Beiträge von Gipsy

    05.02.2025 - 14. Seetag von vielen - 2. Seetag nach Barbados

    Der Tag fing an wie jeder Seetag. Wir ließen uns viel Zeit beim Aufstehen und Fertig machen. Die Irre begrüßte den Tag wie immer auf dem Balkon und machte ein Beweisfoto vom Morgen für unsere Unterlagen.

    Auch beim Frühstück ließen wir uns viel Zeit. So saßen wir im Anckelmann auf Deck 12 bis die ersten Familien mit Kleinkindern den Bereich stürmten und es mir zu wuselig und laut wurde.

    Also nutzte ich die Gelegenheit und schrieb den Bericht vom Vortag. Und dann wollte die Irre auf dem Balkon sitzen und Wellen gucken und lesen. Aber irgendwie funktionierte das Lesen nicht so richtig. Ich musste jeden Satz mehrfach lesen, um den Inhalt zu erfassen. Und dabei war es doch gar kein Fachbuch sondern ein einfacher Krimi. So wurde das nichts. Also legte ich das Buch weg und beobachtete halt nur die Wellen - solange mir nicht die Augen zufielen.

    Die Durchsage zur Zeitumstellung bekam ich mit und stellte ein paar meiner Uhren auf die richtige Uhrzeit. Die Irre überlegte sich bei der Gelegenheit kurz, ob sie nach Kaffee und Kuchen verlangen sollte. Aber irgendwo hatte sie gar keinen Appetit darauf.

    Irgend wann wurde es mir auf dem Balkon zu kühl und ich verzog mich ins Zimmer. Dort überlegte ich kurz, ob sich noch jemand an meiner Wasserkaraffe bedient; die war nämlich gefühlt ständig leer.
    Irre: Vielleicht hat auch jemand ein Loch reingebohrt und jetzt läuft das Wasser ins Nirgendwo ab.
    Finanzministerin: Deine Gags waren auch schon besser. Irgend etwas stimmt nicht mit dir heute.

    Und damit hatte sie durchaus Recht. Die Zeit für das Abendessen kam und ging. Nur der Hunger kam nicht. Und Appetit auf irgend etwas hatten wir auch nicht. Also ließen wir auch das Abendessen einfach ausfallen.

    Außerdem war ich so furchtbar müde als hätte ich die vorige Nacht überhaupt nicht geschlafen sondern durchgemacht wie vor 50 Jahren. So beschloss ich einfach, schon kurz nach 20 Uhr schlafen zu gehen. Es war ja einer von vielen Seetagen, morgen ist wieder ein Seetag und Zeit für alles, das ich heute nicht machen wollte.

    Finanzministerin: Du musst heute um 14 Uhr wieder eine Stunde zurückgeben. Und morgen und übermorgen auch noch mal. Dann stimmt unsere Uhrzeit mit der von Gran Canaria überein.

    Irre: Ich hätte die Stunden lieber behalten. Aber wenn ich sie doch wieder abgeben muss, ist es tagsüber viel angenehmer als wenn mir jemand in der Nacht eine Stunde klaut. Können wir die nächste Umstellung im März für uns nicht auch schon tagsüber machen?

    Finanzministerin: Das ist schwer. Du darfst dann nicht fernsehen oder Radio hören. Und wir müssen alle Funkuhren umdrehen. Sonst schaffen wir es bestimmt nicht, dein Gehirn auszutricksen.

    Irre: Also funktioniert es hier nur, weil der Oberboss an der Schiffsuhr dreht und sich alle anderen danach richten.

    04.02.2025 - 13. Seetag von vielen - 1. Seetag nach Barbados

    Was gibt es von einem Seetag schon interessantes zu berichten?

    Irre: Dass ich so viel trödeln darf wie ich will und mich niemand antreibt.

    Finanzministerin: Dass es nicht viele Termine gibt, zu denen die Irre vorzeigbar erscheinen muss. Und bei den paar Terminen, bei denen es sich um Essen handelt, ist die Irre ja eh immer überpünktlich.

