Dann glaubte die Irre, endlich oben zu sein, aber es ging noch weiter hinauf:
Und dann gab es die erste Lücke im Häuserwall:
Schließlich erreichten wir unser Ziel, einen Aussichtspunkt. Etwas oberhalb der Bildmitte kann man den Bus aus Nerja und den Touristenzug erkennen:
Danach ging es nur noch bergab, natürlich ebenfalls über eine schräge Gasse mit einzelne Stufen. Ein Blick zurück:
Und dann sind wir am Ende des Rundgangs angekommen. Den linken Weg hatten wir am Beginn des Rundgangs genommen; den rechten Weg kamen wir am Ende herunter.
Jetzt waren wir doch ziemlich müde und hungrig und wollten endlich ein Restaurant suchen, in dem wir etwas essen konnten. Unterwegs kamen wir an ein paar Restaurants und Bars vorbei, aber zu der Zeit wollten wir noch nichts essen. Und das Restaurant oben auf dem Berg in der Nähe des Aussichtspunkts war uns einfach viel zu teuer.
Finanzministerin: Irre, du suchst dir hier ganz sicher keinen schönen Platz mit Aussicht. Ich zahle wegen der Aussicht doch keine 28 € für ein Fischgericht. Jetzt gehen wir erst einmal wieder runter und suchen uns dort eine nette Bar mit etwas zu essen.
Aber die Bar am Anfang der Altstadt gefiel uns nicht und so gingen wir noch weiter hinunter, vorbei an der Bushaltestelle und dem Touristenzug, zu einem großen Platz mit mehreren Bars und Restaurants. In einer der Bars entschied die Irre sich dann für einen Burger und futterte ihn mit Genuss.
Dann gingen wir wieder zurück zur Bushaltestelle, an der schon eine so große Menschenmasse wartete, dass ich eine schlimme Vorahnung bekam. Wir schlugen der Irren vor, doch erst eine Runde mit dem Touristenzug zu drehen. Aber sie wollte erst einmal auf den Bus warten und sehen, ob wir auch mitkommen würden. Und es kam wie befürchtet: Als nur noch vier Leute vor uns auf das Einsteigen warteten, entschied der Busfahrer, dass der Bus voll wäre und niemand mehr einsteigen dürfe.
Irre: Wieso soll der Bus voll sein? Da stehen doch nur ein paar Leute im Gang des Busses. Da hätten wir und die paar Leute vor und hinter uns sicher auch noch Platz.
Aber ihr half alles Maulen nichts; der Busfahrer schloss die Türen und fuhr ab, nachdem er die noch wartenden potentiellen Fahrgäste auf den nächsten Bus vertröstete, der in 1 Stunde fahren würde. Also wollte die Irre die Wartezeit mit einer Fahrt mit dem Touristenzug verkürzen. Aber der Zug war schon abgefahren, Wir wollten jedoch auf die Rückkehr warten und dann eine Runde drehen – auch wenn wir dann erst den übernächsten Bus nach Nerja schaffen können. Aber manchmal soll es einfach nicht sein. Als der Zug zurückkam, stiegen alle Fahrgäste aus und der Zug fuhr weg.
Irre: Macht der jetzt schon Feierabend? Es ist doch erst 16 Uhr und die Menge an Touristen ist noch nicht kleiner geworden.
Also setzten wir uns wieder auf eine Bank und genossen die Sonne und die Aussicht. Und durften dann tatsächlich mit dem nächsten Bus wieder zurück nach Nerja fahren. Auch diese Mal durften nicht alle wartenden Fahrgäste einsteigen; ein paar blieben wieder zurück, obwohl noch Stehplätze im Gang frei waren. Unterwegs gab es aber noch ein paar Haltestellen, an denen auch noch Leute einsteigen wollten. Da hatte der Busfahrer wohl vorsorglich noch ein paar Stehplätze frei gehalten für weitere Fahrgäste, die sonst wohl kaum eine Chance auf eine Fahrt mit dem Bus gehabt hätten.
