet werden und dann muss man schnell sein und erstmal wild buchen, stornieren kann man ja immer noch. Also wie bei den Ausflügen. Aber es raubt einem die Flexibilität, wenn man z. B. an Tag 5 merkt, dass man noch Zeit und Lust auf einen Kurs hat. Häufig sind diese sofort ausgebucht. Da ich ja noch geschwächt war, habe ich mich buchungstechnisch zurückgehalten.

    Das Lachsfrühstück im Anckelmanns war dann mit Runden drehen zur Tischsuche verbunden. Wir sind dann entnervt im Goschbereich gelandet. Wir kennen das ja, am ersten Seetag ist es immer besonders schlimm, aber insgesamt muss man schon sagen, wir mussten oft lange suchen oder einen schlechten Platz nehmen. Na, das Schiff war halt voll!

    Um 12 Uhr sind wir dann ins Theater, den Vortrag über unseren ersten Hafen " Seydisfjördur" anhören. Wir empfanden den Lektor als gut vorbereitet und haben interessantes erfahren.

    Den zweiten Vortrag um 16 Uhr zu Akureiry haben wir dann in der Kabine gesehen. Der Fuß wollte hochgelegt werden und ich hatte immer noch Angst, wegen Hustenanfällen im Theater unangenehm aufzufallen. Hier wirkte der Lektor nicht so sicher, er sagt auch deutlich, dass er vor mehr als 10 Jahren dort war - nun ja, trotzdem fühlten wir uns für die ersten beiden Häfen gut gerüstet.

    Zwischendurch hatten wir richtiges Glück. Sonne auf Balkonien, kein Seegang, ein Traumtag. Wir sind das ja nicht anders gewohnt. Hätte man geahnt, dass das so nicht weitergeht, hätte man es mehr genießen sollen.

    Hier sieht man sehr schön, dass der Dachüberstand erst an der Nachbarkabine anfängt.

    Später habe ich mit dem Junior nochmal den Pool getestet. Um 19 Uhr haben wir dann in beiden Atlantiks versucht, einen Platz zu ergattern. Beide Schlangen waren gleich lang. Wieder was gelernt, 19 Uhr ist eine blöde Zeit. Wir haben dann in der TUI Bar 45 Min überbrückt und ich habe die neue Sprizz-Karte für mich entdeckt. Sehr leckere Alternativen zu den oft gehaltvollen Cocktails! Im Atlantik haben wir dann gut gegessen, ich nehme oft Teile des veganen Menüs und insbesondere die Nachspeisen waren immer sehr lecker.

    Um 21:30 haben wir uns noch die Vorstellungsshow von Kapitän Simon Böttcher und dem Hüni als KD im Theater angesehen. Der Kapitän hat definitiv die größeren Entertainmentqualitäten, aber beide haben uns überzeugt. Nach 3x dem nervigen Holländer und 1x der - wie hieß sie gleich - Wiebke irgendwas - war das so alles passend für uns.

    Mit der interessanten Erkenntnis, dass gleich 3 leitende Offiziere aus "der Seefahrernation Österreich" stammen, machten wir uns recht früh wieder kabinenfertig, sollte uns doch in der Folgenacht wieder eine Stunde geklaut werden und der Tag war ja gut ausgefüllt.

    Wir fuhren dann übrigens zwischen den Orkney- und den Shetlandinseln durch, welche man auch dank später Dunkelheit erkennen konnte.

    Was für eine perfekter, schöner Seetag!