Die ersten Planungen beginnen
Kurz nach Ostern, so Mitte April, stehe ich im Supermarkt vor dem Regal mit Brotbelag, als sich die Irre plötzlich vor mir aufbaut.
Irre: Gipsy, wir müssen dringend planen, wie wir nach Bremerhaven kommen werden. Sonst kann ich nicht mehr ruhig schlafen.
Finanzministerin: Wir können ja mal schauen, welche Optionen wir haben.
Irre: Fahren wir wieder mit dem Nachtzug von Zürich nach Hamburg? Das war richtig cool. 
Finanzministerin: Ganz sicher nicht. Zürich ist jetzt ein zu großer Umweg.
Irre: Ich will jetzt sofort heim und Optionen suchen. Gipsy, jetzt beeile dich doch mal mit dem Einkaufen.
Gipsy: Sei ruhig, Irre. Ich will erst einmal in Ruhe einkaufen. Und dann will ich das Mittagessen machen und in Ruhe essen.
Irre: Beeile dich trotzdem mit dem Einkaufen. Ich bekomme langsam Hunger.
Nach dem Mittagessen wurde also erst einmal der Computer angeworfen und eine Landkarte geladen.
Dann erfolgte die Prüfung der Optionen für Nachtzüge auf der Strecke von Österreich nach Hamburg. Aber bei denen mochte ich die Abfahrtszeiten bzw. Abfahrtsorte nicht. Auch mit der Ankunftszeit am frühen Morgen zum Umsteigen in Richtung Bremen konnte ich mich nicht anfreunden. Und die Finanzministerin fiel fast in Ohnmacht, als sie die Preise für ein Einzel-Schlafwagenabteil sah.
Irre, ganz traurig: Was machen wir denn jetzt, wenn es keine vernünftige Verbindung mit Schlafwagen gibt? Fahren wir dann mit dem Auto?
Finanzministerin, ganz entsetzt: Auto kommt überhaupt nicht in Frage. Ich fahre doch nicht mitten im Winter einmal quer durch Deutschland von Süden nach Norden, lasse das Auto dort 5 Wochen irgendwo stehen und fahre dann wieder die ganze Strecke zurück.
Gipsy: Und das Schiff liegt auch nicht erst noch einen Tag in Bremerhaven, so wie die Amera damals in Hamburg, so dass wir sicher am 12.1. gegen Mittag in Bremerhaven sein müssen.
Finanzministerin: Und deshalb müssen wir in Bremerhaven übernachten. Gipsy, such doch mal nach Hotels in Bremerhaven.
Also wurde die Anreise nach Bremerhaven erst einmal vertagt und die Suche nach einem Hotel für eine Vorübernachtung begann.
Irre: Ich will in einem Hotel direkt am Wasser übernachten.
Finanzministerin: Da kommt aber nur das günstigste in Frage.
Gipsy: Und ich will nicht für eine Nacht so weit vom Bahnhof weg sein. Wir haben mindestens einen kleinen Handgepäckskoffer und einen kleinen Rucksack dabei. Wenn es regnet, will ich das Zeug nicht weit transportieren müssen zum TUI-Shuttle.
Finanzministerin: Direkt am Bahnhof gibt es kein Hotel. Aber wenn wir Buslinien folgen, gibt es einige in der Nähe von Haltestellen. Und die sind gar nicht so teuer wie erwartet. Aber jetzt müssen wir erst klären, wie wir nach Bremerhaven kommen.
Irre: Aber erst muss ich etwas essen. Sonst verhungere ich. Und dann können wir ja mal die Bahn fragen, ob es Züge nach Bremerhaven gibt, wo wir nicht dauernd umsteigen müssen.
Und so wurde die Planung erst einmal für das Abendessen unterbrochen.
Danach brachte die Suche nach Zügen überraschende Erfolge.
Irre: Da gibt es tatsächlich viele Züge, mit denen wir an einem Tag bis nach Bremerhaven kommen.
Finanzministerin: Und es gibt auch direkte ICE-Verbindungen von Ulm bis Bremen.
Irre: ICE? Damit wollte ich schon immer mal fahren. Nehmen wir den?
Finanzministerin: Auf jeden Fall. Und ohne Umsteigen von Ulm nach Bremen bringt auch einiges an Sicherheit. Bis Ulm haben wir eh nur Nahverkehr und von Bremen bis Bremerhaven auch wieder.
Und dann sind die Irre und ich erst einmal sprachlos.
Finanzministerin: Die Preise für die Züge sind gar nicht hoch. Da können wir doch 2 Nächte in Bremerhaven bleiben, natürlich in einem günstigen Hotel in der Stadt bei einer Bushaltestelle.
Irre: Und dann einen Tag Bremerhaven unsicher machen und ganz viele Fischbrötchen am Hafen essen 
Gipsy: Dann brauchen wir aber unbedingt ein Hotel, in dem wir auch spät ankommen können, ohne vorher von unterwegs einen Portier aufschrecken zu müssen.
Finanzministerin: Da ist eines, das alle Bedingungen erfüllt: 24 Stunden Rezeption, nicht zu teuer und nicht weit von einer Bushaltestelle, an der auch spät Abends noch einige Busse halten. Das buchen wir - aber über Book...., dort gibt es ein Angebot für uns für eine höhere Zimmerkategorie, das nur 1 Euro teurer ist als das einfache Zimmer direkt beim Hotel.
Und so haben wir erst einmal ein Hotel in Bremerhaven vom 10.1.25 bis 12.1.25 gebucht. Die Irre ist vor Freude ganz aus dem Häuschen.
Irre: Können wir uns dann zum Abendessen auch schon Fischbrötchen besorgen?
Gipsy: Das werden wir dann sehen, wenn wir in Bremerhaven angekommen sind.
Somit war jetzt der erste Teil der Planung abgeschlossen. Für das Aussuchen der passenden Zugverbindung und kaufen der Fahrkarten war es noch viel zu früh. Dafür müssen wir erst einmal den neuen Fahrplan der DB abwarten, der ab Mitte Dezember gelten wird.
Am späten Abend versucht die Irre dann noch, Ausflüge zu buchen. Zu ihrer großen Enttäuschung geht das aber noch lange nicht.
Aber der Finanzministerin fällt beim Ausfüllen des Schiffsmanifests zum Glück auf, dass mein Reisepass nur bis Mitte Juni 2025 gilt und ich deshalb noch einen neuen brauche. Also wird unsere ToDo-Liste noch um das Beantragen eines Reisepasses so etwa Ende September erweitert.
Die nächsten Wochen und Monate vergehen mit Lesen von Reiseberichten und Träumen von der großen Reise. Dann schreckt mich die Nachricht auf, dass die Ausstellung eines neuen Reisepasses bis zu 12 Wochen dauern kann.
Finanzministerin: Wir sollten mit der Beantragung des Reisepasses nicht bis Ende September warten. Das machen wir lieber so schnell wie möglich.
Es ist erst Anfang August, so dass wir uns dafür noch etwas Zeit lassen und bei Gelegenheit beim Bürgerbüro vorbeigehen können, was wir Mitte August dann auch tun. Dort werde ich auch darauf hingewiesen, dass das Drucken der Reisepässe bis zu 12 Wochen dauern kann. Aber bis Anfang Januar sollte er sicher fertig sein. (Spoiler: 50 Tage nach Beantragung kam die Email, dass ich meinen Reisepass im Bürgerbüro abholen kann.)