[Reisebericht] Expedition im Herzen der Nordwestpassage – 24.08.-11.09.2022 – HANSEATIC nature

  • CosmoST lieber Sven und liebe Steffi,

    was für ein grandioser Reisebericht über eine ganz besondere Reise. Die Bilder sind ja schon wunderschön….es muss wirklich beeindruckend sein, dort zu sein und alles mit eigenen Augen zu sehen.

    Vielen Dank, dass du dir die Mühe für diesen ausführlichen Bericht gemacht hast!

    Liebe Grüße,

    Anette

    Wie schön, dass ich‘s erleben durfte :):


    WMM mit Barcelona, Okt. 20014, MS1
    Norwegen mit Nordkap und Trondheim, Aug. 2016, MS1
    Barbados trifft Mallorca, April 2017, MS5 (mit Reisebericht)

    Ägäis mit Kreta, Juli 2018, MS2

    Adria mit Dubrovnik, Juli 2019, MS6 (mit Reisebericht)

    Reisebericht: Nicht perfekt...und irgendwie doch! Safari in Tansania, Oktober 19

    Blaue Reise 4, MS1, Okt. 2020

    Mittelmeer mit Andalusien III, MS3, Okt. 2021 (mit Reisebericht)

    Norwegen mit Ålesund, MS1, April 2022 (mit Reisebericht)

    Kurzreise, Kopenhagen mit Göteborg, MS4, Mai 2022

    Adria mit Korfu, MS5, Juli 2022

    Metropolen ab Hamburg, Aidasol, Oktober 2022




    Transatlantik - von der Karibik nach Gran Canaria :love:

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Aspekte zum Schiff und Bordleben – Teil 1:


    Wie bereits angekündigt, wollte ich noch in einigen Punkten näher auf das Schiff und das Bordleben eingehen. Ist vielleicht für einige von euch interessant, die mit einer Reise liebäugeln bzw. bereits eine Reise gebucht haben. Es gibt aber nur viel Text, Fotos haben wir vom Schiff (außer den bereits veröffentlichten Fotos) und vom Essen – warum auch immer – keine gemacht.



    Kabine:


    Die Kabinen an sich sind – sieht man von den Junior Suiten sowie den großen Suiten ab – mehr oder weniger gleich groß und ähnlich aufgebaut. Sie unterscheiden sich nur im Vorhandensein eines Balkons oder den unterschiedlichen Fenster-Typen (French Balcony – also Fenster, was zu öffnen ist / großes Panoramafenster / kleines Fenster (aber fernab von Bullauge)). Die Kabinen sind größer als auf der Mein Schiff.




    Im Bad sind eine größere Dusche (inkl. Regendusche) und auch ein größeres Waschbecken sowie ausreichend Stauraum vorhanden. Duschbad, Shampoo usw. sind vorrätig (und werden auch nachgefüllt), man muss hier nichts extra mitnehmen. Zusätzlich befindet sich im Bad eine beheizte Wand – gut zum Trocknen der nassen Expeditionskleidung.


    Weiterhin befinden sich auf der Kabine ein Schrank mit allerlei Geschirr und Gläsern, eine Minibar, die täglich aufgefüllt wird und eine Nespresso-Maschine nebst Kapseln (allerdings von einem anderen Hersteller als Nespresso). Neben dem Schreibtisch nebst Stuhl ist auch ein Couchtisch vorhanden.


    Wir hatten uns eine French Balcony Kabine auf Deck 6 ausgesucht. Den Balkon haben wir in diesem Fahrtgebiet nicht vermisst, da reichte das Öffnen des Fensters für uns zum Luft schnappen oder fotografieren aus. Und intuitiv waren wir auch auf der richtigen Schiffsseite.


