Beiträge von Queentchen

    Dank des Dachüberstandes beginnt der erste Morgen mystisch

    Geschlafen haben wir alle richtig gut, auch wenn sich die Abwesenheit der vorbestellten Topper in den alten Knochen bemerkbar gemacht hat. Ich werde nach dem Frühstück mal dran erinnern. Zur Rezeption muss ich eh, vielleicht hat ja jemand meine nicht mehr auffindbare Bordkarte gefunden.

    Zuerst gibt es aber Balkon-Kaffee für alle, selbstverständlich von mir zubereitet und serviert. Gegen 9:00 Uhr brechen wir auf ins Mediterran, schließlich wollen wir uns bedienen lassen. Für meine Schwester ist das neu, aber was wir aus der Erfahrung heraus berichten gefällt ihr gut und sie freut sich. Zu früh, wie sich raus stellen sollte … Wir bekommen direkt einen schönen Tisch, und ein Brotkörbchen mit 2xButter. „Bringen sie bitte noch eins, wir sind ja vier.“ „Ja, kommt sofort!“ Nein! Dafür jemand mit einer fast leeren Platte Wurst. Und einer mit einer fast leeren Platte Käse. Ähmmmm …. „Okay, ich komm gleich noch mal.“ Nein! „Fisch hätten wir auch gerne.“ „Bringe ich gleich!“ Nein! Meiner irritierten Schwester erkläre ich, dass das nicht der Standard ist und wir versuchen es freundlich und tapfer weiter! Tatsächlich werden wir gefragt, ob wir Eierspeisen möchten. Gerne! Bestellung aufgegeben und es passiert so gar nix! Null! Wurst, Käse, Brot und Fisch werden weiter nur in homöopathischen Dosen nachgereicht, die Nachfragen nach den Eierspeisen werden mit einem freundlichen „kommen gleich“ quittiert. Zwischendurch habe ich die Gelegenheit mit einem Verantwortlichen zu plauschen, zu essen gab es ja kaum was, da bot sich das an. Er entschuldigte den schlechten Start in den Morgen, es wäre viel neue Crew dabei und leider hakt es ordentlich. Es hakte sogar soooo ordentlich, dass wir als Entschuldigung ungefragt Rose-Champagner gebracht bekamen! An der Nebenstation lief übrigens alles reibungslos, das konnten wir gut beobachten. Wir machten uns einen Spaß aus der Vorstellung, dass wir gleich die Füße hochheben sollen, weil gesaugt werden würde. Oder doch lieber ein Nickerchen auf der Bank einlegen und einfach einen Brunch als neues Angebot einführen? Hätte ja auch was …. Wir haben bei unseren Gedankenspielen Tränen gelacht! Irgendwann brandete (ungelogen!) von den anderen Servicekräften Applaus auf und unsere Eierspeisen wurden serviert! Glück muss man haben :)


    Die drei machen sich auf den Weg zur Außenalster und ich mich zur Rezeption. Nein, meine Karte wurde leider nicht abgegeben (Spoiler: wie auch? Sie versteckt sich in den untiefen meiner Handtasche, dass merke ich aber erst bei der Abreise!). Ja, Topper und Duschhocker werden heute noch nachgeliefert. Dankeschön und schnell zu den anderen. Schliesslich möchte ich auch noch einen Kaffee, bevor ich mit meiner Schwester dem Lektor lausche. Der erzählt kurzweilig, dass Asterix & Obelix auf Korsika viel Wahres beinhaltet und wir uns auf eine schöne Insel freuen können. Der Rest des Tages plätschert mit erzählen, lachen, lesen und einer ausgedehnten Pause vor sich hin. Irgendwann ist es an der Zeit ins Esszimmer aufzubrechen. Der Tisch ist für 18:00 Uhr reserviert und überraschenderweise steht schon eine Schlange auf der Treppe. Das kannte ich auch noch nicht. Wir bekamen einen schönen Tisch, den Muttis gefiel die Speisekarte außerordentlich gut und meiner Schwester und mir sagte die zusätzliche Spargel-Karte zu. Eins der wenigen Food-Porn-Bilder dieser Reise

    zeigt Spargel mit Miso-Hollondaise und gepfeffertem Thunfisch. Ein sehr gelungenes Gericht!

    Gelungen war auch der gesamte Abend samt Sonnenuntergang und Ausklang in der Außenalster






    Jetzt geht’s aber los hier!
    Wobei das nur die halbe Wahrheit ist. Hier stimmt, „jetzt“ ist immerhin schon drei Wochen her.

    Da Mann, Schwager, Sohn und Schwiegersohn schon mit Motorunterstützung übers IJsselmeer segelt und des Schwagers Fiat 500 definitiv keinen Platz für 4 Passagiere samt großem Gepäck bietet, sammel ich die Muttis ein während meine Schwester mir frei Haus vom Schwager angeliefert wird. Das bestellte Taxi erscheint pünktlich und froh gelaunt startet die Reise.

