Beiträge von meer(er)leben

    03.08.2023 Illulissat

    Um 7Uhr erhielten wir wieder freie Sicht, weil das Tenderboot herabgelassen wurde. Bei dem Anblick, der sich uns bot, entfuhr mir nur ein WOW !

    Die Amera liegt inmitten von Eisschollen, die ihre Formation ständig verändern.

    Um 9.30 tenderten wir an Land und besichtigten die Stadt. Illulissat ist für grönländische Verhältnisse doch schon relativ groß. Und auch Autoverkehr herrscht wie in einer Großstadt. Vor der Touristeninformation fand ich das erste Mal WLAN, dass ich nutzen konnte. So konnte ich die Berichte bis 31.7. absenden.

    Mehr Zeit war nicht, weil wir zurück zum Schiff mussten, denn um 14.30 stand der Bootsausflug zum Eisfjord für uns auf dem Programm.

    02.08.2023 Qeqertarsuaq

    Den ganzen Vormittag fuhren wir durch dicken Nebel, selbst eine Viertelstunde bevor wir Qeqertarsuaq erreichten sah man nur schemenhaft, dass da irgendwo Land ist. Und plötzlich das: Sonne satt bis zum Ankerlichten.

    Und Wahnsinnseisblöcke !!!

    Wir sind mit dem 3.Tender um 14 Uhr an Land gefahren. Da auch die Hanseatic inspiration vor Qeqertarsuaq lag, war die kleine Stadt wieder einmal übervoll. Nach einem Rundgang und dem Abstecher zum Friedhof der Eisberge, wo sich vor der Küste die Eisschollen stauen, haben wir gemütlich auf der Terrasse des Restaurant vom Hotel Disko in der Sonne gesessen und grönländisches Bier sowie grönländischen Kaffee genossen. Sehr lecker, beides. Aber preislich Oberklasse. Mit dem vorletzten Tender sind wir gegen 19 Uhr auf 's Schiff zurück. Es war ein wunderbarer Tag.

    Die Eisschollen traten in unzähligen Formen auf. Mit Phantasie hat man so manches darin erkannt. Erkennt ihr das Matterhorn ?

    Oder den Hai ?

    Gegen 17 Uhr haben wir die grönländische Westküste erreicht und sind wieder auf die Labradorsee rausgefahren, begleitet von z.T. riesigen Eisblöcken. Wegen der Eislage fährt die Amera auch in gehörigem Abstand zum Festland. Hier gibt es nur wenige Schollen, dafür hatte uns nach kurzer Zeit auch wieder der Seenebel fest im Griff. Aber die See ist bis jetzt ganz ruhig auf dem Weg zur Diskoinsel nach Qeqertarsuaq. Bis dahin sind es noch eineinhalb Seetage.

    31.07.2023 Prins-Christian-Sund

    Gegen 10.00 sind wir in den Prins-Christian-Sund eingefahren, der eine sicherere Passage von der Ostküste zur Westküste Grönlands darstellt als um Kap Farvel.

    Wir müssen alles Engel sein, denn die Sonne schien den ganzen Tag. Der Wind war zwar eisig kalt, aber wenn man in der Sonne stand, war es gut auszuhalten. Wir haben fast 5 Stunden auf dem Oberdeck ausgeharrt und Gletscher und Eisschollen bestaunt. Es war einfach phantastisch und ist mit Worten kaum zu beschreiben. Guckt euch einfach die Bilder an.

    Nach ca. einem Drittel der Passage kam uns die Zuiderdam von HAL entgegen.

    Kaum waren wir abfahrbereit, zog wieder Nebel auf. Aber immer im Wechsel mit Sonnenschein. So kann das Wetter meinetwegen bleiben.

    Nach dem Mittagessen ( Übrigens unserem ersten seit Reisebeginn !) haben wir wieder einen Platz in der Panoramalounge erobert und gelesen. Um 16.30 folgte ein weiterer Vortrag der Lektorin zur Prins-Christian-Sund-Passage und Qeqertasuaq.

