Beiträge von Dagl67

    Am frühen Abend fand ich mich im Spa ein, ich hatte spontan eine "Mein Schiff Fernweh" Massage gebucht. 60 Minuten Ganzkörper mit Gesichtsmassage, statt für 75 für 55 Euro. Leider hatte ich diesmal einen Raum ohne Meerblick erwischt, was aber eigentlich ja egal ist angesichts der Positionen, in denen man sich während der Massage befindet :D

    Ein schnelles Abendessen im Mediterran, den es ging um 20h ins Klanghaus, zu meinen absoluten Kulturhighlight dieser Reise:

    Andreas Schmidt "Auf ein Wort mit Udo"

    Hier war der Künstler nicht als Tante Woo sondern privater unterwegs und hat uns als Publikum an seiner Geschichte teilhaben lassen, die er gekonnt mit dem Leben und Liedern von Udo Jürgens verknüpfte. Das war berührend, intim, großartig und hat mich begeistert und zu Tränen gerührt. Ich belasse es dabei, denn ich möchte nichts spoilern, aber die dringende Empfehlung abgeben, sich das zu gönnen, falls ihr die Möglichkeit habt.

    Ziemlich aufgewühlt hatte ich das Gefühl, nach dem Konzert nicht in eine Bar und damit zur Tagesordnung zurückgehen zu können und bin deshalb raus und habe mir die letzten Impressionen von unserem Auslaufen aus Southampton angesehen

    Hier geht es weiter: RE: RB Großbritannien mit Orkneyinseln 01.-11.05.22 MS 3

    Auf dem Rückweg ging ich vom Kreisel aus nicht gleich nach rechts zum Schiff, sondern nach links in den kleinen Park...

    ... von wo ich einen fantastischen Blick zum Schiff hatte

    Als ich dort stand und das Schiff fotografierte sprach mich ein älterer Herr an. Es stellte sich heraus, dass er ein erfahrener Kreuzfahrer war und so entspann sich ein fast 1 Stunde dauernder Austausch. Glücklicherweise war sein Englisch nach meinen Erfahrungen vorher extrem gut verständlich, so wie man es von einem Engländer erwartet :)

    Hier hatte ich nun den kürzeren Weg gefunden.. wenn ihr also das Schiff verlasst, geht rechts herum ;)

    An diesem Tag hatte ich mir weder im Vorfeld Hintergrundinformationen zu Southampton und seinen Sehenswürdigkeiten eingeholt, noch hatte ich einen Plan oder eine Karte (wie sich bei meiner Rückkehr zum cruise terminal herausstellte, war ich einfach zu früh unterwegs, denn inzwischen stand Jemand von der Touristinformation und verteilte fleißig Kartenmaterial :rolleyes: )

    Deshalb kann ich euch nur Fotos meines unkoordinierten) Spaziergangs zeigen :D

    Gut, dass ich so früh unterwegs war, denn mit fortschreitender Uhrzeit wurde es immer voller und meine Fotos wären so nicht mehr möglich gewesen

    09.05.22

    Southampton, England

    7.00h - 20.00h

    Maximaltemperatur 19 Grad, leicht bewölkt

    Dieser Hafen war für mich von vorneherein schwierig: Nach London wollte ich nicht (zu lange Fahrt) und durfte auch nicht ;) ( mein Mann wollte London auf jeden Fall gemeinsam mit mir erobern, und wie bekannt war er nicht an Bord), Stonehenge hätte mich ein wenig interessiert, war mir aber als Ausflug mit Tui zu teuer und überhaupt mag ich keine Massenausflüge. Deswegen hatte ich im Vorfeld die lose Idee, mit dem Zug nach Winchester zu fahren, dort soll es sehr schön sein.

    Tatsächlich hatte ich aber morgens keine rechte Meinung zu dem Tag und beschloss, nach einem frühen Frühstück, einfach so von Bord zu gehen, mit ein wenig die Beine zu vertreten und mir dabei auch Southampton anzusehen (nach meiner Recherche im Vorfeld habe ich nicht viel erwartet).

    Hätte ich mal gestern Herrn Kummerer besucht, dann hätte ich den kürzesten Weg in die Stadt gewusst und ihn nicht erst Stoff dem Rückweg gefunden X( . So unvorbereitet bin ich also einfach raus und habe einen englischen Hafenmitarbeiter draußen nach dem Weg in die Stadt gefragt, der würde es ja wohl wissen... er wies mir den Weg nach links raus zum Hafentor :cursing: . Macht mir das nicht nach, denn das ist ein Riesenumweg! Ich grübel bis heute darüber, ob er mir absichtlich die lange Distanz riet (Sport war ja nicht verkehrt nach den vielen Cocktails und dem guten Essen) oder ob er eventuell neu und unerfahren war :/ ? Egal, zu dem Zeitpunkt wusste ich es ja nicht besser und bin zielstrebig los, übrigens alleine, es war weit und breit noch Niemand von Schiff unterwegs nach draußen.