    Tipp 1: Wer mit einer Kabine auf Deck 6 im vorderen Bereich liebäugelt, sollte vielleicht eher eine an Backbord nehmen. Vor den Steuerbord-Kabinen am Bug auf Deck 6 befindet sich der Zugang zum Nature Walk. Es kann dort dann also etwas lauter vor der Kabine werden. Ich denke mal, auf den beiden anderen Schiffen ist das ähnlich und sie haben nicht plötzlich den Zugang auf die andere Seite gelegt …


    Tipp 2: Vorne am Bug kann es bei Seegang schon heftig werden. In Gebieten mit viel Seegang (ich denke da vielleicht an die Antarktis) sollte man evtl. besser eine Kabine in der Schiffsmitte nehmen …



    Getränke:


    Inklusive an Bord sind Kaffee & Tee (inkl. Kaffeespezialitäten) ganztags und der Inhalt der Minibar (die täglich aufgefüllt wird). In der Minibar befinden sich nicht-alkoholische Getränke (Ausnahme: Suiten und Junior Suiten, dort gibt es auch Alkoholika). Alle anderen Getränke – also auch Cola und Wasser während des Essens – muss man bezahlen. Warum Cola im Restaurant kostet, in der Minibar aber nicht, weiß nur HL – meist ist das ja eher umgekehrt.


    Die Preise selbst sind aber recht moderat. Cola kostet z.B. 2,90 EUR, eine Flasche Wasser 5,00 EUR, Bier/Radler 3,50 EUR. Weine gibt es offen (einige) und in Flaschen (viele) – Weiß, Rot, Rose – in verschiedenen Preisregionen. Die Qualität dürfte über den Tischweinen bei AIDA oder Mein Schiff liegen. Wir haben z.B. abends meist eine Flasche Wein getrunken – aber nicht komplett. Der Rest wurde dann wieder verkorkt, eingelagert und am nächsten Abend weitergetrunken. Cocktails kosten um die 7,00 EUR - Longdrinks sind etwas günstiger, Champagner-Cocktails etwas teuer.


    Zum Mittagsbuffet am Pooldeck sowie einigen Abendveranstaltungen sind alle dort angebotenen Getränke aber inklusive.



    Bars:


    Es gibt zwei Bars an Bord: Die Bar im Hanseatrium und die Bar in der Observation Lounge. An letztere ist die Poolbar (wo es auch Waffeln & Eis gibt) angeschlossen. Die Hanseatrium Bar hat leider erst ab 18:00 Uhr geöffnet. Allerdings finden ja durchaus im Hanseatrium auch tagsüber Vorträge und andere Veranstaltungen statt. Hier hätten wir uns gewünscht, dass es zumindest eine Kaffeemaschine o.ä. hier gäbe, damit man sich ein (inkludiertes) Getränk holen kann. So musste man dann den Kaffee aus der Observation Lounge holen und damit durchs halbe Schiff laufen …


    Die Bar in der Observation Lounge ist bereits deutlich früher geöffnet und hat abends wohl auch länger auf. Da wir jedoch meist fertig vom Tag waren, sind wir abends nicht bis in die Puppen an der Bar geblieben …


    Die Poolbar war aufgrund des Fahrtgebietes nur nachmittags zu Waffeln und Eis geöffnet.



    VG Sven

  • Aspekte zum Schiff und Bordleben – Teil 2:


    Restaurants:


    Es gibt zwei größere Restaurants (Bedienrestaurant Hanseatic / Buffetrestaurant Lido) sowie ein Spezialitäten-Restaurant (Hampton’s auf der HANSEATIC nature). Das Spezialitätenrestaurant sollte man reservieren, da die Plätze begrenzt sind – Speisen sind im Preis aber enthalten (im Gegensatz zu den Spezialitätenrestaurants auf der Mein Schiff zum Beispiel).


    Im Wesentlichen gibt es im Bedienrestaurant und Buffetrestaurant dieselben Gerichte (mit kleinen Abweichungen) – man muss sich also eigentlich nicht wegen der Gerichte entscheiden, in welches Restaurant man geht.


    Wir waren zum Frühstück und Mittag immer im Buffetrestaurant, abends meistens (bis auf die ersten 3 Tage und die beiden Abende im Spezialitätenrestaurant). Im Bedienrestaurant waren uns die Wartezeiten vor/zwischen den Gängen einfach zu lange – keine Ahnung, ob das jetzt an unserer Reise lag oder generell oder auch nur an den ersten Tagen der Fall war. Jedenfalls sind wir ab da in das Buffetrestaurant gewechselt – uns hat es dort einfach besser gefallen.


