Beiträge von Dagl67

    Das rote Haus mit dem weißen Turm ist das Privathaus des Sysselmeesters, das gelbgraue moderne Haus ist sein Regierungssitz. Es arbeiten mehr als 40 Leute für ihn.

    Eine kleine Anekdote dazu: Der Sysselmeester (vor dem Geldern hieß er Sysselmann) wird von der norwegischen Regierung eingesetzt. Als der erste auf die Insel kam, gab es Streitigkeiten zwischen ihm und dem Grubenbesitzer oder -vorsteher, weil dessen Weisungsbefugnis nun beschnitten wurde. Alles, was den Kohleabbau betraf, konnte er allezeit immernoch alleine entscheiden. Und so beschloss er, dem Sysselmann dieses Verteilungszentrum vor die Nase zu bauen. Eine Trasse für die Loren führte somit direkt über den Wohnsitz des Sysselmanns... gemein, oder?

    Anschließend sind wir noch hoch gefahren, wo die Wanderungen zum Gletscher starten. Von dort hatte man eine schöne Sicht auf Longyearbyen.

    Der Friedhof, der inzwischen nicht mehr genutzt werden darf. Der schmelzende Permafrostboden würde die Körper nach oben bringen :(

    Das Wohnhaus von Jason Roberts, eines bekannten australischen Naturfimers. Das Känguruschild war übrigens ein Streitpunkt, da es sich um ein denkmalgeschütztes Haus handelt, wo man nicht einfach etwas verändern dürfte und so es auch nur ein Schild. Inzwischen darf es nicht mehr abgemacht werden, da es mit zum Denkmalschutz gehört :D

    Weiter ging es hoch in die Stadt, zur alten, inzwischen inaktiven, Lorenverteilstation. Hier liefen alle Lorentrassen aus den verschiedenen Gruben Titanen zusammen (insgesamt gab es derer 7).

    Ab hier darf man nur weiter, wenn man einen ausgebildeten Eisbärwächter mit einem Gewehr dabei hat. Christian war es wichtig zu vermitteln, dass es auch um Schutz des Eisbären geht und nicht darum, einfach ein Tier zu erschießen. Er selbst hatte mehr als 1.000 Sichtungen von Eisbären und hat nie schießen müssen. Bei seinem Tripp zur Coronazeit wurde er sogar im Zelt einmal davon wach, dass draußen, nur durch die dünne Zeltwand getrennt, ein Eisbär stand. Das Ganze ging glimpflich ab, weil Christian besonnen war und den Bären gut einschätzte, er sei wohl nicht auf Jagd gewesen. Sie haben ihn mit Lärm vertrieben. Allerdings blieb der Eisbär in der Nähe, so dass sie die Expedition abbrechen mussten und sich von einem Hubschrauber rausholen lassen mussten... was für ein Erlebnis, unglaublich.

    Weiter ging es wieder zurück Richtung Stadt, vorbei am Schiff und an den Hundekäfigen, staunend über diese karge und so faszinierende, unbekannte Landschaft.

    Die hier untergebrachten Huskeys gehören alle Privatleuten. Da die Hunde nicht in den Häusern leben dürfen, werden sie hier zusammen gehalten. Ich fand das etwas abstoßend, aber Christian versicherte uns, dass gut für sie gesorgt würde und sie von ihren Besitzern auch regelmäßig bewegt würden.

    Guten Morgen aus Reykjavik. Bevor wir uns wieder ins Auto setzen, das ganz brav am Hafen parkt, mache ich mal weiter mit Longyearbyen:

    Das Schiff wurde ausgerechnet heute später freigegeben bzw. war später als die planmäßigen 9 Uhr fertig. Gut, dass der Treffpunkt mit Spitzbergen Reisen nur ein oder paar Schritte entfernt war.

    Es erwartete uns ein VW Bus mit Platz für 8 Gäste.

    Die waren dann auch schnell zusammen, so dass wir um kurz nach 9.30h losfuhren, raus aus dem Hafen nach rechts Richtung Liegeplatz der Hanseatic spirit, die mit uns hier war.

    Außerdem lag ein Schiff der australischen Reederei Aurora auf Reede, die fleißig mit Zodiacs Gäste an Land brachten.