In Nerja mussten wir wieder die Straße überqueren, um zu der Haltestelle der Busse in Richtung Malaga zu kommen. Da noch etwas Zeit bis zum nächsten Bus nach Torrox Costa war, stellte sich die Finanzministerin in die Schlange vor dem Ticketschalter und kaufte uns eine Fahrkarte. Für den nächsten Bus gab es aber keine mehr sondern nur für den übernächsten Bus, der in 45 Minuten fahren würde. Egal, wir würden bald zurückfahren können und hatten sicher einen Platz in diesem Bus. Als der „nächste“ Bus mit etwas Verspätung dann kam, ließ der Busfahrer erst einmal alle Leute mit einer Fahrkarte für diesen Bus einsteigen. Leute ohne Fahrkarte schickte er zum Ticketschalter; er verkauft Fahrkarten im Bus nur an Haltestellen ohne Ticketschalter. Und dann ließ er alle Leute mit Fahrkarten für einen anderen Bus auch einsteigen, wenn sie nur maximal 2 Orte weit fahren wollten. Das betraf uns natürlich auch und so kamen wir doch am Ende 30 Minuten früher zurück als wir nach dem Kauf unserer Fahrkarte erwartet hatten.
Irre: Das war ein tolles Abenteuer heute. Aber jetzt bin ich müde und möchte nur noch meine armen Füße hochlegen und natürlich etwas zu Abend essen.
Finanzministerin: Und wie fällt dein Vergleich zwischen Torrox Pueblo und Frigiliana aus? Welcher Ort gefällt dir besser?
Irre: Der Vergleich ist gar nicht so einfach. Es sind zwar beides weiße Dörfer, aber sie haben total unterschiedliche Konzepte. Insgesamt hat mir Torrox Pueblo besser gefallen. In Frigiliana sind die Gassen und Treppen so ähnlich, dass ich gar nicht gestaunt habe, wenn ich um eine Ecke kam.
Frigiliana ist sehr touristisch. Es gibt viele Sourvenirshops mit allen möglichen Souvenirs. Da kann man viele Mitbringsel finden. Wir haben schöne Seifen, auch in Form von Figuren, und Trockenfrüchte gefunden. Die Häuser sind alle weiß getüncht und fast überall stehen Blumenkübel an den Seiten der Gassen. Das Muster des Straßenbelags (Mosaik) zieht sich fast durch die ganze Stadt. Die Häuser sind sich sehr ähnlich; die Straßenzüge ähneln sich sehr. Frigiliana ist sehr schön und reizvoll, aber es bietet nicht viele Überraschungen, wenn man um eine Ecke biegt. Dafür sind wohl die Regeln für das Aussehen der Häuser zu eng. Ich habe auch kaum eine Ecke gesehen, die ausgebessert werden müsste – und auch keine Tür/Ecke, in der einfach jemand etwas abgestellt hatte. Auch die Sitzecken auf Vorplätzen, die ich als „privat“ empfand, sahen unbenutzt aus. Und nirgends saßen Bewohner zu einem Plausch vor den Häusern. Dadurch wirkte Frigiliana fast steril auf mich.
Torrox Pueblo dagegen ist touristisch so gut wie nicht erschlossen; es gibt nur an ein paar Sehenswürdigkeiten Tafeln mit Beschreibungen. Vor allem die Gassen im maurischen Teil der Altstadt sind total verschieden und teilweise auch extrem schmal. Wir waren nach einer Biegung oft überrascht, welche neuen Ansichten zum Vorschein kamen. Und wir haben fast keine anderen Touristen bei unseren Streifzügen getroffen. Ich glaube auch nicht, dass es Regeln für das Aussehen der Häuser gibt. Auch der Straßenbelag ändert sich immer wieder. Und es gab immer wieder Ecken und private Vorplätze mit Sitzecken, die gerade durch Bewohner genutzt wurden oder so wirkten, als wäre jemand nur kurz weggegangen.