    Es ist nicht so überlaufen, wie bei den anderen großen Kreuzfahrtschiffen. Es gibt also keine Hektik und kein großes Gewusel und die Wege zum Buffet sind kurz. Die Gerichte sind wie gesagt fast dieselben wie im Hanseatic-Restaurant.


    Im Außenbereich waren wir aufgrund der Kälte nicht – mit dicker Kleidung sitzen und essen ist nicht so unseres. Es gibt aber genügend Außenplätze am Heck und an den Seiten.



    Frühstück (Lido):


    Alle Getränke zum Frühstück (Kaffee, Tee, Kaffeespezialitäten, Säfte, Sekt) sind inklusive. Am Buffet gibt es Wurst, Käse, Fisch (inkl. Krabben), Salate, Müsli, Joghurt, Obst, diverse Brote/Brötchen, Eierspeisen, asiatische Suppen – alles, was man so zum Frühstück braucht. Außerdem werden Eierspeisen (Rührei, Spiegelei, Egg Benedict) sowie Pancakes, French Toast usw. frisch zubereitet (man bestellt es und bekommt es dann geliefert). Täglich gibt es noch zusätzlich eine Tagesspezialität.


    Das Bedienrestaurant haben wir zum Frühstück nicht besucht.


    Zusätzlich hat man die Möglichkeit, in der Observation-Lounge ein spätes oder frühes Frühstück einzunehmen. Natürlich ist hier die Auswahl eingeschränkt (belegte Brötchen, Sandwiches, Müsli, Joghurt usw.), aber zur Not …



    Vormittag (Pooldeck):


    Für diejenigen, die die Zeit zwischen Frühstück und Mittag nicht überstehen bzw. sich aufwärmen möchten, gibt es kurz vor dem Mittag eine heiße Bouillon.



    Mittagessen (Lido):


    Diverse Vorspeisen, diverse Hauptspeisen, frische Pasta (Tagesgericht), Nachspeisen (inkl. Eis), Brot/Brötchen, Wurst, Käse usw. gibt es hier. Zusätzlich werden am Grill im Außenbereich frische Sachen zubereitet. Getränke sind kostenpflichtig, man wählt aus der kompletten Karte.


    Das Bedienrestaurant haben wir zum Mittagessen nicht besucht.



    Mittagessen (Poolbuffet):


    Zweimal gab es während unserer Reise zum Mittagessen ein Poolbuffet. Diese sind themenbezogen (Pølser, Pasta) und bieten diverse Gerichte und Nachspeisen. Hier sind alle Getränke (Wein, Sekt, Bier, alkoholfreie Getränke, Verdauungsschnaps) inklusive – allerdings kann man hier nicht aus der Karte wählen, sondern „muss“ das nehmen, was am Buffet steht oder was die Crew vorbeibringt. Aber das reicht aus! ;)



    Nachmittag (Pooldeck):


    Hier gibt es frische Waffeln mit heißem Obst (meist Kirschen), diverse Eissorten sowie ein tages-spezielles Softeis (jeden Tag eine neue Sorte, z.B. Eierlikör, Baileys, Schokolade-Pfirsich, After Eight usw.). Lecker :)



    Abendessen (Hanseatic):


    Es gibt jeden Abend ein Tages-Menu bestehend aus Vorspeise (3 zur Auswahl), Suppe (2), Zwischengang, Sorbet (mit Champagner oder Wodka aufgegossen), Hauptspeisen (3), Nachspeisen (2 süße, spez. Käse und Käseauswahl). Dazu gibt es die Klassiker (Vorspeisen, Suppen, Hauptspeisen, Nachspeisen), die man jeden Tag dazu oder anstelle nehmen kann, diese sind immer dieselben.


    Die Getränke sind kostenpflichtig, man wählt aus der kompletten Karte.