    Unser erster Stopp war oberhalb des Flughafens, an der internationalen Samenbank für Nutzpflanzen. Diese ist in den Stollen einer stillgelegten Kohlegrube angelegt und die Pflanzen lagren dort ein. Sie liegt so hoch, dass selbst bei einem Schmelzen des Gletschers kein Wasser reinkäme und könnte, bei einem Ausfall der Kühlung, weitere 18 Jahre kühl genug gehalten werden kann, alleine durch den Permafrost. Die Lektorin hatte erzählt, dass es bisher nur eine Entnahme gab, nämlich Weizen, den Syrien nach dem Krieg von dort bekam.

    Sieht ganz unscheinbar aus, der graue Eingang, ist aber wohl gesichert wie Fort Knox. Das graue Etwas ist der Eingang.

    Der Flughafen, wo Norwegian und SAS landen und starten. Letztere streikt ja, so dass wir am Ende des Tages gut 40 Passagiere mehr waren, die wir bis nach Island mitnehmen.

    Unser Guide war übrigens Christian Bruttel, der seit 10 Jahren hier lebt und die Coronazeit genutzt hat, mehrere Wochen mit einem Minimum an Ausrüstung Spitzbergen zu erleben und darüber ein wunderschön bebilderten Buch geschrieben hat (kann man direkt über die Homepage von Spitzbergen Reisen bestellen). Außerdem gibt es eine Reportage in der Mediathek, wo seine Erlebnisse gefilmt wurden. Einige Gäste kannten sie und waren begeistert.

    Dagl67

    Hat das gut geklappt mit dem Anrufen? Wielange musstet ihr warten, bis der Wagen dann da war?

    Wir sind noch unschlüssig, ob wir hinlaufen oder anrufen. Gibt es Taxen am Hafen?

    Ein anderes Paar ist gelaufen, gut 30 Minuten. Die haben wir aber auch fast warten müssen nach dem Anruf...

    Es gab auch Taxen am Hafen, wobei ich den Eindruck hatte, dass die Werke für die Touren zu den Sehenswürdigkeiten gedacht waren.

    Unser Blick vom Balkon, der glücklicherweise nicht auf den hässlichen Hafen ausgerichtet ist

    Sitzen jetzt am Hafen und warten auf unseren Mietwagen von Europcar, der uns netterweise gebracht wird, hatten dort angerufen. Der Shuttlebus in die Stadt kommt nur sehr schleppend, es warten nach wie vor viele Leute drauf. Sobald einer weg ist, dauert es mindestens 10 bis 15 Minuten, bis der nächste da ist. Da von Jedem die Bordkarte abgescannt wird, dauert es natürlich auch nochmal... wer zwischendurch auf Toilette muss, findet eine im Souvenirshop ;) .

    Die Wettervorhersage für heute ist schlecht, wobei es momentan überraschend okay aussieht, mal schauen, für morgen sind die Aussichten jedenfalls besser.

    Hier mal zur Orientierung for Ausflüge vor Ort:

    Dagl67, tolle Bilder, Eindrücke, die du uns zeigst und damit ganz viele Erinnerungen wieder nach oben spülst :thumbup: :)

    Seid ihr nicht an Jan Mayen vorbeigefahren?

    LG

    Polar

    Doch, irgendwann gegen 1h nachts, leider jedoch an backbord (hatten unter anderem wegen der Chance, Jan Meyen zu sein, steuerbord gebucht :() und das auch noch im totalen Nebel. Das hatte der Kapitän auch durchgesagt, so dass wir auf die Enttäuschung wenigstens schon vorbereitet waren.

    Das Internet ist so unglaublich schlecht, dass ich keine Chance hatte, den Bericht weiter zu führen... es macht keinen Spaß :( .

    Der heutige Tag in Akureyri war unglaublich schön, wir haben mit gefahrenen 320km so wunderschöne, einzigartige Erlebnisse, die ich noch gar nicht wirklich realisieren kann. Dazu schien fast durchweg die Sonne, so dass ich fleißig fotografiert habe.

    Ich fürchte aber, wegen des grausamen Internets und weil wir gleich auslaufen, dass mein Bericht warten muss.

