Unterwegs fing es plötzlich sehr heftig zu regnen an, so dass ich schon fürchtete, irgendwo eine Flash Flood abwarten zu müssen. Dass damit nicht zu spaßen sein muss, zeigte mir ein kurzes Erlebnis auf der Strecke von Tucson zum Organ Pipe: Da hatte es auch immer mal wieder kurzzeitig leicht geregnet und in einer Senke stand noch etwas Wasser. Das war wohl doch tiefer als ich zuerst dachte. Auf jeden Fall hatte ich für den Bruchteil einer Sekunde keine Bodenhaftung mehr und kam wohl so um 10 cm aus der richtigen Richtung, was ich aber schnell wieder korrigieren konnte. So eine Erfahrung mit tieferem und fließendem Wasser möchte ich auf keinen Fall machen. Aber es gab keine derartigen Probleme. Nur von meinem Auto hätte ich noch am Morgen ein Foto machen sollen: Da war es noch so richtig schön grau-blau, nachdem sich der rote Staub mit dem weißen und grauen Staub der südlichen Gegenden vermischt hatte und jetzt ist es wieder leuchtend blau.
Es ist wirklich der Hustensaft, der mich so müde und schummrig im Kopf macht. Den darf ich tagsüber unter keinen Umständen mehr nehmen. Wieder was gelernt. Mit dem Hustensaft als Einschlafhilfe ging das Einschlafen auch sehr gut. Nur wurde ich mitten in der Nacht wach, weil die Wirkung nachließ und ich noch eine Portion nachschieben musste. Deshalb kam ich heute morgen erst um 8 Uhr aus dem Bett, so dass es nach 9 Uhr war, bis ich endlich los kam.
Das Frühstück war ganz ordentlich: Kaffee, Orangensaft, eine Portion Vollkornflakes mit Rosinen, ein Bagel mit Frischkäse (die eine Hälfte) und Marmelade (die andere) sowie einen kleinen Muffin und ein Apfelplunder als Wegzehrung. Die haben nicht mehr reingepasst. Man merkt halt doch, dass ich leicht angeschlagen bin mit meiner Erkältung.
Die Fahrt ging zuerst mal durch Tucson. Da ich nicht alle überflüssigen Wegpunkte aus der Route gelöscht hatte, durfte ich bei der Fahrt von Norden nach Süden statt nur am Westrand von Tucson entlangzufahren auch noch eine kleine Stadtrundfahrt machen. Wenigstens hatte das Navi die korrekten Informationen über die Einbahnstraßen – sonst wäre es wohl zum ersten ernsthaften Krach in unserer Beziehung gekommen. Witzig war, dass es mich ständig auf die Autobahn führen wollte und ich nicht konnte, da wegen einer Großbaustelle mehrere Auffahrten gesperrt waren und ich deshalb einfach auf der Straße neben der Autobahn fahren musste. Sogar diese leichte Positionsänderung merkte das Navi sofort und forderte mich immer auf, doch endlich die Autobahn zu benutzen. Als ich das endlich konnte, durfte ich gleich bei der nächsten Abfahrt wieder runter. Bonnie weiß auch nicht, was sie will, typisch Frau.
Aber dann ging es endlich Richtung Westen, immer geradeaus, gut 160 km lang. Nur durch leichte Kurven, ab und zu Geschwindigkeitsänderungen, kleinere Ansammlungen von Gebäuden, Tankstellen im Nirgendwo, usw. unterbrochen. Und immer begleiteten mich meine Freunde, die Kakteen, und meine Lieblingsmusik im Satellitenradio. Gestern konnte ich das Gefühl nicht so richtig beschreiben, das ich beim ersten Anblick dieser riesigen, schlanken Saguaros hatte. Heute fiel mir der richtige Ausdruck ein: Es war, als würde ich liebe Freunde wiedersehen, die ich lange nicht mehr gesehen hatte. Die Saguaros mag ich, seit ich 2004 die ersten bei den Casa Grande Ruinen gesehen hatte. Dort traf ich auch zum ersten Mal auf die Kultur der Pueblo-Indianer, die es heute ja zum größten Teil nicht mehr gibt.
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Das Wetter war heute eher durchwachsen, die meiste Zeit mehr oder weniger stark bewölkt mit teilweise heftigem Regen und mit 18° C eher kühl, so dass ich immer eine Jacke brauchte. Da die Straße nicht weit von der Grenze zu Mexiko entlang verläuft, konnte ich auch mal wieder die Border Patrol sehen. Sie bauten ihre Sperre aber gerade erst auf und machten noch keine Kontrolle.
Auffällig auf dieser Strecke waren sehr viele Kreuze am Straßenrand und die vielen Streifenwagen. So viele hatte ich bisher insgesamt noch nicht gesehen wie heute. Es scheint sich da wohl um eine unfallträchtige Rennstrecke zu handeln. Das könnte damit zusammenhängen, dass in Mexiko Alkoholkonsum schon mit 18 Jahren erlaubt ist und in den USA erst mit 21. Außerdem ist der Tequila in Mexiko spottbillig.