    Hier haben wir nur an den ersten 3 Abenden gegessen – die Wartezeiten waren uns, wie schon beschrieben, einfach zu lang.



    Abendessen (Lido):


    Auch hier gibt es die Gerichte des Tages: Vorspeisen (die 3 aus dem Tagesmenu im Hanseatic plus Salate, Fisch, Krabben, Wurst, Brot usw.), Suppen (die 2 aus dem Tagesmenu), frische zubereitete Pasta, Hauptspeisen (die 3 aus dem Tagesmenu plus 1 zusätzliches Gericht), Nachspeisen (die beiden süßen aus dem Tagesmenu plus 1 zusätzliche süße Nachspeise, Käsebuffet). Die Portionen sind kleiner, man kann sich aber natürlich öfter bedienen – insbesondere bei den Vor- und Nachspeisen. Und bei den Hauptgerichten kann man sich halt Beilagen selbst zusammenstellen, ist nicht auf die vorgefertigte Basiskonfiguration aus dem Menu angewiesen.


    Getränke sind kostenpflichtig, man wählt aus der kompletten Karte.


    Hier waren wir die meiste Zeit am Abend essen.



    Abendessen (Hampton‘s):


    Das Spezialitätenrestaurant ist ein Steakhouse mit Ostküsten-Flair der USA & Kanada. Es gibt eine Auswahl von kalten und warmen Vorspeisen (die der Ostküsten-Küche entnommen sind), Sorbet (wie immer aufgegossen), diverse Hauptgerichte (diverse Steaks mit Beilagen, es gibt aber auch „fertige“ Gerichte, wie Lobster) und verschiedene Nachspeisen.


    Die Karte wechselt im Wochenrhythmus, die Steaks bleiben aber immer drin.

    Getränke sind kostenpflichtig, man wählt aus der kompletten Karte.


    Wir waren hier 2mal Essen. Alles sehr lecker und die Steaks sind auch komplett auf den Punkt gegart! Super :thumbup:



    VG Sven

  • Aspekte zum Schiff und Bordleben – Teil 3:


    Kleidungsordnung – Am Abend:


    Hier hat man vielleicht vorher ein wenig Bammel. Es gibt die Empfehlungen auf der Hapag-Lloyd-Seite und aus den Unterlagen. Es gibt die Erfahrungen, die man aus dem Internet bei Luxus-Anbietern erlangt hat. Aber hier kann ich Entwarnung geben!


    Ich hatte z.B. ein Jacket dabei. Dieses hätte ich aber gar nicht gebraucht – habe es im Spezialitätenrestaurant aber getragen. Ansonsten reichen auch eine normale Hose und ein Poloshirt aus. Selbst Jeans kann man im Buffetrestaurant tragen. Teilweise trugen die Leute auch ihren warmen Parka (aßen dann aber draußen).


    Es wird also hier viel Wert auf Expedition gelegt – man kann, muss sich aber nicht aufbretzeln. Hauptsache man trägt halt ordentliche Kleidung, es muss aber kein Anzug oder das Abendkleid sein. Zumindest ist das unsere Erfahrung …



    Kleidung – Tagsüber:


    Die Expeditionskleidung (Parka & Gummistiefel) bekommt man gestellt, man braucht diesbezüglich nichts von zu Hause mitzunehmen. Die Kleidung ist absolut in Ordnung, hält die Nässe ab, man kann in den Gummistiefeln auch gut laufen. Gewicht ist bei Flügen ja durchaus begrenzt.


    Ansonsten sollte man für dieses Fahrtgebiet eine Regenhose (oder wasserabweisende Hose), warme Pullover, lange Unterhosen/Unterwäsche mitnehmen. Damit ist man gut und ausreichend bedient. Mütze, Schal, Handschuhe – letztere möglichst wasserfest – sowie warme Einlegesohlen für die Stiefel. Das wars.


    Man bekommt vor der Fahrt eine ausreichende Empfehlung, was man mitnehmen sollte.