    Als kleinen Schmankerl vorab Bilder unserer 4:

    Den Wecker hatte ich für heute auf 7.30h gestellt, da unser Ausflug um 9.30h am Hafen losgehen sollte. Natürlich war ich wieder früher wach, so dass ich die Fahrt durch den Adventsfjord anschauen konnte. Als mein Mann dann los wollte zum Frühstück, beschloss ich, auf selbiges zu verzichten und stattdessen lieber auf dem Balkon zu bleiben. Ich habe irgendwie keine Ruhe, habe immer das Gefühl, etwas zu versäumen, wenn ich mir das nicht anschaue :/

    11.07. ein weiterer Seetag steht an, auf dem Weg vom Nordkapp nach Spitzbergen. Diesmal habe ich sogar bis 9h30 geschlafen (naja, war ja auch erst um 4.30h im Bett :D), mal ganz in Ruhe geduscht, Fotos geschaut, meinen Mann geweckt, um 11 30h den Vortrag der Lektorin zu Spitzbergen im Theaterkanal im TV geschaut und beschlossen, das Frühstück ausfallen zu lassen und stattdessen gleich ins Mediterran zum Mittagessen zu gehen.

    Vom Vortrag habe ich mir unter anderem gemerkt, dass man in Spitzbergen seine Autos nicht abschließt, damit Menschen im

    Falle eines Auftauchens eines Eisbären darin Zuflucht finden können. Dies hat uns Christian, unser Guide heute in Spitzbergen, auch bestätigt.

    Zum Schluss des interessanten Vortrags gab es Musik: 2016 hat Ludovici, ein Komponist und Pianist, in Zusammenarbeit mit Greenpeace auf einer künstlichen Eisscholle auf einem Piano gespielt. Damit sollte auf die Klimakrise und deren Auswirkungen auf die Arktis aufmerksam gemacht werden. Das Video davon (also zumindest einem Stück, Vorprogramm hat er ja tatsächlich viel länger gespielt...) war sehr eindrucksvoll.

    Auf dem Weg zum Mittagessen habe ich wieder ein paar Bilder eingefangen:

    In der Schaubar haben wir dann gespielt, immer mal unterbrochen von Durchsagen des Kapitäns und Wiebke, mit allerlei Informationen zu Spitzbergen und der bevorstehenden Polartaufe (den Polarkreis haben wir übrigens gestern schon überquert).

    So eng stehen übrigens die Tische und Stühle inzwischen wieder:

    Vom Kapitän kam unter anderem die Info, dass die MS4 morgen 41 von durch den SAS Streik auf Spitzbergen gestrandeten Passagieren mitnimmt, die sonst nicht von der Insel runter kämen. Die MS3 hat bereits 160 Menschen aufgenommen und bringt sie gerade nach Honningsvag. Gegen 16.15h gab es übrigens ein Schwesterntreffen der 3 und der 4, begleitet von lauten und langen Typhons.

    Das Mittagessen im Mediterran war wieder gewohnt gut, ich hatte das regionale Angebot "norwegische Lachspfanne mit Reis" genommen. Was erwartet ihr da so?...Gekommen ist ein Lachsfilet mit Brokkoli, Paprika und Reis, nicht ganz meinen Erwartungen entsprechend, aber es war sehr lecker.


    Das Abendessen dagegen war erstmalig nicht gut: Die Steinpilzsuppe hat die Pilze nicht mal von weitem gesehen, das Pesto vom Fisch war versalzen und der Fisch selber, naja. Aber gut, Ausfälle sind normal, ich hoffe, es wird wieder besser.

    Ja, und dann ging es endlich los, dass Spektakel: Ab 16.30h gab es die Polartaufe mit Glühwein auf dem Pooldeck... es waren allerdings unglaublich viele Menschen dort, ich bin solche Massenansammlungen nicht mehr gewohnt und deshalb schnell wieder geflohen =O .


    Um 18h war immer noch eine Schlange von bestimmt 50 Menschen, so dass ich mich gedanklich schon von einem Bild mit Neptun und dem Taufzertifikat verabschiedet hatte.

    Da das Abendessen im Mediterran zwar nicht gut aber wenigstens wieder schnell war, bin ich dann um 19h nochmal hoch und siehe da, ich bekam noch Zertifikate für uns Beide und konnte Neptun noch ein gemeinsames Bild abringen... mission completed, perfekt.

    Den Abend haben wir ganz gemütlich auf der Kabine ausklingen lassen, bei einem Cocktail und einen Buch.