Dann war ich endlich im Organ Pipe Nationalmonument, das seinen Namen einer Kakteenart verdankt, die weltweit nur hier wächst, den Organ Pipes. Seit ich zum ersten Mal Bilder von dieser Kakteenart sah, die mit viele dicken Stengeln aus einer Wurzel zu kommen scheint, wollte ich sie mit eigenen Augen sehen. Und deshalb war mir der eine Tag Umweg nur für diese Kakteen (und auch all die anderen, die ich unterwegs sehen konnte) auch nicht zu viel; bedeutete es doch einen ganzen Tag mit meinen Freunden. Falls es jetzt noch nicht klar ist: Ich finde die Sonora-Wüste mit ihren Sträuchern, gelben harten Grasbüscheln und den Kakteen einfach unglaublich schön und faszinierend. Da kann ich stundenlang durchfahren, ohne dass mir langweilig wird.
Im Organ Pipe gibt es einen etwa 34 km langen Rundweg, der sich in engen kurven durch die Landschaft windet. Den musste ich natürlich fahren und ganz, ganz viele Bilder machen, bei denen die Kakteen in der Regel die Hauptpersonen waren. Es war auch einfach sehr schwierig, Bilder ohne Kakteen zu bekommen, so dicht stehen sie dort. Und die zum Teil richtig schroffen Berge gaben noch einen guten Hintergrund ab.
Wieder ist ein neuer sonniger Tag angebrochen, der sich bei genauerem Hinsehen aber mit Temperaturen im einstelligen Bereich erst einmal als Mogelpackung entpuppt. Und mich sogleich dazu gebracht hat, meine mal wieder notwendige Einkaufstour auf später zu verschieben.
Gestern hatte ich die große Freude, Euch einige meiner sehr guten Freunde von der Sippe der Saguaros vorstellen zu dürfen, die sich in Arizona in der Gegend um Phoenix und vor allem Tuscon niedergelassen haben. Heute darf ich Euch neu gewonnene Freunde vorstellen, die nur in einer bestimmten Region in den Bergen nahe der mexikanischen Grenze heimisch sind. Sie sind von der Sippe der Organ Pipes. Und auch von ihnen kann ich Euch viele forums-konforme Bilder zeigen.
Laufbine Im Arizona-Sonora Desert Museum war ich schon Anfang April 2004. Es hat mir auch sehr gut gefallen, vor allem natürlich das Kolibri-Gehege.
Die Gegend von Tuscon braucht eigentlich auch mehrere Tage, um sie so richtig erfassen zu können. Aber ich wollte bei dieser Tour vor allem neue Gegenden erkunden. Aber von der Gegend um Sedona bzw. Camp Verde zum nächsten Ziel musste der Umweg über Tuscon einfach sein. Ohne wenigstens einem kurzen Besuch bei diesen faszinierenden Riesen (mit Stacheln) wollte ich Arizona nicht verlassen.
Die Petroglyphen in Südost-Arizona sehen ganz anders aus als die Petroglyphen in Albuquerque. Und auf dem ganzen Weg war immer der Blick frei auf Saguaros und Berge. Was konnte ich mir mehr wünschen? Außer einer Rolltreppe, in Anbetracht der Atemprobleme aufgrund meiner Erkältung?
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Die Sonne hat es ein paar Minuten lang auch geschafft, sich durch eine kleine Lücke in den Wolken zu zwängen und die Landschaft in goldenes Licht getaucht.
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Dieser Platz scheint auch ein beliebter Platz für die Betrachtung des Sonnenuntergangs zu sein. Da ich aber noch im Hellen das Bergsträßchen zurück nach Tucson fahren wollte, wurde es Zeit für mich zu gehen. Aber einmal musste ich unterwegs noch anhalten, und den Foto zum letzten Mal heute beanspruchen. Die Vor-Sonnenuntergangsstimmung war einfach zu gut, um sie nicht irgendwie in Pixeln festzuhalten.
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Obwohl es heute den ganzen Tag bedeckt war und die Sonne nur kurz herauskam, nämlich gerade passend zu meinem verspäteten Mittagessen, waren die Temperaturen heute sehr angenehm. Angefangen hat es mit 12° C heute morgen um 8:30 in Camp Verde. Das hat sich noch gesteigert auf 22° C um 15 Uhr in Tucson. Der leichte Wind war aber so unangenehm, dass ich trotzdem eine Jacke anzog, wenn die Sonne nicht gerade schien und es noch wärmer war.
Von den Rangerinnen hatte ich mir auch auf der Karte zeigen lassen, wo viele Motels sind. Und dort habe ich mich in einer Travelodge eingemietet, die nur 5$ teurer ist als das Motel 6 auf der anderen Seite der Autobahn, dafür aber kostenloses Internet und Frühstück bietet. Außerdem ist das Zimmer größer und hat eine Microwelle, in der ich mir das Abendessen warm machen konnte, auf das ich gestern aufgrund meiner Erkältung einfach keinen Appetit hatte.
Morgen gibt es noch mehr Kakteen in einem auch weniger besuchten Nationalpark, bevor ich dann endgültig wieder nach Las Vegas zurückfahren muss. Irgendwie ist es schade, dass mein Urlaub schon fast zu Ende ist. Andererseits habe ich auch schon viel gesehen und viele Eindrücke gesammelt, die ich alle noch verarbeiten und auswerten muss. Zum Glück war mein kleiner Koffer auf dem Hinflug einiges unter dem zulässigen Maximalgewicht, so dass ich keine Angst haben muss, dass meine ganze Papiersammlung alle zulässigen Gewichtsgrenzen sprengen wird. Und Platz habe ich auch noch, aber ich war auch noch nicht richtig Einkaufen in Las Vegas. Das habe ich mir für den letzten Tag aufgespart, da ich dann genau weiß, wie viel Platz ich noch habe für Einkäufe. Und außerdem wollte ich mir von Chris die günstigen Läden zeigen lassen. Mal sehen, wie viel ich von diesen Plänen auch ausführen kann. Ein Paar Halbschuhe habe ich auf jeden Fall schon mal gekauft. Nur Sandalen sind mir noch keine über den Weg gelaufen; ich habe aber auch noch nicht wirklich gesucht und war noch in gar keinem Schuhladen.