    Natürlich passt die hier empfohlene Kleidung für die Arktis, in der Südsee sollte man vielleicht besser was anderes einpacken ^^



    Bordleben – Entertainment:


    Die Reise war komplett der Expedition verschrieben. Es gab wissenschaftliche Vorträge und Erlebnisberichte. Wer hier klassische Shows, wie man es von „normalen“ Schiffen kennt, sucht, wird nicht fündig. Halligalli ist hier nicht.


    Es gibt noch einen DJ, der moderat am Abend an der Bar „einheizt“ sowie einen Klavierspieler. Das war’s eigentlich an Entertainment. Aber man hat ja die Natur.


    Man kann übrigens auch tagsüber einfach die Brücke besuchen – diese ist bis auf Ausnahmen (wettertechnisch oder Hafenmanöver) immer für jeden Gast offen. Vielleicht auch ganz interessant für manche Leute.


    Ok, Shufflebord gab es auch an einigen Tagen. Und Sportkurse. Beides haben wir aber nicht genutzt.



    Bordleben – Gäste:


    Klar ist, dass die Altersstruktur der Gäste hier etwas höher als bei Mein Schiff ist. Sieht man von ein paar Studenten, die mit ihren Eltern oder Großeltern reisten, waren wir wohl mit die jüngsten an Bord (und wir sind nun auch keine 20 mehr). Und aufgrund des Preises gibt es mitunter auch schon mal das entsprechende Klientel – das muss einem klar sein. Aber es ist fast alles sehr entspannt.


    Unserer Meinung nach sollte man – unabhängig vom Alter - aber trotzdem noch halbwegs mobil sein, u.a. für die Zodiac-Anlandungen. Klar man kann auch so fahren, verpasst dann aber das eine oder andere.


    Interessant vielleicht noch, dass man sich an Bord größtenteils siezt. Für uns aus der IT-Branche etwas gewöhnungsbedürftig, da auf Arbeit ja selbst der oberste Chef geduzt wird. Übrigens nicht nur seitens der Crew (da ist es ja noch logisch), sondern auch zwischen den Gästen. Selbst einige, mit denen wir öfter zu tun hatten, wollten nicht zum Du wechseln. Ist aber auch nicht schlimm, nur ein eine kleine Fußnote …



    Crew:


    Die Crew ist sehr aufmerksam. Nach ein paar Tagen wird man mit Namen angesprochen, man erinnert sich an die Vorlieben der bestellten Getränke usw. – auch wenn man im Buffetrestaurant an verschiedenen Plätzen sitzt und damit im Einzugsbereich verschiedener Crew-Mitglieder. Es ist halt auf einem kleinen Schiff viel persönlicher als auf den großen Schiffen. Das habe ich z.B. auch an meinem Geburtstag an Bord erfahren …



    VG Sven

  • Aspekte zum Schiff und Bordleben – Teil 4:


    Zusatzausrüstung:


    Unbedingt mitnehmen sollte man entsprechende Fotoausrüstung. Damit man dann die unvergessene Natur ablichten kann. Die meisten Gäste hatten auch entsprechendes Equipment dabei. Unsere Ausrüstung hatte ich in einem der ersten Beiträge zu diesem Reisebericht aufgezählt. Und natürliches alles, was noch so dazu gehört.



    Was wird noch so von HL gestellt?


    Ein recht gutes Fernglas sowie Nordic Walking Stöcke (2 Paar) liegen auf der Kabine bereit. Außerdem ein Rucksack (halbwegs wasserfest), den man nach der Reise auch mit nach Hause nehmen kann. Flip-Flops und Badeschlappen liegen auch bereit sowie ein Bademantel (den muss man aber wieder abgeben).



    Ablauf Zodiac-Anlandungen:


    Mit dem Check-In auf dem Schiff wurde jeder Kabine eine von 10 Farbgruppen zugeteilt. Diese sind dann – zumindest in der Arktis – 2 Hauptgruppen zugeordnet, da in der Wildnis nicht die kompletten Gäste an Land gehen dürfen, sondern immer nur ca. 100 auf einmal.