    Am Checkin ist es erstaunlich leer, trotzdem nutzen wir den Priority-Schalter, da ich für Muttern ja Assistenz-Bedarf geordert habe. Nur was macht sie, als die Dame den rufen möchte? Nö sagen! Köln wäre ja schließlich nich groß, das schafft sie ohne! Das fängt ja schon gut an, könnte man meinen …

    Nachdem meine Schwester und ich ein Vermögen für ein kleines Frühstück und zwei Flachen Wasser ausgegeben haben, stellt Mutter mit Schrecken fest, dass der Flieger ja gar nicht am Finger festmachen wird und damit etliche Treppenstufen zu bewältigen sind (Memo an mich: egal was sie zukünftig meint, Assistenz wird nie wieder abgesagt!). Die netten Jungs, die die mit nicht abgesagter Assistenz Passagiere begleiten, telefonieren auf unsere Nachfrage, ob Muttern nicht doch noch mit könnte und so ist ihre Erleichterung groß, als deren okay kommt! Puh … Glück gehabt! Also zockel ich mit ihr los und Schwesterherz und Schwiegermutter nehmen am regulären Bording teil.
    Wer jetzt immer schon mal wissen wollte, wie es in so einem Hightech Spezial-Hubwagen aussieht, der guckt jetzt hier



    Wirklich interessant das Ding!

    Der Flug ging schnell rum, die Smartwings-Crew war mega freundlich und aufmerksam! Pünktlich in Palma gelandet warten Muttern und ich geduldig bis wir mit aussteigen dran sind, während Schwester und Schwiegermutter den Fußmarsch zum Gepäckband antreten. Wir finden zeitgleich mit allen Koffern wieder zueinander, bekommen dann von mehrfach den Weg zum Transferbus in Wort und Schrift gewiesen

    und dann stehen wir nach recht kurzer Fahrt vor dem Terminal und der MS1


    Nach dem schnellen Checkin um ziemlich genau 17:00 Uhr geht’s erst auf die natürlich schon fertigen Kabinen bevor wir uns in der Hohen Luft den ersten Drink der Reise schmecken lassen. Prost auf eine schöne Reise!

    Ich mache ein paar Bilder


    auf dem Henkel, wie meine Schwester die Laufstrecke nennt, und treffe dort tatsächlich einen Arbeitskollegen, den ich seit meinem Stellenwechsel vor 9 Jahren nicht mehr gesehen habe. „Hey!! Hallo! Die Welt ist klein! Viel Spaß, man sieht sich …“ (denkste ….)

    Ein U-Boot tuckert vorbei



    und wir machen uns auf den Weg zur Rettungsübung. Die ist in der Schaubar schnell absolviert und wir ziehen weiter ins Atlantik. Die kleine Schlange am Eingang überholen wir, weil Tische für 4 aber nicht für 2 frei sind. Auf den Service warteten wir etwas länger, aber als er dann los ging, lief er in einem gutem Tempo. Lecker war das Essen und nach Espresso und Digestif konnten wir tatsächlich noch einen Tisch in der Außenalster entern. Leider liefen wir ohne Tröten und Graf aus, das macht gerade das erste Auslaufen weniger emotional, aber die letzten Blicke auf Palma waren trotzdem schön



    bald heißt es dann, wie bei den Waltons, „Nacht Mama!“ „Nacht Kind1!“ Nacht Schwiegermutter!“ „Nacht Schwiegertochter!“ „Nacht Mutti!“ … und so weiter und so fort bis zum letzten „Schlaft alle gut!“

    Während der Seebär schon übers IJsselmeer segelt, hab ich mich in aller Ruhe den letzten Vorbereitungen gewidmet: Taxi für morgen bestellt, meine Schwester mit dem Tipp versorgt den Sonnenhut nicht zu vergessen, beim Drogen ähhhh Drogerie-Dealer meines Vertrauens die letzten Sachen besorgt, die Muttis über die Abholungszeiten informiert, den Körper so weit in Schuss gebracht, dass er sich in der Sauna nicht schämen müsste (so er denn dahin gebracht werden würde) und schlussendlich den Koffer gepackt :)

    Wer die eine oder andere Reise von mir mitverfolgt hat ahnt es bereits: live gibt es von mir höchstens ein kurzes Lebenszeichen. Alles andere gibt es dann im Nachgang der hoffentlich wundervollen Reise, mit blauem Himmel und Ententeich, mit gemütlichen Landgängen (Mutters Arthrose geplagtes Knie haben wir nochmals bestrahlen lassen, beim letzten Mal war es danach topp und fast schmerzfrei), mit gutem Essen und sicher auch ein paar leckeren Drinks und einer tollen Zeit miteinander.

    Ein letztes Vorfreude Bild


    und dann heißt es winke, winke und bis bald