Mein kalifornisches Autokennzeichen führt auch immer wieder zu netten Unterhaltungen an Parkplätzen, wenn die Leute wissen wollen, woher aus Kalifornien ich komme. Den Mietwagen erkennt man inzwischen nur noch am Strichcode an der Windschutzscheibe. Auch bei den Preisverhandlungen in Motels hat sich die Antwort „ich bin aus Deutschland“ bewährt, wenn nach der AAA-Karte (entspricht unserem ADAC und die beiden erkennen die Mitgliedschaft sogar gegenseitig an) gefragt wird. Dann bekomme ich den Rabatt meistens auch so. Überhaupt hilft generell die Frage nach dem günstigsten Preis.
Heute will ich mal früher (so gegen 22 Uhr) ins Bett gehen. Vielleicht hilft das lange Schlafen bei meiner Erkältung. Nach anfänglich größerem Schlafbedarf bin ich halt wieder bei max. 7 Stunden angelangt, so dass ich in der Regel erst so zwischen 23 Uhr und Mitternacht schlafen gehe.
Danach folgte ich wieder den Empfehlungen und fuhr einen Rundweg mit einigen Haltebuchten und einem Picknickplatz, von wo aus man noch zu einigen Petroglyphen gehen kann. Obwohl es einen Berg hinauf ging, konnte ich mir das nicht entgehen lassen.
Dann musste ich aber los und den Besichtigungs-Empfehlungen folgen; schließlich war es schon 15 Uhr und in 2 ½ Stunden würde es dunkel werden. Da ich mit meiner Erkältung aber sowieso keine größeren Wanderungen unternehmen wollte, reichte die Zeit gut aus, um viele schöne Bilder von meinen geliebten Kakteen zu machen. Natürlich musste ich trotzdem etwas gehen. Zuerst ging ich einen ebenen, geteerten Rundweg, der als eine Art Naturlehrpfad aufgebaut ist.
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Ich habe immer mal wieder absichtlich mit den Einstellungen der Kamera experimentiert, um die Silhouette der Landschaft heraus zu arbeiten und die düstere Stimmung des Tages zu verstärken.
Der Hustensaft und die Antihistamintablette haben mich die Nacht verhältnismäßig gut schlafen lassen. Ich hatte nur leichtes Kopfweh, das ich als aufziehende Migräne diagnostizierte. Der Blick aus dem Fenster brachte auch die Erklärung: Da hingen dunkle Regenwolken und es tröpfelte auch etwas. Da mir der Hustensaft gut getan hatte und ich beim Test gestern Abend ihn für unbedenklich in Bezug auf Müdigkeit hielt, nahm ich gleich noch eine Dosis.
Nachdem ich die erste Ladung Gepäck im Auto verstaut hatte, wollte ich frühstücken. Ich hatte aber absolut keinen Appetit, wurde aber ziemlich müde und die Kopfschmerzen wurden auch stärker. Mit Mühe konnte ich mich zum Trinken von einem Becher Orangensaft und einem Becher Gourmet-Kaffee überwinden. Beim Gedanken an Essen wurde mir übel.
In der Hoffnung, dass die Kopfschmerztabletten mal wirken würden und meine Müdigkeit nur vorübergehend war, fuhr ich nach dem Auschecken einfach mal los. Die Strecke war auch verhältnismäßig einfach: Immer nur Autobahn, bis sie in Phoenix dann plötzlich 6-spurig wurde und ich auch noch auf eine andere Autobahn wechseln musste. Das hat aber erstaunlicherweise ausgezeichnet funktioniert; Ich fuhr einfach in meiner Spur und folgte Bonnies Anweisungen. Inzwischen hatte ich auch gelernt, nicht nur die aktuellen Anweisungen zu beachten, sondern auch den nächsten angezeigten Richtungswechsel. Und so konnte ich meistens rechtzeitig die Spur wechseln. Das klappte nur immer dann nicht, wenn die rechte Spur plötzlich zur Rechtsabbiegerspur wurde und ich nicht mehr nach links rüber kam. Da kamen dann immer die bekannten Sprüche vom Wenden, die mich so furchtbar nerven.
Die Fahrt nach Tucson war ziemlich anstrengend und ich machte etliche Pausen. Deshalb brauchte ich einiges länger als erwartet und strich einfach mal wieder einen Besichtigungspunkt, der mir nicht so wichtig war. Die Müdigkeit ließ überraschenderweise nach etwa 3 ½ Stunden schlagartig nach, so dass ich sie auf den Hustensaft zurückführen kann, dessen mögliche Nebenwirkung wohl durch die Migräne und die Kopfschmerztabletten verstärkt wurden. Den soll man nämlich so alle 4 Stunden nehmen. Die Recherche im Internet nach den beiden Inhaltstoffen ergab eigentlich nichts Besonderes, aber beide Stoffe haben als seltene Nebenwirkung eben Müdigkeit. Also werde ich den Hustensaft (der übrigens von den Inhaltsstoffen einem von Wick entspricht) nur noch abends nehmen, wenn ich eh schlafen will. Und tagsüber müssen die Hustenbonbons reichen.