    Die Hauptgruppen A und B wechseln pro Tag in ihrer Reihenfolge. Innerhalb der Hauptgruppen wechseln die Farbgruppen dann auch pro Tag rollierend (heute noch erster, morgen letzter). Im Tagesprogramm stehen die ungefähren Zeiten für den Landgang für die Hauptgruppen sowie die Reihenfolge der Farbgruppen innerhalb der Hauptgruppe (diese aber ohne Zeiten).


    Bei Anlandungen oder Zodiac-Ausfahrten haben wir dann folgenden Ablauf:

    • Warten, bis die eigene Farbgruppe aufgerufen wird. Vorher die entsprechende Kleidung anziehen und die Zodiac-Weste, die sich in der Kabine befindet, anlegen.
    • Wenn das der Fall ist, im Gummistiefel-Raum auf Deck 3 die Gummistiefel anziehen (natürlich nur bei nassen Anlandungen nötig, sonst reichen auch normale Schuhe). Jede Kabine hat im Raum ein Fach, wo die Stiefel gelagert sind.
    • Am Ausgangsgate anstellen und per Bordkarte abmelden.
    • Zodiac besteigen, das erfolgt über einen Tritt und mit beidarmigem Sicherheitsgriff durch 2 Crew-Mitglieder, die Hilfestellung geben. Dann den zugewiesenen Platz auf der Wulst einnehmen. In ein Zodiac passen im Allgemeinen 8 Gäste. Es gibt aber auch einige wenige größere Zodiacs (12 Gäste), diese werden aber nur bei Zodiac-Cruises (also ohne Landgang, wie z.B. beim Cruisen in der Disko-Bucht) eingesetzt.
    • Man sitzt auf der Wulst und sollte während der Fahrt auch nicht aufstehen – es sei denn, der Zodiac-Fahrer erlaubt das, um z.B. Fotos zu machen.
    • Bei einer nassen Anlandung rutscht man bis auf den ersten Platz auf der Wulst durch und hebt die Beine über die Wulst aus dem Boot. Bei einer Anlandung am Steg geht das analog zum Einsteigen am Schiff über einen Tritt.
    • Landgang genießen …
    • Dann wieder Zodiac besteigen und den zugewiesenen Platz auf der Wulst einnehmen. Bei der nassen Anlandung setzt man sich rückwärts auf die Wulst und hievt die Beine über die Wulst ins Boot.
    • Am Schiff aussteigen, per Bordkarte wieder anmelden.
    • In der Gummistiefel-Waschanlage die Gummistiefel säubern.
    • Im Gummistiefel-Raum die Stiefel ausziehen und ins Kabinen-Fach stellen und wieder normale Schuhe anziehen.
    • Fertig!

    Bei Anlandung in Orten wird die Zodiac-Weste in einer Sammeltonne abgelegt, bei Abfahrt holt man sich aus der Tonne dann wieder eine heraus. Bei Anlandungen in der Wildnis – wie z.B. bei uns in der Arktis – behält man die Weste während des Landgangs an. Dadurch gehen evtl. Evakuierungen (z.B. wegen Eisbären) schneller.


    Beim Ein- und Aussteigen in und aus dem Zodiac wird durch die Crew Hilfe geleistet. Evtl. wird auch an die Beine beim nassen Ein- und Aussteigen Hand angelegt. Man sollte aber schon halbwegs mobil sein. Wenn Seegang herrscht (wie bei einem Tag bei uns) muss man auch irgendwie sein Gleichgewicht halten können – so ein Zodiac schwankt ganz schön und macht das Ein- und Aussteigen dann schwierig.