    Auch der längere Weg führte mich schlussendlich an die Stadtmauer

    Das Tudorhaus, das man besichtigen kann, inklusive seines Gartens

    Ein paar Impressionen meine Gammeltages:

    Das Hanami auf Deck 5 gegenüber des Tag und Nacht Bistros finde ich übrigens wenig einladend. Anderseits hat man dadurch am Heck viel Platz für die Cafèlounge...

    Den Abend verbrachte ich in netter Gesellschaft mit 3 anderen Mitreisenden im Mediterran

    Anschließend sind wir uns Theater zu Tante Woo "Udo für alle. Hommage an Udo Jürgens". Das war gut, aber ich hätte mir mehr Udo und weniger Travestiehumor gewünscht, aber da kam ich dann an einen anderen Tag noch voll auf meine Kosten (wenn das mal kein Cliffhanger ist ;))

    08.05.22

    3. Seetag

    Maximaltemperatur 14 Grad, leicht bewölkt

    Beseelt von den bisher so wundervollen Eindrücken dieser Reise stand heute der Weg von Liverpool nach Southampton an, ein Seetag zum chillen.

    Vorher aber diese nette Begebenheit:

    Linker Zettel fand seinen Weg auf alle Betten der Kabinen :D... es wurde dann alsbald korrigiert ;)...Fehler gefunden

    Auch dieser Tag startete mit einem kommunikativen Frühstück im Klassik... Dank des Alleinreisendentreff, des privaten Shuffleboard und netten Begegnungen bei der Anreise hatte ich morgens immer Jemanden, der sich zu mir setzte.

    Ehrlicherweise hätte ich ein-zwei Mal gerne alleine für mich verbracht, mit einem Latte Macchiato in der Hand und leerem Blick aufs Meer, aber auf die Frage "kann ich mich zu dir setzen?" mit einem Nein zu antworten kann ich nicht :rolleyes: Und letztendlich kamen auch immer interessante Gespräche zustande :D.

    Dafür genoss ich an diesem Vormittag noch einen Kaffee auf dem Balkon, bevor es zum 10h wieder zur liebgewonnenen Shuffleboardtruppe ging (immer 1 Stunde vor dem offiziellen Spiel, das klappte hervorragend).

    Das Wetter war so angenehm, dass ich Mittags aus Deck 12 draußen verbrachte, mit Garnelen von Gosch und danach einen Cocktail von der AAB war es auszuhalten :love: , Blick aufs Schraubenwasser inklusive

    In guter Sichtweise fuhr recht parallel ein anderes Kreuzfahrtschiff, ich glaube von MSC, das aber plötzlich verschluckt wurde:

    Wir hörten nur noch das regelmäßige Tuten des Nebelhorns von anderen Schiff. Später waren auch wirvon Nebel umgeben, das war schon ein spooky Gefühl, mal davon abgesehen, dass es (gefühlte) 10 Grad kälter war.

    Nachmittags war der Spuk vorbei und wir trafen uns wieder zum 16h zum Shuffleboard. Das war so nett, ohne Verpflichtung und dennoch verbindlich mit einer Menge Zeit zum Üben.

    Und dann hat mich ein Blick in die Kabine netterweise dran erinnert, dass heute Muttertag war :love:

    Zum Abendessen ging es wieder ins Mediterran, weil ich dort erfolgreicher bei der Suche nach einem Tisch am Fenster war :D . Von dort konnte ich Liverpool in der Abendsonne goodbye sagen

    Abends war ich im Klanghaus zu einen klassischen Pianokonzert und danach in der Meerlebenbar, um dem Duo Anna und Richard zu lauschen, dabei Pralinen zu futtern und den ein oder anderen Cocktail zu schlurfen... Herz, was willst du mehr???

    Hier geht's weiter mit dem 3. Seetag und Southampton

    Dagl67
    12. Juni 2022 um 09:12

    Dieses gelungene Nebeneinander von Alt und Neu hat mich den ganzen Tag fasziniert, es passte einfach zusammen, Nichts wirkte fremd, aufgesetzt oder künstlich, sondern authentisch, abwechslungsreich und ehrlich.

    Eines von, ich glaube 5, bemalten Tierchen vorm Museum

    Tja, und dann hieß es zurück zum Schiff, voll mit Eindrücken, was für ein unerwarteter, genialer Tag <3

    Dieser Laden machte Karamell und man konnte durchs Fenster zusehen. Drin habe ich dann auch die verschiedenen Sorten probieren dürfen, von denen ich 2 gekauft und meinem Mann mitgebracht habe... sehr, sehr lecker.

    Hier ein paar Meter weiter findet man auch die Tate Gallery in den Arkaden.

    Aus den Arkaden kommend, wieder Richtung Museum, gab es dann diverse Kunstwerke zu bestaunen und zwischendrin Familien beim Picknick... einfach zu schön, ich konnte mich gar nicht sattsehen...

    Das Auswandererdenkmal

    Zahlreiche Liebesschlösser mit unserem hübschen Schiff im Hintergrund

    Nun ging es ein letztes Mal in einen Bus, diesmal wieder mit einer sehr launigen Dame

    Überall, an jeder Ecke, gab es etwas zu sehen...