In Tucson angekommen, wollte ich immer noch erst ans andere Ende der Stadt, um den anderen Besichtigungspunkt abzuhaken. Und so fuhr ich an der Ausfahrt mit dem Wegweiser zum Saguaro Nationalpark erst einmal vorbei. Aber dann kam eine Reklametafeln mit den Futtertempeln der nächsten Ausfahrt. Und da war auch ein In-n-Out-Burger dabei. Nach fast 3 Wochen ganz ohne Fastfood-Burger bekam ich plötzlich riesigen Hunger und musste einfach so einen Burger haben. Außerdem war es schon 14 Uhr und ich hatte bisher nur ein paar Chips geknabbert. Also raus an der Ausfahrt und den Burgerladen suchen. Der war natürlich wieder auf der anderen Straßenseite, und das bei einer 4-spurigen stark befahrenen Straße mit Abbiegespuren; und ich war natürlich wieder ganz rechts und kam nicht mehr rüber. Aber mein Trick funktionierte mal wieder: Ich bog einfach nach rechts in die Straße ein, an der der Burgerladen in der anderen Richtung und damit anderen Straßenseite war. Dann drehte ich bei nächster Gelegenheit und war an der Kreuzung in der richtigen Spur geradeaus direkt zum Futter. Der Burger war richtig gut, ganz frisch und viel billiger und noch größer als bei uns in Deutschland. Beim Wegfahren gab es dann mal wieder ein typisches Problem: Reingekommen in die Parklücke war ich ja, aber das Rauskommen war etwas schwierig. Irgendwie hatte ich da einen totalen Blackout; ich musste doch nur rückwärts raus und um 90° drehen. Aber irgendwie klappte das nicht und ich stand immer wieder auf meinem Parkplatz. Im Rückspiegel sah ich einige Leute, die meine Mühen kritisch beobachteten. Und plötzlich gingen die zu den Autos, die rechts und links neben mir standen, fuhren damit weg und retteten mich. Jetzt hatte ich wirklich genug Platz und kam auch sofort raus.
Während ich den Burger verspeiste, hatte ich beschlossen, direkt zum Saguaro Nationalpark zu fahren und den anderen Besichtigungspunkt, die Mission San Xavier del Bac, zu streichen. Dort war ich schon einmal gewesen, und das bei ungefähr gleichem Wetter. Und die Renovierung, die schon im Frühjahr 2004 für einen eingerüsteten Turm sorgte, soll immer noch nicht abgeschlossen sein. Also war wirklich unsicher, ob es sich wirklich so lohnen würde, dass ich dafür bei meinen geliebten Kakteen fast keine Zeit mehr hatte. Deshalb fuhr ich gleich zu den Kakteen.
Und schon auf der Fahrt zum Nationalpark standen sie fast wie ein Wald, sobald ich die bewohnten Gebiete hinter mir gelassen hatte. Das weckte in mir fast dasselbe Gefühl wie die roten Felsen; ich mag diese riesig hohen, schlanken Saguaros einfach.
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Im Visitor Center gab ich meinen Nationalparkpass zum Scannen für den Eintrag, besorgte mir dafür die Parkzeitung und eine Parkbroschüre, und fand wieder einige schöne Magnete. Dann hielt ich noch einen netten Plausch mit zwei der Parkrangerinnen über die vielen kleinen Parks, die ich schon besucht hatte. Die meisten Touristen übersehen diese kleinen Parks. Die Schuld dafür liegt aber auch häufig bei den Reiseveranstaltern, die eben bestimmte große, und damit auch überlaufene Parks in ihrem Programm haben und von den kleinen einfach nichts wissen. Und viele der kleinen Parks, die ich besucht habe, findet man nur über die Nationalparkseite und dann eben über die gezielte Suche nach den Namen in einigen wenigen Reisebeschreibungen.
Die kurze Arbeitswoche nach Ostern ist jetzt angebrochen, aber ich habe diese Woche noch Urlaub, die Sonne scheint , die Temperaturen sind gesunken, meine Allergie und meine Migräne haben sich verzogen , einige Bäume zeigen stolz ihr neues Blätterkleid, ein paar Büsche haben sich für mich in ihr bestes Blütenkleid geworfen und im Backofen wartet ein vorbereiteter Auflauf auf seine automatische Fertigstellung .
Meine Reise geht jetzt langsam auf das Ende zu, hält jedoch noch ein paar Höhepunkte für mich bereit. So darf ich Euch heute ein paar sehr gute Freunde vorstellen, auf die ich mich sehr gefreut habe und von denen ich ganz viele forums-konforme Bilder zeigen kann.
Da es nach dieser Besichtigung erst kurz nach Mittag war, beschloss ich, noch zum Tonto Natural Bridges State Park zu fahren, der eigentlich heute bei der Fahrt nach Tucson geplant war und nur etwa 80 km von Camp Verde weg ist. Die Strecke dort hin war wunderschön. Sie ging auf einer kleinen Landstraße durch dichten Wald, durch Täler und über Pässe. Insgesamt wurde mal wieder die Schneegrenze erreicht, die ich aber nur im warmen Auto erleben durfte. Auch sank die Temperatur von 15° C in Camp Verde auf 4° C am höchsten Punkt. Am Ziel waren dann wieder knapp 12° C. Ich weiß nicht, was ich mir von diesem Park erwartet hatte. Es handelt sich ja nur um einen natürlichen Felsbogen, der durch einen Bach so ausgewaschen und unterhöhlt wurde, dass eine natürliche Brücke mit Bogen entstanden ist.