    Und genau so sehen die Seetage bei uns auch aus. Wir machen einfach, wozu wir in dem Moment gerade Lust haben. Da kann die Irre nach dem Frühstück mit einer zweiten Tasse Kaffee gerne noch eine Stunde im Anckelmann sitzen und die Gischt beobachten. Sie kann auch irgend wo draußen so lange die Wellen beobachten und Sonne tanken, wie ihre helle Haut ohne Sonnenschutz es eben zulässt, ohne mit Sonnenbrand zu reagieren.

    Sie darf beim Sortieren der Bilder und Verfassen der noch fehlenden Berichte so viel trödeln und in Erinnerungen schwelgen wie sie will. Was wir heute nicht schaffen, machen wir eben morgen.

    So vergingen die Stunden wie im Flug. Um etwa 14 Uhr bekam die Irre langsam Hunger und wollte etwas zu essen haben. Im Anckelmann fand sie dann ihre geliebte Kalbsleber, von der sie eine kleine Portion bekam. Davon hätte sie gerne noch 2 oder 3 kleine Portionen gehabt - und nur die Aussicht auf leckeres Abendessen und das Schoko-Früchte-Buffet haben sie wieder besänftigt.

    Bis zum Abendessen vertrieben wir uns wieder die Zeit mit Wellen gucken, Bilder sortieren und Berichte schreiben. Auf dem Rückweg vom Abendessen lief bzw. fuhr uns (und anderen Gästen) dann noch der benutzte-Gläser-einsammel-Robi am Eingang zum Neuen Wall auf Deck 4 über den Weg.

    Nach dem Abendessen wollte die eigentlich satte Irre noch auf Deck 12 und sich mit leckeren Schokofrüchten für den Rest der Reise eindecken. Widerwillig sah sie ein, dass die Schokofrüchte nicht lange halten würden und sie besser nur so viel (oder wenig) nehmen sollte, wie sie gleich essen konnte. Nach einem Bananenspieß, einem Traubenspieß und einem Keks war sie dann so satt, dass sie freiwillig keinen Nachschub holte.

    Weil wir beim Sitzen auf Deck 12 fast eingeschlafen wären, ging wir dann auch gleich ins Bett.

    Irre: Gestern Abend musste Kaffee-Robi für die TUIbar als leere-Gläser-einsammel-Robi arbeiten. Und dabei wollte er bestimmt einmal sehen, ob es im Neuen Wall auch etwas schönes für Robis gibt. Leider haben die Gläser beim Überfahren der Metallschienen so geklirrt und gescheppert, dass ihn ein Mitarbeiter wieder eingefangen hatte, bevor ich ein Foto machen konnte.

    Wie? Zeitumstellung am Nachmittag? Das habe ich bisher auch noch nie erlebt. Erscheint mir sehr gewagt, da dies das Tagesprogramm beeinflusst. :/

    Im Programm fehlt einfach die Zeit zwischen 14 und 15 Uhr. Veranstaltungen, die z.B. von 13:30 bis 14:30 gehen würden, gehen dann von 13:30 bis 15:30. Und generell gibt es halt eine Stunde weniger Programm.

    In der abgeschlossenen Welt eines Schiffes im Seetag-Modus braucht es dafür nur die richtige Planung und dann geht das problemlos. In der richtigen, nach allen Seiten offenen Welt wäre das ganz schön schwierig, wenn man es für die Winter-Sommer-Zeitumstellung einführen wollte.

    Irre: Guten Morgen Sonne. Guten Morgen blauer Himmel mit weißen Wolken. Guten Morgen blaues Meer. Guten Morgen Wellen. Heute durfte ich ganz lange schlafen.

    Finanzministerin: Du warst mitten in der Nacht ja auch länger wach und hast wohl immer noch Schlafmangel.

    Irre: Vorhin kam eine Durchsage, dass ich heute Nachmittag eine Stunde abgeben muss. Ist das eine der Stunden, die ich auf dem Hinweg bekommen habe?