    Zum zweiten Mal hielt ich heute an den Albert Docks, diesmal aber stieg ich aus. Hier tobte der Bär, es war richtig was los

    Um dieses Hafenbecken, von dem auch Bootsrundfahrten starteten, kann man laufen. Unter den Arkaden sind zahlreiche Restaurants, Bars, Pubs und Geschäfte. Das Ganze vermischte sich zu einer unglaublich tollen Atmosphäre, einfach traumhaft. Und das gute Wetter tat sein Übriges... ich war jetzt ein echter Fan von Liverpool :love:

    Nachdem ich fast 30 Minuten auf den nächsten Bus der gelben Linie warten musste, ging es zu meinem nächsten Ziel, der anglikanischen Kathedrale. Übrigens kostete keine der beiden Kathedralen Eintritt, nur die Fahrt mit dem Aufzug in der zweiten hätte, ich glaube, 6 Pfund gekostet, die ich aber nicht investiert habe.

    Diese Kathedrale sah dann von außen auch so aus, wie ich mir eine solche vorstelle

    Was allerdings sehr ungewohnt war, zeigte sich, sobald ich vor dem (seitlichen) Eingang stand: Ein Café, mit Tischen und Stühlen vor und tatsächlich auch in der Kirche. Draußen fand ich ja ganz cool, das symbolisierte für mich irgendwie die Integration von Alltag und Glauben/ Kirche, aber innen fand ich es eher nicht gut (vor allem, als ich später hörte, dass der Betrieb auch während einer Predigt weiterging, mit Geklapper von Geschirr und dem Duft von Pommes... hm, nicht mein Fall).

    Die Kathedrale ist riesig, soweit ich mich erinnere, größer als der Kölner Dom, und hat mich ordentlich beeindruckt.

    Das chinesische Tor weist den Eingang zu China Town, aufgrund der Seefahrttradition in Liverpool eine der größten der Welt. Das Tor ist ein Geschenk der Stadt Shanghai.

    So, und was nun? Irgendwie bereute ich es schon, dass ich nicht an manchen Haltestellen ausgestiegen bin, um mir zum Beispiel die beiden Kathedralen anzusehen :(. Okay, dann eben nochmal... das Ticket für, ich wiederhole es gerne, 12 Pfund galt 24 Stunden, also zack, wieder rein in den Bus. Diesmal hatte ich einen jungen Kerl als Guide, der komplett anders kommentierte (seeehr lebendig, sehr lustig) und auch teilweise auf andere Dinge hinwies. Zum Beispiel schrie er, sobald er eine dieser Junggesellenabschiedsgruppen sah, "congratulation" ins Mikro und der halbe Bus schloss sich grölend an.

    Kann ich also nur empfehlen: Ruhig 2x fahren, und dann auch auf der anderen Seite sitzen als vorher, so sieht man auch völlig neue Sachen ;)

    Diesmal stieg ich aus und schaute mir die Kathedrale von innen an. Sie bietet vielen, vielen Gläubigen Platz, die Stühle sind um den mittig gelegenen Altar aufgebaut. Alles sehr modern und schlicht, was eigentlich bei Kirchen nicht immer mein Fall ist, aber ich konnte mich der Faszination hier nicht entziehen.. Ach ja, und im Keller gibt es sogar Toiletten ;)


    Blick runter vom Tor der Kathedrale

    Jetzt muss ich leider eine Pause machen... mein Mann steht mit vollen Einkaufstüten vor mir, die ausgepackt werden wollen und im Keller piept die Waschmaschine, dessen Inhalt nach der Wäschespinne im Garten ruft. Aber es geht irgendwann weiter ;)

    Inzwischen war ich schon wieder fast am Ausgangspunkt meiner Rundfahrt angekommen, der letzte Halt waren die Albert Docks. Das sah von oben aus dem Bus so nett aus, dass ich mir vornahm, hier später zu Fuß die Gegend zu erkunden

    Aber vorher ging es zurück zum Pier, wo ich ausstieg...

    ... und wegen der großen Menschenmenge drumherum auch endlich der Beatles gewahr wurde... selbstverständlich habe ich mich auch eingereiht und natürlich gibt es ein Bild von mir mit den berühmtesten Jungs von Liverpool :love:

    Wen ich natürlich vergessen habe zu erwähnen: Unser Kloppi kommt mir, mit einem fußballbegeisterten Mann gesegnet ( :/:saint: ) natürlich auch im Zusammenhang mit Liverpool in den Sinn. An diesem Tag sollte abends ein Heimspiel stattfinden (so dass man zum Bedauern einiger Mitreisenden keine Stadiontour buchen konnte) und so liefen auch viele Fans des Vereins in Fankluft durch die Stadt.

    Die Liebe zu dem deutschen Trainer wird an vielen Stellen offenbar:

    Diese Kirche wurde ausgebombt, wobei die Außenwände bei blieben. Statt abzureißen nutzt man es heute anderweitig

    Diese beiden Soldaten vor der Hülle der Kirche symbolisieren den Waffenstillstand zu Weihnachten damals