    Tipp 1: Da man beide Hände beim Ein- und Aussteigen frei haben muss, sollte man die Foto-Ausrüstung nicht einfach in der Hand tragen. Also entweder in einen Rucksack oder in eine Kameratasche packen oder einen Kameragurt oder -geschirr benutzen. Letzteres habe ich z.B. benutzt. Da kann man gut ein- und aussteigen und hat die Kamera auch griffbereit …


    Tipp 2: Im Leihparka gibt es im Arm eine kleine Tasche, wo die Bordkarte wunderbar hineinpasst, man kann diese bei Landgängen dort hineintun (oder auch wenn man sich mit Parka an Deck aufhält). Und das Auslesen der Karte funktioniert auch durch den Parka hindurch – man muss die Karte also nicht immer rausholen. Das gilt aber auch nicht in der Südsee - da hat man ja eher keinen Parka bei der Hand …



    Tipp Arktis/Antarktis:


    Vielleicht noch ein Hinweis zum Reisegebiet: Wer vorhat, sowohl die Arktis als auch die Antarktis zu bereisen, sollte vielleicht zuerst die Arktis-Reise unternehmen. Ansonsten könnte sie/er evtl. enttäuscht sein. Folgende Gründe sprechen dafür:

    • Die Tiervielfalt in der Antarktis ist wesentlich höher. Klar, es gibt viel mehr Pinguine als Eisbären.
    • Die Landschaft in der Arktis ist karg. Das konnte man an unseren Fotos sehen.
    • Die Tiere sind weiter weg. Ein Pinguin auf 1,5m Entfernung ist niedlich und man kann ihn sich gut anschauen, einen Eisbären will man ehrlich gesagt nicht auf 1,5m herankommen lassen.
    • Die Tiere sind scheuer (sprich: sie bleiben nicht lange stehen). Das liegt natürlich daran, dass es in der Arktis viele Feinde gibt (Eisbär, menschliche Jäger, Orca), die dafür sorgen, dass eine Robbe lieber auf der Hut ist und halt flieht. In der Antarktis gibt es diese Vielzahl der Feinde nicht, die Tiere lassen sich einfacher beobachten.

    Zumindest wurde das so von Crew und Experten geraten. Und auch von einzelnen Gästen. Wobei, wenn man mal genau nachdenkt, sollte das alles logisch sein. Und man sollte dann eigentlich doch nicht so enttäuscht sein …



    VG Sven

  • CosmoST

    Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung des Bordlebens. :*


    Warme Hose (dünne Skihose) + Segelhose darüber habe ich schon anprobiert: Passt :thumbup:

    Skihandschuhe habe ich auch schon heraus gesucht. Benötigen wir noch warme Einlagen (z.B. Alpaka) für die Gummistiefel?


    Ich denke mal, Mineralwasser gibt es auch morgens zum Frühstück?! :/


    Da wird mein Mann sich freuen, wenn er das Sakko zuhause lassen kann. 8)


    Wir sparen Geld: Da wir im Januar (hoffentlich) in die Antarktis reisen, so sparen wir uns die Arktis. :D Bleibt wieder Geld für das nächste „Sparobjekt“: Die Südsee.


    Also, ich fühle mich „weil prepared“ und könnte los.


    Vielen Dank nochmal! :love:

  • britta1012


    Warum die Arktis aussparen? Geht doch beides :D - wie bei uns …


    Zu Deinen Fragen:


    (‚warme) Einlegesohlen für die Gummistiefel sind zu empfehlen. Ich hatte die vergessen, hier aufzulisten, wir hatten auch welche.

    Man kann die auch die ganze Reise in den Stiefeln lassen - sofern sie trocken sind - man hat ja immer „seine“ Stiefel.


    Und ich glaube, ich habe am Frühstücksbuffet neben den Säften auch Wasser gesehen. Ich kann es aber nicht 100% sagen. Wir trinken nur Saft und Kaffee/-Tee zum Frühstück. Auf jeden Fall könnte man aber welches bestellen - ob das dann was kostet, weiß ich aber nicht.


    Und ja, das mit den lockeren Kleidungsvorschriften ist toll!


    VG Sven

  • britta1012 :


    Diese waren bei uns die ganze Reise kaputt, Heißt, die konnten wir nicht benutzen.

    Wurde am Anfang mitgeteilt, und da denkt man erst mal "schade". Im weiteren Verlauf der Reise ist es übrigens nicht mehr aufgefallen. So wenig, dass ich im Bericht gar nicht darüber geschrieben habe :|


    Wahrscheinlich werden die bei einem der Werftaufenthalte, die nach x Jahren kommen, repariert.


    VG Sven