    Finanzministerin: Ja. Und ich finde es super, dass die Schiffszeit die Stunde am Tag wegnimmt und nicht in der Nacht.

    Irre: Das Schokofrüchtebuffet sah toll aus.

    Irre: Und ich habe davon nur einen Spieß mit Banane, einen Spieß mit Trauben und einen Keks bekommen.

    Finanzministerin: Und beim Abendessen hast du gejammert, dass der Nachtisch fast nicht mehr in deinen Magen passt.

    Irre: Das war doch nur Spaß. Ich kann mir ja etwas vom Buffet für morgen aufheben.

    Finanzministerin: Morgen gibt es wieder andere Leckereien für dich. Und jetzt solltest du ins Bett gehen. Du bist vorher schon fast eingeschlafen.

    Irre: Heute Abend gibt es ein Schokofrüchtebuffet. Gehen wir da hin? Zählt das als Süßigkeit oder Obst? Darf ich davon ganz viel essen, wenn ich morgen auf das Frühstück verzichte?

    Finanzministerin: Mal sehen, ob es überhaupt etwas gibt, das dir wählerischem Leckermäulchen schmeckt. Nur, wenn du auf dein Frühstück verzichtest, willst du auf jeden Fall ein Mittagessen. Also lass uns erst mal sehen, was es gibt.

    Hallo Gipsy , zuerst einmal liebe Dank für deine tägliche Berichterstattung.

    Ihr hattet in Castries wohl das Pech am alten Anleger zu liegen. Auf der anderen Seite, ist ein schönes neues Hafengelände entstanden. Da kann Barbados nicht mithalten. ;)

    Viel Spaß noch auf der Cruise. Ich wünsche dir mal einen richtig guten Ausflug, von dem du uns berichtest. Bisher war ja alles eher so La La.

    LG Kaline

    Ich habe ja nur Ausflüge gebucht, die hauptsächlich aus gefahren werden bestehen. Solche Ausflüge sind schon bei der Planung auf das begrenzt, was die Insel oder Stadt für einen fahrenden Bus mit kurzen Fotostopps ohne lange Wege zu bieten hat. Wenn man einige Zeit/Stunden gehen kann, ist das Ausflugsangebot überall schon ganz anders. Und für die Einschränkung, dass nur ganz kurze Wege zu den Sehenswürdigkeiten sein sollen, waren die Ausflüge generell gut bis sehr gut. Auf St. Lucia lag das Problem nicht an der Konzeption des Ausflugs (ok, der Strandbesuch war doof) sondern vor allem an der Ausführung.

    Fazit zu den Ausflügen

    Auf Madeira und Gran Canaria habe ich keine Ausflüge gebucht; da unternahm ich bzw. werde ich die Besichtigungen auf eigene Faust unternehmen. Aber in der Karibik hatte ich Ausflüge über TC gebucht, da ich diese im Notfall noch ein paar Tage vorher problemlos würde stornieren können. Und wenn ich schon auf Antigua schlapp gemacht hätte, hätte ich sicher einige der Ausflüge storniert.

    Generell waren die Ausflüge sehr informativ und die Führer/innen - bis auf St. Lucia - sehr angenehm. Ich habe sehr viel gesehen und erlebt, so dass ich selbst schon mein Tagebuch brauche, um die einzelnen Tage und Ausflüge richtig einzuordnen. Den Ausflug auf Tortola hatte ich sofort storniert, als ich merkte, dass wir tendern mussten. Ich hatte richtig Schiss vor dem Tendern und finde es immer noch grenzwertig. Da muss mich eine Stadt oder ein Ausflug wirklich sehr interessieren, damit ich mich noch einmal in so ein Tenderboot setze.