Zuerst ging ich einen Naturweg etwas einen Hang hinunter zu einem gefrorenen Wasserfall, der sich als "Wasserfällchen" entpuppte.
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Die Wanderung hinunter an den Fuß der Brücke wollte ich mit meiner Erkältung nicht machen. Also bin ich nur die Aussichtspunkte abgelaufen und dann wieder gegangen. Und irgendwie war ich etwas enttäuscht. Wahrscheinlich war ich einfach von den Bögen im Arches verwöhnt, die natürlich viel spektakulärer und dann auch noch rot sind.
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Auf der Rückfahrt habe ich mir dann noch das alte Zentrum von Camp Verde aus dem Auto heraus angeschaut. Das alte Fort Verde, das zu einem State Park umgewandelt wurde und in dem gerade Straßenbauarbeiten sind, habe ich nicht mehr besichtigt. Irgendwie hatte ich gar keine Lust auf ein touristisch aufgepepptes Fort. Stattdessen habe ich mir auf dem Rückweg zum Hotel noch einen Hustensaft besorgt und dann doch relativ früh (17:30) mein Zimmer wieder aufgesucht. Nach der Einnahme des Hustensafts, der wirklich zu helfen scheint, und einer Antihistamintablette (gegen die Fließnase) wurde ich plötzlich so müde, dass ich etwa 1 ½ Stunden geschlafen habe. Jetzt muss ich noch herausfinden, ob diese Kombination von Medikamenten mich müde gemacht hat oder ob ich nur einfach erschöpft war. Der Hustensaft allein ist es auf jeden Fall nicht; davon habe ich inzwischen eine weitere Dosis eingenommen und bin nicht müder als vorher. Und da ich die Antihistamintabletten tagsüber nicht nehme (sondern lieber Mentholbonbons lutsche), sehe ich keine Probleme morgen, wenn ich wieder ans Steuer will und nicht auf den Hustensaft verzichten möchte.
Ich bin eigentlich ganz froh, zum Tonto Natural Bridges State Park gefahren zu sein. So habe ich die Strecke wenigstens teilweise gesehen, die ich für die Fahrt von Camp Verde nach Tucson geplant hatte. Vom Tonto Natural Bridges State Park wäre es nämlich auf so ähnlichen Landstraßen weitergegangen zum Tonto National Monument mit weiteren Puebloruinen. Und dann noch weiter bis kurz vor Tucson. Das ist zwar eine schöne Strecke, braucht aber doch sehr viel Zeit. So konnte ich mir noch in aller Ruhe ein paar Puebloruinen ansehen und gemütlich über schöne Landstraßen gondeln, ohne den Zeitdruck zu haben, dass es ja bald dunkel wird und dann das Fahren auf kurvigen Landstraßen nicht mehr so spaßig ist.
Mit dem Navi vertrage ich mich inzwischen ganz gut. Ich habe herausgefunden, dass ich Bonnie auf keinen Fall die kürzeste Strecke planen lassen darf, sondern immer die schnellste (mit Autobahnen) oder „Autobahnen vermeiden“. Wobei „Autobahnen vermeiden“ auch manchmal zu lustigen Routen führt. Dann will Bonnie nämlich unbedingt, dass ich die schön geteerte Straße verlasse und irgend einen Trampelpfad (den sie aber als befahrbar in ihrer Karte hat) nehme oder gar an der Stromleitung entlangfahre. Da lass ich sie dann meistens einfach vom Abbiegen oder Umdrehen reden und antworte ihr höchstens mal, dass mein Auto vier Räder hat und keine vier Hufe.
Morgen geht es dann auf der Autobahn nach Tucson, was in drei Stunden gemacht sein sollte, so dass dort noch genügend Zeit für kurze Besichtigungen von Kakteen bleibt.
Nachtrag aus heutiger Sicht: Natürlich ist der Tonto Natural Bridges State Park klein und unscheinbar im Vergleich zu den großen Parks, die ich im Verlauf der Reise heimgesucht hatte. Aber er ist trotzdem nicht uninteressant. Man sieht doch sehr deutlich, wie das Wasser der Schneeschmelze sich einen Weg bahnt und weichere Teile des Erdreichs einfach mit sich reißt, so dass es sich am Ende einen natürlichen Tunnel geschaffen hat. Und am Anfang des Tunnels gräbt das Wasser jedes Jahr wieder einen Teil des Hangs ab, bis nach vielen Jahrzehnten die Brücke einen zweiten Bogen bekommt oder vielleicht auch einstürzt. Missen möchte ich den Besuch dort nicht.
Ein Haus war aber ganz dicht unten am Wasser gebaut, und zu diesem konnte man hinunter gehen. Dort war deutlich zu sehen, wie die Felsen in den Häuserbau integriert wurden.
