05.02.2025 - 14. Seetag von vielen - 2. Seetag nach Barbados
Der Tag fing an wie jeder Seetag. Wir ließen uns viel Zeit beim Aufstehen und Fertig machen. Die Irre begrüßte den Tag wie immer auf dem Balkon und machte ein Beweisfoto vom Morgen für unsere Unterlagen.
Auch beim Frühstück ließen wir uns viel Zeit. So saßen wir im Anckelmann auf Deck 12 bis die ersten Familien mit Kleinkindern den Bereich stürmten und es mir zu wuselig und laut wurde.
Also nutzte ich die Gelegenheit und schrieb den Bericht vom Vortag. Und dann wollte die Irre auf dem Balkon sitzen und Wellen gucken und lesen. Aber irgendwie funktionierte das Lesen nicht so richtig. Ich musste jeden Satz mehrfach lesen, um den Inhalt zu erfassen. Und dabei war es doch gar kein Fachbuch sondern ein einfacher Krimi. So wurde das nichts. Also legte ich das Buch weg und beobachtete halt nur die Wellen - solange mir nicht die Augen zufielen.
Die Durchsage zur Zeitumstellung bekam ich mit und stellte ein paar meiner Uhren auf die richtige Uhrzeit. Die Irre überlegte sich bei der Gelegenheit kurz, ob sie nach Kaffee und Kuchen verlangen sollte. Aber irgendwo hatte sie gar keinen Appetit darauf.
Irgend wann wurde es mir auf dem Balkon zu kühl und ich verzog mich ins Zimmer. Dort überlegte ich kurz, ob sich noch jemand an meiner Wasserkaraffe bedient; die war nämlich gefühlt ständig leer.
Irre: Vielleicht hat auch jemand ein Loch reingebohrt und jetzt läuft das Wasser ins Nirgendwo ab.
Finanzministerin: Deine Gags waren auch schon besser. Irgend etwas stimmt nicht mit dir heute.
Und damit hatte sie durchaus Recht. Die Zeit für das Abendessen kam und ging. Nur der Hunger kam nicht. Und Appetit auf irgend etwas hatten wir auch nicht. Also ließen wir auch das Abendessen einfach ausfallen.
Außerdem war ich so furchtbar müde als hätte ich die vorige Nacht überhaupt nicht geschlafen sondern durchgemacht wie vor 50 Jahren. So beschloss ich einfach, schon kurz nach 20 Uhr schlafen zu gehen. Es war ja einer von vielen Seetagen, morgen ist wieder ein Seetag und Zeit für alles, das ich heute nicht machen wollte.