    Zu dem Ausflug auf St. Lucia habe ich TC schon meine Meinung mitgeteilt. Aber ich bin trotzdem froh, ihn unternommen zu haben, habe ich doch eine sehr unglaublich schöne Landschaft gesehen und endlich mal wieder ausgiebig in einem (Klein-)Bus durch Serpentinen und holprige Landstraßen fahren können. Dieser Regenwald, der gefühlt sogar in den Bus wollte, ist unglaublich schön. Trotzdem werde ich mir die nächste Tour durch Regenwald sehr gut überlegen, weiß ich doch, dass Regenwald zu keiner Jahreszeit etwas für mich ist. Und ich bin sicher, dass ich mich bald nur noch an die schöne Landschaft werde erinnern können.

    Danach führte die Fahrt wieder weg von der Ostküste ins Innere der Insel auf eine der höchsten Erhebungen, auf der die Gun Hill Signal Station thront, eine zu einer Art Musum umfunktionierte ehemalige Militärbasis. Dort hatte wir 30 Minuten Aufenthalt, die ich sehr gerne zur genaueren Besichtigung der Station genutzt hätte. Ich war aber so fertig, dass ich mir nur den Eingang und die Aussicht ansah.

    Auf der Weiterfahrt zurück nach Bridgetown kamen wir noch an einem Löwen vorbei, den englische Soldaten aus einem Stein geschnitzt hatten.

    Und dann waren wir auch bald wieder am Schiff. Und ich schlich ganz langsam durch das Terminal und sah jeden Souvenirstand an.

    Auf der Backbordseite des Schiffes sind heute wohl Hallen des Industriehafens. Aber hier sieht alles gar nicht so hässlich aus wie in Castries. So sind die großen Tore der Hallen bemalt.

    auch wenn ich dieses Motiv doch sehr rassistisch finde und es meiner Meinung nach durch etwas anderes ersetzt werden sollte.

    Auf dem Schiff führte mein erster Weg ins Tag&Nacht, wo ich mich erst einmal mit einer Portion Chili con Carne, Reis und einem verdünnten Saft stärkte. Ein weiteres Glas verdünnten Saft nahm ich mit auf die Kabine und füllte dort das halb leergetrunkene Glas immer wieder neu mit Wasser auf, bis von dem Saft nichts mehr zu schmecken war.

    Ich war so fertig, dass ich erst einmal nur auf dem Sofa saß und nur aus dem Fenster sah, bevor ich mich dazu aufraffen konnte, die Sonnencreme und den Schweiß abzuwaschen. Danach saß ich wieder nur auf dem Sofa herum und tat nichts, so dass ich beschloss, genau diese Tätigkeit nach dem Abendessen weiterzumachen und höchstens durch Lesen zu ergänzen.

    Während des Abendessens musste wir für eine Notausschiffung wieder umkehren und sollten dann nach Schätzung des Kreuzfahrtdirektors kurz vor 21 Uhr wieder ablegen. Als wir um 22 Uhr immer noch im Hafen lagen, ging ich zu Bett und verschlief das 2. Auslaufen einfach.

    Danach ging es noch ein Stück die Küstenstraße nach Norden, bevor wir die Insel durchquerten, um zur Ostküste zu gelangen. Unterwegs kamen wir auch an einer der wenige Milchkuhfarmen der Insel und netten Häusern vorbei.

    Und dann war der Atlantik da. Es tauchten auch immer wieder riesige Korallenbrocken auf, die einfach abgebrochen und am Ufer liegen geblieben waren.

    In Bathsheba hatten wir wieder 15 Minuten Aufenthalt direkt am Strand. Dort liegen ganz viele und ein sehr großer dieser „Korallenfelsen“.

    03.02.2025 – Barbados (Bridgetown)

    Heute war es ganz besonders hart für die Irre, ging unser Ausflug „Impressionen von Barbados“ doch schon um 9:15 los. Aber er sollte nur 3 Stunden dauern. Deshalb gab es nur ein sehr kleines Frühstück bestehend aus einer Tasse Milchkaffee und einem Croissant – und dem Versprechen, dass wir gleich nach der Rückkehr im Tag&Nacht etwas essen und trinken, wenn die Irre sich gut benimmt.