    Abends hatten wir einen Tisch im Pichler's bestellt. Als wir um 19.00 kamen, war unser Tisch am Fenster besetzt und wir sollten am Gang Platz nehmen. Das wollten wir nicht so einfach hinnehmen, schließlich hatte mir die Maître d'hôtel beim Bestellen (für das man übrigens in langer Schlange anstehen musste) eindeutig zugesagt, dass der Tisch fest für uns reserviert ist. Der Oberkellner wurde etwas nervös und sagte, dass eine Namensgleichheit vorliegen würde. Wir hatten es aber schriftlich und im Bestellbuch stand auch unsere Kabinennummer bei dem besagten Tisch. Wenn er sich die Kabinennummer oder das Bestellkärtchen nicht zeigen lässt, ist das sein Problem. Schließlich rief er die Maître an, die umgehend erschien und sich auch erinnerte, mir den Tisch fest zugesagt zu haben. Der Oberkellner kriegte einen Rüffel "It's your misstake." Wir bekamen eine weitere Reservierung in der letzten Reisewoche, konnten trotzdem heute an dem Tisch am Gang das Menü genießen, bekamen ein Glas Champagner als Aperitif und die Getränke brauchten wir komplett nicht bezahlen. Letzteres erfuhren wir aber erst nach dem Essen als wir auf die Rechnung warteten. Wir fanden das ganz in Ordnung so.

    30.07.2023 Tasiilaq

    Bereits um 6 Uhr hatten wir unsere Ankerposition vor Tasiilaq erreicht und um 6.30 wurde "unser" Tenderboot abgefiert. Und sofort bot sich uns aus dem Kabinenfenster ein toller Blick über die Bucht. Kleine Eisberge schwammen immer mal vorbei. Und das bei strahlendem Sonnenschein. Einfach wunderschön.

    Wir waren 2 Stunden an Land und haben uns die kleine Stadt angesehen. Es wirkt schon wie eine Invasion, wenn 800 Leute auf den Ort losgelassen werden. Die Bilder ähnelten doch sehr Ný Ålesund auf Spitzbergen 2012, als die Artania ca.1100 Passagiere dort abgeladen hat. Das Wetter war geradezu bombastisch mit Sonne satt. Aber Mücken und kleine schwarze Fliegen gibt es hier tatsächlich

    en masse. Ohne Mückenspray rauszugehen, ist keine gute Idee.

    Jetzt sitzen wir in der Kabine und genießen die Sicht, solange das Tenderboot noch nicht wieder oben ist.

    Um 13 Uhr geht es weiter Richtung Prins-Christian -Sund.

    29.07.2023 Seetag auf dem Weg nach Ammassalik/Tasiilaq in Ostgrönland.

    Die See ist ganz glatt und ruhig. Die Sonne scheint.

    Vormittags gab es einen weiteren Vortrag der Lektorin mit dem Titel :"Wikinger kamen und gingen - die Inuit blieben". Danach saßen wir eine dreiviertel Stunde in Decke gehüllt mit Glühwein in der Phoenix-Lounge und haben gelesen. Als sich die Kälte durch die Decke gearbeitet hatte, war die Panorama- Lounge dran, in der man zur Mittagessenszeit problemlos Platz findet. Ansonsten ist dies schon recht schwierig geworden, da scheinbar alle inzwischen diesen Raum entdeckt haben. Das Schiff ist ausgebucht und das ist deutlich zu merken, da sich natürlich kaum einer länger draußen aufhält als nötig. Bei der Nordkap-Fahrt letztes Jahr im März hab ich das nicht so schlimm empfunden wie jetzt.

    Das Platzangebot pro Passagier ist merklich kleiner als auf einer ausgebuchten Artania. Und im Vergleich mit dem auf der letzten Fahrt mit der Vasco da Gama schon sehr viel kleiner.

    Am frühen Nachmittag dann gleich noch einen weiteren Vortrag über Tasiilaq, das wir morgen früh besuchen wollen. Die Atlantic-Showlounge platzt jedesmal aus den Nähten und trotzdem findet geschätzt mindestens ein Drittel der Passagiere keinen Platz. Man muss inzwischen schon eine halbe Stunde vorher da sein. Beim ersten Vortrag am 1.Seetag reichten noch 10 Minuten.

    Zur Kaffeezeit haben wir uns Waffeln schmecken lassen, die es leider nur draußen an den "Schönen Aussichten" gab. Wegen der eisigen Temperaturen waren sie natürlich auch eiskalt und fest statt warm und fluffig. Das war etwas schade. Zumal nur wenige Hartgesottene draußen kurzzeitig Platz genommen haben. Alle anderen holten sich die Waffeln nur und gingen zum Essen ins Lido.

    16.30 Uhr die ersten Eisberge kommen in Sicht. Außerdem wieder eine Gruppe von Walen.

    Im Laufe des Abends tauchten immer mal wieder Wale auf. Trotz großer Bemühungen hab ich es wieder nicht geschafft, sie aufs Bild zu bannen. Ich gebe es jetzt auf und gucke nur noch.

    Da es heute wolkenlos war, konnten wir um 22.30 den ersten Sonnenuntergang auf dieser Reise bestaunen. Und das vor der Kulisse der Eismassen der ostgrönländischen Küste. Ein tolles Schauspiel.