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Obwohl Mesa Verde sehr viel imposanter ist, bieten die kleinen Pueblo-Nationalmonumente oft den Vorteil, dass man viel näher an die einzelnen Bauten herankommt und auch mehr Informationen bekommt. Weil es viel weniger zu beschreiben gibt, ist die Information zu den einzelnen Teilen in den kleinen Parks häufig ausführlicher. Auch lohnt es sich oft nicht, einen Führer zu drucken. Deshalb sind in den kleineren Parks die Beschreibungen häufig direkt auf die Tafeln vor dem interessanten Punkt angebracht und nicht nur eine Nummer, über die man dann im gedruckten Führer Informationen finden kann.
Auch ein Schaukasten war da, der das Leben in einem rekonstruierten Pueblo aufzuzeigen versucht. Da drinnen muss es ganz schön dunkel gewesen sein, wenn nur durch die winzigen Fensteröffnungen und die Löcher in der Decke, die als Eingang dienten, Licht fiel.
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Anschließend fuhr ich weiter zum Montezuma Well, das etwa 18 km von Montezuma Castle entfernt liegt, aber heute dazu gehört. Dort kann man eine natürliche Quelle in einem Kalkloch bestaunen, die das ganze Jahr über eine gleichbleibende Temperatur von etwa 23° C hat und ständig gespeist wird und durch einen unterirdischen natürlichen Kanal abfließt. Natürlich wurden an diesem Wasserloch auch wieder Schwalbennester gebaut.
Auch heute sollte mal wieder ein etwas ruhigerer Tag werden. Und das war auch nötig. Denn ich hatte in der Nacht nicht besonders gut geschlafen. Irgendwie scheine ich die Umstellung auf frühlingshafte Temperaturen nicht so ganz zu verkraften. Auf jeden Fall läuft meine Nase und das Husten übe ich auch schon. In der Nacht hatte ich schon eine Allergietablette genommen, damit die Nase endlich zu laufen aufhört und ich nicht ununterbrochen husten muss.
Nach dem Frühstück, das diesmal aus einer Portion Vollkornflakes mit Rosinen, einer frischen großen Waffel mit Ahornsirup, zwei Scheiben Toastbrot, einem Becher Orangensaft und 2 Bechern schön starkem Gourmet-Kaffee bestand, wollte ich mir Schnupfentabletten besorgen, die 12 Stunden wirken. Aber so etwas bekommt man in Arizona nur, wenn man einen amerikanischen Führerschein hat. Aus irgend einem Grund müssen die Drogisten festhalten, wer solch harte Drogen gekauft hat. Und da der Führerschein eingescannt werden muss, kann man auch nicht irgendwie das System umgehen, um einer erkälteten Touristin zu helfen. Und ihren eigenen Führerschein dürfen sie auch nicht nehmen. Also nahm ich nur eine Packung Mentholbonbons mit, von denen ich eigentlich ständig eines lutschte (deshalb die mit Zucker und nicht die zuckerfreien; Durchfall kann ich jetzt nicht auch noch gebrauchen).
Durch diesen Misserfolg nicht entmutigt, machte ich mich auf, das Montezuma Castle National Monument zu suchen. Da ich dies spontan einschob, gab es keine vorgefertigte Route für mein Navi. Aber die Koordinaten, die ich gestern Abend Google Maps entlockt hatte, reichten aus, um mich ohne große Umwege zum Ziel zu führen.
Natürlich hat dieses Schwalbennest da oben nichts mit den Azteken zu tun. Da haben sich die Spanier, die dieses Gebäude als erste sahen, gewaltig geirrt. Als der Irrtum dann aufgeklärt wurde, ist der Name halt aus Gewohnheit geblieben.
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Obwohl das Gemäuer nur von unten bestaunt werden konnte und von einem weiteren Pueblo, das wohl abgebrannt ist, nur noch ein paar Mauerreste übrig waren, war es doch sehr interessant, denn es gab überall Tafeln mit Erklärungen. So gab es eine Tafel, die beschrieb, in welcher Reihenfolge die einzelnen Räume/Wohnungen gebaut wurden. Das ganze Gebäude wurde nämlich nicht von Anfang an so geplant, sondern einfach nach Bedarf und Platz angebaut.
Eigentlich wollte ich keinen Morgen mehr mit "eigentlich" beginnen. Aber heute ist so ein richtiger Tag für "eigentlich".
Eigentlich könnte ich den voll erblühten Frühling so richtig genießen, da die meine Allergie auslösenden Pollen wohl nicht mehr fliegen. Ich niese und schniefe auch ohne Allergietablette nicht mehr ständig. Aber mein Kopf protestiert gegen die beginnende Wetteränderung und hat mal wieder ein paar Bauarbeiter in meinen Kopf geholt, die dort hämmern und bohren und eine leichte Migräne ausgelöst haben. Durch eine Änderung des Frühstück-Getränks von Milchkaffee in starken Espresso mit viel Zitronensaft und einer Ibu ist es mir gelungen, den Bauarbeitern in meinem Kopf klar zu machen, dass sie auf der falschen Baustelle waren.
Trotz dieses Hindernisses beim Aufwachen hatte sich das heutige Datum wohl dauerhaft in mein Gehirn eingebrannt. Und es hackt ständig auf mich ein "heute wäre eigentlich DER Tag". Der Tag, der schuld daran ist, dass ich hier bei Euch im Forum gelandet bin und eine Kreuzfahrt gebucht hatte. Heute wollte ich eigentlich Petra sehen.
Aber der Blick auf meinen Ticker sagt, dass dieser Ausflug um 346 Tage verschoben werden musste.