    Wir hatten ausnahmsweise vorwärts eingeparkt, so dass der Weg von Treppenhaus B bis zum Terminal notgedrungen schon einmal länger war. Und dann konnte ich auf dem Bild der Bugkamera und von Deck 5 noch sehen, dass vor dem Schiff noch ein ganzes Stück der Pier und dann noch ein Stück bis zum Terminaleingang ist. Das Terminal selbst sah zwar nicht riesig aus, aber in meinem Zustand – ich hustete immer noch heftig und hatte noch immer das Gefühl von zu feuchter Lunge – kam es mir einfach ewig weit vor. Und so beschloss ich, heute einfach 10 Minuten vor dem Treffen in der Schaubar auf eigene Faust das Schiff zu verlassen und den Weg zum Bus zu suchen. Das war auch gar nicht zu verfehlen.

    Der Bus, wieder ein großer Bus, stand schon da, als ich am Parkplatz ankam, und ich durfte auch gleich einsteigen. Es saßen auch schon 2 oder 3 Leute im Bus. Vorne waren wieder einige Bänke für Gäste mit Gehbehinderung reserviert, so dass ich einen Platz weiter hinten fand. Ich saß noch nicht richtig, als schon die ganze Gruppe für den Ausflug ankam und den Bus stürmte. Da war ich so froh über meine Entscheidung. Denn entweder war die Gruppe früher losgeschickt worden, oder ich habe in meinem eigenen Tempo sehr viel länger gebraucht als die anderen und wäre bestimmt schon total fertig am Bus angekommen, wenn ich mich der Gruppe angeschlossen hätte.

    Wir fuhren zuerst die Küstenstraße entlang Richtung Norden. Dabei sahen wir nicht nur das Meer und Villen sondern auch viele Kirchen.

    Am Hafen von Speightstown hatten wir 15 Minuten Pause, um die Umgebung auf uns wirken zu lassen.

    Pele Ja, Tropen der Regenzeit sind definitiv nichts für mich. Die Tricks mit dem heißen Wasser und dem Ingwer kenne ich aus langjähriger Erfahrung. Ich habe ja auch daheim Probleme, wenn es mal so richtig schwül-heiß ist. Deshalb habe ich auch immer Ingwer-Honig Bonbons dabei. Und die haben mir bei diesem Ausflug auch gut geholfen.

    Bei dem Ausflug fuhren 3 Minibusse. Und im 3. Minibus war auch eine Mitarbeiterin von TC, die schon am Strand von Soufrière nicht sehr glücklich aussah. Und die Landausflugsabteilung hat sich außer meiner Beschwerde sicher noch mehr Beschwerden anhören müssen.

    Auf der Rückfahrt zum Schiff gab es keinen Stopp mehr, auch nicht für eine gewünschte Toilettenpause. Wir hätten ja am Strand gehen können. Bilder habe ich trotzdem noch ein paar aus dem Bus.

    Wie an den Bildern zu erkennen ist, gibt es überall, wo wir waren, üppige Vegetation. Während der Hinfahrt hatten wir auch ein paar kurze Regenschauer. Am Strand regnete es zwar kurz, aber stark. Und auch auf der Rückfahrt gab es ein paar kurze Regenschauer und auch einen ziemlich starken.

    Dadurch war die Luft ziemlich feucht und ich hatte gegen Ende der Tour wirklich das Gefühl, bald zu ertrinken. Meine Lunge wurde mit der hohen Luftfeuchtigkeit nicht mehr so einfach fertig, und ich hatte einen Hustenanfall nach dem anderen. Als wir wieder auf dem Schiff waren – ich war sehr froh über die kurzen Wege, auch wenn es auf dem Rückweg durch das winzige Terminal mit ein paar Shops ging und der Weg etwas länger war – war ich total nassgeschwitzt und völlig fertig von der Luftfeuchtigkeit.

    Trotzdem haben mir die Landschaft und die Serpentinen sehr gefallen. Nur die Durchführung des Ausflugs empfand ich als Katastrophe. Die meisten Gäste aus dem Bus waren froh, wieder am Schiff zu sein. Und keiner meckerte, dass wir bereits nach 5 Stunden wieder zurück waren statt den in der Ausflugsbeschreibung angekündigten 5,5 Stunden.

    Nach frisch machen und längerem Ausruhen und viel Wasser trinken, klagte die Irre immer noch über Durst. Noch mehr Wasser half da auch nicht mehr. Es mussten einfach etwas Geschmack und ein paar Vitamine und Mineralstoffe mit in das Wasser. Also ging ich ganz langsam ins Tag&Nacht, um meinen Durst mit einem Glas verdünntem Multi-Saft zu bekämpfen – und um zu sehen, ob ich die Situation mit dem Ausgang und dem Terminal von Deck 5 aus würde fotografieren können. Ich hatte wohl länger nicht mehr auf den Balkon gesehen; als ich mit meinem Saft da am Fenster saß und hinaus schaute, sah ich, dass es mal wieder in ziemlich stark regnete. Als es dann endlich aufhörte zu regnen und die Sonne wieder schien, ging ich hinaus für meine Fotos – und hatte mal wieder das Gefühl, in einer Dampfsauna zu sein.

    Als ich die Fotos hatte, ging ich ganz schnell wieder rein – und versuchte, die Luftfeuchtigkeit durch Husten wieder aus meiner Lunge zu bekommen.

    Der restliche Abend verging mit ausruhen, Abendessen, Bilder überspielen und ausruhen. Der Versuch, noch etwas auf dem Balkon zu sitzen und die Wellen zu beobachten, endete nach zwei Minuten mit dem nächsten Hustenanfall.

    Nach kurzer Pause ging es weiter über die Berge nach Canaries, das auf dem Weg nach Soufrière nur schnell durchfahren wurde. Einige Eindrücke dieser Strecke konnte ich trotz ruppiger Fahrt aus dem Bus festhalten.

    Etwas oberhalb von Soufrière gab es im Beacon Restaurant einen etwas längeren Halt mit Zeit für eine Erfrischung (Saft) und eine Aussicht auf die Pitons. Hier gab es auch die einzig kostenlose Toilette auf der ganzen Tour.

    Nach diesem kurzen Stopp ging es weiter zum Stadtstrand von Soufrière, wo wir 1 Stunde Aufenthalt hatten. Wir wurden natürlich direkt bei den Essensständen ausgeladen, wo wir etwas zu essen kaufen konnten/sollten.

    Ein paar Mitglieder der Gruppe gingen zum Wasser, damit wenigstens mal die Füße nass wurden. Manche hatten auch Badezeug dabei. Aber die meisten setzten sich einfach auf die Bänke, die eigentlich für Kunden der Essensstände vorgesehen waren, von denen wir natürlich verjagt wurden, wenn jemand zum Essen kam. Die Irre sah schon sehnsüchtig zu den Essensständen und wollte schon mal nachschauen, ob es etwas für sie dort gäbe. Aber ich hatte extra für sie beim Frühstück ein Croissant und ein Laugenbrötchen sowie eine Banane eingesteckt. Die Banane und das Croissant aß sie ganz schnell auf; das Laugenbrötchen teilte sie sich mit ein paar Hühnern, die am Strand herum liefen. Und dann wollte ich eigentlich nachschauen, ob es an einem der Stände noch einen weiteren Imbiss für uns geben würde. Aber da fing es an so stark zu regnen, dass der Baum, unter dem wir saßen, keinen Schutz mehr bot und alle unter Dächer und Dachvorsprünge flüchteten. Als der Regen nach etwa 15 Minuten wieder aufhörte und fast alle bereits von den Dächern und Unterständen weggescheucht worden waren, stiegen fast alle (freiwillig) wieder in den unbequemen Bus und warteten dort auf die Weiterfahrt.