Mein Bericht hier erinnert mich aber auch wieder daran, dass Wünsche und Träume wirklich wahr werden können, wenn sie nicht absolut unrealistisch sind und man nur fest genug daran glaubt und mit aller Kraft an ihrer Verwirklichung mit hilft. Die roten Felsen und die Schluchten des Colorado Plateaus wollte ich mit eigenen Augen sehen, seit ich vor über 40 Jahren in einer Buchhandlung einen für mich damals unbezahlbaren Bildband über die Naturwunder der USA in meinen Händen hielt.
Und heute ist die Entscheidung auch leichter, welche Bilder ich Euch nicht zeigen werde; ich muss mich nur gegen etwa 2/3 der Tagesausbeute entscheiden und nicht gegen 4/5 wie an einigen anderen Tagen.
bina.63 Am Fluss vor dem Castle Rock war auch nicht viel los. Und es gab auch 2008 wohl noch einige Plätze in der Nähe des Flusses, die kostenlos waren. Aber ich hatte im Netz keine so genaue Beschreibung zu solchen Stellen gefunden, dass ich sie vorab auf den im Netz vorhandenen Karten gefunden hätte. So habe ich mir eben einen kostenpflichtigen Parkplatz gegönnt. Ich glaube, dass es sich um einen privaten Picknick-Platz gehandelt hat mit super-sauberen Toiletten und kostenlosen Wasserflaschen.
Rote Felsen mit Touristen, Ruinen und alte Minen - Teil 6
Da ich nach dieser Besichtigung immer noch Zeit hatte, fuhr ich die wenigen Kilometer in die Berge nach Jerome, einer alten Minenstadt, die mit der Schließung der dortigen Kupferminen erst einmal verlassen und jetzt mal wieder vor allem von Künstlern bewohnt wird.
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Das dortige Museum zeigt interessante Details aus der Zeit der Minen und die Ortschaft liegt wirklich idyllisch am Hang. Aber ich wollte trotzdem nicht dort wohnen. Wenn man da aus dem Fenster sieht, sieht man ja erst einmal nichts und ganz weit unten dann den Hang, der noch weiter runter geht.
Dann wurde es langsam dunkel und somit wieder Zeit zurückzufahren. Unterwegs konnte ich noch ein paar Lebensmittel besorgen, u.a. auch Tiefkühlmenüs, die ich mir in der Mikrowelle in meinem Zimmer warm machen wollte. Beim Einkaufen hatte ich noch eine nette Begegnung: Nach dem Bezahlen stellte die Kassiererin fest, dass ich mit Kundenkarte 1/3 der Summe gespart hätte. Da ich aber keine Kundenkarte hatte, nahm einfach die in der Reihe hinter mir stehende Frau ihre, damit ich nachträglich die Ersparnis (immerhin 6$) wieder zurück bekam.
Als ich mir dann das Essen machen wollte, funktionierte die Mikrowelle nicht. Aber ich konnte mir das Essen in der Mikrowelle im eigentlich geschlossenen Frühstückszimmer warm machen.
Der Wetterbericht für morgen klingt für die Gegend um Camp Verde gar nicht schlecht: Leicht bewölkt mit Höchsttemperaturen von 16° C. Also ungefähr so wie heute. Dafür soll das Wetter morgen in Sedona schlechter sein, kälter nämlich (12° C) und bewölkt und windig. Naja, immerhin besser als es gestern klang. Da war nämlich für morgen für Sedona Regen angesagt. Deshalb habe ich den Ausflug heute gemacht und die Gegend um Camp Verde (also südlich von Sedona) trotz Aussicht auf etwas Regen auf morgen geplant. Und das scheint mal wieder richtig gewesen zu sein. Von Regen ist aber nichts mehr zu lesen in den Wetteraussichten. Lass ich mich halt mal überraschen, was morgen so auf mich wartet.
Rote Felsen mit Touristen, Ruinen und alte Minen - Teil 5
Bei Tuzigoot handelt es sich wieder um ein auf einem Hügel freistehendes Pueblo, dessen noch stehenden Mauern mit modernen Mitteln ständig repariert werden müssen und die deshalb nicht mehr im Originalzustand erhalten sind wie bei den anderen Pueblos, die ich bisher besichtigt hatte. Hier konnte ich im Visitor Center noch eine interessante Zeremonie beobachten: Die ganzen Nationalparks und Nationalmonumente haben ein Programm für Kinder, bei dem diese während der Besichtigung einen Fragebogen ausfüllen müssen. Am Ende werden die Fragebogen von einem Ranger kontrolliert und korrigiert und die Kinder als Juniorranger eingeschworen, so richtig mit rechter Hand heben und Schwur wiederholen. Dabei müssen die Kleinen schwören, dass sie die Überreste der Vergangenheit und die Natur schützen werden und nichts mutwillig einfach zerstören. Und diese Botschaft auch an die Klassenkameraden weitergeben. Und die vier Kinder, die ich dabei beobachten konnte, waren da mit Feuereifer dabei. Natürlich gab es auch Rangerabzeichen für sie. Irgendwie scheinen die Nationalparks zu versuchen, den Kindern das zu vermitteln, was sie den Jugendlichen und Erwachsenen nicht mehr können. Denn diese sind es, die auf Mauerresten und fragilen Felsen trotz Verbot herumklettern müssen und sie dadurch für immer zerstören.