    02.02.2025 – St. Lucia (Castries)

    Auch heute musste die Irre wieder früh aufstehen und durfte nicht trödeln beim fertig machen für den Ausflug und auch nicht beim Frühstück. Auch heute richteten wir schon vor dem Frühstück alles für den Ausflug und nahmen den Rucksack gleich mit. Weil heute aber etwas mehr Zeit war, durfte die Irre schon vor dem Frühstück auf Deck 14 und von dort die Sicht auf eine Industrieanlage (Industriehafen?) und einen Teil der Stadt zu bestaunen. Zum Checken der Lage vor dem Schiff in Bezug auf Lage des Terminals und Standort der Busse waren wir wohl zu hoch oben. Ich bin zu klein, um mich über die Plexiglas-Sicherung auf Deck 14 zu beugen und direkt nach unten zu schauen.

    Beim Ausgang auf Deck 2 wurde mir klar, dass die Wege vom Schiff zum den Bussen schön kurz waren. Wir konnten im Industrieteil noch vor dem Heck des Schiffes einige Minibusse sehen, Und Eine Mitarbeiterin von TC stand im Schatten vor einer Halle nur wenige Meter vor uns hielt ein Schild mit der Nummer unserer Gruppe für den Ausflug „Landschaftsfahrt zu den Pitons und Strandaufenthalt“ hoch. Heute hatte ich überhaupt keine Probleme, auf dieser kurzen Strecke mit der Gruppe mitzuhalten.

    Für die Minibusse gab es dieses Mal keinen zusätzlichen Tritt, der zum Ein- und Aussteigen einfach vor die letzte Stufe gestellt wurde. Und der Bus konnte natürlich auch nicht abgesenkt werden. So war das Ein- und Aussteigen für einige der Gäste nicht ganz einfach. Auch wurde keine Rücksicht auf gehbehinderte Gäste genommen. In allen anderen Orten wurden für gehbehinderte Gäste Plätze in der Nähe der Tür freigehalten. Dieses Mal aber nicht. So saßen am Ende die gehbehinderten Gäste auf den schlechtesten Sitzen ganz hinten, bei denen der Fußraum noch durch die Radkästen stark begrenzt war. Die 4 Einzelsitze waren für Einzelreisende vorgesehen. Die Reiseleiterin hat die Gäste auf die Sitze verteilt, fast wie in der Schule. Sie hat einfach vorne angefangen mit der Zuweisung, obwohl sie genau sah, dass ein paar Gäste mit dem Rollstuhl zum Bus gebracht wurden. Auch ihr Ton bei Anweisungen erinnerte stark an Lehrer, die ihre Klasse unterdrücken wollen. Ich hatte natürlich auch einen Sitz mit eingeschränktem Fußraum erwischt, was die Fahrt ziemlich unbequem gemacht hat.

    Die Fahrt ging erst einmal den Berg hoch zu einem Aussichtspunkt mit Blick über Castries. Hier hat der Bus nur gehalten, aufstehen oder aussteigen war nicht erlaubt. Alle Gäste, die auf der „falschen“ Seite im Bus saßen – wie ich – hatten halt Pech und sahen nicht viel. Und an ein Foto war auch nicht zu denken, nachdem der erste, der deswegen aufstand, angefahren und zurechtgewiesen worden war, dass Aufstehen nur erlaubt war, wenn ausgestiegen wurde.

    Ich konnte trotzdem einige Fotos aus dem fahrenden Bus machen. Bei der Vegetation hatte ich das Gefühl, dass der Regenwald die ganze Insel bis zur Küste überwuchert.

    Die Fahrt ging weiter über Serpentinen nach Marigot. Dort gab es auf der Höhe einen Fotostopp mit Ausstieg und Blick auf die Bay.

    Danach ging es weiter über Serpentinen nach Anse-la-Raye. Hier war ein Fotostopp mit Ausstieg am Hafen vorgesehen. Unterwegs kamen wir noch an einer Bananenplantage vorbei, in der unter einer Blüte die kleinen Bananen sichtbar waren. Die Blüten bilden kleine Bananen aus; und wenn genug Bananen da sind, werden die Blüten entfernt und die Staude in die blauen Plastiksäcke eingebunden. Der Strand von Anse-la-Raye war nicht sehr interessant.