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In diesem Pueblo wurde deutlich, dass die Räume jeweils die Schlafräumer einer kompletten Familie waren und sich das tägliche Leben auf den Dächern und auf der Plaza abspielte. Hier in dieser Gegend wundert mich das nicht sehr, waren doch die Fenster der Pueblos immer sehr klein und die Zimmer deshalb immer sehr dunkel. Und wozu sollte man sich in Räumen aufhalten, wenn die Winter so mild waren wie der heutige Tag. Da hatte es um 16 Uhr bei komplett bewölktem Himmel immer noch 14° C.
Rote Felsen mit Touristen, Ruinen und alte Minen - Teil 4
Da ich den Oak Creek Canyon schon gestern heruntergekommen bin und gesehen hatte, dass es so gut wie keine Möglichkeit zum Anhalten und Fotografieren gibt, habe ich mir diesen Abstecher geschenkt und bin gleich direkt zum Flughafen gefahren. Ja, auch einen Flughafen hat Sedona, der aber wohl hauptsächlich für Charterrundflüge genutzt wird. Da der Flughafen sehr hoch oben liegt, hat man von dort eine gute Sicht nach Norden und nach Westen. Ansonsten hat mich die Fahrt dort hinauf ziemlich an Mesa Verde erinnert, nur dass die Serpentinenstrecke wesentlich kürzer war. Aber auch hier hatte man an manchen Stellen das Gefühl, einfach ins Nichts hinein zu fahren, weil die Straße eine enge Serpentine machte und nichts den Blick in die Ferne und nach unten beschränkte.
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Dann musste ich aber noch unbedingt die Stelle finden, an der das berühmte Bild mit den sich im Wasser spiegelnden Felsen, dem Cathedral Rock, gemacht wurde. Und ich habe sie gefunden. Gleichzeitig habe ich aber auch erneut festgestellt, dass in Sedona alle Leute versuchen, den Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen. An dieser Stelle wird nämlich Eintritt fällig, der sonst in keinem Pass inbegriffen ist. Und zwar wird nicht per Auto oder pro Person berechnet, sondern pro Person (5$) plus Parkplatz für das Auto (3$). Mir gefällt hier überhaupt nicht, dass alles so auf Touristen ausgerichtet ist und überall sehr hohe Preise gefordert werden. Meine geliebten Magnete z.B. kosten mehr als doppelt so viel wie in den Nationalparks, und dort kosten sie schon mehr als an Tankstellen, wo ich schon ganz vereinzelt welche gefunden habe, die mir gefallen haben.
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An der Farbe der Felsen ist deutlich zu sehen, dass heute die Sonne starke Probleme hatte, sich durch die leichte Bewölkung durch zu kämpfen und halt meistens die Felsen nicht angestrahlt wurden. Im Norden war noch blauer Himmel und im Süden und Osten kam die Sonne kaum durch. Auch wird das Motiv meistens bei Sonnenuntergang aufgenommen, damit die Felsen so richtig schön rot leuchten. Da sich die Bewölkung aber immer mehr verstärkte, konnte ich mir das Warten auf den Sonnenuntergang schenken, da es heute keinen sichtbar roten geben würde. Also muss das Bild mit roten Felsen gegen hellgrauen Himmel reichen.
Dann wollte ich noch im Red Rock State Park an den Fluss hinuntergehen und schauen, ob es von dort noch schöne Fotomotive gibt. Aber die wollten noch einmal extra Eintritt (6$) haben, da sie nur den Red Rock Pass anerkennen und keinen Ersatzpass gelten lassen und so bin ich wieder weggefahren. Ich war ja nicht einmal sicher, ob sich dort lohnenswerte Fotomotive finden lassen würden. Im Internet sah es nicht so vielversprechend aus, aber da klang es auch noch so als ob mein Nationalparkpass anerkannt würde. Und auch in der Tourist Info hieß es, entweder Red Rock Pass oder ersatzweise Nationalparkpass und das auch für den Red Rock State Park.
Irgendwie war ich von der ganzen vorhergehenden Reise verwöhnt, da die Wanderwege und Parks meisten ziemlich menschenleer waren. Selbst im Arches traf man nicht so viele Touristen (Autos) bei den einzelnen Aussichtspunkten an wie hier in Sedona. Teilweise war es schon fast schwierig, einen Parkplatz zu ergattern. Wie muss es hier nur im Sommer zugehen, wenn noch mehr Touristen da sind. Diese Menschenmassen (auch auf den Wanderwegen) nahmen mir irgendwie die Lust, noch eine kleine Wanderung zu unternehmen und so fuhr ich am frühen Nachmittag noch zu einer weiteren Puebloruine, dem Tuzigoot National Monument, und der alten Minenstadt Jerome.
Rote Felsen mit Touristen, Ruinen und alte Minen - Teil 3
An der steilen Straße, die zur Kirche hinaufführt, gab es unterwegs noch ein paar Kakteen zu sehen und von oben natürlich einen super Blick auf Sedona.
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Dann kam die Chapel of the Holy Cross dran, die da als modernes Gebäude einfach so auf die schönen roten Felsen gebaut wurde. Mir persönlich gefällt sie überhaupt nicht, aber die Aussicht von dort oben auf Sedona und die umliegenden Felsen ist sagenhaft. Da kann man notfalls auch dieses furchtbar hässliche Gebäude einfach ignorieren.